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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#31 von bummi , 25.01.2009 23:50

mit allen aufgeführten punkten haben die deutschen die kurve bekommen,
weil das der aktuelle stand der republik ist, bzw. war.
demnach ist das modell ja gegenwart.

kh

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#32 von Weilheimer , 26.01.2009 09:11

Bummi, da hast du Recht, wenn auch nur eingeschränkt, denn der "Stein der Weisen" und eine "Insel der Glückseligkeit" ist die derzeitige deutsche Republik nicht. Sie hat sicherlich weniger Widersprüche als die DDR und funktioniert vor allem im wirtschaftlichen Bereich besser, aber das Bessere ist immer der Feind des Guten. Im Prinzip könnte man nun in nachfolgenden Thread weiterdiskutieren. http://www.ossiforum.de/t657f5-Zukunft-des-Kapitalismus.html


Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.


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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#33 von bummi , 27.01.2009 19:21

die ddr war, meiner meinung nach, rein technisch, als auch politisch,
haltbar, @weilheimer. in der konstellation, die zur wende führte,
nicht; das muß klar sein. im grunde stand das achtzig fest, als man
sich mit dem gas- und ölengagement krediten aussetzte, die
eindeutig die ddr überforderten. in der langfristigen planung war das
der richtige schritt.
die basis für den fehlschlag wurde aber schon in den fuffzigern
gelegt. wie beim großen bruder. rein politisch analysiert - und
in massig dokus gefunden, die uns vor der wende nicht zugänglich
waren!
in den fuffzigern hat chruschtschow in der su den geheimdienst
in der art entmchatet, daß sie die "höheren" (in den jahren entstanden)
nicht mehr überprüfen durften. also, diese herren waren von jedweder
kontrolle durch das volksorgan nummer eins befreit. sie konnten damit
tun und lassen was sie wollten; und taten es.
der eine sammelte autos, der nächste prämien, der übernächste
puffbesuche. das gleiche wurde per dekret, zuerst etwas weicher,
dann dominant, in der ddr umgesetzt. der größte ritt erfolgte nach dem
tod ulbrichts, der sich dem treiben vehement widersetzte.
ältere mitbürger können sich noch an die mageren argumente der zeit erinnern,
siehe weltfestspiele etc.
damit entstand nicht nur der eindruck - "die da oben" - sondern das ganze
wurde tatsache. mit dem namen/programm "friedliche einmischung" und
"kooperation mit dem westen" (argumente der beiden seiten), wurde
die volksherrschaft beerdigt, indem man eliten schuf. eliten
im bürgerlichen sinn; namens verräter und sabboteure.

kh

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#34 von DeutschLehrer , 27.01.2009 21:13

@bummi
Übertreibst Du da nicht ein bisschen ? So abgehobene "Eliten" hatten wir doch gar nicht Im Vergleich zu heute haben doch die "Wandlitzer" sehr bescheiden gelebt.

Gruß DL

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#35 von bummi , 27.01.2009 21:46

schon, @DeutschLehrer.
heut mach der bürgermeister ner kleinstadt schon erheblich mehr gewinn:-))),
als ganz wandlitz zusammen.
vom pfarrer ganz zu schweigen.
fang mer also beim lech an und beim gorbi halt mer uff:-)))?

kh

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#36 von WELLO , 27.01.2009 23:01

Zitat von DeutschLehrer
@bummi
Übertreibst Du da nicht ein bisschen ? So abgehobene "Eliten" hatten wir doch gar nicht Im Vergleich zu heute haben doch die "Wandlitzer" sehr bescheiden gelebt.
Gruß DL

Ja, im Sozialismus waren sie alle gleich, aber einige waren eben gleicher als die anderen. Wandlitz war tatsächlich auch nur eine "Dienstsiedlung" mit gewöhnlichen Dienstwohnungen; sie wurden eingerichtet, nachdem es den Genossen in Ost-Berlin nach dem 17. Juni 1953 zu mulmig geworden war.

Aber, Genosse Stoph zum Beispiel besaß am Ostufer der Müritz eine regelrechte Latifundie, mehrere Hektar groß, mitten im Naturschutzgebiet, extra abgeschirmt, öffentlich nicht zugänglich, von einer Sondereinheit extra bewacht, mit einem veritablen Landsitz mittendrin. Der war natürlich um einige Klassen gehobener als die Dienstsiedlung in Wandlitz. Solche Wohnsitze mit ähnlichem Kaliber gab es auch andernorts.

Das wäre ja nicht weiter bemerkenswert gewesen, wenn sie ja nicht dauernd dem gemeinen Volk die Mär von der klassenlosen Gesellschaft, von der Befreiung vom Joch des Kapitalismus etc. etc. vorgegaukelt hätten... @bummi hat schon Recht - irgendwie saß der Keim der Dekadenz da drin... :-((

Hier ein Tipp für die angemessene Fachliteratur dazu:

http://www.amazon.de/Farm-Tiere-M%C3%A4r...33093076&sr=8-1

Gruß Wello

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#37 von bummi , 27.01.2009 23:13

@wello,
die ganzen dinger von den genossen waren kaum in privatbesitz.
jagdreviere etc. gab es in der gesamten ddr.
auch diverse ferieneinrichtungen, siehe gästehäuser.

kh






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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#38 von Wega , 28.01.2009 00:57

Zitat von WELLO
[
Ja, im Sozialismus waren sie alle gleich, aber einige waren eben gleicher als die anderen. Wandlitz wurde eingerichtet, nachdem es den Genossen in Ost-Berlin nach dem 17. Juni 1953 zu mulmig geworden war.


Gruß Wello


Das ist falsch! Die Siedlung wurde erst 1958-1961 errichtet.http://www.wandlitz-waldsiedlung.de/waldsie1.htm

 
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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#39 von herman , 28.01.2009 01:37

Zitat von Wega
Zitat von WELLO
[
Ja, im Sozialismus waren sie alle gleich, aber einige waren eben gleicher als die anderen. Wandlitz wurde eingerichtet, nachdem es den Genossen in Ost-Berlin nach dem 17. Juni 1953 zu mulmig geworden war.


Gruß Wello


Das ist falsch! Die Siedlung wurde erst 1958-1961 errichtet.http://www.wandlitz-waldsiedlung.de/waldsie1.htm


Das ändert nichts an der Tatsache daß das Motiv, das ganze SED-Politbüro (die eigentlichen Regierung) in einen mit Mauern und MG militärisch streng abschirmten Bereich zu verfrachten mit dem Wort "mulmig" durchaus zutreffend beschrieben ist.

Der Komplex "Wandlitz" wurde eigens in einem Waldgebiet etliche Kilometer von dem gleichnamigen Ort entfernt errichtet. Der Zutritt war nur mit Sonderausweis möglich.

Zuvor waren die SED-Politbüromitglieder schwerpunktmäßig in einer Villengegend des Bezirks Pankow in Ostberlin untergebracht.

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#40 von bummi , 28.01.2009 01:42

als bundesbürger würde ich mich fragen, auf welchem weg ich mich dirket mit meinem
volksvertreter oder mit diversen ministern unterhalten kann.

kh

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#41 von herman , 28.01.2009 01:53

Zitat von bummi
als bundesbürger würde ich mich fragen, auf welchem weg ich mich dirket mit meinem
volksvertreter oder mit diversen ministern unterhalten kann.

kh


Deine krampfigen Vergleiche wie immer etwas schief.

Mir ist nicht bekannt daß die Minister der Bundesregierung alle in einem knastähnlichen Hochsicherheitstrakt untergebracht sind.

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#42 von vae victis , 28.01.2009 09:30

nun Herman
dann versuch mal vorzusprechen und dann schaust wie weit du kommst.
du hättest schon glück, wenn du bis zur vorzimmerdame vordringen
könntest.
für den einfachen bürger sind die unterärsche zuständig. und selbst da
mußte für-bitten gehen.


Ich bin das Abbild meines Gottes und folglich mache ich fehler so wie " Er ",
nur nicht so große.

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#43 von Wega , 28.01.2009 09:32

Zitat von herman
[

Das ist falsch! Die Siedlung wurde erst 1958-1961 errichtet.http://www.wandlitz-waldsiedlung.de/waldsie1.htm


Das ändert nichts an der Tatsache daß das Motiv, das ganze SED-Politbüro (die eigentlichen Regierung) in einen mit Mauern und MG militärisch streng abschirmten Bereich zu verfrachten mit dem Wort "mulmig" durchaus zutreffend beschrieben ist.

[/quote]

Es ging mir um die Richtigstellung zum zeitlichem Bezug den WELLO nahm. Auslöser für die Planung und den Bau von Wandlitz-Siedlung waren die Unruhen in Ungarn 1956 und nicht der 17. Juni 1953.


 
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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#44 von WELLO , 28.01.2009 10:04

Zitat von bummi
als bundesbürger würde ich mich fragen, auf welchem weg ich mich direkt mit meinem
volksvertreter oder mit diversen ministern unterhalten kann.
kh
Im Vorfeld von Wahlen bin ich schon manchmal unverhofft Abgeordneten oder sogar Ministern "in die Arme" gelaufen. Da hat sich dann auch schon mal ein Gespräch ergeben, obwohl ich gar nicht darauf aus war. Mein Eindruck war, das sind Menschen wie Du und ich.

Gruß Wello

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RE: Hätte man den Staat DDR "retten" können?

#45 von herman , 28.01.2009 13:44

Zitat von WELLO
Zitat von bummi
als bundesbürger würde ich mich fragen, auf welchem weg ich mich direkt mit meinem
volksvertreter oder mit diversen ministern unterhalten kann.
kh
Im Vorfeld von Wahlen bin ich schon manchmal unverhofft Abgeordneten oder sogar Ministern "in die Arme" gelaufen. Da hat sich dann auch schon mal ein Gespräch ergeben, obwohl ich gar nicht darauf aus war. Mein Eindruck war, das sind Menschen wie Du und ich.

Gruß Wello


Ich konnte mich als normaler Bürger mit Minister Tiefensee unterhalten.

Daß leider das Ministerpersonal einen Personenschutz haben muß liegt an den vielen Geisteskranken. Es reicht ja daß Minister Schäuble in den Rollstuhl mußte.

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