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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#46 von kalteschnauze , 12.12.2009 11:26

Ich kann mich noch erinnern an Zahnarzttermine, die ein viertel Jahr zuvor geholt werden mußten, wo man wieder weggeschickt
wurde weil kein Beteubungsserum da war.


hast du in der ddr, ausser bei zahn ops zähneziehen, für sonstige zahnbehandlungen überhaupt ne betäubung gekriegt - NEIN .... und auch nach der wende hat mein ost-zahnarzt da seine ddr-marotten beibehalten - spritze gabs erst ab zahnziehen aufwährts.... ich war da abgehärtet und guckte etwas doof aus der wäsche, als mein neuer bayr. zahnarzt bei normalen bohrarbieten dir ne betäubung angeboten hat... sowas kannte ich bis dahin überhaupt nicht.....

also arzttermine schauts aber gerade in den neuen ländern heute noch zappenduster aus, wenn du nen spezialisten brauchst.... ich habe mal den absoluten knaller erlebt 9!!!! (NEUN) monate wartezeit, trotzdem ich als schmerzpatient galt..... nur mit vitamin b bin ich bei nem anderen arzt "schon" nach 4 wochen drangekommen... glaube da sind die bedingungen eher schlimmer geworden, als das was du zu ost-zeiten erlebt hast.

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#47 von Björn , 12.12.2009 12:47

Zitat von kalteschnauze
also arzttermine schauts aber gerade in den neuen ländern heute noch zappenduster aus, wenn du nen spezialisten brauchst.... ich habe mal den absoluten knaller erlebt 9!!!! (NEUN) monate wartezeit, trotzdem ich als schmerzpatient galt..... nur mit vitamin b bin ich bei nem anderen arzt "schon" nach 4 wochen drangekommen... glaube da sind die bedingungen eher schlimmer geworden, als das was du zu ost-zeiten erlebt hast.


Aber auch in den alten Bundesländern (wie in den neuen) kriegt man leider etliche Arzttermine (selbst bei Schmerzen) erst in 3-5 Monaten und muß sogar auf eine OP wegen gebrochenem Schlüsselbein 2,5 Wochen zu Hause warten Man kriegt von der Notaufnahme und dem Arzt nur starke Schmerzmittel verordnet!
Das ganze Kranken-System ist krank!!

 
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#48 von Ilrak , 13.12.2009 08:31

Zitat von Weinböhlaer
[
Es ist für mich schon komisch zu lesen wenn hier User ,die 1989 gerade mal 20 Jahre waren, schreiben wie toll es in der DDR war.


Jürgen






Deswegen schränkte ich es ja auch dahingehend ein . daß man als
junger Mensch etwas weniger gedankenschwer war - und deshalb vielleicht glücklicher als heute ,
wo man ja nicht nur moralische , sondern auch materielle Verantwortung für seine Familie hat
und deshalb sehr oft gezwungen ist , zurückzustecken .
Die Rahmenbedingungen mögen heute eventuell anders sein , aber nicht unbedingt besser .
Ich war 89 25 .

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#49 von michaka13 , 13.12.2009 11:16

Ich sehe das genauso wie ilrak. Man macht sich als junger Mensch viel weniger Gedanken. Ich war zur Wendezeit 19 Jahre alt. Natürlich war ich da glücklich. Die Ausbildung war vorbei. Man hat sein erstes "richtiges" Geld verdient. Die erste große Liebe, im Urlaub ne Woche zelten mit Kumpels. Dank Beziehungen mit 18 in die erste eigene Wohnung gezogen. Ja, da war ich glücklich. Über Politik hat man sich eben wenig Gedanken gemacht. Aber sind in der Beziehung nicht fast alle jungen Menschen gleich? Egal wo sie aufwachsen? Ob in einer Demokratie oder in einer Diktatur, ob in Europa, Asien oder Afrika? Man ist jung, man hat jede Menge Pläne und Träume. Das hat mit der DDR, glaub ich, gar nichts zu tun. Also, ich war glücklich, wäre es aber mit Sicherheit auch gewesen wenn ich in der Bundesrepublik, in Frankreich, oder sonstwo aufgewachsen wäre.


Gruß,
michaka13

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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#50 von Pamina , 13.12.2009 11:36

Wow ,ihr Zwei, ich kann mich nur anschließen und ich war ganz bissel älter zur Wendezeit.


Pamina  
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#51 von Weinböhlaer , 13.12.2009 12:15

Zitat von michaka13
Ich sehe das genauso wie ilrak. Man macht sich als junger Mensch viel weniger Gedanken. Ich war zur Wendezeit 19 Jahre alt. Natürlich war ich da glücklich. Die Ausbildung war vorbei. Man hat sein erstes "richtiges" Geld verdient. Die erste große Liebe, im Urlaub ne Woche zelten mit Kumpels. Dank Beziehungen mit 18 in die erste eigene Wohnung gezogen. Ja, da war ich glücklich. Über Politik hat man sich eben wenig Gedanken gemacht. Aber sind in der Beziehung nicht fast alle jungen Menschen gleich? Egal wo sie aufwachsen? Ob in einer Demokratie oder in einer Diktatur, ob in Europa, Asien oder Afrika? Man ist jung, man hat jede Menge Pläne und Träume. Das hat mit der DDR, glaub ich, gar nichts zu tun. Also, ich war glücklich, wäre es aber mit Sicherheit auch gewesen wenn ich in der Bundesrepublik, in Frankreich, oder sonstwo aufgewachsen wäre.


Gruß,
michaka13



Dieser Sicht der Dinge kann ich folgen, privat gefühltes Glück ist etwas anderes als Glück mit oder in einem Staat.
Der Anfangsthread ist vieleicht etwas unglücklich gewählt, es hätte eher heißen sollen:
Warum ich mit der DDR glücklich war, andere aber nicht.

Jürgen

 
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RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#52 von Björn , 13.12.2009 12:36

Zitat von Weinböhlaer

Dieser Sicht der Dinge kann ich folgen, privat gefühltes Glück ist etwas anderes als Glück mit oder in einem Staat.
Der Anfangsthread ist vieleicht etwas unglücklich gewählt, es hätte eher heißen sollen:
Warum ich mit der DDR glücklich war, andere aber nicht.

Jürgen




Diese Frage kann man so aber auch in vielen anderen Ländern stellen (egal ob BRD, Österreich oder weltweit): Warum ich mit meinem Staat nicht glücklich bin, aber in meinem Land/Staat schon?


 
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zuletzt bearbeitet 13.12.2009 | Top

RE: Warum ich in der DDR glücklich war, andere aber nicht.

#53 von mutterheimat , 13.12.2009 12:52

Ich glaube auch, man muß differenzieren. Das private Glück hat etwas mit der Wärme der Menschen untereinander zu tun. Jeder hatte seinen Ärger, jeder hatte seine Probleme, jeder mußte Lösungen finden, welche man heutzutage nur noch mit Kopfschütteln betrachte. Ich schrieb bereits über die Zweitwährung bei uns, mit unterschiedlichsten Namen, (Fliesen, Auto-Ersatzteile, Weihnachtsschinken, Aal, etc.). Diese Wärme ist nun weg und kommt auch nicht mehr wieder. Allerdings hat man unseren "Laden" schnell als einen "Witzstaat" angesehen. Man brauchte nur einen Blick in die Zeitung machen und das Lachen begann. Sehr vielen ist allerdings des Lachen vergangen, wenn sie gezielt etwas hinterfragten und auch noch entsprechend argumentieren konnten. Und so entwickelten sich glückliche Menschen mit entsprechender Zweitwährung und andere, welche das nicht hatten. Man erinnere sich an das Thema Handwerker, (z.B. Ofensetzer, Fliesenleger, Kfz-Schlosser/Klempner). Es gab sogar Zeitschriften, welche extrem gefragt waren und Bückware waren, weil kein besonderes Wort Politik drinstand, z.B., glaube ich, hieß eine solche, der Praktiker, oder eine Schneiderzeitschrift, mit Nähmustern, oder eine Gartenzeitschrift. Zum Ende unseres "Ladens", hat dann nur noch die Zweitwährung "gedient". Die Mark der DDR war zur Makulatur verkommen, welche in ihrer Spitze sogar noch den 500 Mark Schein hervorbrachte, welcher nicht mehr in den "Handel" kam. Man konnte glücklich dort sein, keine Frage. Nur nachfragen und überprüfen war nicht angesagt. Dann wurde man unglücklich. Aber irgendwie tun sich Parallelen zum heutigen "Laden" auf. Oder irre ich mich???


http://www.dailymotion.com/video/x6pvd_acdcthunderstruck
Leute, welche mit dem Bildchen nichts anfangen können, nach Stalingrad schauen. Es kommt zu einer Erkenntnis!!!!

 
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