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Vorratsdatenspeicherung

#1 von tommes , 21.05.2008 21:57

Seit einiger Zeit wird schon über Gesetze zum Schutz vor dem "internationalen Terrorismus" diskutiert. Wie weit das geht und was auch heute schon praktiziert wird, könnt ihr euch z.B. mal unter http://www.vorratsdatenspeicherung.de/ ansehen. Am 31.05. gibt es mal wieder bundesweite Aktionen, an denen jeder teilnehmen kann!

Ein anderes Beispiel wurde mir vor Kurzem zugetragen. Auf http://www.123people.de/ kann nach Personen gesucht werden und man bekommt Ergebnisse, die, solange man nichts dagegen macht und das untersagt, für jeden öffentlich zugänglich sind! Dabei werden jegliche Internet-Aktivitäten in Foren oder Internetseiten durchsucht und gespeichert

Z.B. http://www.studivz.net/ verkauft Informationen über Mitglieder an Firmen, die in deren Personalabteilungen ausgewertet werden und bei einem Vorstellungsgespräch eventuell negativ verwendet werden könnten

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RE: Vorratsdatenspeicherung

#2 von kirschli ( gelöscht ) , 22.05.2008 09:19

An was Erinnert uns das!! Ich dachte wir leben jetzt in einer Demokratie ??? Oh welcher Trugschluß!!!

kirschli

RE: Vorratsdatenspeicherung

#3 von Buhli , 22.05.2008 11:55

Es ist doch nur eine Frage des "Verkaufsarguments". Damit läßt sich alles machen. Auch der Mantel "Demokratie" läßt sich damit über totalitäre Systeme hängen.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Vorratsdatenspeicherung

#4 von Rieser , 25.05.2008 11:33

Hallo Günter, hier ist Micha vom Thüringer Imbiss in S - Möhringen. Gestern hat man uns über die Hintergründe informiert, warum unser Vertrag nicht verlängert wird!!!
Der Dietz Metzger zahlt einfach mehr Miete für seinen Laden und wir müssen weichen!!!
Und das Kaufland lässt sich auf den Kuhhandel ein.
Viele Grüße
Micha

 
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RE: Vorratsdatenspeicherung

#5 von Buhli , 25.05.2008 23:28

Wieso Kuhhandel? Es sind nur "Seilschaften". Das ist nichts Ostspezifisches. Die Miete ist nur ein Vorwand. Viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Standort. Bei mir ist das gebongt.


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RE: Vorratsdatenspeicherung

#6 von Daneel , 26.05.2008 14:01

Zitat von tommes
Seit einiger Zeit wird schon über Gesetze zum Schutz vor dem "internationalen Terrorismus" diskutiert. Wie weit das geht und was auch heute schon praktiziert wird, könnt ihr euch z.B. mal unter http://www.vorratsdatenspeicherung.de/ ansehen. Am 31.05. gibt es mal wieder bundesweite Aktionen, an denen jeder teilnehmen kann!


Leider ist das Engagement der Bürger heute in dieser Richtung doch sehr bescheiden. Selbst Journalisten haben dieses Thema weitgehend ignoriert, bis plötzlich feststand, dass es für sie hier keine Ausnahmeregelung geben wird.
Und dann immer dieses Argument "Ich habe ja nichts zu verbergen.". Als ob jeder für sich selbst entscheidet, was verbergenswert ist. Zumal Daten erstens verfälscht werden können. Zweitens in falsche Hände gelangen können. Und drittens finde ich das doch als intimen Eingriff in meine Persönlichkeit. Was gehen andere an, mit wem ich wann wielange, telefoniere? Verwähle ich mich, und brauche 5 Minuten diesen Irrtum aufzuklären, halbes Jahr später begeht diese Person einen "terroristischen" Anschlag... Was werden dann die Folgen für mich sein?
Ehrlich gesagt, kann ich diesen Terrorwahn immer noch nicht nachvollziehen, aber es gibt genug Leute die damit viel Geld verdienen, und Angst ist immer ein gutes Mittel politische Macht zu verteidigen und zu zementieren. Dafür schickt man auch Bauernopfer in den Libanon zum Foltern damit sie gestehen Kofferbomben im Auftrag islamistischer terroristischer Vereinigungen gebaut zu haben.

Zitat von tommes
Ein anderes Beispiel wurde mir vor Kurzem zugetragen. Auf http://www.123people.de/ kann nach Personen gesucht werden und man bekommt Ergebnisse, die, solange man nichts dagegen macht und das untersagt, für jeden öffentlich zugänglich sind! Dabei werden jegliche Internet-Aktivitäten in Foren oder Internetseiten durchsucht und gespeichert

Deine oben benannte Seite und yasni.de sowie weitere werten auch nur die bekannten Suchmaschinen, Online-Shops, Portale und Social NetWorks aus. Ein Trend den man nicht verhindern kann, aber durch befolgen bestimmter Regeln beim Benutzen des WWWs und weiterer Dienste des Internets. Datenschutz muß jeder für sich persönlich betreiben, und erfordert natürlich ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz und Intelligenz. Jeder muß für sich entscheiden, ob er eine persönliche Homepage braucht. Man kann sie natürlich passwortgeschützt halten. Von zu aussagekräftigen Profilen, auf Seiten, deren Betreiber man nicht kennt sollte man sich hüten. Nur weil heute der Zugriff auf Profile ohne eigene Anmeldung versperrt ist, kann sich das schon morgen ändern. Die AGBs sind in dieser hinsicht immer so formuliert, das dieses dann auch rechtens ist. Es ist erlaubt zu flunkern, auch wenn AGBs das ausschliessen. Ausserdem haben solche Suchmaschinen wie 123people & Co. entsprechende Bots, die sich zur Suche in diesen netzwerken wie Xing & studiVZ anmelden.

Es gibt durchaus Möglichkeiten, Foren und Communities zu betreiben, in der ohne Anmeldung alles verborgen bleibt und man selbst dann über Gruppenverwaltung der Allgemeinheit noch vieles verborgen läßt.

Zitat von tommes
Z.B. http://www.studivz.net/ verkauft Informationen über Mitglieder an Firmen, die in deren Personalabteilungen ausgewertet werden und bei einem Vorstellungsgespräch eventuell negativ verwendet werden könnten


Die Personalmanager sind schon meist so firm sich diese Daten selber zu holen.

Jeder sollte bei sich selbst anfangen:
Emailverschlüsselung
Festplattenverschlüsselung
Surfen nur mit eingeschränkten Rechten
Anmelden an diversen Internetdiensten mit spezieller Emailadresse nur für diesen Zweck. Behördliche Mails mit spezieller Adresse.
Rundumschutzsecurity-System, dass auch ruhig 30-50 € im Jahr kosten darf.
Einsatz von Tor
usw. usf.




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RE: Vorratsdatenspeicherung

#7 von tommes , 26.05.2008 23:36

Zitat von Daneel
Leider ist das Engagement der Bürger heute in dieser Richtung doch sehr bescheiden.


Da gebe ich Dir vollkommen Recht - das Engagement der Bürger fehlt in allen Bereichen. Das Volk lässt sich Sachen gefallen, die Menschen entscheiden, die zu dem keinen Bezug mehr haben, da sie zumindest fast 4 Jahre vor dem Volk "Ruhe" haben und ihre Position nur durch sehr gute Beziehungen zu "wichtigen Personen" erlangt haben. Das fängt schon bei der Kommunalpolitik an! So böse es klingen mag - es geht uns noch nicht schlecht genug und negative Entwicklungen werden durch Politiker und Medien auf nicht so populäre Bevölkerungsgruppen oder Ereignisse kanalisiert. Solange das Volk dabei "ruhig" hält, wird sich da nichts ändern.

Zitat von Daneel
Deine oben benannte Seite und yasni.de sowie weitere werten auch nur die bekannten Suchmaschinen, Online-Shops, Portale und Social NetWorks aus. Ein Trend den man nicht verhindern kann, aber durch befolgen bestimmter Regeln beim Benutzen des WWWs und weiterer Dienste des Internets.


Ich wollte genau das durch mein Beispiel erwähnen. Jeder muss sich bewusst werden, was mit Daten passieren kann, die öffentlich im Internet preisgegeben werden. Was andere Dienste mit anderweitig erzielten Daten machen, kann sowieso nicht so einfach beeinflusst werden. Verschlüsselung funktioniert auch nur bis zu einem bestimmten Grad. Wie man sich weitgehend schützen und was dagegen gemacht werden kann, erfährt man z.B. auch unter http://www.ccc.de/.

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RE: Vorratsdatenspeicherung

#8 von joesachse , 27.05.2008 21:07

Wir sollten hier zwei Dinge etwas Trennen. Das eine Thema ist die Gier des Staates nach den Daten seiner Bürger. Ob Vorratsdatenspeicherung, die Kontoauskunft für die Finanzämter oder vieles andere mehr, je mehr Daten der Staat über seine Bürger hat, um so besser kann er sie beherrschen und "Staatsfeinde" (die durchaus auf dem Boden des Grundgesetzes existieren können) bekämpfen. Diese Sache ist ganz klar eine Bedrohung unserer Demokratie. Da ist schon schon bemerkenswert, dass offensichtlich unsere Gewaltenteilung recht gut funktioniert und das Bundesverfassungsgericht die Regierung immer wieder auf den Boden des Grundgesetzes zurückholt. Dies ist allerdings keine Garantie, sondern der Widerstand der Bürger gegen diesen Datenhunger ist notwendig und angebracht.

Das zweite Thema ist der Datenhunger der Wirtschaft und anderer teilweise krimineller Elemente. Spam-Mails sind da noch die harmloseste Auswirkung. Hier kann aber der Bürger selbst sehr viel dagegen tun: Sparsam seine Daten veröffentlichen, einen Daten-Striptease im Internet möglichst konsequent vermeiden, alle Möglichkeiten zur Anonymisierung nutzen. Dabei gerät der Einzelne immer wieder in eine Zwickmühle, so wie auch in diesem Forum hier. Einerseits will ich mit anderen Menschen kommunizieren und will und muss dabei auch einen Teil meiner Identität preisgeben. Andererseits können diese Daten relativ einfach automatisiert erfasst und ausgewertet werden und damit das Profil einer Person erstellt werden. Keine ganz einfache Situation.
Ich gebe meine Daten beispielsweise nur in geschlossenen Communities oder Netzwerken wie z.B. Xing preis. Dort kann ich sehr detailliert bestimmen, wer welche meiner Daten sieht, wer mit mir wie in Kontakt treten kann. Ich halte einen Seelenstriptease z.B. hier im Forum schon für nicht ganz ungefährlich, wenn nicht ein ausreichendes Maß an Anonymität gewährleistet ist.
Der Unterschied zum ersten Punkt ist aber ganz klar: Hier bestimme ich, was ich veröffentliche. Und wenn ich hier meine Kreditkartennummer reinschreibe, dann bin ich selbst schuld!!!
Und wenn mich ein Unternehmen kontaktiert, ohne dass ich dies will, dann wehre ich mich auch.

Grüße
JoeSachse

 
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RE: Vorratsdatenspeicherung

#9 von Daniel-Langi , 29.05.2008 20:14

In Antwort auf:
Z.B. http://www.studivz.net/ verkauft Informationen über Mitglieder an Firmen, die in deren Personalabteilungen ausgewertet werden und bei einem Vorstellungsgespräch eventuell negativ verwendet werden könnten



Dort war ich auch ne Weile, auch als Nicht-Student , Als am Anfang des Jahres de neue AGB von deren rauskam, konnte man nur zustimmen das man seine Daten offenlegt oder verweigern und austreten.
Aber des war schon cool da drinn

LG Daniel

 
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RE: Vorratsdatenspeicherung

#10 von DeutschLehrer , 02.03.2010 10:38

Gerade hat das Bundesverfassungsgericht das umstrittene Gesetz gekippt.

Ich persönlich bin mir nicht sicher, welche Bedeutung das für uns Bürger wirklich hat.

Gruß DL


Das Leben ist ein Jammertal, aber Jeder muss da durch.

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RE: Vorratsdatenspeicherung

#11 von ben , 02.03.2010 17:19

Keine. Lediglich die vorhandenen Daten werden (hoffentlich) gelöscht. Danach wird neu gesammlt, anders sortiert und verschlüsselt.


"Hartz Vier nennt Inge dir jüngste Totalmobilmachung, die angeblich jeder fürchten muß, der sich nicht freiwillig im Westen meldet, selbst Alte und Frauen." Hans Waal, Die Nachhut

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