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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#16 von Weinböhlaer , 21.01.2010 15:02


Da kann Dir nur ein Ignorant wiedersprechen.


Jürgen


 
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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#17 von Mohieken , 21.01.2010 17:51

Also ich habe das Forum sehr wohl gefunden Ich hab nur bisschen länger gebraucht, weil es ja auch noch mehr Hausaufgaben gibt! Also Fragen hätte ich schon ein paar.. konkrete.. Ich hab auch schon mal einen Fragebogen erarbeitet, hab mich auf der Straße allerdings nicht getraut, ihn mit ein paar Passanten zu machen. Aber was ich so aus meinen Beobachtungen fragen würde, wäre auf jeden Fall: Was genau hat sich denn verändert, wenn man mal Bildungswesen oder allgemein diese ganze "jugendorganisation" betrachtet?!
Andauernd sieht man Bilder von riesengroßen Straßenumzügen mit vielen jungen Leuten in FDJ-Blusen/Hemden.. Und auch sonst scheint mir das alles sehr gut, fast zu gut, durchstrukturiert.. wenn ich mir im Gegensatz dazu die heutigen Angebote angucke, ist das nicht so prickelnd, vorallem schwer ist es, die Jugendlichen zu begeistern, oder?

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#18 von Kehrwoche , 21.01.2010 18:08

Zitat von Flotte_Lotte
...Investoren aus anderen Nationen hätten liebend gern ein Standbein in der Ex-DDR aufgestellt. Aber nein, manches musste ja für 1 DM unter der Hand verscherbelt werden.

Vielleicht haben einige ja in einer anderen DDR gelebt, aber soweit ich weiß, werden im Osten seit 20 Jahren händeringend Investoren gesucht und Brachland ist seitdem auch genug da für jedes nur erdenkliche "Standbein".

Natürlich, die Filetstücke sind als erstes und unter der Hand vergeben worden, die Automobilindustrie etwa, oder die hochmoderne Halbleiterindustrie...

Tja, und wo waren wir sonst noch Weltspitze???

Im Plattenbau wahrscheinlich, im Mauerbau sicherlich, im Lebensmittel verschwenden nachgewiesenermaßen, im Täuschen und Bespitzeln, im Sport, im Doping und im Rübermachen.

Das mit der Öffnung der Grenze auch Abzocker aus der anderen Richtung kamen, ist unbestritten.
Nur: Wer wurde denn alles abgezockt? Ein Zeitungsabo zähle ich jedenfalls nicht dazu und eine Versicherung auch nicht unbedingt. Und ein Schrottauto kaufen, spricht eben nicht nur gegen den gewissenlosen (westdeutschen) Verkäufer, es spricht auch gegen den autogeilen, dummen (ostdeutschen) Käufer - Oder?


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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#19 von Flotte_Lotte , 21.01.2010 18:22

Zitat von Weinböhlaer


Da kann Dir nur ein Ignorant wiedersprechen.


Jürgen




Stimmt.

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#20 von Flotte_Lotte , 21.01.2010 18:34

@ Kehrwoche,

mal eine Frage vorab.

Du kommst aus Berlin und lebtest auch zu Wendezeit in Berlin?

Sorry, wenn ich so plump nachfrage, aber die Situation in der Peripherie von Berlin stellte sich doch anders dar, als im Umland. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Sieht man einmal von dem sogenannten Speckgürtel ab.

Ich war im gesamten Altkreis Cottbus unterwegs, habe mit sehr vielen Menschen Kontakt gehabt (nicht nur Arbeitskolleginnen und Kollegen, mit denen ich bis Ende 2008 zusammengearbeitet habe).

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#21 von Flotte_Lotte , 21.01.2010 18:39

Hi Marieke,

ich hab zu solchen straff organisierten Jugendorganisation auch eine gespaltene Meinung. Aber so etwas gab es schon vor der DDR.

Ich werde hier aber besser nichts mehr dazu sagen. Die einen fanden es schön, wieder andere hat es veranlasst, vorzeitig aus der DDR herauszukommen.


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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#22 von Weinböhlaer , 21.01.2010 18:44

Zitat von Flotte_Lotte
@ Kehrwoche,

mal eine Frage vorab.

Du kommst aus Berlin und lebtest auch zu Wendezeit in Berlin?

Sorry, wenn ich so plump nachfrage, aber die Situation in der Peripherie von Berlin stellte sich doch anders dar, als im Umland. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Sieht man einmal von dem sogenannten Speckgürtel ab.

Ich war im gesamten Altkreis Cottbus unterwegs, habe mit sehr vielen Menschen Kontakt gehabt (nicht nur Arbeitskolleginnen und Kollegen, mit denen ich bis Ende 2008 zusammengearbeitet habe).




Und auch da hast Du Recht.

Jürgen



 
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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#23 von Flotte_Lotte , 21.01.2010 18:50

@ Kehrwoche,

ich habe "Wessis" im "Osten" kennengelernt, die würden mir beim Einkauf im Discounter noch nicht einmal auffallen.

Zur Wendezeit wurde alles mobilisiert, um den "Osten" schnell auf westdeutsche Niveau zu trimmen. Es gab allerdings zuviele, die die "Ossis" übers Ohr hauen wollten. Berliner waren da sicherlich geübter im Umgang mit solchen Dingen.

Nehmen wir doch mal das simple Zeitungsabo als Beispiel... Meine heutige Frau hatte damals drei oder viermal geschrieben, dass sie überrumpelt wurde. ERFOLGLOS!

Ich habe einen Brief geschrieben... und Ruhe war.

Woran lag es wohl? Ich habe nicht gebeten... ich habe gedroht, rechtliche Schritte einzuleiten.

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#24 von Weinböhlaer , 21.01.2010 18:51

Zitat von Mohieken
Also ich habe das Forum sehr wohl gefunden Ich hab nur bisschen länger gebraucht, weil es ja auch noch mehr Hausaufgaben gibt! Also Fragen hätte ich schon ein paar.. konkrete.. Ich hab auch schon mal einen Fragebogen erarbeitet, hab mich auf der Straße allerdings nicht getraut, ihn mit ein paar Passanten zu machen. Aber was ich so aus meinen Beobachtungen fragen würde, wäre auf jeden Fall: Was genau hat sich denn verändert, wenn man mal Bildungswesen oder allgemein diese ganze "jugendorganisation" betrachtet?!
Andauernd sieht man Bilder von riesengroßen Straßenumzügen mit vielen jungen Leuten in FDJ-Blusen/Hemden.. Und auch sonst scheint mir das alles sehr gut, fast zu gut, durchstrukturiert.. wenn ich mir im Gegensatz dazu die heutigen Angebote angucke, ist das nicht so prickelnd, vorallem schwer ist es, die Jugendlichen zu begeistern, oder?




Stell Deinen Fragebogen doch mal hier rein. Vieleicht gibt es eine Lösung den auszufüllen und dir als PN zu zuleiten.
Hallo Mod's geht da was?, wäre doch schön helfen zu können.

Jürgen

 
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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#25 von kirschli ( gelöscht ) , 21.01.2010 18:58

Nach der Wende kamen als erstes die Schmarotzer und Absahner ,besonders im Tal der "Ahnungslosen". Es dauerte schon eine Weile bis man einiger maßen unterscheiden konnte, wer es ehrlich meinte und wer nicht. Ich bin jedenfalls von mehreren betrogen worden um meinen Lohn und habe ihn mir gerichtlich einklagen müssen. Das musste man erstmal begreifen.So was kannte ich jedenfalls nicht! Viele Übernahmen Betriebe und kassierten die Staatlichen Zulagen und sanierten die Firmen in den alten Ländern . Wenn die Gelder weg waren verschwanden auch die so gelobten Unternehmen und die Belegschaft flog auf die Straße.




"Gib jedem Tag die Chance,
der schönste deines Lebens zu werden"
Mark Twain
http://www.youtube.com/watch?v=bD6d-4HxPQU

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#26 von Weilheimer , 21.01.2010 19:08

Zitat von Weinböhlaer

Stell Deinen Fragebogen doch mal hier rein. Vieleicht gibt es eine Lösung den auszufüllen und dir als PN zu zuleiten.



Den Fragenbogen hier als Bild einzustellen ist sicher kein Problem, nur das Ausfüllen gibt die Forensoftware nicht her. Jeder kann der Marieke nur individuell per PN antworten. Allerdings ist es schöner wenn die Antworten hier im Forum gepostet werden, so haben spätere Projektmacher auch noch was davon.


 
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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#27 von Flotte_Lotte , 21.01.2010 19:09

Da fällt mit noch Finsterwalde ein. Ein Industiestandort, der platt gemacht wurde. Sicherlich, wenn man die Betriebsstrukturen einmal näher betrachtete, war mancher Betrieb nicht Konkurrenzfähig. Tausende Menschen wurden "abgewickelt" - mit fünfzig zum "Alteisen" abgestempelt, und die meisten hätten in der schönen neuen Welt keinen adäquaten Arbeitsplatz bekommen.

Der Schwiegervater hat zwei Kinderzimmer für eine Pension freigezogen, hat eine Anstellung als Reinigungskraft angenommen - a) wegen des Geldes aber b) um nicht zu versauern.

Ein Mensch, der von heute auf morgen nicht mehr gebraucht wurde.... im besten Alter.

Und so ging es zigtausenden Arbeitnehmern.

Arbeitsplätze sind hier in der Region mehr als Mangelware - und bedingt durch die Tatsache, das die Jugend abwandert, ensteht hier eine Situation, die Brandenburg mit zu einem Armenhaus der Zukunft macht.

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#28 von Kehrwoche , 21.01.2010 19:10

Zitat von Flotte_Lotte
@ Kehrwoche,

mal eine Frage vorab.

Du kommst aus Berlin und lebtest auch zu Wendezeit in Berlin?

Sorry, wenn ich so plump nachfrage, aber die Situation in der Peripherie von Berlin stellte sich doch anders dar, als im Umland. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Sieht man einmal von dem sogenannten Speckgürtel ab.

Ich war im gesamten Altkreis Cottbus unterwegs, habe mit sehr vielen Menschen Kontakt gehabt (nicht nur Arbeitskolleginnen und Kollegen, mit denen ich bis Ende 2008 zusammengearbeitet habe).



Ja, @Flotte_Lotte, bis 2005 habe ich in Berlin gelebt und gearbeitet.

Welche Situation soll in Berlin anders gewesen sein?

Die Ostberliner Betriebe waren genauso marode, wie die im übrigen Teil der Republik und sind deshalb ebenfalls massenhaft platt gemacht worden, weil eben keine Investoren bereit waren zu investieren.

Knapp ein Jahr nach der Wende habe ich in einem westberliner Werkzeugbau angefangen zu arbeiten und durfte erleben, wie doppelt so gute Werkzeuge in 1/5 der Zeit hergestellt werden konnten, weil dort moderne Maschinen im Einsatz waren und die Führungskräfte Ahnung hatten.
Das größte Kaptial des Ostens waren nicht die VEB's mit ihren linientreuen Leitern, es waren seine hervorragenden Facharbeiter, die in einer endlosen Karawane gen Westen gezogen sind und so letztlich das Sterben vieler Beriebe forciert haben.


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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#29 von Weinböhlaer , 21.01.2010 19:17

Zitat von kirschli
Nach der Wende kamen als erstes die Schmarotzer und Absahner ,besonders im Tal der "Ahnungslosen". Es dauerte schon eine Weile bis man einiger maßen unterscheiden konnte, wer es ehrlich meinte und wer nicht. Ich bin jedenfalls von mehreren betrogen worden um meinen Lohn und habe ihn mir gerichtlich einklagen müssen. Das musste man erstmal begreifen.So was kannte ich jedenfalls nicht! Viele Übernahmen Betriebe und kassierten die Staatlichen Zulagen und sanierten die Firmen in den alten Ländern . Wenn die Gelder weg waren verschwanden auch die so gelobten Unternehmen und die Belegschaft flog auf die Straße.




Das stimmt, nach der Wende sind im Osten Dinge gegangen die wären in den Altländern nie möglich gewesen. Es war wie in einem
Goldgräber-Camp.
Ich kenne das aber alles nur vom Höhrensagen, ich war ab Feb.90 hier und damit beschäftigt mir wieder etwas aufzubauen.
Viel Zeit hatte ich ja nicht, ich war schon 49.
Aber auch ehemalige Funktionäre, ich kenne einige aus der alten Firma, haben ganz schnell gelernt wie es geht.
Diese haben noch auf der Parteischule gelernt was reiner Kapitalismus ist, den haben sie jetzt aber auch Stück für Stück umgesetzt und daß
knallhart.
Ich frage mich heute noch mit welchen Geldern.

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RE: Der Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte

#30 von kirschli ( gelöscht ) , 21.01.2010 19:28

ja das stimmt die ehemaligen Genossen waren die Schlimmsten. Sie haben sich ganz schnell gedreht und viele haben reichlich abgesahnt. Aber es gab auch andere,wie mein letzter Betriebsleiter. Er hat es vorgezogen den Betrieb mit ab zu wickeln und dann in Rente zu gehen ,er hätte einen netten Posten bekommen können.




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