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Dieses Thema hat 8 Antworten
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 Themen in den Medien
Jörg Offline



Beiträge: 798

05.04.2006 14:55
Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten
Ich verfolge die Nachrichten zum Hochwasser in meiner alten Heimat. Die Leute an der Elbe haben es echt nicht leicht. Kaum haben Sie alles wieder instandgesetzt, da kommt schon der nächste Hammer. Hoffen wir, daß es nicht so schlimm wird wie 2002. Nach Dessau/Rosslau kamen damals wirklich viele freiwillige Helfer und im Nachgang auch Sachspenden. Die Koordination war chaotisch, ich hoffe dieses mal läuft das besser. Wie kann man unseren Leuten da drüben jetzt helfen? Welche Orte sind überhaupt betroffen?

Jörg


Mona Offline




Beiträge: 139

05.04.2006 20:59
#2 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten

Ich glaube viele verfolgen zur Zeit die Nachrichten ganz besonders intensiv, wenn es um die Hochwasser-Situation geht. Der Schock von 2002 sitzt einfach noch zu tief.

Wir waren damals in Magdeburg und Umgebung natürlich nicht ganz so stark betroffen wie die anderen Regionen, aber was ich damals erlebt habe, werde ich trotzdem nicht wieder vergessen.

Mein Onkel wohnt in MD direkt hinter dem Elbdeich und sollte damals evakuiert werden. Wir haben bei einer Gluthitze fast das gesamte Inventar auf den Dachboden geschleppt. Wir sind ja nur noch in die Stadt reingekommen, weil wir Angehörige von Betroffenen waren, die helfen wollten.
Den Anblick der Stadt vergesse ich nie wieder. Armeefahrzeuge überall, Sandsäcke und Leute, die ihre Kellerfenster vernagelten.
Magdeburg war dann so gut wie gar nicht betroffen, weil der sogenannte Umflutkanal einiges der Wassermassen an der Stadt vorbeigeleitet hat, aber die Bilder und die Angst werden unvergessen sein.

Jeder, der schon einmal eine ähnliche Situation mitgemacht hat, kann das Leiden der Menschen in den Hochwassergebieten verstehen. Manche waren gerade erst fertig mit Renovieren und da steht schon wieder das Wasser im Haus.

Ich hoffe auch, dass es nicht so schlimm wird und ärgere mich über solche Äußerungen von Politikern wie zu den Hilfen für die Betroffenen: "Vielleicht ist noch ein Bodensatz von 2002 übrig, mit dem die Leute dann entschädigt werden..." Ich dachte, da war damals schon nichts übrig geblieben?

Das Wichtigste ist doch ohnehin die Vorsorge – es darf nicht daran gespart werden, wenn es um Deichausbau etc. geht, aber sobald das Hochwasser wieder weg ist, wird natürlich nur wieder ans Geld gedacht...

Viele Grüße
Mona
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Weil die Erde eine Kugel ist, was man leicht beweisen kann, kommt jeder, der straff nach Westen marschiert, im Osten wieder an. (City, "Weil die Erde eine Kugel ist")


Andy62 Offline




Beiträge: 260

05.04.2006 21:41
#3 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten
Die Gebiete an der Elbe im Elbsandsteingebirge sind teilweise schon wieder evakuiert.

In den Nachrichten sagten sie kürzlich:"das Hochwasser ist noch nicht so schlimm, es wurden noch nicht einmal die Pegelstände von 2002 erreicht." ...echt makaber

Ich glaube momentan kann man noch nicht viel helfen, wir müssen noch abwarten. Die größte Hilfe für die betroffenen Regionen ist, wenn die Touristen nicht ausbleiben, deshalb: Macht Werbung für Urlaubsregionen die momentan betroffen sind, aber etwas weiter vom Wasser entfernt, trotzdem touristisch genutzt werden können, vor allem in der bevorstehenden Saison.

Andy


Elletz Offline



Beiträge: 21

05.04.2006 23:54
#4 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten

Hallo,

Ich bin gerade aus vor kurzem aus Dresden ins Nürnberger Land gezogen und verfolge die Situation auch ständig im Fernsehen und rufe oft meine Eltern im Kreis KM an, um mich zu informieren was wirklich los ist, im TV wird es oft etwas zu dramatisch dargestellt.
Fakt ist das diesjährige Hochwasser ist schon schlimm, aber es ist auch nicht überraschend gekommen. Es war abzusehen, dass bei den diesjährigen Massen an Schnee die in Tschechien und in Sachsen lagen, dass jährliche Frühjahrshochwasser etwas gewaltiger als sonst ausfällt. Man könnte meinen, dass die Behörden und die Landesregierung darauf vorbereitet waren, der kleine Mann war es mit Sicherheit aber was will man tun, dass Wasser sucht sich seinen Weg und wenn es kommt kann man nur Weg laufen und hoffen. Ich habe ein Jahr in Dresen gelebt und eigentlich nicht gemerkt, dass die Behörden mal was für den Hochwasserschutz getan hätten. Vielleicht kann mir jemand ein paar Beispiele nennen.
Ich bin jedenfalls auch der Meinung, dass in den betroffenen Gebieten nach dem Hochwasser wieder der Tourismus angekurbelt werden muss, Sachsen ist eine Reise wert und ich wünsche den Betroffenen Kraft und Mut für den Neuanfang, nicht aufgeben, aber vielleicht vorbeugen so gut es geht, denn das nächst Hochwasser kommt bestimmt, die Natur und Wetter werden immer verückter, was man in den letzten Jahren gesehen hat. Vielleicht begreifen auch andere Mal, dass die Flutrinnen einen Sinn hatten und dass man nicht auf Teufel komm raus jeden Quatratmeter links und rechts der Elbe bebauen sollte, weil der Fluss auch seinen Platz braucht und ihn sich auch nimmt wenns sein muss.


Zicke Offline



Beiträge: 115

06.04.2006 11:39
#5 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten

Ich bin vor 6 Jahren aus Dresden leider der Arbeit hinter her gezogen. Mir läuft es eiskalt den Rücken her runter, wenn ich die Bilder wieder sehe vom Hochwasser.Meine Eltern wohnen noch in DD und sie sagen die Medien stellen es dramtischer dar und so verunsichern sie die Leute in den betroffen Regionen. Mitleid wollen die Leute nicht, weil das Wasser trotzdem nicht zurück geht und der Schaden weg ist.Die Leute sagen,helft uns oder laßt uns in Ruhe.
Gruss Ines


Renate Offline



Beiträge: 1.566

06.04.2006 20:17
#6 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten
Hallo,

also wenn ich jetzt die Nachrichten sehe und die Bilder von Dresden, der Sächsischen Schweiz, Pirna ... kommen mir wieder die Tränen. Erinnerungen an 2002 kommen immer wieder hoch. Mein Mann ist damals, als es losging mit dem Nachtzug von Stuttgart nach Dresden gefahren, damit er bei seiner kranken Mutter sein konnte. Er ist mit dem Zug bis kurz vor Dresden gekommen. Dann musste es zusehen, wie es weitergeht. Ist dann noch irgendwie zur S Bahn gekommen und Richtung Pirna gefahren. In Heidenau konnte er aber nicht aussteigen, weil das Wasser schon den ganzen Bahnhof überschwemmt hatte. Die S Bahn hat dann auf freier Strecke gehalten und er ist zu Fuß nach Dohna gelaufen. Das war die letzte Bahn, die überhaupt gefahren ist. Dort ging damals nichts mehr, denn die Müglitz hatte alles mitgerissen. Einkaufen konnte man die ersten Tage nicht, kein Strom, kein Telefon. Ich wusste tagelang nur aus den Nachrichten, wie es da aussieht. Und habe bei jeder Nachrichtensendung Rotz und (noch mehr) Wasser geheult. Denn das Handy konnte ja auch nicht aufgeladen werden. Nur gut, dass meine Schwiegermutter damals noch einen Küchenherd hatte. Da konnte wenigstens angeheizt werden und gekocht werden. Als Diabetiker musste sie ihre Essenszeiten ganz streng einhalten. Die Vorräte aus der Froste mussten ja schließlich auch weg.

Als mein Kollegen und Chefs damals davon hörten, wurden kurzerhand überall in unserer Verkaufsabteilung Spendendosen aufgestellt, die Kollegen spendeten alle (oder fast alle - Idioten gibt es überall) den Verdienst 1 Tages. Ich durfte darüber bestimmen, wohin das Geld gehen soll. Da gab es für mich keine Frage. Das Geld ging nach Dresden. Dann wurden wir noch einmal ganz angenehm überrascht. Bei uns ist im Herbst Weinfest. Dort wurde jedes viertele Wein mit einem Aufschlag von 0,20 € verkauft. Das Geld ging nach Heidenau. Wir haben damals gefragt, warum das so ist, und erfuhren, dass der Bürgermeister von Heidenau und der Chef der Weinmanufaktur sich kennen. Da hat keiner gemotzt, dass er mehr bezahlen sollte. Im Gegenteil die meisten haben noch aufgerundet. Die Leute an unserm Tisch haben uns dann Löcher in den Bauch gefragt, wie es denn wirklich jetzt da aussieht. Mein Mann hat dann erzählt, dass er mittendrin war. Viele haben dann gesagt, dass sie noch mehr spenden wollen. Kontrollieren konnten wir es nicht, aber ich denke schon. Und da kam sicher einiges zusammen, denn der Wein floss an den 5 Tagen in Strömen.

Als ich das erste mal nach der Flut in Sachsen war, habe ich die ganze Zeit im Auto gesessen und geheult, als ich die Schäden gesehen habe. Zudem das Haus, indem wir vor unserem Umzug nach Stuttgart gewohnt haben, bis zum 2. Stock unter Wasser stand. Und wir wohnten im Erdgeschoß! Im Februar 2002 waren wir ausgezogen.

Aber ich stelle mir auch die Frage, was wurde in den 4 Jahren von den Behörden unternommen, um die Schäden zu minimieren. Das Hochwasser kommt ja jedes Jahr mit der Schneeschmelze. Die Natur schlägt ja nur zurück. Muss eigentlich auf jede grüne Wiese ein Einkaufszentrum? Muss die Natur total kaputt gemacht werden? Das Wasser hat ja keine andere Möglichkeit mehr, als sich selbst seinen Weg zu suchen. Ich bin ja nun doch etwas älter, als die meisten hier, aber früher gab es solche Hochwasser nicht. Da waren die Elbwiesen noch Wiesen, und keine Einkaufstempel.

Gerade kommen Nachrichten. An einigen Orten soll der Wasserstand noch höher werden als 2002. Und jetzt fangen die Behörden an zu improvisieren. Die müsste man doch alle .....!
Und nächste Woche soll es bei den Tschechen zum großen Tauwetter kommen. Das Wasser kommt dann wieder die Elbe runter! Ich wünsche nur den Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt... ganz viel Kraft. Ich bin in Gedanken oft in Dresden und Umgebung. Hoffentlich bleiben die Urlauber über Ostern nicht aus.

Viele Grüße
Renate


Schmusekatze Offline




Beiträge: 287

11.04.2006 12:35
#7 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten

Hochwasser sind immer eine ganz schlimme Katastrophe. Gegen Feuer kann man etwas tun, aber gegen Hochwasser und Sturm aber nichts.
Ich kenne die Region um die Elbe auch sehr gut, und ich habe mir später angeschaut, wie das Hochwasser 2002 gestanden hat, und wenn man es nicht selbst miterlebt hat, dann kann man manches gar nicht glauben. Pilnitz z.B. hat total unter Wasser gestanden auch die Kulturgüter in Dresden mußten in Sicherheit gebracht werden.
Ich bewundere alle, die standhaft gegen die Wassermassen kämpfen und nicht aufgeben.
Ich persönlich habe "nur" das Hochwasser damals an der Oder mitgemacht, und ich weiß, wovon ich spreche. Da gab es auch viel Schaden und auch Leid.
Der Mensch verändert die Natur, und darum muß er auch darunter leiden. Jede Flußbegradigung und jede Bebauung von Überflutungsfeldern ist unnötig. Wenn der Fluß noch so fließen könnte, wie es die Natur vorgehabt hatte, dann würde vie Leid erspart bleiben, aber was macht der Mensch, er greift in die Natur ein und wundert sich dann, wenn diese zurückschlägt!!


Jörg Offline



Beiträge: 798

20.04.2006 13:37
#8 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten


Was haltet Ihr vom Spendenaufruf von "Deutsche Stiftung Denkmalschutz"?

http://www.denkmalschutz.de/projekte/denkmal/denkmal1?id=24

Kennt Ihr weitere oder auch bessere Spendenaktionen?



Chemnitz_Käthe Offline

Neuling


Beiträge: 18

07.05.2006 00:34
#9 RE: Hochwasser in Ostdeutschland Zitat · antworten

Ich finde/fande die hochwasser übel!

Besonders die Jahrhundertflut in Dresden!!!!!


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