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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#31 von queeny , 25.02.2008 23:56

Hallo Buhli! Jeder hat eben seine eigene Sichtweise. Ja, es ist wahr in der DDR konnte man seine Kinder in die Kinderkrippe geben, in den Kindergarten, später Hort usw. - und das alles für kleines Geld. Unwahr ist, dass in "diesem unseren Staate" diesen Beispielen gefolgt werden wird. Ein paar kleine Vozeigeprojekte und das wars dann. Weil sich eben in diesem Staat - wie er heute besteht - alles nur ums Geld dreht. Egal was diese Regierung beschließt, es geht immer ums Geld. Nehmen wir mal das Beispiel mit den Gesamtschulen, die besonders bestimmten CDU-Politikern ein Dorn im Auge sind. Weil es dort einem Arbeiterkind, das fleissig lernt und auch die nötige Intelligenz besitzt, möglich ist, auch Abitur zu machen und somit Zugang zu Universitäten hat, damit später Zugang zu besser bezahlten Jobs usw. Das ist nicht im Sinne bestimmter Parteikreise und vor allem nicht im Sinne deren Geldgeber - nämlich dem Grosskapital bzw. eben dem gemeinen Kapitalisten. Nur nebenbei - ich war nie in der SED ! Wenn Du auf Merkel schwörst, na dann tu es halt. Sie kann reden was sie will: Ich glaube ihr nichts! Sie reist in der Welt herum, quakt überall herum...mit anderen Worten, sie tut im Grunde nichts, und genau das ist das Problem. Hätte lieber gesehen, dass Schröder die Karre nicht an die Wand gefahren hätte...na eben wie mit dem Hund, der, wenn er nicht gesch...hätte, den Hasen gekriegt hätte. Ich verpasse mir nur insofern einen Maulkorb, indem ich meine allerintimsten politischen Gedanken wohlweislich für mich behalte. Für mich gibt es nur dort noch eine wahre Freiheit. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass das Internet ausspioniert wird; Terrorismus der neueste Vorwand. Ich bin auch davon überzeugt, dass auch dieses Forum argwöhnisch betrachtet wird. Trotzdem stehe ich dazu, dass mit dem Kapitalismus noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir einfachen Leute, die letztendlich dieses Gemeinde(un)wesen am laufen halten, werden im Laufe von vielleicht nur noch zwei Generationen (vielleicht drei) immer ärmer werden und es ist vorauszusehen das dies in einer Rev....enden wird. Ich werde es nicht mehr erleben - leider. Ich arbeite in einem sehr großen Unernehmen - einem Globalplayer - und was da abgeht, das kannst Du Dir nicht im mindesten vorstellen. Das geht so weit, dass einem vor der Wahl suggeriert wird, was man zu wählen hat. Wörtlich:"Sie wissen ja wohl wen Sie wählen müssen und das die Firma weiterbringt!" Na, dem hab ich aber was gesch...Ich vertrete auch bei uns in der Firma immer meine eigene Meinung. Wir sollten beispielsweise aufzeigen, wo bei uns Ansatzpunkte sind über die wir Persoanl abbauen könnten. Das hat sich ein grosser Big Boss erlaubt zu uns zu sagen. Alle saßen betreten da und hatten Schiss vor dem. Mir ist natürlich wie immer dann die Kröte aus dem Hals gesprungen und ich hab dem gesagt, ob er nicht merkt wie amoralisch seine Aussage sei. Da ist der bald auf den Tisch gesprungen. Aber dann haben sich auch die Kollegen getraut auch was zu sagen. Wir arbeiten uns den Hintern wund, sind an jedem Wochenende da, arbeiten manchmal bis zu drei Wochen hintereinander ohne freien Tag, da wir Lanzeitkranke in der Truppe haben - Krebs, um das alles aufzufangen und dann so was. Und das ist nur ein klitzekleines Beispiel der Unverschämtheiten des Managements. Na, bin etwas vom Thema abgekommen. Du siehst also, dass ich durchaus kritisch bin und nicht immer stillhalte. LG. Rebekka

 
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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#32 von bittersweet , 26.02.2008 02:20

hallo rebekka!

hm...ich glaube,ich melde mich mal bei dir.erwarte aber bitte keine "regelmäßige" korrespondenz von/mit mir.seitdem ich dieses land hinter mir gelassen habe,lebe ich mein "ich MUß gar nichts" in vollen zügen aus,besonders was "gespräche" über euer land angeht.deswegen tangiert mich auch die aussage buhlis bzgl.maulkorb nicht,denn um mir KEINEN maulkorb anzulegen,oder anlegen zu lassen,habe ich diese "idylle" gegen ein einfacheres,aber um so vieles offeneres leben verlassen."perlen vor die säue" fällt mir so als erstes mit ein,wenn ich an die 15 jahre in diesem,nicht meinem land,zurückdenke.

hallo buhli!

ich lebe jetzt in einem land,das von den arroganten europäern gern als "dritte-welt-land"bezeichnet wird,die etwas "feinfühligeren" sagen auch "entwicklungsländer" dazu.ich allerdings bin der meinung,daß es nur EINE welt gibt,allerdings eine,die von menschen der einen halbkugel -priviligiert durch ihre geburt-benutzt wird,um die menschen der anderen halbkugel bis aufs blut auszubeuten.was sie(die aasgeier der nordhalbkugel) aber nicht schaffen,ist, die lebensfreude und die zwischenmenschliche beziehung der menschen auf der südhalbkugel zu zerstören.

nur kurz dies zu deinem beitrag mit DEINEN worten:wie blind muß man sein...
du glaubst ernsthaft,daß die merkel sich nur im geringsten mit ihren "geldgebern" anlegt...heiße luft...haben sich die abgeordneten und SIE nicht letztes jahr wieder(zum wievielten male nach der annektion),die bezüge erhöht? steigen nicht jährlich die krankenkassenbeiträge fürs "fußvolk"? "polikliniken" nennst du die privatwirtschaftlichen ärztehäuser,bei denen gewinnmaximierung an erster stelle steht??? und das bildungssystem?-hast du schulpflichtige kinder? ich glaube kaum,daß du diese aussage dann vollen ernstes geschrieben hättest...
und wenn du diese kinderaufbewahrungsstätten ins spiel bringst,dann hör ich jetzt lieber auf zu schreiben,weil ich sonst wieder meine gute kinderstube vergesse...ich weiß wovon ich rede.mein großer hat die ddr bis zur 3.klasse erleben dürfen,die zweite ist 89 geboren...
auch werde ich mit sicherheit nicht "aus der parteiarbeit PLAUDERN",da das 1.für mich eine ERNSTHAFTE arbeit bis zum bitteren ende war und ich 2.voyeurismus verachte.mit der heutigen s.g. linken in eurem land habe ich keine berührungspunkte mehr.

saludos!

bittersweet

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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#33 von queeny , 26.02.2008 17:33

Hallo bittersweet! In Ordnung ! Ich kann auch nicht was regelmässiges versprechen. Ich schecke meine E-Mails meistens nur alle zwei Wochen. Das meiste ist sowieso Werbungsmüll, der ungelesen gelöscht wird. Ich habe jetzt auch erst Deine Uhrzeiten kapiert. Ansonsten bin ich arbeitsmässig sehr ausgelastet. Bist zu beneiden. Bis bald mal. Lieben Gruss. Rebekka (ist übrigens nur ein Nickname)

 
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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#34 von Karli ( Gast ) , 04.03.2008 09:49

Am Tag des Mauerfalls hatte ich Spätdienst,bekam
also Schabowski´s legendären Versprecher nicht live mit.
Dafür dann samstags Stempel geholt und am Sonntag mit
dem Mossi von Freunden nach Berlin .
Ich weiß nur noch , daß es saukalt war , die Heizung vom
Mossi ist zwar für Sibirien ausgelegt , nützt aber nicht viel ,
wenn das Teil gerade mal keine Türgummis hat.
Mit mulmigen Gefühl auf den Grenzübergang Drewitz zu ,
schließlich wußte man nicht , was einen da erwartet .
Nichts ! Guten Morgen , ein Blick in die Ausweise , guten Tag - das war´s.
Und dann mit dem Mossi über die Avus geflogen , das hatte schon was !
Man hat ja so einiges gehört über die Reinlichkeit unserer Brüder
und Schwestern , also schnell noch eine Pappe unter das Teil gelegt ,
der Ölflecken wegen .
Und ab ins Getümmel . Während sich die Mädels an einer Bank anstellten ,
ging ich ( Mit einigen streng gehüteten D-Mark ausgerüstet ) zum Zeitungs-
kiosk ."Eine Morgenpost "- die gute Frau schiebt mir für 1,25 DM einen Packen Papier
rüber , ich dachte , ich kann mir eine wegnehmen - nein , DAS war die Morgenpost !
Nunja , so hatten wir wenigstens einen Stadtplan ( war vorsorglich wegen des
hohen Besucheransturms mit abgedruckt ).
Ein bißchen mit S- und U-Bahn hin und her , schließlich war es Zeit,
langsam zum Auto zurückzukehren . Leider war die Polizei gerade dabei , die U-Bahn-
Zugänge wegen Überfüllung zu schließen .
Wir fragten eine Frau vom Roten Kreuz , die an einer Ecke Tee ausschenke , wie man
am besten zur Borussiastraße kommt , zu Fuß vielleicht ? Sie hatte Erbarmen mit uns ,
sagte , wenn ihre Ablösung kommt , fährt sie uns hin , an dieser Stelle nochmal ein
herzliches Dankeschön dafür !!!
Wieder unterwegs , die nächste Überraschung : Ein Polizist winkte uns auf Seite -
oh Gott, was will der denn ?
Nach einer Weile hatte er so um die zehn Ost-Autos eingesammelt , zündete sein Blaulicht an
und eskortierte uns zum nächsten Grenzübergang , der coolste Rausschmiß seit langen , woher wußte der,
daß wir schon nach Hause wollten ????

Karli

Karli

RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#35 von kalteschnauze , 06.03.2008 07:35

ar keine, weil ich es einfach verpennt habe nächsten tag früh zur arbeit, auch da war vom mauerfall noch keine rede - dann kam gegen 7.30 ein kollege aus der nachbarbrigade, knallte auf unseren riesenversammlungfrühstücksstisch seinen ausweis und sagte, er nehme sich jetzt frei und gehe zur polizei ein visum holen, weil er sofort nach westberlin fahren will. wir zeigten dem einen vogel (war eh nen leicht durchgeknallter typ) und sagten so schnell wirst du wohl kein visum kriegen dann hörten ca. 7 "verpennte" kollegen das erstemal was vom mauerfall am abend vorher.
rübergefahren bin ich mit meinem freund ca. 2 wochen später und dort erlebten wir in kreuzberg den bösen kapitalismus wie aus dem stabi buch live - wir kamen mitten in eine art straßenschlacht und ne kleine schiesserei, dass war das allererste was wir von der "neuen welt" sahen. fluchtartig gings wieder zur u bahn station und dann landeten wir in der glitzertraumwelt des kdw. der erste einkauf vom begrüßungsgeld war eine aktuelle burda ausgabe und typischerweise 2 kg südfrüchte gemischt - extra für die "ossis" in dieser art zusammengestellt und verpackt. abends gings wieder nach hause.

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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#36 von Sweety ( Gast ) , 06.03.2008 15:43

Als Donnerstagabend der Mauerfall verkündet wurde war unser ganzes Haus in Aufruhr. 10 Familien und jede Menge Alkohol. Früh bin ich leicht angeschlagen zur Arbeit getrottet. Sonntag ging es mit den Trabbi Richtung Hof. Wegen Überfüllung geschlossen. Der ADAC hat uns in die nächste Ortschaft gelotst. Wir sind dann bei meinen Mann seinen Armeekumpel gelandet. Es war überwältigend nach 5 Jahren den alten Kumpel zu treffen.
Er war fast ein Jahr wegen Fahnenflucht in Naumburg und Bautzen im Knast, und wurde anschließend abgeschoben. Die erste Karte mit neuer Adresse ist damals angekommen,dann nichts mehr. Jeder dachte,der eine will vom anderen nichts mehr wissen. Abend auf die Autobahn, Stau, früh verschlafen.


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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#37 von lion3870 , 12.03.2008 23:29

@ karli,

In Antwort auf:

Skeptisch wurde ich jedoch bei der Parole " Wir sind EIN Volk " ( Wer hat die eigentlich ausgegeben ?


der RIAS!

Mehr morgen!

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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#38 von vonHartenfels ( Gast ) , 06.05.2008 00:56

Zitat von lion3870
@ karli,
In Antwort auf:

Skeptisch wurde ich jedoch bei der Parole " Wir sind EIN Volk " ( Wer hat die eigentlich ausgegeben ?


der RIAS!

Mehr morgen!


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der rias hat es als erster sender öffentlich durch den äther geschickt.
aber der (schlacht-)ruf kam anfänglich von keinem ddr-bürger!
da hieß es nämlich noch: "wir bleiben hier!"

es war wie schon gesagt wenn ich mich recht entsinne anfang dezember ´89.
da waren die leipziger montagsgebete in der nikolai-kirche schon nicht mehr so stark frequentiert.
kein vergleich zum 7.oktober (über 70.000 auf dem ring) als in leipzig überall panzer aufgefahren waren und alles auf messer´s schneide stand.

ich glaube anfang dezember war´s (da wurde über den aufruf des neuen forums: "für unser land" diskutiert) da standen mal neben der kirche so zackig geschniegelte junge kerle in bomberjacken und springerstiefeln, dahinter ein paar auto´s mit münchener kennzeichen.
und die kerl´s gröhlten lautstark: ".....deutschland einig vaterland!"
viele haben sich natürlich sofort davon anstecken lassen und mit geschrien.

später hat´s dann über den buschfunk geheißen, das wäre jungvolk von schönhuber´s dsu gewesen.
ob´s nun aber wirklich so war (schönhubers jungvolk) kann ich allerdings mangels beweise nicht belegen.

aber eins ist sicher: an weihnachten hieß es überall schon: "wir sind ein volk!"


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na guggema eehner an !!!

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vonHartenfels
zuletzt bearbeitet 06.05.2008 01:02 | Top

RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#39 von Buhli , 06.05.2008 23:14

@Bittersweet
Das was ich aus der DDR aufgeführt habe, hat wirklich mit dem heutigen nicht viel zu tun. Schon weil sich dabei immer alles ums Geld dreht. Das Know How zieht trozdem ein. Es bekommt nur einen anderen Namen. Wenn es nur ein neuer Name ist, nur weil man nicht zugeben will, daß es aus dem DDR-Fundus stammt, kann ich nur schmunzeln. Eine Aulaeinweihung wird hier in BW richtig gefeiert. Hatten wir an jeder Schule. Oder? Ärzte werden in Ärztehäusern oder der Komune angestellt. Nicht mehr Privatwirtschaftlich betrieben. Es sind verschiedene unter einem Dach. Den Begriff "Kindergarten" haben diese Halbtagsanstalten auch nicht verdient. Da geb ich Dir Recht. Mal sehen was Pamina dazu schreibt. Sie ist hier in BW in so einer Einrichtung tätig und kennt ja die DDR-Einrichtungen. Wo lebst Du jetzt?
@queeny
Kommt es so rüber, als ob ich der Frau Merkel hinterher juble? So war es nicht zu verstehen. Ich beobachte bei ihr nur einen ganz anderen Politikstil. Durch die Welt reisen gehörte nun schon immer zu den Aufgaben von Regierungschefs. Helmut Schmidt blieb wegen der "Landshut" und deren Befreiung, trotz dringender Termine im Lande. Der Helmut Kohl hat doch auch wegen des Mauerfalls, seine Polenreise abgebrochen. Der Gerhard hat auch so gut wie alle Termine wegen des Hochwassers verschoben. Beim Amtsantritt war die Angie auch wegen der Geiseln ins Land gebunden. Da konnte sie auch nicht raus. Obwohl sicher was geplant war. Wenns ernst wird oder wurde, waren die Chefs da. Hoffentlich bleibt ihr so was für den Rest der Amtszeit, erspart. Solche Situationen wünscht man doch auch niemandem. Egal ob er oder sie sympatisch sind. Oder?
Das ganze gehört aber in einen anderen Thread


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#40 von mutterheimat , 25.05.2008 01:23

Meine Erinnerungen waren abgesehen von der Freude, welche überwältigend war, der Gedanke- Die machen wieder zu, und sei es mit Gewalt. Diesen Gedanken hatten extrem viele.


Es ist immer besser, etwas aus originalen Quellen zu erfahren, als aus ganz besonders "klugen Köpfen".

 
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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#41 von Schlawine , 27.05.2008 20:41

Ich habe den ganzen Tag vor Freude heulend vor dem Fernseher gesessen und jeden Bericht aufgesaugt wie Löschpapier.Ab d. 10. November hatten wir wochenlang Besuch.Verwandte und Freunde aus Sachsen-Anhalt gaben sich bei uns die Klinke in die Hand.Eine Nacht haben wir mit 2 Erwachsenen und 3 Kindern im Ehebett verbracht.Es war eine tolle Zeit und ich bin dankbar,dass wir sie miterleben durften.


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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#42 von Buhli , 27.05.2008 22:00

Schlawine, wenn ich den Genscher ab und zu im Fernsehen, auf dem Balkon in Prag sehe und höre, heule ich heute noch genau so wie damals.


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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#43 von tommes , 27.05.2008 22:47

Wir (meine Eltern, meine Schwester und ich) sind im Oktober mit dem Zug nach Ungarn in den Urlaub gefahren. Mein Bruder ist im Juni geboren worden und bei den Großeltern geblieben. Ob wir sonst ein Visum bekommen hätten weiß ich nicht. Wir wollten nochmal nach Ungarn, bevor die Grenze entgütig geschlossen wird. Die Worte von meinem Opa habe ich immer noch im Ohr: "Wenn ihr wieder kommt, ist alles anders." Das Abteil mussten wir vor der Grenze zur CSSR verlassen und das wurde ausgiebig durchsucht. Am Bahnhof in Budapest standen duzende Taxifahrer, die "Ausreisewillige" zum Lager gefahren haben - die Strecke war natürlich so berechnet, dass der Maximalumtausch komplett flöten ging

Wir hatten ein Zimmer in Budapest bei einer Familie und irgendwann kamen die Nachrichten, dass Egon Krenz die "Macht" übernommen hat. Das Lager der Samariter wollten wir uns auch nochmal anschauen. Die ganze Straße war mit Trabbis gepflastert und man hätte nur reingedurft, wenn man den Pass abgibt. Das wollten wir aber nicht - meinen Bruder, die Großeltern und die Familie hätten wir nie im Stich gelassen.

Wenn es aber nicht die vielen Menschen gegeben hätte, die den Schritt über die Grenze gewagt haben, wäre die Wende nicht so schnell gekommen!

thomas

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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#44 von Schlawine , 28.05.2008 15:23

Zitat von Buhli
Schlawine, wenn ich den Genscher ab und zu im Fernsehen, auf dem Balkon in Prag sehe und höre, heule ich heute noch genau so wie damals.

---------
Buhli, so geht es mir auch.Immer wenn irgendeine Reportage von damals wiederholt wird kommen mir die Tränen. Aber wer hätte damals auch je daran geglaubt, dass sich die Dinge so entwickeln ? Alle haben mit dem Schlimmsten gerechnet und dann sowas. Wahnsinn !!!!(Ich glaube das Wort hat man damals ständig gehört.

LG


Schlawine

 
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RE: Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls am 09. November 1989

#45 von Bernie1078 , 28.05.2008 15:42

Zitat von Schlawine
Zitat von Buhli
Schlawine, wenn ich den Genscher ab und zu im Fernsehen, auf dem Balkon in Prag sehe und höre, heule ich heute noch genau so wie damals.

---------
Buhli, so geht es mir auch.Immer wenn irgendeine Reportage von damals wiederholt wird kommen mir die Tränen. Aber wer hätte damals auch je daran geglaubt, dass sich die Dinge so entwickeln ? Alle haben mit dem Schlimmsten gerechnet und dann sowas. Wahnsinn !!!!(Ich glaube das Wort hat man damals ständig gehört.

LG


Ich heule nicht aber der Kloß liegt trotztem im hals und man freut sich das es welche geschafft haben. Es ist verrrückt wenn man sich überlegt das es fast 20jahre her ist und man hofft als wäre die aufnahmen paar stunden alt.

vg Bernd

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