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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#31 von ubach , 18.07.2009 00:07

Ich möchte an dieser Stellle sagen daß ich in der DDR nicht glücklich war.

Ein Staat der seine Bewohner einsperren mußte macht im Allgemeinen nicht glücklich.

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#32 von joesachse , 18.07.2009 00:16

Zitat von ubach
Ich möchte an dieser Stellle sagen daß ich in der DDR nicht glücklich war.

Das erklärt schon mal Deine Probleme, herman.

Zitat von ubach
Ein Staat der seine Bewohner einsperren mußte macht im Allgemeinen nicht glücklich.

Man kann entweder mit den Gegebenheiten und Grenzen glücklich leben oder eben nicht. Damals waren die Grenzen politisch gesetzt, heute werden sie durch den Inhalt meines Geldbeutels bestimmt. In beiden Fällen mache ich persönliche Glück nicht unbedingt davon abhängig, weder die Politik noch materielle Werte müssen da das Entscheidende sein.

Gruß
JoeSachse


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#33 von ubach , 18.07.2009 00:38

Zitat von joesachse


Man kann entweder mit den Gegebenheiten und Grenzen glücklich leben oder eben nicht. Damals waren die Grenzen politisch gesetzt, heute werden sie durch den Inhalt meines Geldbeutels bestimmt. In beiden Fällen mache ich persönliche Glück nicht unbedingt davon abhängig, weder die Politik noch materielle Werte müssen da das Entscheidende sein.

Gruß
JoeSachse


Ja leider, seit Adam und Eva muß der Mensch für die Sicherung seiner Existenz arbeiten. Bekanntlich hat das ja auf Sicht auch nicht mit dem Sozialismus funktioniert.

p.s. Den herman habt ihr Querulanten hier wohl schon weggemobbt. Denn auch wenn seine Sachen manchmal sehr direkt waren waren sie in keinem Falle falsch.


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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#34 von Kehrwoche , 18.07.2009 00:57

Du bist einen Tag hier, schreibst 5 Beiträge und bezeichnest uns als mobbende Querulanten. Lehnst Du Dich nicht etwas zu weit aus dem Fenster?


Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt.
Friedrich Schiller

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#35 von lutzi , 18.07.2009 01:47

hallo allen,

warum kann man hungernd nicht glücklich sein und wie kommt man aus versehen in die wohnung von siegfried lorenz(bei seiner frau hatten wir stabü)und was ist eigentlich glücklich?-das glück eines jungens in rio kann das finden von einer verfaulten pizza sein die er dann abends mit seiner familie teilt um das einzige(vielleicht sogar warme) essen des tages zu haben..,andere freuen sich in vietnam über den halben dollar den sie am tag verdient haben um klamotten für adidas,puma und co zu nähen...,viele kids aus marzahn sind glücklich über den teller nudeln den sie in der arche essen durften und viele arbeiter sind derzeit glücklich nur kurzarbeit zu machen anstatt stempeln gehen zu müssen....,aber viele von dehnen die stempeln gehn sind auch glücklich wenn schalke gewinnt oder bayern verliert..-nochmal die frage.."was ist glück(lich)?"
ist es nicht so das glück immer eine sache des gefühls ist-ich bin zum beispiel glücklich wenn ich meinen sohn sehe und er mich anstrahlt,dann zählt die welt nich mehr dann bin ich einfach nur glücklich-und er hat es so gut,er muss nicht hungern wie hundertausende kinder in africa, aber ich glaube auch wenn die väter diesen kindern in die augen schauen sind sie glücklich nur des lächelns wegen und in der gewissheit das sie vielleicht am morgen tod sind nur weil sie kein sauberes wasser haben oder (dank kirche) an aids sterben müssen...,also was ist glück
das wir ins heilige land die demokratie bringen und beim abzug der amis alles jubelt, oder das die schule am hindukusch die wir abends einweihen frühs wieder zerstöhrt ist und die kinder gleich mit
stimmt ich durft nicht nach paris und musst meine fresse halten und war fussballfan und "glücklich" nachdem der f.c.k. nach 26 siegen den scheiss B.F.C. geschlagen hat und die bullen gerannt sind in den zeisigwald als wir dehren "fans" beglücken wollten-hatten wir auch glück das wir da wieder rausgekommen sind..

grüssle vom lutzi

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#36 von kirschli ( gelöscht ) , 18.07.2009 08:35

Zitat von Kehrwoche
Du bist einen Tag hier, schreibst 5 Beiträge und bezeichnest uns als mobbende Querulanten. Lehnst Du Dich nicht etwas zu weit aus dem Fenster?


Kehrwoche recht hast du,das ist eine Beleidigung für mich und ich beantrage die Löschung des Herren/oder der Dame !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

ja und alles leer im Profil und oberschlaue Töne spucken


Wanderin zwischen zwei Welten http://www.youtube.com/watch?v=ztQYImOwY...laynext_from=PL

knuddel

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#37 von Ilrak , 08.12.2009 10:00

Ich muß erst einmal unserem Deutschlehrer beipflichten :
Auch ich war in der DDR glücklich .
Das liegt aber sicher daran , daß man als junger Mensch noch nicht
gedankenschwer durch die Gegend läuft .
Die eingeschränkte Reisefreiheit wird ja oft angeführt als K.O.-Kriterium.
Klar , Du hast Westradio gehört und die haben gelabert von irgendwelchen Superdiscos
auf Ibiza , das weckt Begehrlichkeiten .
Nach dem Sommerurlaub in Thüringen war man aber auch zufrieden -
und sicher ausgeruhter als die Komapatienten von den Balearen .
Im Lehrlingswohnheim ( die zwei Jahre waren die besten meines Lebens -
108 Mark im Monat und trotzdem über die Runden gekommen !!! ) hatten
wir die Mauer jeden Tag vor Augen - und keiner machte ernsthaft Anstalten , drüber springen zu wollen .
Stattdessen haben wir mit dem Fernglas Autokino geguckt .
Auch die drei Jahre NVA möchte ich keinesfalls aus meiner Biografie streichen .
Gut , anschließend gab es dann unterschiedliche Vorstellungen über meine Perspektive ,
ohne Partei lief eben bei der Interflug nicht viel .
Da bin ich eben halt zur Bahn , obwohl das in der gesellschaftlichen Reputation eher ein Abstieg war .
Aber Sorgen um die Zukunft , gerade im Hinblick auf den Arbeitsplatz , hatte ich nicht .
Und in der Zwischenzeit eine eigene Wohnung , 30 qm Platte . Aber geil .

Ich finde , daß gerade Leute , die immer am maulen waren ( nicht konstruktiv ,
nur aus Prinzip ) , immer vom Schwager im Westen schwärmten und wie gut der es hat ,
auch heute nicht zufrieden sind , wo sie doch alles haben . Der Westen kam sogar zu ihnen ,
das war nun auch wieder nicht recht .

Und ich habe das Gefühl , dies ist nicht mein Land , meine Heimat .
Meine kläglichen Versuche zur Integration betrachte ich als gescheitert ,
ich bin mehr oder weniger eh nur geduldet , also
einfach weiterwursteln und nicht anecken ( wie früher !?!? )
und auf Ausweisung hoffen .


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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#38 von DieFroehliche , 08.12.2009 10:34

Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn man in der DDR auch glücklich war?
Man muss sich ja schon fast dafür entschuldigen, so kommt es mir fast vor. Ich war auch sehr glücklich, trotz Scheidung und Problemen hinsichtlich meiner politischen Gesinnung. Aber trotzdem war es meine Heimat! Es gab mir das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Ich konnte Pläne und Ziele umsetzen. Hatte tolle Freunde, auf die ich mich auch verlassen konnte. Ich hatte immer Essen und Trinken, eine Wohnung, Strom, konnte mir am Wochenende Ausflüge leisten und bin spontan einfach mal so an die Ostsee oder nach Thüringen gedüst.
Heute mache ich mir jeden Tag Sorgen. Um die Ausbildung meiner Tochter, um die Arbeitsstelle meines Mannes, ob der Lohn gezahlt wird, ob wir unsere Mietwohnung behaltewn können oder wegen "Eigenbedarf" raus müssen, ob ich im Falle einer Krankheit mir eine optimale Behandlung leisten kann und ob ich im Alter rundum versorgt sein werde.


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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#39 von Buhli , 10.12.2009 21:35

Ich hab einige Eigenschaften, die mir durch die DDR Eigenheiten beigebracht wurden, auch hier in BW bereits anwenden müssen. Die Eingeborenen haben da nur mit dem Kopf geschüttelt, als sie gemerkt haben wie sie ins Hintertreffen geraten sind. Zwei Beispiele. Wohnungssuche und Dienstleistung leben. Bei der Wohnungssuche sollte man sich, wie es sich für gelernte DDR-Bürger gehört, einfach in einer Genossenschaft anmelden. Wann und ob man die dann braucht, ist Nebensache. Wartezeiten sind auch ca. drei Jahre. Wie damals. Solche Dinge machen mich auch im tiefsten Westen glücklich. Als es doch ernst wurde, ging es dann auch ganz schnell. Eigenbedarf ist dann sowie so kein Thema mehr. In meinem Job hab ich es nun schon zum dritten mal erlebt, daß die Marktleiter nicht mehr mit Eingeborenen arbeiten wollen. Kein Wunder, wenn man seinen Stand bereits um 18.00 Uhr zusammenpackt, oder selbst nur einen "Ramschtisch" präsentiert.
Mutterheimat, wenn du etwas selbstbewuster durch die Welt gehen würdest, würdest du auch mit den arroganten Typen gelassener umgehen. Solche Typen bekommen von mir "Ohrfeigen". Die merken auch, daß es Ohrfeigen sind. Sollen sie ja auch. Wir sind ja auch nicht auf der Wurschtbrühe hergeschwommen. Die Hugenotten haben noch vor den Schwaben und Bayern den Preußen und Sachsen das Essen mit Messer und Gabel beigebracht. Bayern ist doch auch erst Ende der 80er zum Industieland geworden. AUDI haben sie den Sachsen zu verdanken. Die Schwaben waren zu blöde die Glocken für die DD-Frauenkirche mit dem ersten Guß hin zubekommen. Bosch hat es fertig gebracht die BMW- und Mercedes Dieselbaureihen lahm zulegen, weil die zu blöde waren ordentliche Einspritzdüsen zu liefern. Beim Golf II hat die Zulieferindustrie der DDR nicht so einen Scheiß hin bekommen. Im Gegenteil. Der Golf II ist das beste Gebrauchtauto was VW auf dem Markt hat. Das sind Äußerungen aus der Auto-Bild und vom ADAC. Das soll erst mal genügen.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#40 von Kehrwoche , 10.12.2009 22:53

Zitat von Buhli
Mutterheimat, wenn du etwas selbstbewuster durch die Welt gehen würdest....

Der hat doch hierzu noch garnichts geschrieben.


Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt.
Friedrich Schiller

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#41 von Wega , 11.12.2009 04:37

Zitat von Kehrwoche

Zitat von Buhli
Mutterheimat, wenn du etwas selbstbewuster durch die Welt gehen würdest....

Der hat doch hierzu noch garnichts geschrieben.




Vielleicht schreibt er nun etwas zu dem Thema - Rückwirkend!?


____________________________________________________________
Diskutiere niemals mit Idioten!Die ziehen dich auf ihr Niveau runter--und schlagen dich dann durch Ihre Erfahrung!



Zeitgeschichte sollte man nur mit dem Bleistift schreiben... (Golda Meir, 1898-1978)

 
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#42 von Weilheimer , 11.12.2009 19:46

Buhli mir bereitet Dein Beitrag, ich nenne es mal "Magenschmerzen". Du hast ja teilweise nicht ganz unrecht, was unsere Gastgeber im Ländle angeht, gerade was den Service angeht, aber du verallgemeinerst es so stark, das es überheblich und arrogant rüberkommt.
Es muss doch, herrgott noch mal, 20 Jahre nach der Einheit möglich sein, das sich Menschen aus verschiedenen Bundesländern begegnen und nicht dann einer anfängt, sich verbal auf einen Sockel, über die anderen zu erheben. Sei doch froh, das die Schwaben so tolerant sind und dir Deine Produkte, ohne Rücksicht auf deinen Dialekt und deine Herkunft abzukaufen. Die könnten genau so sagen, bei dem "blöden" Ossi kaufe ich nicht, weil der meinem schwäbischen Nachbarn, der auch Staubsaugervertreter ist, die Kunden wegnimmt. Zu einem guten Verkäufer gehört es dazu, das man Menschen mag und das ohne Ansehen der Person und Herkunft. Nur so kann man unvoreingenommen auf die Personen zugehen. Dein Begriff "Eingeborener" gefällt mir nicht, weil darin etwas Abwertendes steckt, was die Menschen hier nicht verdient haben. Buhli, ich glaube Dir würde es auch nicht gefallen, wenn man dich als "Zohni" betitelt.


 
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#43 von Westhonecker ( gelöscht ) , 11.12.2009 22:43

Zitat von Weilheimer
Buhli mir bereitet Dein Beitrag, ich nenne es mal "Magenschmerzen". Du hast ja teilweise nicht ganz unrecht, was unsere Gastgeber im Ländle angeht, gerade was den Service angeht, aber du verallgemeinerst es so stark, das es überheblich und arrogant rüberkommt.
Es muss doch, herrgott noch mal, 20 Jahre nach der Einheit möglich sein, das sich Menschen aus verschiedenen Bundesländern begegnen und nicht dann einer anfängt, sich verbal auf einen Sockel, über die anderen zu erheben. Sei doch froh, das die Schwaben so tolerant sind und dir Deine Produkte, ohne Rücksicht auf deinen Dialekt und deine Herkunft abzukaufen. Die könnten genau so sagen, bei dem "blöden" Ossi kaufe ich nicht, weil der meinem schwäbischen Nachbarn, der auch Staubsaugervertreter ist, die Kunden wegnimmt. Zu einem guten Verkäufer gehört es dazu, das man Menschen mag und das ohne Ansehen der Person und Herkunft. Nur so kann man unvoreingenommen auf die Personen zugehen. Dein Begriff "Eingeborener" gefällt mir nicht, weil darin etwas Abwertendes steckt, was die Menschen hier nicht verdient haben. Buhli, ich glaube Dir würde es auch nicht gefallen, wenn man dich als "Zohni" betitelt.



Diesem Beitrag muss und kann ich leider nur zustimmen - obwohl auch ich ein offizieller "Schwaben- Eingebohrener" bin...
Man muss mit den Menschen - egal woher - umgehen können und oft auch "drüber" stehen - sonst geht man echt baden und regt sich darüber auch noch künstlich auf.
Vorwerk grüßt den "Rest" der Welt???

Westhonecker

RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#44 von Weinböhlaer , 12.12.2009 00:22

Es ist erstaunlich welchen Frust sich hier manche von der Seele reden.
Der Grund ist meistens fehlende Anerkennung im neuen Wirkungsbereich oder im neuen Wohnumfeld.
Erst ein mal ist das nichts neues, ich kenne das aus der alten Heimat. Sachsen, Thüringer, Preußen, sie
konnten alle schlecht miteinander.
Hier ist das auch nicht anders, Badener machen sich über Pfälzer lustig, Schwaben über Hessen wir alle
über die Polen usw.
Eins ist Fakt, Anerkennung muß man sich erst durch Können und Leistung verdienen, wenn man dazu noch etwas
zurückhaltend aber trotzdem bestimmt auftritt funktioniert das.

Es ist aber nicht das Thema:

Das ich vor dem Übersiedeln nach der Pfalz nicht unglücklich war hatte aber mit der DDR nichts zu tun.
Wir hatten beide einen guten Beruf, eine AWG Wohnung, ein Auto und durch meine Nebentätigkeit in der Fahrschule
auch Beziehungen zu Bückware.
Ich war z.B. 1961 von der Richtigkeit der Schließung der Grenze überzeugt.
Aber das ganze Leben ist ein Lernprozess.
Wenn man das was in der Schule gelehrt wird, das was bei der NVA geschult wird, das was in den Ostmedien
dem Volk vorgesetzt wird mit den Eindrücken die man im Lauf des Lebens sammelt vergleicht stellen sich Fragen.
Diese Fragen werden immer mehr, dann kommt der Punkt wo man merkt das man verarscht worden ist, das ganze
bisherige Leben lang.
Ich will den ganzen Mist und die Arroganz der Behörden nicht aufzählen, die die hier älter als 40 sind werden
es hoffendlich nicht vergessen haben.
Ein Beispiel aber doch: Meine Schwägerin wohnte in Stuttgart und hatte einen tödlichen Unfall. Die Schwiegermutter und
meine Frau wollten zur Beisetzung fahren.
Einen Tag zuvor wurde meine Frau vormittags auf das Kreisamt bestellt, nur um Ihr zu sagen das sie keinen Paß bekommt.
Die Schwiegermutter bekam den Paß, aber so das der Zug mit dem sie noch rechtzeitig zum Begräbnis gekommen wäre, schon
abgefahren war.

Ich kann mich noch erinnern an Zahnarzttermine, die ein viertel Jahr zuvor geholt werden mußten, wo man wieder weggeschickt
wurde weil kein Beteubungsserum da war.
Oder daran, das mein Arzt mir eine Salbe aufschrieb über einen anderen Patienten. Einen der in der sogenannten
Nomenklaturliste stand (VVN, Parteibonzen usw. waren da gelistet), es reichte eben nicht für alle.
Es ist für mich schon komisch zu lesen wenn hier User ,die 1989 gerade mal 20 Jahre waren, schreiben wie toll es in der DDR war.


Jürgen

 
Weinböhlaer
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#45 von Westhonecker ( gelöscht ) , 12.12.2009 00:38

Zitat von Weinböhlaer
Es ist erstaunlich welchen Frust sich hier manche von der Seele reden.
Der Grund ist meistens fehlende Anerkennung im neuen Wirkungsbereich oder im neuen Wohnumfeld.
Erst ein mal ist das nichts neues, ich kenne das aus der alten Heimat. Sachsen, Thüringer, Preußen, sie
konnten alle schlecht miteinander.
Hier ist das auch nicht anders, Badener machen sich über Pfälzer lustig, Schwaben über Hessen wir alle
über die Polen usw.
Eins ist Fakt, Anerkennung muß man sich erst durch Können und Leistung verdienen, wenn man dazu noch etwas
zurückhaltend aber trotzdem bestimmt auftritt funktioniert das.

Es ist aber nicht das Thema:

Das ich vor dem Übersiedeln nach der Pfalz nicht unglücklich war hatte aber mit der DDR nichts zu tun.
Wir hatten beide einen guten Beruf, eine AWG Wohnung, ein Auto und durch meine Nebentätigkeit in der Fahrschule
auch Beziehungen zu Bückware.
Ich war z.B. 1961 von der Richtigkeit der Schließung der Grenze überzeugt.
Aber das ganze Leben ist ein Lernprozess.
Wenn man das was in der Schule gelehrt wird, das was bei der NVA geschult wird, das was in den Ostmedien
dem Volk vorgesetzt wird mit den Eindrücken die man im Lauf des Lebens sammelt vergleicht stellen sich Fragen.
Diese Fragen werden immer mehr, dann kommt der Punkt wo man merkt das man verarscht worden ist, das ganze
bisherige Leben lang.
Ich will den ganzen Mist und die Arroganz der Behörden nicht aufzählen, die die hier älter als 40 sind werden
es hoffendlich nicht vergessen haben.
Ein Beispiel aber doch: Meine Schwägerin wohnte in Stuttgart und hatte einen tödlichen Unfall. Die Schwiegermutter und
meine Frau wollten zur Beisetzung fahren.
Einen Tag zuvor wurde meine Frau vormittags auf das Kreisamt bestellt, nur um Ihr zu sagen das sie keinen Paß bekommt.
Die Schwiegermutter bekam den Paß, aber so das der Zug mit dem sie noch rechtzeitig zum Begräbnis gekommen wäre, schon
abgefahren war.

Ich kann mich noch erinnern an Zahnarzttermine, die ein viertel Jahr zuvor geholt werden mußten, wo man wieder weggeschickt
wurde weil kein Beteubungsserum da war.
Oder daran, das mein Arzt mir eine Salbe aufschrieb über einen anderen Patienten. Einen der in der sogenannten
Nomenklaturliste stand (VVN, Parteibonzen usw. waren da gelistet), es reichte eben nicht für alle.
Es ist für mich schon komisch zu lesen wenn hier User ,die 1989 gerade mal 20 Jahre waren, schreiben wie toll es in der DDR war.


Jürgen







Dein letzter Satz war treffend - leider...
Es könnte sooo schön sein... - wenn nicht andauernd...?!

Westhonecker

   

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