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RE: Freiheit

#16 von kada , 25.07.2008 06:53

Zitat von Missy
freiheit ist für MICH einfach das zu kaufen, was man will ohne groß nachdenken zu müssen ob man sichs leisten kann oder nicht

denn dann kann man sich Träume erfüllen und das ist doch Freiheit oder nicht?

Missy


Jo Missy, das ist für viele Freiheit, deshalb ist auch die Prokopf-Verschuldung so hoch. Weil sehr viele denken, dass man auf Pump leben kann und keinen Gedanken daran verschwenden, ob sie es überhaupt bezahlen können.

Und dann nimmt sich der Gerichtsvollzieher die "Freiheit" zum Klingeln und Pfänden.

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RE: Freiheit

#17 von kalteschnauze , 25.07.2008 07:12

zu kompliziertes thema für einfach naturen wie mich .... also freiheit ist für mich arbeiten wann ich will, wie ich will, wieviel ich will, ohne das mich wer zum sklaven machen kann, ich fand früher schon schrecklich wenn zu 6.30 an deinen arbeitsplatz "gekettet" warst und erst 16.00 dort wieder weg durftest.....es ist schön, wenn du selber mittlerweile ungeliebte aufgaben kündigen kannst, als wenn du in angst und schrecken vor irgendeinen dödel von chef buckeln musst klar reisen auch, aber zu ddr zeiten war für mich die wahrscheinlichkeit größer, mal die "3.welt" kennenzulernen, als mal eben nachmittags am ammersee spazieren zu gehen.... und da denke ich immer noch staunend dran, das wir eben so mal am we in früher unerreichbare postkartenidyllen fahren können, die ums eck liegen.
was haben wir früher mal für einen schlauen satz im stabü unterricht gelernt "freiheit ist die einsicht in die notwendigkeit" - nen bissl wahrheit steckt da heute noch drin.

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RE: Freiheit

#18 von Karuscha , 25.07.2008 08:22

Mal ganz vereinfacht gesagt ist Freiheit für mich einfach das zu machen was ich möchte. Es fängt schon bei kleinen Dingen an - einfach mal früh im Bett liegen bleiben zu können oder auch mal ohne an irgendwas denken zu müssen, auf einer Blumenwiese in der Sonne zu liegen und in den Himmel zu schauen.

Direkte Freiheit gibt es ja sowieso nicht - es gibt immer und überalle Beschränkungen, Regeln, etc. an die man sich halten muss - aber man darf das alles nicht so eng sehen.

Machen wir einfach das Beste draus und genießen das Leben.

LG Katrin


---------------------------------
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NICHTS erfordert mehr Charakter
als sich im offenen Gegensatz zu
seiner Zeit zu befinden und
laut zu sagen NEIN !

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RE: Freiheit

#19 von Angel40 , 25.07.2008 08:32

Kartin Recht hast Du.

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RE: Freiheit

#20 von Weilheimer , 26.07.2008 11:44

Das ich nun "frei" bin, wurde mir gestern abend direkt vor Augen geführt.
Auf DMAX lief ein Beitrag über die Geschichte der Mauer und über die teilweise spektakulären Fluchten der Menschen aus der DDR in die Freiheit und auch die vielen Opfer, welche für die Freiheit ihr Leben ließen.
Die Mauer galt zwar offiziell als antifaschistischer Schutzwall und als Schutz vor Angriffen von außen. Die Fahrzeugsperren und Zäune waren aber so angelegt, das die Menschen nicht von innen nach außen gelangen konnten. Es waren also Gefängnismauern und die DDR war folglich ein Gefängnisstaat. Es war ja auch Tatsache so, das man in der DDR sehr gut leben konnte, wenn man sich "angepasst und systemkonform" verhielt, aber wehe du wolltest, was anderes als die Regierenden, dann trafen dich die restriktiven Maßnahmen voll als Breitseite.



 
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RE: Freiheit

#21 von Schlawine , 26.07.2008 11:54

Und wenn heute der eine oder andere sich diese Zustände zurückwünscht, dann sollte der sich mal einen guten Arzt suchen.
Wenn ich solche Sprüche ("Ich zahle gerne meinen Soli, wenn sie dafür die Mauer wieder hochziehen.") höre, dann könnte ich k......


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RE: Freiheit

#22 von queeny , 26.07.2008 12:26

Die Mauer war ein Unrecht. Da braucht man ja auch nicht weiter drüber zu dikutieren, weiss ja schliesslich jeder.
Die Menschen, die trotz dieser "Mauer" den Fluchtweg über dieselbe wagten, wussten schon, dass sie mit ihrem Leben
spielten. Es gelang ja auch am Anfang vielen. Später wurde die Mauer (genauer gesagt - die Grenze) perfektioniert.
Zum Schluss hat es ja wohl kaum noch jemand geschafft, die Grenzwälle zu überwinden.
Grosse Tragik beinhaltete diese ganze Sache.

Und dieser Stasimielke, der Stalinist, wagt am 13. November 1989 vor der Volkskammer zu stammeln: Ich liebe doch alle.
In Wahrheit war er ein Menschenhasser - ein Misanthrop. Und er war nicht der einzige damals.

Es ist nun Vergangenheit. Man sollte sie nie vergessen! Heute kann jeder dorthin gehen, wohin er will. Die Freiheit
ist nur dahigehend beschnitten, wie weit das Geld im Portemonnaie oder auf dem Konto reicht. Man hat jedoch die
Gewissheit, dass man könnte....Ziehe ich jedoch ins Kalkül, dass es diesen neuen Pass gibt, so wird mancher, der sich
etwas zuschulden kommen liess, sei er heute auch noch so brav, in Zukunft beispielsweise nicht in die USA einreisen
dürfen. Die Datenbanken machen das dann unmöglich.

Für den/die ist es dann vorbei mit der persönlichen Freiheit. Deshalb sollte man immer ein wachsames Auge auf die "dort oben"
haben, denn wer weiss denn was für hahnebüchenen Unsinn man sich dort noch weiter ausdenkt.

Rebekka

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RE: Freiheit

#23 von Schlawine , 26.07.2008 12:40

Und dieser Stasimielke, der Stalinist, wagt am 13. November 1989 vor der Volkskammer zu stammeln: Ich liebe doch alle.
In Wahrheit war er ein Menschenhasser - ein Misanthrop. Und er war nicht der einzige damals.
--------

Und ausgerechnet ein Herr Honecker beantragte dann seine Ausreise nach Chile zwecks "Familienzusammenführung" und durfte auch noch fliegen .
Das war ein Schlag ins Gesicht aller, die in all den Jahren auch gerne ihre Familien zusammengeführt hätten.


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RE: Freiheit

#24 von Rotkäppchen , 26.07.2008 23:14

Freiheit, man da habt ihr aber ein wirklich schweres Thema aufgefahren. Ich habe eure Beiträge gelesen und konnte lange selber nichts dazu schreiben. Nicht, weil ich nichts darüber zu sagen hätte, vielmehr ist es, dass mir die Gedanken dazu nur so im Kopf wuseln und es schwer ist, einen Anfang zu finden. Da geht es mir wohl ähnlich wie Siggi Jepsen in Siegfried Lenz Roman "Die Deutschstunde" ?
Ich meine, es gibt nicht nur DIE FREIHEIT, sondern viele Freiheiten. Viele von uns Ostdeutschen haben nun zumindest die Erfahrung gemacht, was räumliche Freiheit bedeutet, wir können nun endlich in die Länder reisen, wo es uns hinzieht. Aber sind wir wirklich frei? Es gibt Orte, die wir nicht betreten dürfen, militärische Schutzgebiete, Privatstrände, private Grundstücke z.B. oder auch Länder, in die man uns nicht einreisen lässt. Also gibt es für niemanden die 100% ige räumliche Freiheit! Es gibt Wohngebiete, da dürfen Kinder nur bis 19.00 Uhr den Spielplatz betreten. Ihnen wird auch die Freiheit genommen, ausgelassen zu toben und zu lärmen. U-Bahnschächte werden im kalten Winter den Obdachlosen verwehrt, also kann man auch hier nicht von Freiheit sprechen, die jedem gleichermassen zugestanden wird! Viele schöne Orte und Plätze auf dieser Welt können nur mit dem nötigen Kleingeld betreten werden. Menschen mit viel Geld kaufen sich Länder und Wälder, zäunen diese ein und betrachten es als ihr Eigentum. Kein anderer darf diese Orte betreten.
Und dann gibt es auch die materielle Freiheit! Ohjaaa, die ist besonders wichtig, immerhin können wir jetzt im Supermarkt vor einem Regal stehen und zwischen 20 verschiedenen Sorten Margarine wählen! Die Freiheit haben wir. Wer viel Geld hat, kann sich auch dies und jenes noch leisten! Aber nur der!
Wir hier in Deutschland sind im Gegensatz zu anderen Ländern in der 3.Welt eine reiche Gesellschaft. Wir, die wir täglich unserer Arbeit nachgehen, schön brav unsere Steuern zahlen, schaffen all den Reichtum. Aber daran teilhaben lässt man uns nur an einem kleinen Teil.
Freiheit bedeutet für mich, Rechte zu haben....Recht auf Arbeit, Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit! Dem Papier nach haben wir all diese Rechte, aber gibt es auch jemand, der sie uns garantiert? Nein, heute nicht mehr.
Nimand garantiert uns dieses Recht, nur wer Geld hat, kann sie sich einlösen. Solange wir Menschen aber abhängig sind vom GELD, kann niemals die Rede von Freiheit sein, solange sind wir einfach nicht frei! BASTA!


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"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher." B.Brecht

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RE: Freiheit

#25 von queeny , 27.07.2008 00:03

Sehr richtig beschrieben Rotkäppchen. Ich habe es auf der ersten Seite nur grob angerissen. Ich schränke
meine Gedanken zu diesem Thema stark ein, weil es zu wenige verstehen. Jeder hat eben seine eigene Sichtweise.
Oberflächlichkeit ist das Markenzeichen der heutigen Gesellschaft. Ist natürlich nur meine eigene Ansicht und ich
werde mich hüten, sie als Allgemeinplatz zu formulieren. Wahre Freiheit gibt es nach wie vor für mich nur im Geiste.
Es ist auch schön sich etwas zu kaufen, was man gerne haben wollte und nicht verwerflich. Für den Moment
gibt es einem auch eine Befriedigung, wenngleich manche das als Freiheit empfinden. Meinetwegen sollen sie.
Es ist nur ein kurze Freude. Ein neues Buch wird gelesen, neue Musik wird gehört und danach erst mal abgelegt.
Danach meistens vergessen. Und her mit dem NÄCHSTEN! Konsum macht Spass, lenkt ab und macht die Reichen immer
reicher. Uns aber ärmer. Konsum ist wie Religion, nämlich Opium fürs Volk. Alles was Du schreibst ist wahr Rotkäppchen.
Ich weiss das und auch andere. Doch interessiert es die Masse? Das genau ist das Dilemma. Ich will aber nicht herummeckern,
denn Freiheit ist eben genau für die Masse die Freiheit, nicht mehr über die grossen Probleme dieser Zeit nachzudenken.
Freiheit ist zum Konsumgut verkommen. Deshalb ist es nur mehr eine leere Worthülse.

Rebekka

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RE: Freiheit

#26 von Rotkäppchen , 27.07.2008 00:35

Zitat von queeny

Wahre Freiheit gibt es nach wie vor für mich nur im Geiste.

Rebekka


Wie recht du hast Rebekka!
Da fiel mir grad so ein schönes Liedchen dazu ein Die einzige Freiheit, die wir haben:

http://www.youtube.com/watch?v=bhtQ4uRe6PY&feature=related


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RE: Freiheit

#27 von joesachse , 27.07.2008 21:47

Meiner Meinung nach muss in jeder Gemeinschaft die individuelle Freiheit beschränkt sein, und zwar spätestens dann, wenn die Wünsche zweier Individuen miteinander kollidieren. Je mehr sich ein Individuum den Regeln der Gemeinschaft unterordnet und diese Konflikte vermeidet, um so größer ist seine (gefühlte) Freiheit. Galt in der DDR, gilt auch heute. Natürlich ist da viel Diskussionsstoff drin, insbesondere, wie diese gesellschaftlichen Regeln zustande kommen.

Gruß
JoeSachse

 
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RE: Freiheit

#28 von WELLO , 28.07.2008 18:53

Zitat von kalteschnauze

was haben wir früher mal für einen schlauen satz im stabü unterricht gelernt "freiheit ist die einsicht in die notwendigkeit" - nen bissl wahrheit steckt da heute noch drin.


Also Freiheit ist keineswegs "Einsicht in die Notwendigkeit". Das ist doch ein Satz, den die selbsternannten Herrenmenschen erfunden haben, um sich ihre Sklaven gefügig zu machen!

Wer bestimmt denn, was notwendig ist??

Selbstverständlich nur diejenigen, die über eine fest eingebaute Weisheit, Deutungshoheit und Weisungsbefugnis über andere verfügen, ähnlich wie Mercedes - Fahrer über die eingebaute Vorfahrt...! :-))

Mit Freiheit hat dieser Satz gar nichts zu tun.

"Einsicht in die Notwendigkeit" gehört in eine ganz andere Kategorie. Das hat was mit Bedürfnissen und Pflichtbewusstsein zu tun. Es kann auch heißen, sich ein Ziel zu setzen und sich dadurch freiwillig Prioritäten zu fügen, um ein gestecktes Ziel zu erreichen.

Aber was ist dann Freiheit? Freiheit wovon und wofür? Im Forum klang es schon an - es ist zunächst eine geistige Kategorie.

Absolute Freiheit gibt es nicht - es würde völlige Bindungslosigkeit bedeuten, völlige Kommunikationslosigkeit - und damit wäre sie der Tod!

Relative Freiheit heißt, sich für etwas zu entscheiden. Und sich darüber klar zu sein, dass nach einer Entscheidung weitere Auswahlmöglichkeiten eingeschränkt oder ausgeschlossen sein müssen.

Freiheit bedeutet demnach, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass jeder Mensch über diese Entscheidungsfreiheit verfügt.

Es sind immer meine Entscheidungen! Für meine Entscheidungen bin aber auch immer ich selbst verantwortlich.

Nur, wenn ich diese Entscheidungskompetenz an andere abgebe, können die über mich verfügen - sie können mir dann folglich einreden, was ihrer Meinung nach notwendig ist.

Insofern ist es man immer gut beraten, stets in Zusammenhängen zu denken - vorweg abzuschätzen: was passiert, wenn ich mich so oder so entscheide?

Wenn ich mich beispielsweise dafür entscheide, Geld über meine Verhältnisse auszugeben, darf ich mich nicht über die Konsequenzen wundern...

-------------------------------------
Je mehr sich ein Individuum den Regeln der Gemeinschaft unterordnet und diese Konflikte vermeidet, um so größer ist seine (gefühlte) Freiheit.

Joe, das ist zumindest sehr missverständlich. Das hieße, wenn ich mich mich vollständig unterordne, dann ist meine Freiheit am größten!?? Mit Sicherheit nicht! Sondern nur die Freiheit derjenigen, die sich zu ihrem Vorteil diese Regeln ausgedacht haben! Das riecht in der Tat sehr nach DDR!!

Nee, die Regeln einer Gemeinschaft sollten mit allen so ausgehandelt werden, dass jeder einzelne damit leben kann. Dann fühlt sich auch jeder als Teil der Gemeinschaft und braucht sich nur zu einem unvermeidlichen Teil unterzuordnen.

Nach dem Motto: "Was du nicht willst, was man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu"!

Dann ist alles erlaubt, was nicht verboten ist. Und nicht alles verboten, was nicht auusdrücklich erlaubt ist...

Gruß Wello


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RE: Freiheit

#29 von joesachse , 28.07.2008 19:33

Hallo Wello, vielen Dank für deinen tollen Beitrag, der enthält einige sehr interessante Aussagen.

In Antwort auf:
Relative Freiheit heißt, sich für etwas zu entscheiden. Und sich darüber klar zu sein, dass nach einer Entscheidung weitere Auswahlmöglichkeiten eingeschränkt oder ausgeschlossen sein müssen.

Freiheit bedeutet demnach, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass jeder Mensch über diese Entscheidungsfreiheit verfügt.


Aber auch diese Entscheidung wird immer auch von äußeren Einflüüsen abhängig, ob mir das bewusst ist oder nicht. Das Wissen des Einzelnen, sein Vermögen, aber auch seine Freunde, seine Familie, die Medien, das Wetter, seine Gesundheit, seine aktuelle Gemütslage beeinflussen diese Entscheidung. Das heisst im Klartext für mich, dass jede Entscheidung immer auch mit äußeren, teilweise von mir nicht beeinflussbaren Faktoren beeinflusst wird und auf diese Art meine Freiheit beeinträchtigt wird.

In Antwort auf:
Je mehr sich ein Individuum den Regeln der Gemeinschaft unterordnet und diese Konflikte vermeidet, um so größer ist seine (gefühlte) Freiheit.

Joe, das ist zumindest sehr missverständlich. Das hieße, wenn ich mich mich vollständig unterordne, dann ist meine Freiheit am größten!?? Mit Sicherheit nicht! Sondern nur die Freiheit derjenigen, die sich zu ihrem Vorteil diese Regeln ausgedacht haben! Das riecht in der Tat sehr nach DDR!!



Ja, das war auch bei mir über viele Jahre in der DDR so. Wenn du deine Bedürfnisse so einrichtest, dass Du die Möglichkeiten analysierst und nichts unmögliches willst, dann ist die gefühlte Freiheit groß, zumindest stören dich die Einschränkungen nicht. Ich habe als junger Mann das Abenteur gesucht, nach Westen ging nix, also habe ich in Polen Physik studiert. Dass das dann ein ganz anderes Abenteuer wurde, steht auf eienm anderen Blatt. Ich konnte nicht nach dem Westen, bin aber als Student 4 Wochen durch die UdSSR gezogen, war in Polen zum Studentensommer und in Bulgarien zum Schüleraustausch.

Aus diesen Lebenserfahrungen heraus ist dieser Satz entstanden. Und er gilt heute in bestimmten Bereichen noch genau so: Heute bestimmt mein Geldbeutel teilweise meine Freiheit, aber dass wird erst zum Problem, wenn meine Entscheidungsmöglichkeiten auch Dinge beeinhalten, die ich mir nicht leisten kann. Ich habe viele Orte in dieser Welt noch nicht besucht....

In Antwort auf:
Also Freiheit ist keineswegs "Einsicht in die Notwendigkeit". Das ist doch ein Satz, den die selbsternannten Herrenmenschen erfunden haben, um sich ihre Sklaven gefügig zu machen!

Wer bestimmt denn, was notwendig ist??



Wenn andere das bestimmen, dann gebe ich dir völlig recht. Aber auch ich entscheide immer wieder, was in einem bestimmten Augenblick aus meiner Sicht notwendig ist, dann kann es sein, ich nehme mir die Freiheit, aus Einsicht in diese Notwendigkeiten meine persönlichen Bedürfnisse hintenan zu stellen und andere Dinge für notwendiger anzusehen. Insofern ist so gesehen dieser Satz mit der Einsicht in die Notwendigkeiten nicht so verkehrt

Schönen Abend noch
JoeSachse

 
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zuletzt bearbeitet 28.07.2008 | Top

RE: Freiheit

#30 von Rotkäppchen , 28.07.2008 19:58

Wello, mit dem was du schreibst kann ich in keinerlei Hinsicht konform gehen.
Deine Auffassung von Freiheit ist eine ziemlich egoistische, auf das einzelne Individuum bezogene Freiheit. So funktioniert aber kein Miteinander!

Grundübel von allem ist das Geld und das Eigentum, oder sagen wirs mit anderen, vieleicht marxschen Worten: die Abhängigkeit von Lohnarbeit (oder wie auch immer man zu Geld kommt), wie ich weiter unten schon erwähnte. Solange wir davon abhängig sind, sind wir nicht frei. Natürlich, subjektiv gesehen, ist der, der viel Geld hat, auch am freiesten, kann sich somit viel Freiheiten erkaufen.

Wenn man den Gedanken aber von absoluter Freiheit weiterspinnt, dann möchte ich meinen, sind wir nur frei, wenn wir mündige emanzipierte Bürger sind.
D.h. auch keine Gesetze weisen uns mehr in die Schranken, denn jeder mündige Mensch hat diese verinnerlicht und in seine Moralvorstellungen einbezogen.

Man könnte umgekehrt auch sagen, erst wenn der Mensch frei ist, ist er ein menschliches Individuum. Besser hat dies J.J Rousseau gesagt: „Auf seine Freiheit verzichten, heißt auf seine Menschheit, die Menschenrechte, ja selbst auf seine Pflichten verzichten" Von daher hat Kalteschnauze schon Recht, wenn er das Zitat: "freiheit ist die einsicht in die notwendigkeit" nennt.


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