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RE: Was macht die Bahn?

#46 von Seebär , 14.11.2007 17:49

hallo Katja, also ich habe Deinen Beitrag bezüglich Bahnstreik gelesen. Und habe mich bissl gewundert. Deshalb möchte ich Dir darauf antworten. Für mich ist das ein Widerspruch, dass Du selbst mit Deinen Stundenlohn nicht glücklich bist (klar, versteht man ja auch!) und gleichzeitig aber die Gewerkschaften, die als einzige noch für die Rechte der Arbeitnehmer handeln können, als krank bezeichnest. Ich bin auch der Meinung, dass diese Gesellschaft "krankt", aber wenn Familienväter in rollender Schicht arbeiten müssen für ein Nettogehalt so um die 1400 bis 1500 Euro, dann weiss ich nicht, was an der Forderung nach angemessener Bezahlung verkehrt sein soll. Wir sind dankbar, dass wir einen Job haben, der uns freie Feier- und Sonntage ermöglicht. Aber in diesen Genuss kommen Lokführer eben nicht! Klar ist das unheimlich stressig für diejenigen, die auf die Bahn angewiesen sind. Aber nimmt man den Lokführern theoretisch das Recht, für Ihre Interessen einzutreten, dann nimmt man es sich auch selber! Und dann passiert unaufhaltsam weiter, was Du angeprangert hast und wo ich auch der Meinung bin: das gesamte System krankt! Manager, z.B. oder vor allem auch die der Bahn, ziehen ab mit Millionengehältern und die wirklichen Leistungserbringer gehen mit sowenig nach Hause, dass mindestens die Hälfte für Wohnen und Heizen weg geht!!! Da haben die Familienangehörigen noch nicht mal was gegessen, Vereinsebeiträge gezahlt, telefoniert ect. Für einen Einsatz egal, ob Ostern, Weihnachten, Tag oder Nacht ... Das scheint mir nicht angemessen zu sein. Das ist also meine Meinung: Erlauben wir es den Lokführern nicht, nehmen wir uns selber das Recht auch! Und Du sagst doch, dass Du darauf angewiesen bist, (wie wir fast alle ja auch) jeden Job für jedes popelige Gehalt anzunehmen ... Ist das nicht furchtbar??? Oder hast Du eine andere Idee, wie wirkungsvoll z.B. auch Deine Interessen vertreten werden könnten? Im Übrigen an der "Unfähigkeit" der Bahn pünktlich zu transportieren ect. sind auch nicht die Lokführer schuld ... Abschliessend ganz solide: Einen schönen Abend noch, so verbleibe ich jetzt
Ines

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RE: Was macht die Bahn?

#47 von Buhli , 14.11.2007 20:45

Zeitarbeitslohn ist ímmer Sch... .Nur die starre Haltung der Gewerkschaften macht den Markt "Zeitarbeit" erst möglich. Für die Unternehmen sind Zeitarbeitsfirmen zwar etwas teurer als Angestellte, aber die Flexibilität, die durch Gewerkschaften verhindert wird, macht sich bezahlt. Der gelackmeierte ist der Zeitarbeitstagelöhner. Die Unternehmen würden auch lieber direkt einstellen. Wären die Gewerkschaften auf der höhe der Zeit, würde auch die Katja nicht nur 12 € bekommen. Deine Firma stellt mindestens 25€ in Rechnung. Die Zahl ist etwas niedrig gewählt...


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RE: Was macht die Bahn?

#48 von waterdragon , 15.11.2007 09:44

@seebär
jups buhli hat recht... gewerkschaften und politik sind es, die den zeitarbeitsfirmen raum geben und so den modernen "sklavenhandel" födern... das ist nicht nur bei der bahn so, sondern auch in anderen unternehmen... da wird lieber ein zeitarbeiter eingestellt, den man schnell entlassen kann, ohne abfindung und der nicht an den tarifvertragen des unternehmens gebunden ist... man zahlt zwar mehr für ihn, aber hey an anderer stelle spart man dadurch unheimlich ein

ich bin auch nicht wirklich unzufriden zumindest nicht im moment mit meinem stundenlohn, denn für das was ich mach udn für die zeit die ich arbeite ist er ok. nur ist es nicht ok, wenn man quasi darin behindert wird, seine arbeit auszuüben und um die arbeit auszuüben soviel geld ausgeben muss, dass man vom gehalt nichts übrig hat...
ich möchte niemandem das recht absprechen für seine interessen einzutreten, aber es ist immer ziemlich zwiespaltig, wenn das auf dem rücken von millionen anderen getan wird. ich habe verständnis für die lokführer, aber nicht für die starren gewerkschafter, die aus prinzip die ersten angebote ablehnen um macht zu demonstrieren...

hier ist es wirklich langsam an der zeit, dass von seiten der regierung mal reformen passieren... im tarifsystem, im arbeitsrecht, in den köpfen der unternehmer und in den köpfen der arbeitnehmer...

@buhli im moment bin ich mal ausnahmsweise fest angestellt und nur in teilzeit, von daher geht der stundenlohn in ordnung, aber als ich die 6,50 brutto hatte, hat mein "ausleiher" 20 € für mich bezahlt die stunde und das ist schon ein bissl der hammer...

mal so grundsätzlich bin ich für einen gesetzlich festgelegten mindestlohn und zwar in nahezu jeder branche, für eine weitere lockerung des kündigungsschutzes und für eine regelung, die besagt, dass man nur zeitarbeitskräfte einstellen darf in zeitlich begrenzten positionen (zum beispiel inventur, arbeitsspitzen etc) und ansonsten eben ne direkte einstellung machen muss.... aber das geht sicher wieder alles nicht umzusetzen und von daher mach ich einach weiter wie bisher, reg mich ab und an mal auf und nehm ansonsten hin wie es ist udn versuch das beste draus zu machen

ich hab heute morgen dank bahnstreik über 2 stunden ins geschäft gebraucht und bin dementsprechend genervt und meine kollegen auch, weil sie ja auf der arbeit sitzen bleiben

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RE: Was macht die Bahn?

#49 von Fulc , 15.11.2007 12:33

hat sich eigentlich mal jemand von den Kritikern mal Gedanken über die Tragweite des Streiks gemacht?
Indirekt sind doch von diesem Streik Alle folgenden Streiks und Rechte ALLERArbeitnehm,er davon betroffen. Also sollten viele Leute erstmal nachdenken, ob sie demnächts nach russischem oder chineischem Tarif bezahlt werden wollen, bevor sie rummeckern.
Genauso wird sich das auch in der Rechtsprechung wieder spiegeln. Wären die Streiks gerichtloich verboten worden wären das Präzendenzfälle, d.h. das gesamte Streikrecht wäre damit ausgehebelt gewesen.
Aber regt euch ruhig weiter auf und haltet die Augen nach danach auf, was euch kurzfristig weiter hilft - dann braucht sich aber später auch keiner beschweren - genauso wie jetzt über harzt4 gemalt wird. Ivch finde es auch nicht gut, aber ich hab die beiden Parteien nicht gewählt - also hör ich mir das gejammer auch nicht weiter an.

Und jemand der sich jetzt über die Streiks beschwert, braucht später bei den Konsequenzen nicht rumjammern und sollte dann mal lieber die Klappe halten. Man kann nicht alles haben - aber lieber so als anders


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RE: Bahnstreik

#50 von Paulie41 , 15.11.2007 13:13

Meint ihr nicht,die Bahnführung hätte jahrelang Zeit gehabt,sich der Probleme der Lokführer anzunehmen!Ich bedaure nur,daß die Lokführer sich mit ihrer Streikführung auf einen schleichenden Streikbeginn eingelassen haben.Kurz und schmerzlos zuschlagen,wie in Frankreich jetzt,hat viel mehr Erfolg.

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RE: Bahnstreik

#51 von Hartmut , 15.11.2007 17:12

Ich finde es Richtig was die Lockführer machen.Kenne einen Persönlich ist Bezirkschef bei der Gewekschaft ,habe mir das mal aus erster Reihe erklären lassen. Er wurde "zwangsbeurlaubt".An Eurer stelle würde ich keinen Zug fahren die Züge werden mit Büroleuten und Östereichern oder Schweizer Lockführer besetzt .Problem Strecke wer von denen Kennt Sie?
Die Leut gehen manchmal seltsame wechselschichten Weihnachten bei der Fam.?Fremdwort meist weiß er erst am Anfang des Dezember ob und wo er Eingesetzt wird.
Ich unterstütze den Streik und hoffe das Sie nicht aufgeben. Deutschland brauch mal einen der Auf den Tisch haut seht nach Frankreich.
Hartmut.


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Versuchen wir gutes daraus zu machen.

 
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RE: Bahnstreik

#52 von Buhli , 15.11.2007 21:48

Anhand der Schweizer und Österreicher sieht man genau das, was letzte Woche im Focus stand, bestätigt. Die Lokführer haben noch nicht mal Verantwortung über den Zug, den die hinter sich herziehen. Berufsausbildung ist nicht mal notwendig. Innerbetriebliche genügt. Es sind nun mal keine Piloten. Die Bahn wird doch nicht durch die Streiks lahmgelegt. Ich stell keinen Streik in Frage. Gehört zum Arbeitskampf. Die Forderungen sind es. Gehören die Lokführer etwa zu den Niedriglöhnern? Als ob russische oder chinesische Tarife in Sicht währen. Ist die Schmerzgrenze für ein Unternehmen erreicht, dann geht nichts mehr, wenn niemand auf den anderen zugeht. Ob der Mehdorn viel oder wenig Zeit hatte, ist dabei zweitrangig. Heute lief das im SWR-Thema. Zeitarbeitsfirmen, auf die die Bahn zurückgreift, gibt es bereits. Die haben nun dank des Herrn Schell noch mehr Konjunktur. Die paar Mitglieder in seiner GDL kann er gern behalten. Wenn die nicht mehr von der Bahn eingesetzt werden, weil sie zu teuer sind, hat er ein größeres Problem als die Bahn. Mit Abfindung entlassen ist immer noch billiger. Im Selgros Dresden soll so was gelaufen sein. Der Lokführer, der nichts anderes machen will oder kann, taucht dann für einen Hungerlohn wieder auf dem Arbeitsmarkt auf. Wem tut es dann mehr weh? Dem Lokführer, der gewerkschaftlich erstrittenen Tariflohn nur noch hört, oder der Bahn?


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RE: Bahnstreik

#53 von tommes , 15.11.2007 23:26

Fahrer in einer Spedition müssen wöchentlich ihren Sonntag beschneiden, wenn sie 22 Uhr wegfahren oder auch 1/2/3 Wochen "draußen" bleiben. Angestellte z.B. in Krankenhäusern, Gaststätten, Rasthöfen, Tankstellen, Hotels oder in genügend anderen Branchen arbeiten an vielen Wochenenden und Feiertagen - und sind dafür in eine ganz andere Gegend gezogen. Viele davon würden sich über 1.500€ netto freuen!

Wo sind eigentlich die Streikenden - in Frankreich stehen sie auf der Straße und diskutieren mit den Passanten!!

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RE: Bahnstreik

#54 von Karli ( Gast ) , 16.11.2007 08:14

@tommes:
Das ist Teil des psychologischen Kriegsführung der DB-Spitze:
Die Streikenden haben Hausverbot , d.h., sie campieren in der Regel irgendwo
vor dem Bahnhof. Dem ( mehr oder weniger berechtigten ) Zorn der Kundschaft
sind somit die Mitarbeiter ausgesetzt , die arbeiten ( müssen ).
Und eines glaube mir : Wenn Du an Deinem planmäßigen Ruhetag arbeiten kommst
und Dich dann mit den Leuten auf dem Bahnsteig rumärgern mußt , die nur DIR die
Schuld an der Misere geben , bzw. Auskünfte von Dir wollen , die Du nicht geben kannst
und dann noch renitent werden , schwindet Deine Solidarität für die Kollegen im Nu.
Ziel erreicht , Herr Mehdorn - teile und herrsche !!

Karli

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RE: Bahnstreik

#55 von Daneel , 16.11.2007 09:04

Ja Buhli, die Lokführer gehören zu den Billiglöhnern, und tommes, nur weil andere wenig verdienen rechtfertigt das nicht, dass man sich mies bezahlen lassen muss. Und es zeigt, wie gut es ist sich gewerkschaftlich zu organisieren, nur so kann man letztendlich gerechtfertigten Lohnforderungen Nachdruck verleihen. Kern des Streiks ist doch der eigenständige Tarif und nicht die bis zu 31 % Lohnerhöhung. Da Transnet und GDBA es versäumten auch die Interessen der Zugbegleiter und Lokführer ausreichend zu vertreten und durchzusetzen, weil sie lieber mit Mehdorn geklüngelt haben, ist es selbstverständlich das die GDL das durchziehen muß, und zwar solange bis ein ernsthaftes Angebot der Bahn vorliegt, da die GDL nach diesem Arbeitskampf mit leeren Kassen darstehen wird, hat sie keine andere Wahl das durchzuziehen und ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Es ist auch Pilotstreik für andere Branchen, da Schluss sein muß mit Nullrunden, die ja nichts anderes als Lohnminderung sind, wenn man den Inflationskoeffizienten einberechnet. Und wer nach der Politik hier ruft, liegt vollkommen daneben, da nach wie vor Tarifautononmie herrscht. Die Politik darf nur dann mitmischen, wenn es um Staatsdiener, also Beamtete handelt, also sie den Job für so immens wichtig hält, das dort ein Streik fatale Folgen für das Wohl von menschen oder dem Staat. Das haben die Leute die die Bahn privatisieren wollen anders gesehen. Allerdings wäre ein Mindestlohn von 10 €/h mit jährlicher Inflationsratenanpassung schon etwas was die Politik mal durchbringen sollte um dem Lohndumping Einhalt zu gebieten.
Ich betrachte dieses Zeigen auf andere, und das Neidhammelargument, die verdienen noch weniger also seid zufrieden, mal wieder typisch deutsch, da sind sich Ossis und Wessis selbst nach 40 Jahren Teilung doch ähnlich geblieben. Man kann also sagen das ist typisch deutsch.
Ich hoffe die Lokis halten das durch und bringen die Bahn dazu, das nicht nur Manager nach amerikanischen Vorbild bezahlt werden sondern auch die Angestellten, oder die Manager sollten sich auch rumänische Managergehälter einräumen. Ich frag mich nur wofür die Märchentante Suckale 1,7 Millionen € im Jahr bekommt?
Und ich schreibe das obwohl ich betroffen bin als Pendler zwischen Neustadt/Wstr. und Frankfurt/Main bzw. Düsseldorf, weil ich mich in deren Arbeits- und Lebnssituation auch versuche hineinzuversetzen. Übrigens suchen die schon seit langem 1000 neue Lokführer, aber jetzt wo publik ist wie mies das bezahlt wird mag auch keiner die Jobs haben, und Österreicher und Schweizer würden sie nie bekommen wegen der miesen Bezahlung.

So wünsche euch noch einen abenteuerlichen Tag mit oder ohne Bahn


8-)


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RE: Bahnstreik

#56 von Buhli , 16.11.2007 20:47

Daneel,was verstehst Du unter Billiglöhner? Wie niedrig darf denn das Einkommen sein um dazu zugehören? 1500,-€ netto sind alles andere als Niedriglohn. Erzähl mir bitte nicht, das da schon Zuschläge drinn sind. Was ein eigenständiger Tarif für Auswirkungen hat, kannst Du Dir bei den Piloten abschauen. Die waren Der Pilotfall. Willst Du das wirklich auch für die GDLer? Dann streikt mal ruhig weiter. Klar kann die GDL gar nicht mehr anders. Nicht nur wegen des Geldes. Schlimmer ist der Gesichtsverlust den der Herr Schell erleidet. Da sind dem die Mitglieder völlig wurscht. Nur gut, daß Ihr Mitglieder Euch da was anderes verkaufen lasst. Dummhalten durch verschweigen ist Systembetandteil von allen Interessenvertretern dieser Gesellschaft. Die Informationspflicht liegt bei Dir. Wir sind nicht im Sozialismus, wo man davon ausgehen konnte, daß man (fast) alles vorgesagt bekam um sich vor bösen Überraschungen zu schützen. Da macht doch die GDL keine Ausnahme. Schau Dich mal in der Landschaft um. Es fehlen überall Fachkräfte. Nimm also die Lokführer nicht zu wichtig.
Das Hausverbot ist für mich schon nachvollziehbar. Hat nichts Bahnspezifisches. Macht fast jede Firma so, wenn der Wirtschaftsalltag am Leben bleiben soll.
Schönes Wochenende.


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RE: Bahnstreik

#57 von tommes , 16.11.2007 22:57

Zitat von Daneel
Allerdings wäre ein Mindestlohn von 10 €/h mit jährlicher Inflationsratenanpassung schon etwas was die Politik mal durchbringen sollte um dem Lohndumping Einhalt zu gebieten.8-)


In welcher Welt lebst Du eigentlich? Hast Du schon gemerkt, welche Länder der EU beigetreten sind? Hast Du irgendeinen Einblick in die Zahlen von mittelständigen Unternehmen? Warum soll irgendeine ungelernte Kraft 10€/Stunde verdienen? In den meisten kleinen oder mittelständigen Unternehmen verdienen die Chefs keine Millionen und müssen aufpassen, dass sie nicht in die Pleite gehen und die Mitarbeiter auf der Straße stehen. Aus den 10€ Brutto werden für Unternehmen durch SV/BG/Urlaub/Krankheit mindestens 15€ - die erstmal verdient werden müssen - besonders bei Tätigkeiten, die jeder Schüler machen kann.

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RE: Bahnstreik

#58 von Hartmut , 17.11.2007 13:09

Du hast Recht Tommes wir sollten wieder die Kinderarbeit einführen den Können die Erwachsnen zu Hause bleiben und brauchen kein Hartz 4 beantragen weil die Kinder "genug" verdienen.
Du sprichst von Zahlen im ostblock nun sag ich Dir das ich den "ostblock" sehr gut kenne Müllgebühren ? Abwasser? Miete Haaa,
Bahnfahrt Ha Haaa. Busse Taxis haaaa Du hast keine Ahnung was dort überhaupt bezahlt werden muss außer vieleicht das was Dir irgendwelche Medien vorsäuseln.Ich habe mehrer Jahre dort gelebt dort sind 500€ soviel wie bei uns 2500€
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RE: Bahnstreik

#59 von lutzi , 17.11.2007 14:17

ich hab mal grad bisschen in meinen lohnzetteln geschmökert...,netto im märz 1998-ca.2900 dm, jahresarbeitszeit 1984 stunden bei 30 tagen urlaub...,netto im märz 2007 ca.1440 eu, jahresarbeitszeit 2087 stunden bei 29 tagen urlaub...,noch fragen? das sind grob schon mal 10% reallohnverlust. bei einer teuerrungsrate von jährlich ca. 2% über die neun jahre nochmals so um die 18% verlust-wobei bei den nettozahlen die zuschläge für wochenenden und nachtstunden schon enthalten sind-jetzt bekommen wir die höchste lohnerhöhung in der geschichte der db von 4,5 % ab januar 2008 bei einer laufzeit von 19 monaten,d.h- die inflationsrate der nächsten drei jahre wird noch nicht mal ausgeglichen. nicht das ich meinen job als zugbegleiter bei db regio nicht gerne machen würde aber dafür das wir faktisch 365 tage im jahr eisazbereit sind ist das glaub ich finanziell schon recht bescheiden.mag nun jeder über den streik denken wie er will, ich finde es gut das eine gewerkschaft in deutschland mal ein zeichen setzt das die lohnabhängig beschäftigten nicht alles über sich ergehen lassen müssen. im nächsten jahr sind tarifverhandlungen im handel und dienstleisungsbereich und ich glaube die herren von verdi werden sich genau anschauen was bei der bahn erreicht wird.
im übrigen(weil ja immer wieder china herhalten muss warum wir niedrige löhne brauchen und vieles immer teurer wird)-genau dort werden im augenblick unabhängige gewerkschaften gegründet die für vernünftige löhne kämpfen wollen und wrden,auch die menschen wollen sich die güter die sie produzieren kaufen können...

herzlichst euer lutzi

lutzi  
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Mindestlohn

#60 von Daneel , 17.11.2007 21:22

Tageslohn:
8*10 €=80 €
Monatslohn:
20*80 € = 1600 €

Nach Abzügen LS/Soli/RV/KK:
ca. 1200 €


Wohnungsmiete:
500 €
Fahrgeld:
100€
Strom:
30 €
Essen:
200 €
Kleidung:
30 €
versicherungen:
60 €
Telefon:
30 €
Toilettenartikel, reinigung:
60 €
.... irgendwie fehlt dann noch zeitung, Rücklagen ür Anschaffungen, Urlaub etc.

Wer weniger verdient ist Billiglöhner, da das nur zum Überleben reicht nicht zum Leben mit Restaurantbesuch, Verreisen, Urlaub, Theater, Kino, Fussballplatz etc.

Irgendwo steht im Grundgesetz, war es gar Artikel 1, Würde des Menschen ist unantastbar, zur Würde eines mneschen gehört auch von seinen Einnahmen leben zu können, allerdings wenn man sich nur immer an denen orientiert denen es schlechter geht als einem selber, wird das nichts, die Manager kämen auch nie auf die Idee sich mit rumänischen managern zu vergleichen.

Und es kommt in erster Linie darauf an das leistung bezahlt wird nicht, und nicht die Annahme, die könnte ein schüler machen, ein Müllmann kann ganz gut von seinem lohn leben, der ist kein Niedriglöhner!

Und wenn das Unternehmen es nicht hergibt, das irgendwann mal lebenswerte Löhne für die Mitarbeiter herausspringen sollte man irgendwann erkennen das das vieleicht die Geschäftsidee nicht für den markt taugt.

8-)


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