ich heiße Franziska, komme aus dem süddeutschen Raum (überwiegend Bayern), bin mittlerweile 45 Jahre alt und seit 6 Jahren mit meinem inzwischen-Ehemann (aus Sachsen) zusammen. Zusammen leben wir mittlerweile reichlich 4 Jahre an der östlichen Berliner Peripherie im Märkischen Oderland.
Mein Mann hat sich recht gut hier akklimatisiert, mir ist das leider bis heute nicht gelungen. Trotz meiner Bemühungen scheine ich in sämtliche Fettnäpfchen zu treten, die hier so herumstehen, will sagen: mir gelang es bisher nicht, hinter die hiesigen "Spielregeln" in Sachen Umgang miteinander zu kommen.
Nun ja, bevor ich allzu viel Text hier hinterlasse möchte ich zunächst fragen, ob ich zugereiste "Ossi" hier willkommen bin?
klar, von mir als gelegenheitsschreiberin ein herzliches willkommen. finde auch mal die umgekehrte sichtweise interessant, nur zu und schreib fleissig mit, viell. können wir dir etwas auf die sprünge helfen, damit du in brandenburg nicht alle fettnäpfwe auf einmal mitnimmst
Ja, wie man's macht, macht man's verkehrt... aber Hoffnung ist in Sicht: vor ein paar Tagen habe ich ein Buch in die Finger bekommen, das von Olaf Georg Klein geschrieben wurde: "Ihr könnt mich einfach nicht verstehen" - er vertritt darin die These, daß ein Großteil der zwischen Ostlern und Westlern auftretenden Schwierigkeiten mit der sehr verschiedenen Art der Kommunikation zu tun hat.
Beispiel: er schreibt, daß man im Osten allgemein etwas langsamer spricht und vor allen Dingen, daß man häufiger seine Rede unterbricht, um dem Gegenüber Gelegenheit zur Antwort zu geben.
Im Westen wird erstmal drauflosgeredet. Auch Westler machen kurze Unterbrechungen in ihrer Rede, die sind allerdings wesentlich kürzer, so daß sie vom Ostler nicht wahrgenommen werden. Der Westler erwartet, daß sein Gesprächspartner einfach mitredet, so daß eine "flüssige" Unterhaltung zustande kommt. Naja, wenn beide das Gefühl haben, sich richtig zu verhalten, wird das vermutlich darauf hinauslaufen, daß der Ostler vergebens darauf wartet, daß der Westler ihm Gelegenheit zur Antwort bietet, während der Westler vergebens darauf wartet, daß der Ostler endlich mitredet - klappt aber nicht.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, das ich momentan aber als besonders markant empfinde, weil ich als Schnellquasslerin hier sehr oft den Eindruck habe, daß sich Leute, mit denen ich mich unterhalte, innerlich zurückziehen und mich "irgendwie mißbilligen" - ich bin allerdings nie draufgekommen, was ich da verkehrt mache.
Wenn der Autor mit seiner Kommunikationsanalyse Recht hat, sehe ich immerhin einen Silberstreif am Horizont, vielleicht muß ich hier doch nicht in emotionaler Isolationshaft alt werden
bin inzwischen 17 Jahre im Ländle, habe das von Dir genannte Buch auch gelesen, ich fand vieles sehr zutreffend und habe auch einiges daraus für mein Auftreten hier im Westen gelernt. Ein Beispiel ist, dass es manchmal notwendig und einfacher ist, Konflikte durch Eskalation statt durch Kompromisssuche zu lösen. Im Osten ist genau das ein großes Problem. Ich könnte Dir noch ein paar weitere Beisspiele bringen. Allerdings habe ich die Entwicklung der Menschen im Osten nur ausschnittweise mitbekommen, kann also nichts dazu sagen, ob das Buch für die Region, in der Du jetzt lebst, noch zutrifft. Hier im Ländle passt es. Viele Grüße JoeSachse
ooojee! Da sag ich nur alles Quatsch, was die über uns alle in ihren schlauen Büchern verfassen, ich denke, jeder Mensch, ob OSt oder West hat seine Eigenheiten und wenn ich nur Björni, Matze und mich nehme, oje, alle drei auf einen Haufen, da paßt kein einziger anderer Satz mehr zwischen ,egal ,ob Ost oder West. Meine Kolleginnen sind durch die Bank, Schnellschnatterer, aber das liegt auch am Beruf, wir müssen sehr viel reden und dann geht vielleicht zu oft das Temprament durch. Aber ich kenne beide Seite und Leute sind hier wie da verschieden, ich finde das solchen Blödsinn,wenn sie uns in ihren Büchern immer analysieren wollen, wir sind wie wir sind, basta!Hi,hi
Beispiel: er schreibt, daß man im Osten allgemein etwas langsamer spricht und vor allen Dingen, daß man häufiger seine Rede unterbricht, um dem Gegenüber Gelegenheit zur Antwort zu geben.
die kennen mich nicht, mir wurde schon ein paar mal gesagt, ich texte alle zu, ohne punkt und komma....
Zitat von Pamina Da sag ich nur alles Quatsch, was die über uns alle in ihren schlauen Büchern verfassen, ich denke, jeder Mensch, ob OSt oder West hat seine Eigenheiten und wenn ich nur Björni, Matze und mich nehme, oje, alle drei auf einen Haufen, da paßt kein einziger anderer Satz mehr zwischen ,egal ,ob Ost oder West. Meine Kolleginnen sind durch die Bank, Schnellschnatterer, aber das liegt auch am Beruf, wir müssen sehr viel reden und dann geht vielleicht zu oft das Temprament durch. Aber ich kenne beide Seite und Leute sind hier wie da verschieden, ich finde das solchen Blödsinn,wenn sie uns in ihren Büchern immer analysieren wollen, wir sind wie wir sind, basta!Hi,hi
Sicher hat jeder Mensch seine Eigenheiten, aber es gibt auch regionale Unterschiede im Kommunikationsverhalten und durchaus auch Unterschiede, die aus der Erziehung und Lebenserfahrung her rühren. Ein Teil dieser persönlichen Eigenheiten basiert auf sozialen Ursachen. Und dieses Buch ist ein Versuch, den Teil dieser Unterschiede aufzuzeigen, der auf die unterschiedliche Erziehung und Lebensweise in Ost und West beruht.
auch von mir noch herzlich willkommen! Ist toll auch mal die "andere Seite" kennenzulernen Ich bin hier bei den Schwaben anfangs auch oft in Fettnäpfchen getreten und manches verstehe ich heute nocht nicht *g*
Also dann wünsche ich dir hier mal viel Spaß und bin schon auf deine Beiträge gespannt.
LG Katrin
--------------------------------- NICHTS ist schwerer und NICHTS erfordert mehr Charakter als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN !
Hallo Franzi! Sei herzlich willkommen bei uns! Wir sind, falsch: Wir waren als Ossis im Westen mit einer anderen Sozialisation konfrontiert, die sich u.a. in anderer Kommunikation äußert. Du gingst den umgekehrten Weg und kämpfst mit den gleichen Problemen wie wir, nur eben mit dem anderen Vorzeichen. Laß uns miteinander reden, damit es für uns alle leichter wird!
Gefährliches Geräusch: Lautes Denken "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern." (Rosa Luxemburg)
Hallo erst maaaal. Die Fettnäpfchen, die Du kennen gelernt hast, hab ich schon vor 25 Jahren "ausprobiert". Als Sachse in Berlin wird es mir ähnlich ergangen sein, wie Dir heute. Es scheint eine Mentalitätssache zu sein. Scheint sich nicht nur auf OST-WEST zu begrenzen. Klar spielen nun die gesellschaftlichen Hintergründe, die uns nun mal unterscheiden, eine Rolle. Wie Banaus schon erwähnte. Laß uns miteinander reden, damit es für uns alle leichter wird! Ich rede hier im Muschterländle auch mit jeder Menge an Leuten. Dadurch kommen die hießigen zu Wissen und ich auch. Das baut Vorurteile ab. Diese entstehen ja meist durch Unwissen. Ich hab schon sehr alte Kunden von mir im Flugzeug von DD nach S getroffen. Die waren bis dahin nur nicht im Osten, weil sie "gut Vorgebildet" waren. Als sie ein langes Wochenende in DD geschenkt bekamen, sind sie nicht nur das erste Mal in ihrem Leben geflogen, sondern auch mit angenehmen Erinnerungen wieder nach Hause gekommen. Das haben diese Leutchen mir später an meinem Stand "gestanden". Ist doch schön, wenn sich Menschen nach eigenem Erleben ein Urteil bilden können. Wir gelernten DDR-Bürger hätten uns auch gern eher ein Bild von der ehemaligen BRD gemacht.
Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam) Buhli
Hallo zusammen, schön, wie viele verschiedene nette Begrüßungsworte hier zusammengekommen sind, und auch schön, wie viele verschiedene Sichtweisen. Ist schon klar, daß hier wie da die Menschen sehr verschieden sind, und ich empfinde es auch so: Berliner (mit denen ich hier doch schon einige Begegnungen hatte) und Bayern haben es nicht gerade leicht, einander sympathisch zu finden Sich in eine neue Umgebung, in neue "Sitten" und Umgangsformen reinzufinden ist immer schwierig, da hattet ihr Ostler (hoffentlich ist dieser Begriff nicht negativ besetzt?) es schwerer als wir Westler, weil sich für uns das gesamte Lebensgefüge ja nicht sonderlich geändert hat nach der Wende. Ich kann das gut nachempfinden, weil ich als Kind aus Oberbayern zur Waise wurde und dann zusammen mit meinen Brüdern nach Baden Württemberg kam, wo die Leute anders sprachen, auch andere Kleider trugen usw. - an den Kulturschock erinnere ich mich noch heute sehr gut, obwohl man sich als Kind sicher leichter an neue Bedingungen gewöhnen kann als als Erwachsener.
Hier im Forum habe ich schon ein bißchen gestöbert und habe mit Erstaunen gelesen, daß hier viele in Baden Württemberg leben. Erstaunt deshalb, weil ich glaubte, daß die meisten Zuwanderer aus den Neuen Ländern nach Bayern gezogen wären, da habe ich mich wahrscheinlich geirrt.
Ich finde das sehr interessant, weil mir die schwäbische Mentalität aus Kindheit und Jugend noch vertraut ist, seitdem aber dann die bayerische Mentalität stärker vertraut (ich bin mit 14 wieder zurück nach Bayern gezogen). Ich finde beide sehr verschieden, ohne daß ich das direkt benennen könnte. Wie geht es euch damit, ist es euch gelungen, da, wo ihr seid, heimisch zu werden? Habt ihr auch viele private Kontakte zu "Einheimischen" oder finden eure Freundschaften eher mit anderen ehemaligen DDR-Bürgern statt?
... ist weder ein Makel noch ein Beispiel für schlechten Geschmack.
Find das Thema sehr interessant.
Es ist wirklich total egal... ob von Ost nach West, oder von West nach Ost.
Ich gehe mit der Deiner Meinung mit ooojeee, wenn Du sagst, das es die verschiedenartige Kommunikation ist, die uns dazu veranlasst... misszuverstehen, nichtzuverstehen oder ganz und gar wegzuhören.
Wir sind die Menschen die wir sind... mit unserern Eigenheiten und Charakteren... erzogen nach bestem Wissen und Gewissen unserer Familien und deren Vorfahren.
Wenn wir heute, durch eine hochtechnisierte Gesellschaftsform... per Knopfdruck uns von A nach B "beamen" können, dann bleibt es eben nicht aus, das wir Menschen begegnen, deren Worte ( ich rede jetzt nur von deutsch, nicht von multikulti ) nicht konform geht mit deinen, oder meinen.
Nicht, weil ich nicht verstanden habe, sondern weil ich nicht verstehen will.
Nur wenn man bereit ist, sich anzupassen ( man muss sich dafür allerdings nicht verbiegen ) dann hat man eine reelle Chance wahrgenommen zu werden.
Ich weiss es nur zu gut, das es nicht immer einfach ist, aber es fördert ein gutes Miteinander.
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