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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#31 von DeutschLehrer , 07.01.2009 08:33

Gerade hat Russland die Gaslieferungen komplett gestoppt. Dahinter steckt ein Plan Putins, der kürzlich erklärte "Die Zeiten des billigen Gases sind vorbei". Russland hat große finanzielle Probleme und arbeitet schon länger auf die Entkopplung des Gaspreises vom Ölpreis hin. Man sollte wirklich mit den Russen keine Verträge mehr machen und diese unsägliche Ostseepipeline sollten wir ganz schnell vergessen. Nun trifft uns auch "Schröders Rache" . Österreich und die Slowakei haben schon Notstandsmaßnahmen ergriffen.

Es gibt nur eins - weg vom Gas. In ein paar Jahrzehnten endet es sowieso.

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#32 von Weilheimer , 07.01.2009 10:16

Zitat von mutterheimat
Was passiert mit einem Käufer, welcher eine Ware bestellt, bekommt und nicht bezahlt. Mir fällt da das Wort, Gerichtsvollzieher, ein. Genau das macht Russland, nur auf andere Weise.


Ah ja, und der Gerichtsvollzieher geht dann auch zum Nachbarn oder wie oder wenn Du deine Stromrechnung nicht bezahlst, dann wird bei der Oma Hilde nebenan auch gleiich der Zähler mit abgeklemmt. Mutterheimat für mein Dafürhalten, hast du ein sehr russisches Rechtsverständnis.


Daß die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran, daß sie gewöhnlich an den Haaren herbeigezogen ist.

 
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zuletzt bearbeitet 07.01.2009 | Top

RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#33 von DeutschLehrer , 07.01.2009 10:28

@Wellheimer
Da gebe ich Dir in vollem Umfang Recht !

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#34 von mutterheimat , 07.01.2009 10:49

Zitat von Weilheimer
Zitat von mutterheimat
Was passiert mit einem Käufer, welcher eine Ware bestellt, bekommt und nicht bezahlt. Mir fällt da das Wort, Gerichtsvollzieher, ein. Genau das macht Russland, nur auf andere Weise.


Ah ja, und der Gerichtsvollzieher geht dann auch zum Nachbarn oder wie oder wenn Du deine Stromrechnung nicht bezahlst, dann wird bei der Oma Hilde nebenan auch gleiich der Zähler mit abgeklemmt. Mutterheimat für mein Dafürhalten, hast du ein sehr russisches Rechtsverständnis.

Das ist falsch. Der Grund dafür liegt im Transport. Anders ausgedrückt. Die Ware wurde vollständig abgeschickt (laut Uhr), bei dir kommt sie geschmählert an (laut Uhr). Du bezahlst das, was du bekommen hast. Wo ist der Rest? Ich würde mir einen anderen Transportweg suchen. Gilt für alle Abnehmer. Ich denke an den Seeweg (Gasschiffe). Ich sagte doch schon, Russland läßt sich nicht mehr verar...! Aus russischer Sicht, machen die es völlig richtig!


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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#35 von DeutschLehrer , 07.01.2009 11:23

@mutterheimat
Die Russen machen gerade alles falsch, was sie nur falsch machen können. Das Manöver mit der Ukraine ist so durchsichtig. Wir sollten uns von russischem Gas unabhängig machen, denn Russland wird nie ein zuverlässiger Lieferant sein. Die versuchen aus den restlichen Gasbeständen nur ein Maximum an Geld rauszuholen und werden uns immer wieder erpressen.
Es ist der Beginn des Kampfes um die letzten Gas-und Ölreserven. Und mit der Ukraine hat das nichts zu tun, das ist nur ein billiger Vorwand. In Kürze wird Russland weltweit als der unzuverlässigste Lieferant dastehen.

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#36 von mutterheimat , 07.01.2009 11:54

@ DeutschLehrer + Leute, wo lebt ihr denn, die Araber haben die gleiche "Keule" und setzen sie ein. Die USA machen das schon immer, nur mit dem Dollar. Jeder Staat macht das so, ganz egal wie er heißt. Das hat sogar unser Finanzminister öffentlich eingestehen müssen. Ich habe es bei einem im Fernsehen übertragenen Vortrag gesehen. Brasiliens "Keule" heißt, tropisches Holz. Australiens "Keule" heißt Opale.
Wo lebt ihr denn. Man muß doch wissen, wie die "Keulen" heißen und wo sie sich befinden UND wer dort die "Mütze" aufhat!!!!!!!


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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#37 von DeutschLehrer , 07.01.2009 12:11

Sicher haben alle Monopolisten dieser Welt diese Keule, aber Russland schwingt sie gerade . Und der politische Effekt ist ja noch, dass die Ukraine im Westen diskreditiert wird und damit jede Annäherung an die EU sabotiert wird. Russland sichert seine Enflußsphäre. Was die Russen da gerade machen, ist nicht unbedingt die feine Art und gewiß auch nicht richtig im russischen Sinne. Sehr kurzsichtige Politik von Putin .

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#38 von WELLO , 07.01.2009 12:36

Noch ein Beitrag zum Thema Gas, Russland, Ukraine und Westeuropa:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/755/453446/text/

Heute ist es Öl oder Gas, morgen wird es Wasser sein, und der Streit wird sich auf weitere Mitspieler ausweiten: der Bedarf übersteigt längerfristig das Angebot. Was ganz früher schon die Malthusianer befürchteten, es gäbe zuviel Menschen auf der Erde - es scheint so, als würden sie Recht behalten. Es sei denn, die Energieforschung legt mal einen Zahn zu...

Gruß Wello

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#39 von DeutschLehrer , 07.01.2009 14:31

Natürlich haben die Malthusianer Recht behalten. Aber das Problem will ja niemand auch nur ansprechen. Und von der Energieforschung haben wir nichts zu erwarten. Die wesentlichen physikalischen Rahmenbedingungen sind bekannt. Wenn nicht gerade so etwas Exotisches, wie die Kalte Fusion noch zum Erfolg führt, haben wir perspektivisch nur eine Energiequelle - die Sonne, den Mond und all ihre Folgen (Wind, Gezeiten usw.) Solange das Problem der Überbevölkerung sich nicht löst, ist Bio-Energie keine Alternative. Da ist immer nur die Frage - Essen oder Energie. Energie sparen, Bedarfsspitzen durch Verbundnetze minimieren, viel mehr bleibt erst mal nicht
Sahara-Solar-Groß-Kraftwerke könnten theoretisch unser Problem lösen, aber ... schaffen das die Poltiik und die auf relativ kurzfristigen Gewinn orientierte Wirtschaft je ?

Gruß
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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#40 von mutterheimat , 07.01.2009 14:36

Zitat von WELLO
@mutterheimat
danke für Deine aktuelle Info, habe eben auch Putin und den Gazprom - Direktor im ZDF gesehen.
Aus russischer Sicht macht das russische Vorgehen ja Sinn.
Was denkst Du:

1. Warum bezahlt die Ukraine nicht die Restschulden?
2. Warum zweigen die zum "Nulltarif" 15% ab?

Gruß Wello

Nun Wello, so genau weiß ich das auch nicht. Aber ich weiß, daß man in der Ukraine deutlich stärkere geöffnete Taschen hat, als in Rußland (OMON läßt grüßen). In diese Taschen passen ganz viele US Dollar rein. Dazu kommt, der Boss denkt, er ist der größte, dabei ist er nur ein Durak (Dummkopf) und die Vieze "Bossin" ist ein Durnoij (Idiot). Und beide warten, daß sie sich an die Kehle springen können, wie tolle Hunde. An das Volk denken sie erst in zweiter Linie. Beide sind nicht besser als als es Kutschma gewesen ist. Sie sind neidisch auf Rußland, denen es deutlich besser geht. Dort gibt es z.B. eine gesetzliche Pflicht-Krankenversicherung, wie in Deutschland. Und die Mauserei ist relativ einfach erklärt. Gehe in ein Geschäft und mause etwas, es wird gesehen und geduldet. Weil man dich aus alten Zeiten kennt, etc!!!! Auf einmal wird es nicht mehr geduldet und du spürst die Hand, welche dich am Kragen packt und kräftig durchschüttelt. Was sagst du????? Was machst du?????


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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#41 von WELLO , 07.01.2009 18:32

@mutterheimat
...ja, das könnte passen - "zapp-zarapp" und "na ljewo" ist offenbar Alltag in dem Riesenreich. Die Ukraine ist da nicht wirklich anders. Gestern in dem Bericht über eine Reise mit der Transsib nach Peking kam so nebenher rüber, dass jeder zweite in Russland schon mal "gesessen" hätte...
Fragt man nach den Ursachen:
1. Seit die Sowjets das Geld kastriert hatten, machten Generationen die Erfahrung, dass es sich nicht lohnt, für Geld ehrlich zu arbeiten. Man bekommt eh' zuwenig und kaufen kann man sich auch nix dafür. Ergo blühte die Schattenwirtschaft, auf Tausch-, Beziehungs- oder Dollarbasis - "na ljewo"(="linksrum"). Und wenn das auch nicht mehr hilft, bleibt eben nur noch zapp-zarapp übrig. Diese Einstellung wird sich auch so bald nicht ändern.
2. Noch mehr Sklaven - Generationen machten immer nur Bekanntschaft mit der "Knute"; ("freiwillig für die Herrschaften schuften? - doch nicht mit mir! Nur soviel, wie unvermeidlich...") Aber actio = reactio: (Immer nur) Druck erzeugt (immer nur) Gegendruck. OMON spielt da die genau zugewiesene Rolle. Aber das kann auch in einen Teufelskreis münden... (Israel und die Hamas liefern derzeit ein Lehrstück dazu ab.)

Also, der Gasstreit wird früher oder später ausgestanden sein (bis zur nächsten Runde) - die Russen wollen ja ihr Gas verkaufen, und das geht nicht, wenn sie drauf sitzenbleiben und alles auf Dauer blockieren würden. Derjenige, der zuerst die Nerven verliert, macht zuerst auch ein Angebot. Dann wird verhandelt und ein neuer Preis kommt zustande. Derweil sollte sich die EU nach Alternativen umsehen - es bleibt ihr ohnehin nix anderes übrig.
Und so mancher wird sich hierzulande sagen: Gott sei Dank, dass wir für das Gas Weltmarktpreise zahlen und auch noch in € - so wird nebenher der Gaspreis für Europa festgeklopft...

Gruß Wello

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#42 von Sentinel , 07.01.2009 18:41

Mutterheimat die russische Sicht auf die Angelegenheit kann ich nachvollziehen. Nun ist Russland aber ein großer Staat und keine Privatperson und kann deshalb auch nicht in diesem Gasstreit nach Wild-West-Manier wild um sich schlagen. Nach diesem Gasstreit weis die Europäische Union Russland ist unzuverlässig und wird sich nach Alternativen umschauen, das ist schon einmal sicher. Russland hätte ja vorher mit der EU reden können und die Maßnahmen besprechen können. Daher teile ich die Ansicht von DeutschLehrer es ist eine gehörige Portion Erpressung und Großmachtstreben dahinter. Ich bin mir sicher, beim kleinen Mann auf der Straße hat die kleine Ukraine mehr Sympathien als der russische Riese. Was die Russen gerade abziehen, aus welchen Gründen auch immer, schadet langfristig ihrem Ansehen.

 
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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#43 von WELLO , 07.01.2009 18:51

Zitat von DeutschLehrer

Natürlich haben die Malthusianer Recht behalten. Aber das Problem will ja niemand auch nur ansprechen. Und von der Energieforschung haben wir nichts zu erwarten. ...
Sahara-Solar-Groß-Kraftwerke könnten theoretisch unser Problem lösen, aber ... schaffen das die Poltik und die auf relativ kurzfristigen Gewinn orientierte Wirtschaft je ?

Gruß
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Solare Großkraftwerke wären für eine "große" Lösung gut, aber viele kleine könnten wenigstens partielle Entlastung bringen - hierzulande! Immerhin bekommt man eine ständige Vergütung, wenn man sich eine kleine Solarkraftanlage hinstellt. Wenn die so dimenisoniert ist, dass sie mehr liefert, als man verbraucht, macht man noch ein Geschäft dabei - die Sonne liefert außer dem Strom ständig eine Zusatzrente! Und inzwischen ist der Wirkungsgrad auf knapp 20% gestiegen, das ist sicher noch steigerungsfähig.

Aber wenn wir nicht aufpassen, könnte es eine Zeitlang wirklich eng werden...

Gruß Wello

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#44 von DeutschLehrer , 07.01.2009 20:05

@Wello
Photovoltaisch haben die letzten zwei Prozent Wirkungsgraderhöhung etwa 15 Jahre gedauert, ein Durchbruch ist da nicht zu erwarten, im Gegenteil, die Bestrebungen zur Kostensenkung bei der Produktion (Richtung amorphe Dünnschichtzellen) kostet schnell wieder ein bis zwei Prozent Wirkungsgrad. Schlechte Aussichten für Deine Zusatzrente .

Gruß
DeutschLehrer

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RE: Rußland, die Ex-UdSSR, die Nato und der Westen, ein Problem?

#45 von mutterheimat , 07.01.2009 20:40

Ich habe gerade mit Jalta telefoniert. Besser gesagt, meine Frau. Leute, laßt euch nicht für dumm verkaufen, denkt an den Satz unter meinen Artikeln. Russland besteht auf den Zahlungen seitens der Ukraine und wird nicht weichen. Denkt an meinen Artikel in diesem Strang mit den Zähnen und Krallen des russischen Bären. Juschtschenko ist inzwischen so verhaßt (bei den eigenen Leuten), die Timoschenko gleich mit, daß es hart werden kann. Ich soll allen ausrichten, seitens meines "Drahtes" in die Ukraine, Rußland SOLL nur als der Schuldige angesehen werden. Die Betonung liegt auf dem Wort SOLL. Und denkt an Stalin. Es gibt einen modernen Nachfolger, welcher sehr beliebt ist bei den meisten Leuten in diesem Riesenland.


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