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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#121 von Björn , 17.05.2009 10:52

Irgend sowas mußte ja von dir wieder kommen!!


BJ

 
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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#122 von Weilheimer , 17.05.2009 12:01

Zitat von herman
Der Musiksachverständige und gleichzeitig unser damaliger Staatsratsvorsitzender Ulbricht hätte wohl auch Night Of The Proms Musik gemeint als er sagte:
"Mit der Monotonie des \'Jäh Jäh Jäh\' sollten wir doch Schluss machen."



Nein, meinte er nicht, er meinte die Rockmusik von den Beatles oder den Rolling Stones, die damals bei den DDR-Jugendlichen beliebt waren.
Herman es ist nicht bei jedem Thema möglich einen Bezug zur DDR herzustellen und bei Björns Versteigerungsankündigung hat so etwas rein nichts verloren. Das Forum ist keine Pinnwand, wo man jedes Thema "drauf pappt".


Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.


Mahatma Gandhi

 
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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#123 von herman , 17.05.2009 14:26

Ich weiß nicht ob man die Ansichten unseres Staatsratsvorsitzenden über den Musikgeschmack so betrachten sollte.

Nicht nur Rockmusik von den Beatles oder den Rolling Stones waren in der Republik nicht "genehmigt".

Elvis und Bill Haley waren Staatsfeinde. Sogar der "deutsche Elvis" Ted-Herold war der Stasi nicht genehm. Mitgliedschaften in harmlose Fan-Clubs führten zu Verfolgung und Nachstellung der SED-Dikatur.

Besonders tragisch war der Fall Michael Gartenschläger der in Straußberg bei Berlin einen Ted-Herold-Club gründete. Wie bei den Nazis der NS-Volkssgerichtshof inszenierte der piefige und miefige SED-Staat einen Schauprozeß in dem die Begeisterung für "heiße Musik" und "amerikanische Unkultur" strafverschärfend zu einem lebenslänglichen Terror-Urteil führte.

(Bekanntlich wurde Gartenschläger von der Deutschen Regierung freigekauft, bei Demontagen der von den Zonenmachthabern immer bestrittenen Todesautomaten wurde er von der Stasi in einen Hinterhalt gelockt und liquidiert.)

Es ging Ulbricht wohl eher um Einfluß auf die Jugend, alles was aus dem NSW (auf deutsch alles was nicht russisch besetzt war) kam war von Übel. Die OberKulturschaffenden unserer Republik erfanden dann dazu ja auch die 60/40 Regel. Bei öffentlichen Veranstaltungen 60 % russisch und bulgarisch und von Karat, 40 % aus dem Kapitalismus.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#124 von falke56 , 25.06.2009 18:02

@ herman,
hier muss ich einen Einspruch erheben.
Zwar bestand die 60/40 Regel (aber nur als Regel) bei öffentlichen Veranstaltungen,aber nicht so wie du es hier darstellst. 60% russisch und bulgarisch und von Karat,bezeichne ich hier als eine offene Lüge deinerseits.
Ich war Jahrelang DJ (im Osten sagte man dazu Discjokey). Alle zur Aufführung bestimmten Musiktitel mussten vor der Veranstaltung dem Kreiskulturkabinett in Listen aufgeführt und genehmigt werden.Dabei ging es nur um eine Kontrolle,auch zwecks der Aufführungsrechte (AWA).Ob eventuell Spitzel zur Veranstaltung kommandiert wurden,weiß ich nicht.
Allerdings kann ich dir garantieren das ich meine Aufführungen stets zu Gunsten der Jugendlichen Besucher gestaltet habe.Es gab zwar oft Kontrollen,aber nie Beanstandungen.Ich habe nicht nur Aufführungen im Jugendclub gehabt,sondern auch außerhalb in Gaststätten oder Stadtfesten aufgrund meines Sonderklasse-Ausweises.

MfG falke


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#125 von herman , 25.06.2009 18:45

Es bleibt festzuhalten:

1. Es gab die 60/40 Regel. Bei Konzerten und Tanzveranstaltungen mussten 60 Prozent aller aufgeführten Stücke von Komponisten aus dem Ostblock stammen. Daß häufig Musiker und Kontrolleure die Vorschrift in stillschweigendem Einverständnis ignorierten weil sonst kaum Gäste gekommen wären steht auf einem anderen Blatt.


2. Wenn man mit "russisch und bulgarisch und von Karat" den Ostblockanteil umschreibt ist das keine Lüge sondern bestenfalls eine nicht vollständige Aufzählung.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#126 von falke56 , 25.06.2009 19:33

@ herman,
was wieder mal beweist,das du dich erst mal richtig informieren solltest bevor du irgenwelche Bolzen zwecks Verunglimpfung in die Welt setzt.Selbst ein einzelner Satz kann deine unermüdlichen Recherchen total zunichte machen.
Ich wünsche dir noch mehrere solche User die dir (so wie in meinem Falle als jahrelanger DJ,also unmittelbar beteiligt),deinen maßlosen Hetzkapagnen ein Ende setzen.
Für dich sollte das bedeuten noch gewissenhafter zu recherchieren.Kannst dir ja die Stasi zum Vorbild nehmen,obwohl auch so eine Institution die Wahrheit nicht verhindern konnte.
In manchen Foren habe ich schon gelesen : "Wer nicht mitreden kann sollte einfach mal die Fresse halten".

Die Modis mögen mir mal meine Ausdrucksweise entschuldigen. Danke

MfG falke


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#127 von DeutschLehrer , 25.06.2009 19:36

@herman

Eine Unzahl Worte brauchst du,
Um zu leugnen, zu entschuldigen.
Schon der zehnte Teil genügte,
Würdest du der Wahrheit huldigen
.

Anna Katharina Kasch

Gruß DL


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#128 von herman , 25.06.2009 20:38

Unsere Freunde sind sich wieder einig. Aber statt Fakten kommt nur heiße Luft.

Deswegen bezüglich der Handhabung der 60/40 Vorschrift hier mal geschildert wie es wirklich war:

In Antwort auf:
Die FDJ-Führung hatte die Begeisterung der DDR-Jugend für englische Beatgruppen wie die Beatles und die Rolling Stones kanalisieren wollen und im Mai 1965 zu einem nationalen Gitarrenwettbewerb aufgerufen. Dieser wurde auf Weisung der Partei im Sommer abgebrochen, weil sich herausstellte, daß die Gruppen sich vorwiegend an englischen Bands orientierten. Die FDJ-Führung schwenkte auf den harten Kurs ein und bezeichnete die Gitarrenwettbewerbe als Fehler. Im Herbst 1965 wurden die Bezirke angewiesen, alle Beatgruppen zu registrieren, vorzuladen und ihnen bei Verstoß gegen die 60/40-Regelung (wonach die Mehrheit der Unterhaltungsmusik aus DDR- bzw. sozialistischer Produktion zu stammen hatte), bei "Excessen" auf und vor der Bühne, bei englischen Bandnamen, "ungepflegtem Äußeren", mangelnder Notenkenntnis, Verdacht auf "Arbeitsbummelei" der Musiker, zu hohen Gagenforderungen oder zu niedrigen Steuerzahlungen, die Lizenz - so überhaupt vorhanden - zu entziehen"


http://www.bpb.de/publikationen/08848277...ger_Jahren.html


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#129 von Weilheimer , 25.06.2009 20:53

Herman so langsam habe ich das Gefühl, du bietest nur im Internet zusammengeschnortes Wissen über den wilden Osten an, wie sieht es mit deinen persönlichen Erfahrungen aus, hast du überhaupt welche? Fakt ist, diese 60/40 Regelung gab es sicherlich irgendwo in einem Gesetz oder einer Anordung. In der Praxis war diese Regel aber wirkungslos. In so eine Disko wäre keine Sau reingegangen. Der Kneiper wollte in seinem Saal Kohle machen, auch wenn die Gesellschaftordnung Sozialismus hieß. Es gab keine Probleme, gerade auf dem Land war man mit dem ABV per du und die Stasi interessierte sich nicht für die 60/40 Quote, auch wenn du so etwas nicht glaubst.


Wenn eine Frau nicht spricht, soll man sie auf keinen Fall unterbrechen.

Clint Eastwood

 
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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#130 von falke56 , 25.06.2009 21:23

@ herman,
alle Achtung,du bist bist ja ein richtiger Schnüffler.Habe mich bei meinen Beiträgen noch nie auf Webseiten gestützt bzw. stützen müssen.Entweder ich konnte mitreden oder mich auf andere weise am Gespräch beteiligen.Muß mich ja nicht immer zu Wort melden.
Allerdings erstaunt mich immer mal wieder deine Wortwahl,sowie dein Drang zu recherchieren.Es gibt Menschen die einfach nicht von ihren alten anerzogenen Gewohnheiten lassen können.
Manche benutzen ein Leben lang die Kürzel - O.U.,oder auch - "Es bleibt festzuhalten".Kommt dir das auch bekannt vor?? Es gab zu gewissen Zeiten Menschen die nichts unversucht gelassen haben anderen ihre Überzeugungen und Doktrien aufzuzwingen oder anderweitig zu verbreiten.Das Internet eignet sich geradezu jetzt als ideal.
Wen bezeichnest du eigentlich als "Unsere Freunde".........??Meine Freunde suche ich mir selber aus !

Gruß falke


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#131 von herman , 26.06.2009 00:03

Zitat von Weilheimer
Herman so langsam habe ich das Gefühl, du bietest nur im Internet zusammengeschnortes Wissen über den wilden Osten an, wie sieht es mit deinen persönlichen Erfahrungen aus, hast du überhaupt welche?


Ja, so ungerecht ist halt die Welt.


Erst kommen die Nassauer die sich ungerechterweise das Wissen aus dem Internet zusammenschnorren und dann kommt immer die Ballade von dem aufrechten Osse der es bis zum Schluß ausgehalten hat respektive aushalten mußte und daher nur er den Durchblick hat. Manche Dummköpfe behaupten ja er hätte deswegen den geringsten Durchblick. Aber das wäre ein neues Thema und es ist schon spät.


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#132 von herman , 26.06.2009 07:15

@falke

Ich glaub dirs aufs Wort.

Wenn man als Schallplattenaufleger immer brav das gemacht hat was einem der Zensor vorschrieb hatte man in Unserer Republik keine Probleme. Und lieber Weiheimer, es wurde häufig, dieses mal zum Glück, nicht immer das gemacht was in den Gesetzen und Verordnungen stand. Dass daher die Aufleger die von der SED angeordnete 40/60 Quote (auf welcher Rechtsgrundlage wäre wohl eine alberne Fragestellung) häufig nicht eingehalten haben ist dann zwar eine Binsenwahrheit aber kein Ausweis für Freigeistigkeit in Unserer Republik.

Denn trotz allmorgentlichem intensiven Studieren des ND wußte man nie genau wie der Wind gerade weht.

Und was die Musikszene angeht, sie wurde besonders bespitzelt. "Ob eventuell Spitzel zur Veranstaltung kommandiert wurden, weiß ich nicht" mag daher so sein oder eben auch nicht.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Renft-Combo. Der Renft-Musiker Peter Gläser war 22 Jahre Stasi IM. War halt Pech für einige Mitglieder der Combo. (http://www.bild.de/BTO/leute/2007/03/11/...enft-stasi.html)

Am Schicksal der Renft-Combo ist zu erahnen wie die miefige und piefige SED-Diktatur mit denen umging die nicht nur Lipsi spielen wollten.

http://www.cl-netz.de/foren/cl.initiativ...Renft-5285.html


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#133 von falke56 , 26.06.2009 07:40

@ herman,
hast schon wieder nicht aufgepasst.Ich schrieb,das ich mich nie an die Regeln gehalten habe.Nicht mal in der Öffentlichkeit (Stadtfeste).Demzufolge habe ich mich nie an eine Zensur gehalten,aber damit auch nie Probleme gehabt oder bekommen.
Ich glaube du liest die Beiträge garnicht richtig.Dir ist es nur wichtig zu allem deinen Senf dazuzugeben.
Das schöne an einem Forum aber ist das du andere erst ausreden lassen mußt.Sei doch einfach mal anderen voraus und verbiete die freie Meinungsäußerung wenn sie nicht mit deinen Überzeugungen übereinstimmt.

Gruss falke


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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#134 von Hartmut , 26.06.2009 10:22

Hallo allerseits.
Komische Diskusion finde ich aber Falke hatt Recht .
Weiter im Takt was ist den Heute ?[evilmad ]http://www.medienrauschen.de/archiv/schutzquote-fur-deutsche-musik-im-radio/
deswegen muss ich mir morgens fast zur selben Zeit Gröllemeyer anhöhren ???????
Und andere sogenannte POP Ikonen die Supventionen benötigen

Wer,s nicht kann soll,s lassen. Und nicht irgendwelche lächerliche Verordnungen erfinden bzw. abkupfern.
Hartmut


Es gibt soviel schlechtes auf der Welt.
Versuchen wir gutes daraus zu machen.

 
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RE: Fragen zum Leben in der DDR

#135 von bummi , 26.06.2009 20:47

in der ddr galten musikgruppen oder kulturtreibende mit
etwas popularität als vorbilder für die jugend.
über ihnen schwebte ein schutzschirm;
und zwar solange, wie sie vorbilder waren.
die renft´s waren bei uns, d.h. im familienbetrieb, um die
5 mal aufgetreten. feinste musiker.
mit der höhe an gnade (gnade der gunst vieler fans) verliebten
sich teile der band immer mehr in lieblichkeiten,
die partout nicht mit der vorbildfunktion koalierten.
z.b. alk, weiber und gemecht:-)))
damit, und mit dem einhergehenden niedergang, in form von
leichtfertiger, falscher soli richtung biermann und co., verlor
die band erheblich an image und damit am vorbildcharakter.
auf deutsch - man soff mehr als man verdiente.
selbst starke genossen konnten den fall dieser band nicht bremsen.
...und das...trotz dutzender zugeständnisse und gespräche.
zu allem gehörte schon eine außerordentliche blindheit/ selbstverliebtheit,
um so aufzulaufen.
als außerordentliches opfer dieser querelen sehe ich die fischer
vroni. vroni hatte bei den ganzen bands gesungen und damit
eine bestimmte beziehung zu deren musik. die vroni ist
durch diese "gurken" ins nix gefallen.

kh






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