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Das alternative Kopenhagen-Manifest

#1 von joesachse , 07.03.2010 22:43

Der Mensch wird als Gegner der Natur, nicht als deren Bestandteil gesehen. Die Bestrebungen den Menschen, seit 5000 Jahren die Erde so zu beeinflussen, dass sie lebenswerter und menschlicher wird, wird verunglimpft, der Mensch als "Krebsgeschwür" dieses Planeten bezeichnet. Kohlendioxid als Grundlagen allen Lebens, als Voraussetzung für grüne Wälder, für Artenvielfalt, für satte und gesunde Menschen wird als "Umweltgift" verteufelt. Der Mensch und die Welt wird nicht mehr nach menschlichen Maßstäben, sonder nach dem CO2-Ausstoß beurteilt. Die Anstrengungen des Menschen zur Verbesserung des menschlichen Lebens werden von Satten und Vollgefressenen dieser Welt verteufelt, mit gnadenloser Ignoranz werden ökologische Forderungen definiert für Menschen, die ums nackte Überleben kämpfen, die Hunger leiden, die keinen Zugang zu sauberem Wasser und zu elektrischer Energie haben.
Dieser Dogmatismus, der Andersdenkende schon auf die Stufe von Verbrechern stellt, hat in der Welt Ausmaße angenommen, wie ich sie bisher nur vom "real existierenden Sozialismus" kenne.
Das Scheitern von Kopenhagen war ein Erfolg. Und es gibt Menschen, die diesen gigantischen politischen Machtplan verhindern wollen.
Die Macher von NOVO haben gemeinsam mit dem britischen Magazin Sp!ked und dem schwedischen Magazin voltaire eine Diskussion über die Zukunft der Erde und der Menschen angestoßen und ein alternatives Manifest zur Diskussion gestellt:

1. Der „ökologische Fußabdruck“ der Menschen wächst zu Recht!
2. Kohlenstoff-Rechner gehören abgeschaltet!
3. Wirtschaftswachstum ist gut!
4. Entwicklung gelingt nur ohne Nachhaltigkeitsdogma!
5. Bevölkerungswachstum ist besser als Geburtenkontrolle!
6. Freier Austausch statt Dämonisierung der „Leugner“!
7. Nord-Süd-Partnerschaften ohne Öko-Protektionismus!
8. Energie ist die Lösung, nicht das Problem!
9. Demokratiedefizite offen und ehrlich angehen!
10. Menschen sind wichtiger als Tiere!

Das ausführliche Manifest:
http://www.novo-argumente.com/magazin.ph...nhagen-manifest

Lesen und diskutieren. Ich halte das Ganze für einen endlich notwendigen Paradigmenwechsel, ich will keine DDR-ähnlichen Zustände, diesmal unter dem ökologischen Deckmantel, zurück.

Viel Spaß beim Lesen, Nachdenken und Diskutieren

JoeSachse


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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#2 von DeutschLehrer , 07.03.2010 23:06

1. Der „ökologische Fußabdruck“ der Menschen wächst zu Recht!
2. Kohlenstoff-Rechner gehören abgeschaltet!
3. Wirtschaftswachstum ist gut!
4. Entwicklung gelingt nur ohne Nachhaltigkeitsdogma!
5. Bevölkerungswachstum ist besser als Geburtenkontrolle!
6. Freier Austausch statt Dämonisierung der „Leugner“!
7. Nord-Süd-Partnerschaften ohne Öko-Protektionismus!
8. Energie ist die Lösung, nicht das Problem!
9. Demokratiedefizite offen und ehrlich angehen!
10. Menschen sind wichtiger als Tiere!

Ich habe mal fett markiert, wo ich zustimme. Den Rest halte ich für wenig hilfreiche Polemik.

Gruß DL


Das Leben ist ein Jammertal, aber Jeder muss da durch.

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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#3 von Minimal , 07.03.2010 23:49

ich picke mir mal eines raus:

"3. Wirtschaftswachstum ist gut!

Überfluss zu erzeugen war und ist das überragende Ziel fast jeder menschlichen Gesellschaft: Überfluss an Nahrung, Wohnraum und Waren aller Art. Von der israelitischen Vorstellung eines Landes, „in dem Milch und Honig fließt“, bis hin zu Sozialisten, die davon träumten, mehr Güter zu produzieren, als alle Menschen verbrauchen können, herrschte Einigkeit, dass materieller Wohlstand unser Leben angenehmer und freier macht. Je weniger Zeit wir mit Arbeit verbringen, desto mehr bleibt für intellektuelle Vorlieben, Zwischenmenschliches oder einfach nur Lebensgenuss. Im Öko-Zeitalter jedoch wird Überfluss verteufelt und Genügsamkeit gefeiert. Doch wer entscheidet, was genügt? Wirtschaftswachstum wird als zerstörerisch denunziert und die Sehnsucht nach Wohlstand und Konsum zur Überflusskrankheit „Affluenza“ umdefiniert. Wir sollten darauf bestehen, dass Wirtschaftswachstum im Kern gut und überdies unverzichtbar ist. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen keine materielle Not leiden und genügend Freizeit und Freiheit haben, um ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen."

Wirtschaftswachstum ist sicherlich NICHT die Voraussetzung dafür, daß Menschen keine materielle Not leiden. Es sind die Besitzverhältnisse, die über Wohl und Wehe der Menschen entscheiden. Von dem Zeitpunkt an, an dem die Verteilung der produzierten Nahrungsmittel und Güter demokratisch und nicht profitorientiert geregelt ist, bräuchte es keinen Wachstum mehr. Wir können noch so hoch entwickelt sein (Wachstum genossen haben) und trotzdem Menschen im Elend sehen. Wir sahen vor der industriellen Revolution arme Menschen, wir sehen sogar im Zeitalter von Flachbildschirmen und HDTV-Filmen arme Menschen. Die Verhungernden in Afrika sind übrigens sehr dankbar über HDTV.

Das ist pure Liberalismus-Demagogie!

Und jetzt gucken wir mal, was die Wikipedia zum Thema NOVO zu sagen hat:

http://de.wikipedia.org/wiki/NovoArgumente

"NovoArgumente ist ein zweimonatlich erscheinendes deutschsprachiges Magazin. Chefredakteur und Verleger des ultraliberalen Magazins ist Thomas Deichmann. Die Zeitschrift bezeichnet sich selbst als Forum für aktuelle politische und intellektuelle Debatten, in denen Standpunkte und Kontroversen jenseits der „Pfade des Zeitgeists“ Raum erhalten sollten. Dabei strebt das Magazin nach eigenen Angaben „eine bessere Zukunft durch mehr Wachstum und Freiheit für alle“ an.[1]

NovoArgumente wendet sich gegen die Ökologiebewegung, die Globalisierungskritik, linken Antikapitalismus, Kulturrelativismus und Islamismus. Die Nutzung von Gentechnik und Atomkraft wird befürwortet, Verbote wie das Rauchverbot, aber auch das Dopingverbot kritisiert, und die Warnungen vor dem Klimawandel als „Weltuntergangspanik“ abgetan. Im Nahostkonflikt bezieht NovoArgumente eine pro-israelische Position."

Joesachse, das war ja mal ein wirklich guter Witz! Schöner als Novo sagen es uns heute nur noch Westerwelle und Koch. Schön, daß gerade du es bist, der den menschengemachten Klimawandel anzweifelt. Der Puzzlestein hatte gerade noch gefehlt.


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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#4 von joesachse , 08.03.2010 20:26

Deiner Beschreibung aus der Wikipedia setze ich den Anspruch der Macher selbst dagegen.

NovoArgumente ist ein unabhängiges Debattenmagazin. Wir streiten für Fortschritt und Humanismus und für eine bessere Zukunft durch mehr Wachstum und Freiheit für alle. Uns interessieren Fakten und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. Dabei sind wir skeptisch gegenüber selbstgefälliger Volkserziehung, bürokratischer Kleingeistigkeit und neoreligiöser Moral. NovoArgumente schaut genau hin, beschreibt und analysiert. Wir wollen die Demokratie mit neuem Leben füllen, laden zur offenen Debatte ein und bieten dabei auch Raum für Standpunkte und Kontroversen, die die Pfade des Zeitgeistes verlassen. Mitstreiter sind willkommen.

Die Autoren in NOVO liefern häufig interessante, nachdenkenswerte und streitbare Beiträge, oftmals weit ab vom Mainstream und aktueller politischer Gefälligkeit. Sie sind oft originell, provozieren aber auch durchaus. Es ist auf jeden Fall eine interessante Stimulation für die grauen Zellen, finde ich.

Zitat
Von dem Zeitpunkt an, an dem die Verteilung der produzierten Nahrungsmittel und Güter demokratisch und nicht profitorientiert geregelt ist, bräuchte es keinen Wachstum mehr.


Das heist, nach deiner Meinung ist Sozialismus und Kommunismus = Stillstand des Wachstums und damit der Entwicklung, denn warum sollte es Wachstum geben, wenn es nicht nötig ist???

Zitat
Wir können noch so hoch entwickelt sein (Wachstum genossen haben) und trotzdem Menschen im Elend sehen.


Da stimme ich die vollkommen zu, das hat ja auch niemand behauptet.

Zitat
Schön, daß gerade du es bist, der den menschengemachten Klimawandel anzweifelt.


Ersetze in deinem Zitat "menschgemachten Klimawandel" durch "Existenz Gottes", dann sieht Du die Parallelen, die mich als Physiker, der sich seit vielen Jahren hobbymäßig mit dem Klimawandel und der damit zusammenhängenden Wissenschaftspolitik beschäftigt, verwundert die Augen reiben lassen. Aber zum Thema Klimawandel gibt es ja hier ein eigenes Thema.

Ich halte dieses Manifest in all seinen Komponenten für nachdenkenswert, im Sinne dieses Wortes.

Gruß
Joesachse


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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#5 von Minimal , 08.03.2010 21:10

Zitat von joesachse

Zitat
Von dem Zeitpunkt an, an dem die Verteilung der produzierten Nahrungsmittel und Güter demokratisch und nicht profitorientiert geregelt ist, bräuchte es keinen Wachstum mehr.


Das heist, nach deiner Meinung ist Sozialismus und Kommunismus = Stillstand des Wachstums und damit der Entwicklung, denn warum sollte es Wachstum geben, wenn es nicht nötig ist???




Ich bin in der Tat der Meinung, daß Wachstum ohne einen vernünftigen Grund keinen Sinn macht. Wachstum ist nicht das gleiche wie Weiterentwicklung, Kultur, Forschung. Wachstum ist Wachstum. Wachstum ist ein "mehr, mehr, mehr". Das wäre im Kommunismus doch gar nicht mehr nötig, wenn es keinen Wettlauf der Systeme mehr gibt.


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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#6 von joesachse , 08.03.2010 21:40

Zitat von Minimal
Wachstum ist nicht das gleiche wie Weiterentwicklung, Kultur, Forschung. Wachstum ist Wachstum. Wachstum ist ein "mehr, mehr, mehr".



Mit deiner Beschränkung des Wachstumsbegriffes auf rein quantitatives Wachstum hast du sogar recht. Aber wie kommst Du zu dieser Beschränkung? Wachstum heißt in den meisten Fällen immer auch qualitatives Wachstum, also Weiterentwicklung, Forschung, Kultur...
Übrigens verwendest du hier eine in der grünen ökologischen Bewegung weit verbreitete Methode:
1. Beschränkung und Umdeutung eines Begriffes und dann
2. die Verurteilung dieser neu definierten Inhalte.
Mit dem 2. Punkt identifizieren sich dann viele Menschen, ohne dass sie die Anwendung von Punkt 1 erkannt haben.
War meiner Meinung nach auch in der DDR gängige Methode in den ideologischen Auseinandersetzungen, wird wahrscheinlich auch auf Rhetorik-Seminaren so gelehrt.

Ich gehe mal davon aus, dass du das gar nicht bewusst gemacht hast, sondern einfach dieses von der grünen Politik suggerierte Bild vom Wachstum als "mehr mehr mehr" vor Augen hattest.

Gruß
JoeSachse


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RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#7 von Minimal , 08.03.2010 23:53

Auf deine Haarspalterei habe ich keine Lust. Punkt 3 lautete "Wirtschaftswachstum". Darunter versteht man NICHT "qualitatives Wachstum, also Weiterentwicklung, Forschung, Kultur..."

wiki:

"Unter Wirtschaftswachstum wird die Änderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), also der Summe der Preise der in einer Volkswirtschaft produzierten ökonomischen Güter (Waren und Dienstleistungen), von einer Periode zur nächsten verstanden."

Das Wirtschaftswachstum muß sich messen lassen können. Der Kapitalist verdient an Umsätzen, und wenn die nicht steigen, droht er im Umkehrschluß, abzusteigen. Deswegen kann sich der Kapitalist nur die Hände reiben, wenn "Wirtschaftswachstum ist gut!" als "notwendigen Paradigmenwechsel" verkauft werden kann. Klingt ja auch supi! Wer will da schon nein sagen...

Bezeichnend, daß sich ausgerechnet die "grüne ökologische Bewegung" demagogischer Methoden bedienen soll. Ich glaube, du hast dich längst in einen Wahn hineingesteigert.

Blöd, daß sich bei so kontroversen Themen die Leute hier immer so zurückhalten aber bei "Alkohol früher und heute" ganz aus dem Häuschen sind...


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zuletzt bearbeitet 09.03.2010 | Top

RE: Das alternative Kopenhagen-Manifest

#8 von Kehrwoche , 09.03.2010 00:21

Vielen Dank Minimal. Ich habe vorhin joesachses martialisch geschriebene Ausgangsposting samt Link 2x lesen müssen und bin jedesmal über dieses "qualitative Wachstum" gestolpert.

@joesachse, ich finde es höchst verwunderlich, wie sich ein kluger Mann so vehement gegen die Möglichkeit wehrt, daß der Klimawandel menschengemacht sein könnte, wo doch gerade Du derjenige bist, der uns lang und breit erklärt, wie uneins sich die Wissenschaft darüber ist.
Wenn ich mich aufs Eis begebe und merke, daß es zu schwach sein könnte, drehe ich mich um und gehé zurück. Du aber würdest weitergehen solange nicht bewiesen ist, daß Du einbrichst?! Das glaubt Dir doch kein Mensch.


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