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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#61 von Buhli , 28.09.2010 20:25

Über den grünen Pfeil mus ich heut noch schmunzeln. So wie er im Westen zu finden ist, kommt er nicht aus der DDR. Der ist Wessigerecht gemacht worden. Oder benötigt irgend ein Ossi den Text der untendrunter angetackert wurde? Durch den Bildungsstand hier in den gebrauchten Bundesländern, ist der Text lang genug um ihn bis zum nächsten Grün wenigstens gelesen zu haben. Es gibt sogar noch Verkehrszeichen, die es seit 1976 im Osten nicht mehr gibt. Dieses "Voreinander linksabbiegen" seh ich hier im Raum Stuttgart ab und zu. Letztes Jahr haben die eins in Filderstadt abmontiert. Wenn die Medien sich zur notwendigen Information hergeben würden, wären die Texte am Pfeil bestimmt auch schon weg. Könnt Ihr Euch noch erinnern, daß etwa ein Jahr vor Inkrafttreten der 77er StVo alle DDR-Medien sehr ausführlich über die Neuerungen auf der Strasse informiert haben? Ich hab natürlich nur die Gemeint, die da bereits das Thema Strassenverkehr kannten.



Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#62 von kirschli ( gelöscht ) , 29.09.2010 11:10

kurz und Bündig NEIN




"Gib jedem Tag die Chance,
der schönste deines Lebens zu werden"
Mark Twain
http://www.youtube.com/watch?v=bD6d-4HxPQU

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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#63 von MJagger63 , 01.10.2010 17:22

Ich habe mal einen Leserbrief geschrieben, weil einer sich mokiert hat, dass er an der tschechisch-bayrischen Grenze sächsisch begrüßt wurde:

Ich befürworte es auf jeden Fall, daß jeder Deutsche die lokalen Eigenarten eines anderen Bundeslandes akzeptieren sollte, wenn er sich in diesem aufhält, sei es als Gast oder auf der Durchreise. Aber eines in Ihrer Randnotiz verärgert mich: Daß Sie sich – und damit sind Sie leider nicht der erste Westdeutsche – aufregen über den Grünen Pfeil und den Solidaritätszuschlag. Letztere beide Dinge sind die einzigen Fakten der Wieder-„vereinigung“ (eigentlich war es ja eine Einverleibung), die das Leben der Westdeutschen tangieren. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß sich in Ihrer Lebensqualität dadurch Grundlegendes geändert hat. Stellen Sie sich vor, es wäre anders gekommen und das DDR-Regime wäre in den alten Bundesländern eingeführt worden. Ich bin in der DDR aufgewachsen und wünsche mir keinesfalls die DDR-Zeiten zurück. Aber stellen Sie sich bitte vor, wie sehr sich die Lebensumstände der neuen Bundesbürger seit der Wiedervereinigung verändert haben. Ich meine damit nicht unbedingt nur die Arbeitslosigkeit oder andere wirtschaftliche Dinge. Nein, es wurde ja den neuen Bundesländern über Nacht das westliche Verwaltungs- und Steuersystem aufgestülpt. Pfarrer Schorlemmer hat das mal treffend ausgedrückt, als man ihn nach seiner Meinung zu den Problemen der Wiedervereinigung gefragt hat: „Sie hatten schließlich 40 Jahre Zeit zu lernen, wie man eine Steuererklärung ausfüllt“. Ich finde es schade, daß der Grüne Pfeil das einzige ist, was von der DDR übriggeblieben ist. Deshalb finde ich auch den Begriff „Wiedervereinigung“ unangemessen. War der Grüne Pfeil das einzig Gute an der DDR ?

und ein anderer über das europäische Mauerschützenurteil über Egon Krenz vom 23.03.2001:

Fein, jetzt hat Herr Bischoff (der Autor des Artikels) mal wieder Gelegenheit, uns Ostdeutschen „was ins Stammbuch zu schreiben“, sprich – eins auszuwischen. Was die Toten an der Mauer angeht, gehe ich voll mit Ihnen mit, das war und ist Unrecht gewesen, ob nach DDR- oder internationalem Recht. Aber wenn im selben Atemzug von den DDR-Ostalgikern in der PDS geredet wird, die in der DDR nicht alles schlecht fanden, werden Äpfel mit Birnen verglichen. Hatten nur die SED-Bonzen etwas zu essen, und die anderen sind verhungert oder an der Grenze erschossen worden ? Manchen konsumgeilen Lebemännern täte es gut, mal wie ein normaler DDR-Bürger zu leben, wir hatten zwar nur einmal im Jahr Bananen, aber verhungert sind wir trotzdem nicht, und mit Faustkeil und Bärenfell sind wir auch nicht herumgerannt ! Aber das wissen viele Wessis nicht, weil sie die DDR gar nicht kannten oder nur von Schauermärchen.


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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#64 von Minimal , 01.10.2010 20:03

Irgendwie sollte ich auch mal mit Leserbriefen anfangen, eine kleine, feine Art etwas zu tun :-)


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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#65 von Smithie23 , 02.10.2010 09:11

Wie peinlich ist denn sowas ? Sich beschweren, weil da jemand sächsisch spricht ? Als nächstes beschweren sich die Leute, dass im Urlaub am Pool jemand mit Berliner Dialekt war. Manchmal denke ich, nicht die Ossis, sondern die Bayern wollen ne Mauer um ihr Land ziehen. Aber ich hatte sowas auch mal. Da ging einer zur seiner örtlichen Zeitung und erzählte, dass er jemanden mit Ossi-Dialekt am Hörer hatte.
Sowas ist dermaßen grotesk und peinlich. Hier in den N.B. würde sich sicher keiner beschweren, wenn an der Supermarktkasse jemand mit Pfälzer Dialekt sitzen würde. Aber zur Zeitung zu gehen !!! Wie rückständig sind die Leute da eigentlich ??

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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#66 von altberlin ( gelöscht ) , 16.10.2010 14:35

Schlechter, nein
Keine Gedanken um Islam, Steuergelder, Pleite, Krise, Atom, Bahnhof, Umwelt usw., einfach einfach.
Wir hatten alle Kleidung von Konsument, Lebensmittel von HO oder Konsum, wenig, aber genug Geld, genug Freizeit,selten gutes Bier, dafür Lebensmittel ohne endlose listen von Zusätzen, vernünftige Brötchen, Goldbrand und Blauen Würger, dafür keinen Sangria. Und rund 112000 Quadratkilometer zum Urlaub machen. Wenn ein Urlaubsplatz da war. Kinderbetreuung war vor Ort. Arztbesuch, Medikamente kostenlos,weniger Allergien.
Den meisten von uns Ostdeutschen hat auch nicht die Freiheit gefehlt, wie sie heute erlebt wird oder erlebt werden muß, nein uns hat die Freizügigkeit gefehlt. Niemand hat die Freiheit haben wollen, arbeitslos sein zu dürfen, wir wollten nur die Freizügigkeit, einmal nach Österreich oder nach Bora Bora reisen zu können. Weshalb wurde denn immer gemeckert? Kann hier nicht hin, bekomme das nicht usw.
Und nicht einmal ein West-Auto war notwendig, für 600 km Nord-Süd- und 350 km Ost-West-Ausdehnung unseres ge- und beschützten Lebensraumes hat die Pappe oder eines der übrigen Fahrzeuge aus dem IFA-Sortiment gereicht.
Die Umweltverschmutzung hat uns hart gemacht, es gab keine Waldorfschulen oder andere Kuschelpädagogik.
Heute ist alles anders, es gibt alles, wir können alles tun. Wenn wir es können.
Billiger Bohnenkaffee und die immer wieder als Westsymbol hervorgehobenen Bananen allein ist nicht das, was die begehrte Freiheit ausmacht.
Also was war nun wirklich alles schlechter, eine provokante Frage.
Und was ist im vereinten Deutschland wirklich besser, was macht das Leben wirklich reicher?
Sind alle Urwessis mit ihrem Leben zufrieden?

Anmerkung: ich will die DDR nicht zurück, aber ist heute alles schöner und besser?


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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#67 von Schlawine , 16.10.2010 18:27

Nein @altberlin ! Auch alle "Urwessis" sind nicht mit ihrem Leben zufrieden. Und wenn ich so 20-30 Jahre zurück denke:

Wir konnten reisen wohin wie wollten wenn wir denn konnten
Zu meiner Kindheit und Jugend gab es auch noch keine Kuschelpädagogik. Das wurde erst später modern.
Während meiner Schulzeit wohnte ein einziges Mädchen aus meiner Klasse mit ihren Eltern in einem eigenen Einfamilienhaus. Alle anderen wohnten zur Miete in 3-4 Zimmerwohnungen. In den Klassen meiner Mädchen wohnen vielleicht 1-2 Kinder in Mietwohnungen. Der Rest im eigenen Haus.
Die Auswahl an Lebensmitteln war vor 30 Jahren auch im Westen noch nicht sooooo groß wie heute. Wer braucht auch schon 50 Sorten Brot und 200 Sorten Käse ?
Bananen gab es immer aber ich mochte sie nicht. Habe lieber Äpfel gegessen. Am liebsten geklaut aus Nachbars Garten
Wir hatten auch nur 4 Fernsehprogramme und haben nichts vermisst. Einen DVBT-Receiver habe ich mir erst angeschafft als es nicht mehr anders ging.
Wir sind damals nach der Schule einfach raus zum Spielen gegangen und haben immer jemanden dazu gefunden. Heute müssen die Kinder sich verabreden weil ihre Terminkalender schon so voll sind wie die von Managern.

Auch im Westen hat sich in den letzten 20-30 Jahren eine ganze Menge verändert aber so ist eben das Leben. Es steht nicht still. Veränderung bringt Vor- und Nachteile. Im Osten wie im Westen.


Schlawine
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"Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat."
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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#68 von Smithie23 , 16.10.2010 18:35

Früher war quasi Alles schlecht in der DDR. Nur wenn man Manche Dinge wiederentdeckt, nen anderen Namen gibt, dann ist es plötzlich ne ganz tolle Innovation, wo viele EX-DDR Bürger mit dem Kopf schütteln und sagen:" Das haben wir hier seit xx Jahren schon!" Soviel zum Thema "Dunkeldeutschland". Aber der Ossi ist ja im Allgemeinen sehr bescheiden und grinst sich im Stillen eins, wenn Politiker und Funktionäre plötzlich ne Idee haben, was es aber schonmal gab.

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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#69 von BesserWessi0815 , 16.10.2010 19:54

Zitat von altberlin
Schlechter, nein ...
Sind alle Urwessis mit ihrem Leben zufrieden?

nö, ich/wir nicht wirklich. Vor zwanzig Jahren war ich zwanzig - heute doppelt so alt und fünf mal so krank.... die jugendliche Begeisterung hat doch etwas nachgelassen. Das trifft wohl jeden, egal welchen Alters und egal ob West/Süd/Nord/Ost

Die Erfahrungen von Schlawine habe/n ich/wir eigentlich genau so ähnlich erlebt (mit Ausnahme der Bananen, die aßen wir immer gern und Mandarinen -andere Südfrüchte gab es erst ab den 70/80ern erschwinglich für die Masse und kannten wir bis dahin nicht).

Sicherlich hat auch der technische Fortschritt Einzug in unser Leben gehalten. Handys gab's gar nicht, die meisten hatten Telefon (wir nicht), den ersten PC (ein Monstrum) habe ich 1992 gebraucht gekauft, in meinem Umfeld gab es kein Internet (via Modem) geschweige denn DSL.
Das erste Modem (33.600bps) habe ich gemeinsam mit den WG-Bewohnern am 02.05.1997 bei Escom für 199,00DM gekauft. Die Benutzung war sauteuer: 10Pfennig pro Minute plus dem Citi- oder Regiotarif der Telekom.
Also Kosten mindestens 10,80DM pro Stunde. Heute ist das alles im Monatspreis enthalten. Egal ob ein, zwei oder füng Rechner am netz hängen und die Telefonleitung wird auch nicht mehr beim Surfen blockiert. Telefonate sind auch mit drin und selbst das Handy ins Festnetz kostet so gut wie nix mehr.
Oder auch: Wie teuer waren früher (heute selbstverständlich kostenlose Leistungen) bei den Sparkassen und Banken?
Girokonten waren so teuer (Grundgebühr, jeder Posten wurde einzeln!!! abgerechnet, jede Card kostete etc.), dass nicht mal jede Familie ein eigenes Giro hatte, geschweige denn jedes Familienmitglied. Geschweige denn ALLE Familienmitglieder. (Hausfrauen bekamen gar nicht erst eines bei unserer Sparkasse!)
Auch hat der technische Fortschritt den alten und gehbehinderten Menschen heute den Elektro-Scooter beschert.
Das erhöht die Lebensqualität dieser Menschen ungemein. Gab's früher auch nicht!

Hallo Smithie23
Als der "Grüne Punkt" eingeführt wurde, haben sich meine Freunde(Ost) auch darüber geärgert, da es früher das ZERO-System gab, was zwischenzeitlich abgewickelt wurde. Jahrzehnte früher hatten wir im Westen (vor dem Boom der MVA's) auch einen ressourceschonenderen Umgang mit Rohstoffen, das hat die Müllverbrennungsmode aber auch im Westen zunichte gemacht. Zeit des Wirtschaftswundermüllberges.
Später wurde es eben gesamtdeutsch "wiederentdeckt".
Süditalien erstickt heute in Wertstoffen - Müll genannt.
Diese Rohstoffe / Wertstoffe wurden in Deutschland wohl seit dem 1. Weltkrieg gesammelt und wiederverwertet, auch unter Hitler sammelten die Kinder für das Winterhilfswerk Zahnpastatuben (Alu) u.ä. Das "ZERO-" oder "Gelber Punktsystem" war also weder eine Erfindung der DDR, noch der BRD ähnliches gab es schon zu "Weimarer Republik Zeiten".

Es ist also auch heute einiges BESSER als früher, das sollte doch auch mal erwähnt werden!

Liebe Grüße schönes WE,
Euer Urwessi BesserWessi0815


 
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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#70 von Weilheimer , 16.10.2010 20:41

Der Grüne Punkt hat ja nun mit SERO (Sekundärrohstofferfassung, nicht ZERO) nichts gemein. Die DDR hatte keine oder nur beschränkte Devisen, um Rohstoffe auf dem Weltmarkt einzukaufen. Den Begriff Recyclen gab es auch nicht. Es hieß schnöde Altstoffsammeln. Im Rahmen der Pioniernachmittage sind wir meist Mittwochs mit einem Handwagen von Haus zu Haus gezogen und haben an den Wohnungstüren gefragt "Haben Sie Altstoffe?" Es kam so immer einiges an Gläsern, Flaschen und Papier zusammen. Abgegeben wurde es dann beim SERO und es gab aus Schülersicht recht ordentlich Geld dafür. Das Symbol vom SERO war übrigens das Rumpelmännchen. Plastikmüll gab es im DDR Haushalt so gut wie nicht. Diese "tolle" Errungenschaft hat uns die BRD geschenkt, um uns dann später mit dem "Grünen Punkt" das Geld aus den Taschen zu ziehen. In den DDR Haushalten ist nur sehr wenig Restmüll entstanden, welcher deponiert werden musste. Die meisten Mülltonnen waren mit Asche gefüllt, weil es überwiegend Braunkohleheizungen gab. Zu DDR Zeiten habe ich dem 10 Liter Mülleimer vielleicht einmal im Monat runter gebracht. Nach 1989 nachdem es die "West"-Ware mit ihren schönen Verpackungen gab, war es damit vorbei. Die Müllmengen sind regelrecht explodiert und die alten DDR Deponien, welche vorher 30 Jahre gereicht hatten, füllten sich rasant. Müllverbrennung und der "Grünen Punkt" kamen erst einige Monate nach der Deutschen Einheit, als der viele Müll in Ostdeutschland zum Problem wurde und kurzfristig Lösungen gefunden werden mussten.


 
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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#71 von Schlawine , 16.10.2010 20:51

Stimmt Weili . Verpackungsmüll gab es schon vor 1990 reichlich im Westen. Ich weiß gar nicht mehr wann das eigentlich los ging.
Als Kind habe ich noch Milch mit der Milchkanne beim Kaufmann geholt. Getränke brachte Vorlo in Pfandkisten und holte sie auch wieder ab. Zum Einkaufen nahm man Taschen oder Netze. Irgendwann gab es dann die Plastiktüten umsonst. Später nahm man dann 10 Pfennig dafür und begründete das mit dem Rohölpreis.


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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#72 von altberlin ( gelöscht ) , 16.10.2010 21:15

@ Schlawine
Unsere Kinderzeit ähnelt sich ungemein, dank Milchkanne und Einkaufsnetz. Nur der sogenannte Fortschritt hat im Westen schnellere Schritte genommen, Selbstbedienungsladen! die Folge: Verpackungsmüll. ist es nicht schlimm, das 5 mickrige Wurstscheiben eine Hartverpackung aus Kunststoff brauchen? Früher (diese Nostalgie) gab es Arbeitsplätze hinter dem Ladentisch, Wurst, Fleisch oder Käse ins Pergamentpapier und fertig. Kein Grüner Punkt und sonstiger Unfug.

@ Weilheimer
diese Rumpelmännchenaktionen kenne ich auch noch, wir haben es gern gemacht, es war auch immer ein hauch Abenteuer dabei, bis in die Dunkelheit mit dem Leiterwagen durch die Straßen zu ziehen. Flaschen, Gläser, Lumpen, Altpapier, und es hat sich immer gelohnt. Sicher war die ganze Aktion durch die Rohstoffknappheit bedingt, dafür wurde auch sparsam mit diesen Rohstoffen umgegangen. Leider manchmal zu sparsam, wenn einige Zeitungsauflagen permanent zu knapp ausfielen. Doch diese Verschwendung wie heute muß doch auch nicht sein.
Jeder "Mist" ist einzeln verpackt, oftmals so, das kaum ranzukommen ist. Plaste, Karton, Styropor und was man nicht noch so alles mit nach Hause schleppt. Alles mitbezahlt.


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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#73 von Momo , 17.10.2010 08:02

Zitat
diese Rumpelmännchenaktionen kenne ich auch noch


au ja, wir haben das auch gemacht und uns damit einen Disco-Besuch finanziert


 
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zuletzt bearbeitet 17.10.2010 | Top

RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#74 von Mario069 , 17.10.2010 18:03

Klar, alles war schlechter. Alles war grau. Das Gras war nicht grün, die Erde nicht braun, die Blumen haben nicht geblüht. Im Sommer war's nicht warm, im Winter nicht kalt. Schnee war nicht weiß. Im Beruf haben wir nicht gearbeitet. Im Urlaub hatten wir keinen Spaß. Unsere Musik hat uns keine Freude gemacht. Wie gesagt, alles war grau. Und wenn wir nicht jede Familienfeier mit Arbeiterkampfliedern begleitet haben, sprang sofort der IMvD aus dem Schrank und hat uns nach Sibirien verfrachtet. So hat's uns Papa Kohl erklärt. Und wenn wir uns heute nicht dreimal täglich auf Knien gen Westen verbeugen und dem Bananengott danken, kommt Trulla äh Angela Merkel und erklärt uns, auf welchem Sender die blühenden Landschaften zu finden sind.

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RE: War in der DDR wirklich alles schlechter

#75 von BesserWessi0815 , 17.10.2010 18:25

Ja, Ihr habt wohl recht, 'habe mich geirrt bzw. etwas durcheinander gebracht, als ich noch nachträglich auf Smithi23's Beitrag einging:

Die Ostfreunde hatten sich über die Glas- und Altpapiercontainer am Ende der Straße geärgert, das war möglicherweise zufällig zum Zeitpunkt der Einführung der "Gelben Tonnen" für Kunststoff- und Verbundverpackungen. Die Container standen da nämlich schon Jahre lang.
Richtig: SERO hieß die DDR-Variante der Glas- u. Altpapiersammlung an der sie auch teilgenommen hatten.
So ein Milcheimerchen haben wir auch noch, jedoch wurde damit die Milch direkt vom Bauern geholt.
Plastiktüten sollten 10€ das Stück kosten, vor allem in Südeuropa sind sie am Strand/Meer eine grobe Umweltsünde.

Eigentlich hatte ich mit dem Beitrag (den oberen 2/3eln) ausdrücken wollen, dass früher also auch nicht ALLES besser war als heute.
(zumindest im Westen. Vom Osten kannte ich nur Berlin als Tagesbesucher)
Dies nur zur Info, um jeglicher Westalgie vorzubeugen.


 
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zuletzt bearbeitet 17.10.2010 | Top

   

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