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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#106 von queeny , 12.01.2009 02:20

Kleiner Tipp Bummi! Stalin ist körperlich schon lange tot, aber er lebt weiter in den Köpfen von Menschen. Besuch mal das Stalinforum. Ist sehr interessant.
Vor allem wie dort Leute runtermacht werden, die andere Meinungen äußern.

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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#107 von Schlawine , 12.01.2009 06:48

Zitat von DeutschLehrer
@Schlawine
Westdeutsche mit Tagesvisum waren das sicher nich in Leipzig, aber umnachtet würde ich für richtig halten. Ich selber hatte Freunde, die regelmäßig Monags nach Leipzig fuhren. Es sind nicht mehr meine Freunde. Sie haben zu DDR-Zeiten einen Kredi bekommen und konnten ein Haus bauen, heutzutage hätten sie diese Chance nicht, würde ihnen keiner Kredi geben. Es ging ihnen gut, zu gut. Ich kenne auch einige, die heute sehr bedauern, in Leipzig gewesen zu sein, jetzt ALG 2, das hätten sie sich damals nicht träumen lassen. Fazit: "umnachtet !

-----------

@ Deutschlehrer: Ich glaube gerne, dass es viele gab die sehr unrealistische Erwartungen hatten damals und dass das Erwachen frustrierend war. Davon kenne ich auch einige.Der Westen wurde von vielen durch die rosarote Brille gesehen und an Reisefreiheit und dem Warenangebot festgemacht.
Wenn wir früher zu Besuch nach Sachsen-Anhalt fuhren, bekam ich vorher von einigen Cousinen "Wunschzelltel" zugeschickt.Meist waren es keine großartigen Dinge die gefragt waren (8x4 Deospray oder eine Lee-Jeans) aber aufgrund der großen Verwandschaft war es trotzdem nicht möglich allen diese Wünsche zu erfüllen.Wenn man dann sagte:"Tut mir leid aber ich muss viel arbeiten für mein Geld und habe auch laufende Kosten", stand man schnell als Geizhals da.Dass einem im Westen nicht die gebratenen Tauben in den Mund fliegen wollte damals kaum einer hören.
Trotzdem würde ich nicht alle damaligen Demonstranten als "geistig umnachtet" beschreiben.Mein damaliger Freund war auch sehr unzufrieden mit den damaligen Zuständen und wünscht sich diese Zeit heute nicht mehr zurück.Ebenso ist meine ganze Verwandschaft und mein Freundeskreis froh, dass diese Zeiten vorbei sind wobei alle natürlich auch ihre schönen Erinnerungen an die DDR haben.Es war ja auch vieles gut und einiges sicher auch besser als heute.
Ich denke wie Wello, dass auch der Kapitalismus scheitern wird bzw. eigentlich sogar schon gescheitert ist und bin durchaus in der Lage die vielen Fehler in unserer Gesellschaft zu sehen aber eine "Verherrlichung" der Vergangenheit wird uns auch nicht weiterbringen.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#108 von Weilheimer , 12.01.2009 09:01

Ich war einer dieser "Umnachteten" die 1989 fast jeden Montag zur Demo nach Leipzig gefahren sind. Das Ziel dieser Montags-Demos war ja eigentlich nicht, die DDR als Staat zu beseitigen, sondern die Menschen wollten Veränderungen und Reformen, zu denen die SED und deren Erfüllungsgehilfen nicht in der Lage waren. Es ging um Reisefreiheit, gegen die Allmacht der Staatssicherheit und auch wirtschaftliche Veränderungen. Die Masse der Bürger der DDR spürte, das die DDR wirtschaftlich am Abgrund stand weil die Versorgungslage täglich schlechter wurde. Schon klar, das die SED-Knechte von damals einen abgrundtiefen Hass gegen den bösen Kapitalismus haben und den auch heute bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck bringen. Wie schon mal erwähnt, denen ging es gut, die hatten "fast" alles. Foren eignen sich für so etwas doch hervorragend. Es kann gemotzt und geschimpft werden, ohne das eine Identität bekannt wird und der Nachbar von der Gesinnung "erfährt".
Diese ganzen Staatsträger und SED-Knechte von damals, haben nur Glück das die Bundesrepublik Deutschland eine echte Demokratie ist. Von mir würden diese SED-Schergen, eine Rente bekommen, welche sie einer Frau, welche 7 Kinder in der DDR großgezogen hatte, als Rentnerin zubilligten, das waren genau 550 Mark der DDR, inflationsbereinigt wären das heute vielleicht 300 Euro, das müsste ausreichen. Sie haben ja dann die Möglichkeit Hartz 4 und Auffüllbeträge zu beantragen und hätten dann einen echten Grund über die BRD zu schimpfen. Man sollte nicht vergessen, nicht ein DDR Bürger hat einen Cent in die Rentenversicherung der BRD eingezahlt. Die Renten, welche heute auch an diese SEDler gezahlt werden, haben die Arbeiter und Angestellten in den alten Bundesländern erwirtschaftet.


Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#109 von Lehmann ( Gast ) , 12.01.2009 09:30

Sag mal Weili,
schreibst du jetzt schon die Kolumnen für Deutschlands größte Tageszeitung???

Lehmann

RE: Fragen zum Leben in der DDR

#110 von DeutschLehrer , 12.01.2009 10:28

@Wellheimer
Da hast Du aber unser Rentensystem überhaupt nicht verstanden. Die Rentenkasse wurde nicht irgendwann mal angespart um heute ausgezahlt zu werden. Es zahlen immer nur die heute arbeitenden und lebenden Menschen. Und damit ist Deine Behauptung, die DDR-Bürger hätten ja nicht in die Rente eingezahlt, absoluter Blödsinn .

Gruß DL

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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#111 von bummi , 12.01.2009 13:02

Zitat von queeny
Kleiner Tipp Bummi! Stalin ist körperlich schon lange tot, aber er lebt weiter in den Köpfen von Menschen. Besuch mal das Stalinforum. Ist sehr interessant.
Vor allem wie dort Leute runtermacht werden, die andere Meinungen äußern.

queeny


in dem forum/seite war ich schon paar mal, @queeny, um bestimmte schriften einzulesen.
der "wochod", ein sehr engagierter junger mann, ist immerhin der einzige anbieter des gesamtwerkes.
wie ich das so mitbekommen habe, interessiert die entsprechenden teilnehmer, ob wissen da ist
oder eben nicht. dementsprechend werden sie leute runtermachen, um´s mal so zu sagen,
die bar jeder tatsache, irgendwelche parolen absondern. in bezug auf stalin und seine zeit,
sicher kein seltenes spektakel( siehe allgemeinwissen). ich weiß aber, daß du mit schlappen parolen da nix machen kannst.
bei dem thema trennt sich zu schnell spreu von weizen.
es gibt so paradebeispiele bestimmter phrasen, die immer wieder kommen und mittlerwiele nachweisbar
aus der goebbelsfeder stammen (siehe kriegsvorbereitung 2.wk).
zum einen die not, die allein klar mit dem bevölkerungswachstum zwischen 1918 und -30 widerlegt
werden könnte. 1918 110-tausend einwohner - 1930 180-tausend.
und das in anbetracht der großen invasionen, des bürgerkrieges und der reparationen gegen
deutschland (getreide). siehe vertrag von brest-litowsk.
dazu kommt die massenmord-theorie, die von aber millionen spricht.
im angesprochenen "schwarzbuch" (siehe oben) ließ sich die autorenschaft nicht nehmen,
diverse opfer von kriegshandlungen (siehe interventionen) stalin als politische morde anzurechnen.
nach echten erkenntnissen sind zu stalinszeiten rund zweihunderttausend urteile ergangen
(man beachte, als gesamtsumme, inklusive aller kriminellen etc.), die zu rund 95 prozent
unter zwei jahren haft abgerechnet wurden (wieder in der bekannten 3/1-regel).
demnach war die entsprechende anzahl von häftlingen nach einem jahr wieder draußen.
auch der herr solschenizyn z.b..im vergleich mit anderen ländern ist die sowjetunion dagegen
extrem friedlich gewesen. vergleiche usa zu der zeit, ungefähr der vierfache wert.
wie du merkst, muß mer bei dem thema ungeheuer weit ausholen. zudem kommen dann
in folge unglaublichkeitsbekenntnisse, die eher der unwissenheit entspringen, denn den
wirklichen geschehnissen. die entsprechende reaktion wird sich in dem forum dokumentieren.
unumstritten ist aber, daß sowohl unschuldige als auch falsch verurteilte unter den
verfahrensopfern waren. zum teil wurden genossen von europäischen "bruderparteien" verleumdet
bzw. verraten (siehe spd) oder opfer diverser rangeleien im innerparteilichen apparat.
siehe bolschewiken - menschewiken. sprich anhänger stalins und trotzkis und diverser anderer
gruppen. unter lenin wurde, aus mehrheitsgründen, übrigens fast wie heute (siehe linke),
die gesamte linke strömung vereinigt, was zu den besprochenen rangeleien führte.
sogenannte u-boote (fremde spione etc.)waren zu der zeit sicher tagesordnung und
nicht selten ausschlaggebend für die gesamte entwicklung.
siehe thema chruschtschow etc.
ein fast zu weites thema, welches mit propagande schnell weich und unübersichtlich gemacht
werden kann. bis heute anscheinend mit erfolg, wenn ich mir so die masse aller
kommentare oder behauptungen anschaue.
schaut man nach einiger zeit hinter die kulissen der thesenverbreiter, ergibt sich oft
das gleiche bild. sie alle haben es für eine karriere oder für geld getan.
wenn ich mir allein knopp mit "stalin, der tyrann" anschaue - so war sich dieser herr,
der verbot hat, überhaupt wieder nach rußland! einzureisen, man beachte, behauptet,
daß alle opfer um stalingrad und moskau, sowie alle opfer der ersten defensivhandlungen
zu kriegsbeginn (2.wk), stalinopfer sind, kann jeder nachvollziehen, daß mer die
träumer nicht annähernd für voll nehmen kann. das verwerflichste an dieser kreatur ist
eher, daß er damit hitler, nebst verbündeten, von jeder kriegsschuld freispricht, man beachte, bei
aktuellen deutschen gesetzen.

schau, is wieder ellenlang und nur ein klitzekleines thema.
entschuldigt bitte. ich mag dazu keine weiteren ausführungen machen.
das erfordert wirklich echte "belesenheit" auf dem gebiet. mit komischen
phrasen kommt mer da nicht annähernd zum ziel und mer rennt pausenlos
im kreis. zuletzt kommen dann vielleicht noch haß oder beleidigungen
übelsten ausmaßes.

eines ist fakt, alle sagen, die archive sind offen.
nur - kann jeder in archiven das lesen (nach antrag und genehmigung!) was er möchte und
ungeheuer pronzen mit offenen archiven als argumentationshilfe. damit kann ich auch eine billige hetze
verkaufen, wenn´s denn sein muß. seriöse ergebnisse werden weder öffentlich gedruckt
noch in dem ausmaß publik gemacht, wie sie es verdient hätten.
ja, und dann sind mer beim kern - wem gehören die verlage, die läden und die druckereien?

kh

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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#112 von Weilheimer , 13.01.2009 04:38

Zitat von DeutschLehrer
@Wellheimer
Da hast Du aber unser Rentensystem überhaupt nicht verstanden. Die Rentenkasse wurde nicht irgendwann mal angespart um heute ausgezahlt zu werden. Es zahlen immer nur die heute arbeitenden und lebenden Menschen. Und damit ist Deine Behauptung, die DDR-Bürger hätten ja nicht in die Rente eingezahlt, absoluter Blödsinn .

Gruß DL


Ich hätte es anders formulieren sollen, die DDR Bürger, welche heute Rentner sind haben nichts oder nur ganz wenig in das System eingezahlt, von dem sie heute Geld bekommen. So hatte ich es auch gemeint.


Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#113 von BautznerSenf , 13.01.2009 07:25

Moin!

Passend zum Thema sei auch die Literatur von Erich Loest empfohlen - der war erst Hitlerjunge, dann gluehender Sozialist ("Nie wieder Diktatur!") und geriet (als er sah, dass "die Politik" Wasser predigte und Wein trank), mit den Herrschenden in Konflikt.

Er sass (bis zu seiner Uebersiedlung in den Westen) mehrere Jahre (acht?) im von ihm als "VEB Gerechtigkeitskombinat" beschriebenen Stasi-Knast Bautzen II ein, seine Buecher und auch seine gelegentlichen Vortraege legen ein Zeugnis von dieser Zeit ab - unbedingt lesen bzw. anhoeren!

Mit bestem Gruss

Bautzner Senf


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#114 von Daneel , 13.01.2009 09:47

Zitat von Weilheimer

Ich hätte es anders formulieren sollen, die DDR Bürger, welche heute Rentner sind haben nichts oder nur ganz wenig in das System eingezahlt, von dem sie heute Geld bekommen. So hatte ich es auch gemeint.


Das ist völlig irrelevant in welches System sie eingezahlt haben, da die Renten dank des sogenannten Generationsvertrages schon immer aus den laufenden Rentenbeiträgen der arbeitenden Bevölkerung direkt finanziert wurden und werden. Aber tatsächlich hält sich hier im Westen hartnäckig der Mythos das dank dem Osten die Rentenkassen leer sind, so nach dem Motto, mit den eingezahlten Renten wurde die Wiedervereinigung finanziert.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#115 von BautznerSenf , 13.01.2009 12:34

Moin!

Daneel schrieb: Das ist völlig irrelevant in welches System sie eingezahlt haben, da die Renten dank des sogenannten Generationsvertrages schon immer aus den laufenden Rentenbeiträgen der arbeitenden Bevölkerung direkt finanziert wurden und werden. Aber tatsächlich hält sich hier im Westen hartnäckig der Mythos das dank dem Osten die Rentenkassen leer sind, so nach dem Motto, mit den eingezahlten Renten wurde die Wiedervereinigung finanziert.

Nun, so "falsch" ist es ja eigentlich nicht: Ohne die zusaetlichen 17 Millionen Buerger der ehem. DDR waere die Relation der Arbeitenden bzw. verrenteten Bevoelkerung den Berechnungen entsprechend, durch die zusaetzlichen Zahlungsempfaenger ("Ost-Rentner") bei nur teilweise neuen Einzahlern ("Ost-Zahler") verschiebt sich die Relation. Und warum dies? Weil viele mangels Arbeit nicht einzahlen koennen bzw. durch schlecht bezahlte Arbeit nur wenig einzahlen...

Nur: Was haette man denn machen sollen? Eine 2-Klassen Gesellschaft a la "Wir haben Rente und ihr muesst sehen, wo ihr bleibt"? - Natuerlich nicht!
Der Fehler liegt vielmehr darin, dass man die Deutschen aus den neuen Laendern und aus der ehem. SU aus der von den Beitragszahlern finanzierten Rentenkasse bazahlt und nicht aus allgemeinen Steuertoepfen - denn dann wuerden auch Selbstaendige und Beamte mitzahlen... Gerade die Deutschen aus der SU wiesen einen realtiv grossen Anteil an Rentnern auf, der bei blosser Umverteilung zu Verzerrungen des Systems fuehrt.

Aber: Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient... jetzt muessen wir diese (Kohl-)Suppe ausloeffeln, nun koennen wir die Finanzierung nicht mehr berichtigen.

Mit bestem Gruss

Bautzner Senf


Besten Gruss
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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#116 von Björn , 13.01.2009 15:08

Zum Thema Rentenbeiträge der DDR steht ja schon hier irgendwo mehreres drin und ist auch über etliche Quellen im Internet nachlesbar:
es gab z.B. etliche hundert Milliarden Mark Renten- und andere Gelder auf internationalen Banken (u.a. Schweiz, aber auch Schweden), die nach der Wiedervereinigung vom Rechtsnachfolger (der BRD) übernommen wurden!! Damit werden doch die immer wieder auftauchenden öffentlichen Behauptungen widerlegt!


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#117 von BautznerSenf , 15.01.2009 17:22

Moin!

Bjoern schrieb "Zum Thema Rentenbeiträge der DDR steht ja schon hier irgendwo mehreres drin und ist auch über etliche Quellen im Internet nachlesbar:
es gab z.B. etliche hundert Milliarden Mark Renten- und andere Gelder auf internationalen Banken (u.a. Schweiz, aber auch Schweden), die nach der Wiedervereinigung vom Rechtsnachfolger (der BRD) übernommen wurden!! Damit werden doch die immer wieder auftauchenden öffentlichen Behauptungen widerlegt!"

Nun, erstens waren es sicher keine "etliche hundert Milliarden Mark", denn dann haetten wir wohl eine Inflation allererster Guete, zweitens waren diese Gelder ja z. T. gar nicht zu bekommen, da sie "befreundeten" auslaendischen Organisationen oder Tarnfirmen zugespielt worden waren bzw. die SED/PDS Ansprueche darauf erhob (zu allen Faellen gab es langwierige Prozesse), und drittens wurden diese Gelder ja auch nicht nur fuer die Rente benoetigt.

Mich erstaunt immer wieder, wie hemmungslos sich viele Fuehrungskraefte schn waehrend der DDR-Zeit bedient haben - Wasser predigen und den Wein eimerweise saufen... Viele von denen, die den Sozialismus propagierten, waren innendrin Super-Kapitalisten und haben (z. T. mit Tarnfirmen) ihre Schaefchen ins Trockene gebracht. Doch das ist ja leider kein Einzelfall: Auch in Wolfsburg haben Arbeitnehmer-Vertreter ihre Kollegen verraten und verkauft...

Mit bestem Gruss

Bautzner Senf


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#118 von bummi , 15.01.2009 22:43

eine tarnfirma, @bautznersenf, hätte kein genosse unterhalten können, ohne den direkten auftrag des
ministerrates. das sind schlichte bildzeitungsgurkeleien.
ich hab im übrigen nix gegen bautzner senf. nur, müßte das drin sein, was drauf steht.
die ddr stand unter embargo. das heißt, nix rein - nix raus.
um produkte einzukaufen, z.b. an börsen, brauchen sie demnach firmen, die in dem embargoraum agieren.
anders verkauft man auch keine waffen und chemiefabriken an embargoländer!
zum zweiten hat z.b. die koko sichergestellt, daß im westen produkte des ostens, als
made in germany verkauft werden konnten. wohl im interesse der auftraggeber!
ansonsten hätte, und das wörtlich, auf jedem gestattungsproduktionsprodukt (lizenz),
"made in gdr"! gestanden und wäre im westen im auftrag der jeweiligen (handels-)auftragsfirmen,
nicht als "markenware" absetzbar gewesen. im übrigens ist das im kap tagespolitik.
in fernost produzierte produkte werden in de veredelt oder verpackt.
somit gewährleistet der produzent die mindestanforderungen, um es "made in germany"
verkaufen zu können.
und parteieneigentum ist parteieneigentum.
ob es jetzt irgendeinem blummel einfällt, sich deren eigentum einzukreisen oder nicht.
zudem hat parteiengeld nix mit renten zu tun. höchstens in der aktuellen republik.
da ist schon mal alles möglich. siehe diverse "skandale" mit folgenden freisprüchen.

das ganze erinnert mich etwas an eine menthalität, die deutsche schon ausreichend kennengelernt haben.
gold im see - x, bernsteinzimmer usw. nennen wir es erfolgloser beutezug.
hat sich eine entsprechende truppe privat bereichert, sucht der rest
der gangster mit skurilen aussagen die verschwundene kohle. teilweise nutzen wir das
ganze noch, um extra - beutezüge zu realisieren. wir pinseln die zeitungen voll mit dem
schmarrn und machen noch zwangsgezahlte fernsehbeiträge draus.

wenn jemand in deutschland, und das nicht nur da, geld suchen muß, kann er sich
mal betriebliche bilanzen reinziehen und schauen, wo die gewinne stecken.

kh










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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#119 von Björn , 16.01.2009 01:28

Hi BautzenerSenf, allein bei den Rentengeldern ist die Rede von
200-300 Milliarden ValutaMark, die an die Bundesrentenkassen über gegangen sind! Mehrere Milliarden Valutamark bei verschiedenen internationalen Banken sollen in den Bundeshaushalt
geflossen sein! Von den strittigen Parteiengeldern ist da noch nichts berücksichtigt.
Was ist denn außerdem aus den "harten" Geldern geworden, die für die Arbeit der DDR-Fachleute im Ausland gezahlt wurden (egal ob Arabien, Asien, Afrika usw.) ????


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#120 von herman , 17.05.2009 09:18

Der Musiksachverständige und gleichzeitig unser damaliger Staatsratsvorsitzender Ulbricht hätte wohl auch Night Of The Proms Musik gemeint als er sagte:

"Mit der Monotonie des 'Jäh Jäh Jäh' sollten wir doch Schluss machen."

Als gebürtiger Leipziger hat dann Genosse Ulbricht Fakten geschaffen die die Musikwelt bewegten:

Per Anordnung von der Partei die immer Recht hatte wurde der "Lipsi" Tanz (Lipsia = Leipzig (lat)) in die sozialistische Musikwelt geboren. "Es genügt nicht, die kapitalistische Dekadenz in Worten zu verurteilen, gegen die "Hotmusik" und die ekstatischen Gesänge eines Presley zu sprechen. Wir müssen etwas Besseres bieten", fand unser Staatsratsvorsitzender.

Der Lipsi sollte von Unserer Republik aus die ganze Welt erobern. Sogar ein Patent hat man auf ihn angemeldet damit kein schnöder Wessi kopiert und den Erfolg einstreicht.

Aber irgendwie gibts dann nicht so recht vorwärts obwohl großzügige Geldgaben seitens Unserer Republik, wir hattens doch, Lehrfilme wurden hergestellt, Kompositionsaufträge vergeben und viele Veranstaltungen gefördert.

Hier ist der Lipsi:

http://www.schwarz-rot-petticoat.de/stueck/audio/Lipsi.mp3


Deswegen frage ich: Wo bleibt der Lipsi-Schritt? Denn der entsprach wohl auch dem Zeitgeist damals in der Bundesrepublik wie man einem Artikel der Zeit aus dem Jahre 1969 entnehmen kann:

http://www.zeit.de/1959/14/Lipsi


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