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RE: Die Frau im Osten

#76 von Björn , 07.07.2009 00:16

Zitat von Daneel

Zudem ist das Beispiel am Thema vorbei, da Blindheit keine Behinderung ist, die man
in der Vorsorgeuntersuchung einer Schwangerschaft feststellt.....


Du hast nicht richtig gelesen, ich schrieb "blind UND mehrfach behindert" (körperlich UND geistig behindert), also wirklich schwere Fälle!!!
Damit klinke ich mich hier aus, weil ich weiterhin der Meinung bleibe, es ist einzig und allein eine Entscheidung der Eltern und nicht von irgendwelchen "Möchtegern"-Moralaposteln!!


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RE: Die Frau im Osten

#77 von Kehrwoche , 07.07.2009 00:44

Der Medizinische Fortschritt gestattet es uns u.a. ziemlich früh sagen zu können, ob ein Kind wahrscheinlich gesund zur Welt kommt oder eben nicht. Davor kann man ja die Augen nicht verschließen. Die Prognosen mögen noch nicht 100%ig verläßlich sein, aber die Entwicklung geht ja weiter. In absehbarer Zukunft wird man das sicher schon kurz nach der Befruchtung viel verläßlicher und einfacher viel mehr Behinderungen prognostzieren können. Die "Pille danach" erledigt dann den Rest. Dann werden sehr viel weniger Behinderte geboren werden, als es heute noch der Fall ist. Das Verständnis für sich dem Fortschritt verweigernde Eltern wird sinken.
Man kann für den Fortschritt sein oder nicht, aufhalten läßt er sich nicht.

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RE: Die Frau im Osten

#78 von Pamina , 07.07.2009 01:42

Zitat von Daneel


Wenn jemand sagt, er treibt ab, weil das Kind behindert ist, weil er sich der Last nicht gewachsen sieht, für dieses Kind zu sorgen, dann ist er in meinen Augen generell nicht in der Lage für ein Kind zu sorgen. Denn passieren kann immer noch etwas.



Ich hab die Wut, so viel Arroganz,Intoleranz und Selbstverherrlichung seiner eigenen Meinung, das schreit zum Himmel. Können Männer, wie du nicht einfach mal sagen,hier treffen viele Meinungen aufeinander, ich finde zwar ,meine ist richtig, aber ich lasse das jetzt mal so stehen.

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RE: Die Frau im Osten

#79 von vae victis , 07.07.2009 09:35

Pamina


..........................................


Ich bin das Abbild meines Gottes und folglich mache ich fehler so wie " Er ",
nur nicht so große.

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RE: Die Frau im Osten

#80 von queeny , 08.07.2009 10:07

Das Thema Kinderwunsch ist eben ein weites Feld mal frei nach Fontane gesagt. Ich hätte auch gerne noch ein Kind. Ja, so ist es! Aber die biologische Uhr ist nun einmal abgelaufen.

Und wenn junge Behinderte ein Kind wollen, warum nicht? Es kommt immer auf die Art der Behinderung an!! Mal ganz drastisch ausgedrückt: Sind die Behinderten voll Panne im Kopf, so können sie niemals Kinder großziehen. Never!

Ich kenne eine blinde Lehrerin. Sie ist verheiratet und hat mit ihrem Mann, der nicht behindert ist, ein kleines Mädchen. Eine normale Familie, wobei der verantwortungsvollere Part dem Ehemann zukommt. Ich finde es ganz normal. Die Grenzen bei diesem Thema sind fließend, so wie bei vielem. Und dann gibt es noch die Toleranz. Die Toleranz anderer Menschen. Manche haben vielleicht wenig bis keine und sehen nur ihre Ansicht der Welt im Allgemeinen und im Besondernen als das Ei des Kolumbus an. Tja, Menschen eben.

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RE: Die Frau im Osten

#81 von Daneel , 08.07.2009 12:30

Zitat von queeny
Die Toleranz anderer Menschen. Manche haben vielleicht wenig bis keine und sehen nur ihre Ansicht der Welt im Allgemeinen und im Besondernen als das Ei des Kolumbus an. Tja, Menschen eben.



Ich bin insofern intolerant, das Menschen eine geringere Wertigkeit zugemessen wird, weil sie anders oder behindert sind! Das Menschen ohne selbstbestimmte Lebensweise nicht Eltern sein können, ist unbestreitbar (Inanspruchnahme von Elternassistenz steht nicht im Widerspruch zur selbsbestimmten Lebensweise!), da der Schutz des Kindes vorrang hat. Einschränkungen, die sich auf Grund von Pränataldiagnostik, mit hoher Wahrscheinlichkeit für das zu erwartende Kind (Down-Syndrom, Turner-Syndrom,Ataxie u.ä.) , und damit für die Eltern ergeben (dieses sind nicht die von Björn beschriebenen Extrem-Fälle!) sollten meiner(!) Meinung nach nicht anders gewertet werden, wie eben bei einem zu erwartendem kognitiv gesundem Kind. Offen ließ ich bislang immer, auch für mich(!), ab wann reden wir vom menschlichen Leben. Da gibt es die ganz Schlauen, die sagen, es beginnt erst mit der Geburt. Meine Konsequenz wäre somit aber das Abtreibung selbst in der 34. SSW dann für alle möglich sein sollte, falls sie nicht schon ein Frühchen zur Welt gebracht haben.
Mir tun die Mediziner dann leid, die mit ihrem Gewissen in Abwägung der elterlichen Autonomie und des Schutzwertes menschlichen Lebens stehen.
@Pamina: Es steht dir doch frei, dann einfach diesen Thread nicht mehr zu lesen, wenn es dir missfällt, darüber weiterzudiskutieren. Nur helfen da Wut und deine Einstufung meiner Meinung und die Einkategorisierung meiner Person in "Männer wie du" auch nicht weiter. Im übrigen halte ich mich für einen menschen der seine Meinung schon ändern kann, wenn er überzeugende Argumente vorfindet, welches auch schon geschehen ist. Aber vielleicht ist das Bild, welches ich von mir habe auch falsch.



Ich will ans Meer zurück, ein letzter Blick
Spüren, wie der Wind mir Flügel gibt
Ich will ans Meer zurück, dort wo das Glück
Mich endlich wieder in die Arme nimmt


 
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RE: Die Frau im Osten

#82 von peppe , 08.07.2009 12:36

Kein Mensch auf dieser Erde hat das Recht einen andern vorzuschreiben ob er Kinder haben darf oder nicht


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RE: Die Frau im Osten

#83 von queeny , 08.07.2009 13:42

Das ist die Theorie, Peppe. Wer richtig geistig behindert ist, kann kein Kind großziehen. Das müßte Dir aber auch klar sein.

Wenn Otto-Normalo ein Kind mit Down-Syndrom bekommt, so hat dieses Kind auch ein Lebensrecht. Diese Kinder empfinden Freude und Trauer wie andere Kinder auch. Sie haben andere Defizite. Sprechprobleme und auch Lernprobleme, die in den ersten Schuljahren noch nicht so krass sind wie später. Sie können ihre Emotionen nicht richtig steuern. Mit Hilfe und Verständnis können diese Kinder groß werden und auch später einfache Arbeiten verrichten.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Menschen mit Down Syndrom Kinder haben sollten. Hier scheiden sich die Geister. Ich habe keine Meinung dazu, weil ich mich damit beschäftigen müßte. Im Moment will ich das nicht.

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RE: Die Frau im Osten

#84 von vae victis , 08.07.2009 18:15

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