Ossi Forum - bundesweites Kontakt- und Unterhaltungsforum


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#76 von michaka13 , 25.06.2010 11:37

Zitat
Das ist genau eins der Probleme, der Bürger läuft fast blind oder gleichgültig an
die leer stehenden Ladenlokale vorbei.Würde er etwas bewusster das ganze betrachten,
wäre es vielleicht in manchen Dingen gar nicht so weit gekommen. Man hätte vielleicht
eher wiederstand geleistet

Lieber delta, weder lauf ich blind, noch gleichgültig an irgendwelchen Läden vorbei. Ich achte eben mehr auf die schönen Dinge, wenn ich durch die Stadt geh. Auf schöne Frauen, schöne Autos usw.

Wie sollen wir jetzt Widerstand gegen die Schließung eines Ladengeschäfts leisten??? Da steh ich jetzt auf dem Schlauch. Und was soll ich bewußter betrachten? Die leeren Geschäfte?
Weißt Du warum so viele Läden leerstehen? Teilweise verkaufen die nur noch Schund, billigen, gesundheitsgefährdenden China-Kram. Und das paßt jetzt besser in den Servicethread, oft überforderte, hilflose Verkäufer/innen.
Ich möchte auch ein Beispiel dazu bringen. Wir wohnen ganz oben in unserem Haus und haben deshalb einige Schrägen in der Wohnung. Die Wohnung ist bis zu 4,65m hoch und diesen Raum hätte ich gern genutzt. Deshalb wollte ich mir von einem Schreiner massive Holzregale mit einer ausziehbaren Leiter in der Abstellkammer einbauen lassen. Bei dieser Höhe kriegt man da nämlich ganz schön was unter. Dazu sollte in Schlafzimmer ein Kleiderschrank auf Maß angefertigt und unter einer Schräge eingebaut werden und ein Regal. Ebenfalls auf Maß unter der Schräge, damit der Raum optimal genutzt werden kann. Ich konnte leider keinen Schreiner in der Umgebung finden, der die Möbel so nach meinen Wünschen bauen konnte. Dann gab mir ein Kollege den Tipp, es mal in Holland zu versuchen. Da gibts ja entlang der Grenze jede Mengen Möbelschreinerein. Du kommst doch aus NRW, delta. Weißt das vielleicht ja auch. Also, hingefahren, Schreiner aufgesucht, paar Bilder der Räumlichkeiten gezeigt, meine Wünsche geäußert und Termin vereinbart. 3 Tage später war der Bursche bei uns, hat alles ausgemessen und es wurde besprochen was alles gemacht werden soll.
4 Wochen später kamen die Samstags vorbei, haben alles eingebaut. Aber picobello, da gabs nicht die kleinste Beanstandung. Und das alles zu einem Preis, da lag jeder deutsche Schreiner weit drüber (und ich habe nicht verhandelt, sondern direkt den vorgelegten Kostenvoranschlag akzeptiert).
Und im Einzelhandel siehts nicht besser aus. Schau doch mal an den WE nach Roermond/Holland ins dortige Outletcenter. Oder Maasmechelen-Village in Belgien. Oder nach Wasserbillig in Luxemburg,... oder oder oder. Der Anteil deutscher Kennzeichen auf den Parkplätzen liegt bei deutlich über 90%. Warum wohl? Gute Ware zum vernünftigen Preis. Stets nette, gutgelaunte Verkäuferinnen. Und das, owohl sie Samstag/Sonntag arbeiten müssen.Jaa, das gibts tatsächlich. Und wenn Du mal einen Einkaufsbummel durch die schönen kleinen Lädchen in den holländischen Kleinstädten gemacht hast, dann stellst Du fest, das sogar uns Männern Shoppen Spaß machen kann.

Das ist meiner Meinung nach auch ein Grund, warum viele Läden oder Geschäfte aufgegeben werden. Nicht der einzige, da spielen sicher auch noch genug andere Faktoren eine Rolle.



Zitat
Wer einen Wagen im Ausland kauft, muß durch den Zoll und hier werden Zollgebühren und auch
Mehrwertsteuer erhoben

Zollgebühren gibts keine, wenn Du in der EU kaufst.

Gruß,micha


michaka13  
michaka13
Moderator
Beiträge: 3.932
Registriert am: 08.08.2009

zuletzt bearbeitet 25.06.2010 | Top

RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#77 von delta , 25.06.2010 17:41

michaka
ich hab nicht gesagt du sollst dir den Schuh anziehen, ich sprach vom Bürger allgemein !!!

Selbstverständlich schaue auch ich mir gerne schöne Dinge an, aber leider werden sie immer weniger.
gegen die schließung von Läden können wir natürlich wenig tun oder garnichts, aber die Eigentümer.

Betrachten wir derzeit einmal " Karstadt " und seine Immobilien so sieht man doch wo der Haken ist.
Der Immobilienhai will schon viel Geld sehen, wo noch gar keins verdient ist. Lieber läßt er alles
leer stehen und verotten, dafür kann er es auch noch von der Steuer als Verlust abschreiben.
Hier müsste man einhaken. Man müsste eine feste Miet Summe ausmachen, und der Rest prozentual vom Umsatz.
Das heißt der Mieter darf auf einer bestimmten ( sagen wir ein halbes Jahr )zeit die feste Mietsumme
nicht unterschreiten ( sonst muß er Raus ) und je mehr Gewinn er macht, desto besser verdient auch der
Miethai. Ich denke, jeder Handels-Unternehmer ist daran interresiert viel Umsatz zu machen.

Was die Schreiner angeht, kann ich nur sagen, hier in Bayern findet man fast an jeder Ecke Schreiner
und sie sind durchaus bezahlbar, wenn auch nicht für jedermann.

In wie weit die preise auseinander gehen kann ich natürlich nicht sagen.
Aber da hab ich sowieso kein problem, weil ich viele Dinge selber gebaut habe.
Regalwände sind da für mich ein klaks.

Das Preis / Leistungsverhältnis zwischen den Ländern ist schwer für einen Ausenstehenden zu beurteilen.
Man müsste wissen, wie die Preise zu stande kommen.

In einer Liste die ich vor kurzen gelesen habe, sind die Luxenburger die reichensten Bürger. Deutschland kommt erst
an Achter stelle.
Da muß man sich denn fragen, was verdient dort ein Handwerker und sein Chef, wenn auf der einen Seite
die Preise für solche Ware günstiger sind als bei uns und auf der anderen Seite gesagt wird, die Luxenburger
führen die Liste der reichensten Bürger an.

Nehmen wir ein weiteres beispiel:
Eine weitere Branche hat man preisabsprachen nachgewissen. Namhafte Firmen der Badeamaturen haben Jahrelang spreise
abgesprochen, die der Deutsche zahlen mußte.
ob Kaffee, ob Medikamente, Ob Auto nichts scheint verschont zu sein. Nur bei der Energie scheint man sich zwischen Staat
und Händler einig zu sein, das hier keine Absprachen stattfinden.

Freier Handel scheint in Deutschland nicht statt zu finden. Folglich kann man verstehen warum so manches in der
der Wirtschaft nicht mehr läuft. Die nackte gier scheint zu regieren.



delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#78 von michaka13 , 25.06.2010 19:23

Ich zieh mir den Schuh nicht an. Hab nur mal paar Dinge nachgefragt, die mir unklar waren.

Naja, den Begriff Miethai mag ich persönlich nicht so. Jeder klagt über hohe Mieten, aber niemand wurde doch gezwungen Verträge mit exorbitant hohen Mieten abzuschließen. Erst unterschreiben, und danach wird über die hohe Miete gejammert. Schwer verständlich für mich.

Ein Regal bau ich Dir auch noch zusammen. Man ist schließlich Handwerker. Aber für solche Maßarbeiten, die auch noch tipp topp aussehen sollen, nehm ich mir lieber einen Fachmann. Wenn jeder alles selbst machen würde, dann wäre ich ja auch bald arbeitslos.

Gruß,micha

michaka13  
michaka13
Moderator
Beiträge: 3.932
Registriert am: 08.08.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#79 von delta , 25.06.2010 20:47

Du hast recht, nahher jammern bringt es nicht, aber wir haben ja jetzt eine andere Situation
zum beispiel bei Karstadt und hier geht es ja darum, das der Käufer dieser Häuser über die
Mieten verhandeln will, aber die Besitzer stur auf den Mietpreis mehr oder weniger beharen.

Was das Selber machen angeht, nun ja... jeder kann es ja auch nicht selbermachen.
Ich hab sogar meine Küche selber gebaut. Schreiner ist nur ein Hobby von mir. Und so ein
Hobby hat ja nicht jeder.

Ansonsten pflichte ich dir bei.


delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#80 von joesachse , 25.06.2010 21:31

Zitat von delta
Du hast recht, nahher jammern bringt es nicht, aber wir haben ja jetzt eine andere Situation
zum beispiel bei Karstadt und hier geht es ja darum, das der Käufer dieser Häuser über die
Mieten verhandeln will, aber die Besitzer stur auf den Mietpreis mehr oder weniger beharen.


Das ist eben Marktwirtschaft: Der Vermieter will in diesem Fall das Maximum herausholen mit dem Risiko, gar nichts mehr zu bekommen. Den interessieren doch die Arbeitsplätze nicht.
Jetzt könnte man noch forschen, welche Renten- und Vorsorgefonds hier mit drin stecken und dann den Leuten, die ihre Rente darüber finanzieren, Brutalität vorwerfen oder gar den Rentnern, die ihre Renten von beteiligten Fonds und Versicherungen bekommen, Gier vorwerfen.
Vielleicht ist es aber auch ein gieriger Reicher, dann stimmt ja das Feindbild wieder...

gruß
JoeSachse


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
joesachse
Admin
Beiträge: 5.998
Registriert am: 16.07.2006


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#81 von michaka13 , 26.06.2010 06:44

Zitat
Ich hab sogar meine Küche selber gebaut. Schreiner ist nur ein Hobby von mir. Und so ein
Hobby hat ja nicht jeder.

Ich kann und mache ne Menge Sachen. Aber Möbel zusammenbauen, oder gar selbst bauen, ist mir ein absolutes Gräuel. Aber wenn ich mal wieder nen Schreiner brauch, weiß ich ja jetzt wo ich einen finde.

Was die Mieten bei Karstadt betrifft, ich sehe hier keine andere Situation. Vermieter ist der selbe geblieben, Mieter ist immer noch Karstadt. Das das Karstadt-Management schlecht gewirtschaftet hat ist bekannt. Die haben den Karren in den Dreck gefahren. Rausholen sollen ihn jetzt die Arbeitnehmer (Lohnverzicht) und Vermieter (Mietsenkungen) und Kommunen (Steuerverzicht).
Aber es muß ja auch ein "Schuldiger" präsentiert werden. Also diesmal, der böse "Miethai".Und da kommen wir zu dem was Joesachse schrieb. Viele von uns haben paar Euros angelegt. Völlig seriös, bei ihrer Bank oder Versicherung. Diese investieren es in einem Fond, der wiederrum vermietet Immobilien und e voila- so schließt sich der Kreis. Hatten wir doch erst letztens in nem anderen Thread. Jeder möchte für seine paar Euros die höchstmögliche Rendite, macht sich aber keine Gedanken , wie denn 5 oder 6% Prozent erwirtschaftet werdern.

Ein schönes WE, micha


der bei diesem schönen Wetter heut arbeiten muß

michaka13  
michaka13
Moderator
Beiträge: 3.932
Registriert am: 08.08.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#82 von delta , 26.06.2010 07:25

Na wenn das so ist, was regen wir uns den alle auf,
machen wir weiter wie bisher, was solls, die paar Schulden
können wir dann getrost auf die nächsten 50 Generationen
schieben.
Auch ich weis, das meine Betriebsrente zum beispiel von
nichts kommen kann. Meine normale Rente jedenfalls unterliegt
diesen System eben nicht, wenn auch hier grundsetzlich auch ein
Fehler im System liegt. Zum Beispiel, das Fremdrenten Gesetz.
Aber ich bin überzeugt, das ein problem im Systen der
Politik und Marktwirtschaft herrscht, und Gier ist ganz sicher
eins davon.

Joesachse
Man muß nur an der richtigen Stelle ansetzen und Bohren.
Das hat mit Feindbilder nichts zu tun, sondern mit vernunft gegenüber
einer gesamten Gesellschaft.
Angenommen ein Miethai ist auch der Bauherr, so wissen wir, das sie
schwarz Arbweiten lassen und auch Unterbezahlen. Glaubst du etwa er tut
das für deine Rendite oder für den Rentner.
Komm laß dich mal Auslachen dafür.



Hier einmal ein Paar Bücher dazu

Die Bank als Räuber
von Georg KMöntmann
Knaur Verlag



Wir lassen uns nicht Kaufen
von Noreena Hertz
Econ Verlag

Ich kann dir auch noch andere Empfehlen.



delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#83 von delta , 26.06.2010 20:13

Hier die aktuelle zahlen, die aber leider nur die spitze des berühmten Eisberges ist.



1 700 Bußgeldverfahren eingeleitet

BERLIN/REUTLINGEN. Die gesetzlichen Mindestlöhne in der Baubranche und bei den Gebäudereiniger werden kräftig unterlaufen. Nach einer ersten Bilanz der Bundesregierung wurden allein im Jahr 2009 in der Bauwirtschaft fast 1 500 Bußgeldverfahren gegen Firmen wegen Verstößen gegen die Lohnuntergrenze eingeleitet.


delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#84 von michaka13 , 27.06.2010 07:09

@delta, langsam kann ich nicht mehr folgen. Was bitte haben die Schulden der nächsten Generation mit "Miethaien" zu tun? Oder mit unserem privat angelegten Geld?

Das sich etwas an der Gesamtsituation ändern muß, ich glaube da sind wir uns einig. Doch ich bin der Meinung, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Und da sollte meiner Meinung nach mit Veränderungen/Reformen angefangen werde. Nicht immer nur bei uns, beim kleinen Mann.

delta schrieb:

Zitat
Angenommen ein Miethai ist auch der Bauherr, so wissen wir, das sie
schwarz Arbweiten lassen und auch Unterbezahlen. Glaubst du etwa er tut
das für deine Rendite oder für den Rentner.



Kannst Du das bitte erklären???
Was ist ein Miethai???
Jeder Bauherr, der seine Immobilie nach dem Bau vermietet, beschäftigt also Schwarzarbeiter und die restlichen Arbeiter werden unterbezahlt? Gewagt, gewagt. Meinst Du, das Du Dich mit einer solchen These ganz schön weit aus dem Fenster lehnst?

Im Jahre 2000 hab ich mit meinem Bruder ein Zweifamilienhaus im Osten gebaut. Wollte eigentlich wieder dahinziehen, hat sich aber doch nicht ergeben. Also hab ich meine Wohnung vermietet. Vielleicht werd ich mich im Alter dort niederlassen. Ich war Bauherr, jetzt bin ich Vermieter/Miethai. Ich habe nicht schwarzarbeiten lassen. Beauftragt mit dem Bau wurde eine Dessauer Baufirma und Handwerksbetriebe aus der Umgebung. Über das Lohngefüge der einzelnen Unternehmen kann ich nichts sagen, da die Firmen in der Regel nicht mit den Kunden über die Löhne ihrer Angestellten reden.

2 Jahre später kauften wir ein Mehrfamilienhaus, ebenfalls in Sachsen-Anhalt. Dies wurde von uns kernsaniert. Beauftragt wurde wieder das selbe Dessauer Bauunternehmen. Auch hier wurden 90% der Arbeiten von ortsansässigen Handwerksbetrieben ausgeführt. Auch hier war ich Bauherr, und bin jetzt Vermieter. Qualifiziert mich das zum Miethai? Schwarzarbeit schließe ich aus, da für alle Arbeiten Rechnungen ausgestellt wurden. Diese wurden dann direkt bei unserer finanzierenden Bank eingereicht und von denen beglichen. Da Fördermittel in Anspruch genommen wurde, hatten auch die entsprechenden Behörden( z.B. KfW-Bank) ein Auge drauf. Auch hier kann ich über die Bezahlung der Arbeiter keine Angaben machen, da ich, wie schon gesagt, mit den Chefs der einzelnen Firmen nicht über die Löhne ihrer Angestellten spreche. Alle von uns beauftragten Unternehmen bewegten sich im mittleren Preissegment. Angebote die deutlich nach oben oder nach unten herausstachen, wurden von vornherein ausgeschlossen.

Auf diesen Wohnungen wird noch viele Jahre eine Kreditbelastung liegen. Die Mieten sind so kalkuliert, das diese Kredite bedient werden können und vielleicht noch der ein oder andere Euro für uns hängen bleibt. Eine ordentliche Rendite wird erst in einigen Jahren erzielt werden. Was nicht weiter schlimm ist, da es ja sowieso Teil der Altersvorsorge ist. Wenn ich jetzt jedem Mieter, der wirtschaftliche Probleme hat, die Miete senke, dann habe ich bald ein Problem. Dann haut meine Kalkulation nicht mehr hin. Im schlimmsten Fall ist das Haus irgendwann weg und ich sitze auf einem Schuldenberg. Hast Du daran vielleicht schon mal gedacht? Und meinst Du das geht nur mir so? Auch anderen Vermietern gehts genauso. Du bist doch selber Eigentümer eines Hauses und solltest doch wissen, was der Unterhalt verschlingt. Meinst Du ein Vermieter schüttelt die Kohle dafür einfach so mal aus dem Ärmel? Auch dieses Geld muß erst mal erwirtschaftet werden. Immer nur auf den Vermietern rumhacken und nach Mietsenkung schreien wenn man sich selbst ins Dilemma manövriert hat, ist einfach nur armselig. Vielleicht sollte mancher mal drüber nachdenken, einfach mal die neue Wohnung ne Nummer kleiner anzumieten oder als Geschäftsinhaber das Ladenlokal ebenfalls ein paar Quadratmeter weniger. Dann muß man nicht beim ersten Problem beim Vermieter betteln gehn. Aber nein. Alles muß groß und modern sein. Scheißegal was es kostet. Und wenn man dann die Miete nicht mehr zahlen kann, weil man sich verkalkuliert oder einfach seine finanzielle Situation überschätzt hat, soll doch der Vermieter mit dem Preis runtergehen. Man hat ja schließlich einen Anspruch drauf. Oder? Sind ja alles Abzocker und Miethaie diese verdammten Vermieter. Und im Geld schwimmen die doch sowieso!!!

Ehrlich delta, wenn ich sowas immer höre, da geht mir die Hutschnur hoch. Einfach mal die Probleme bei sich selbst suchen. Oder das eigene Anspruchsdenken ein klein wenig zurückfahren, dann klappts bestimmt auch besser. Und nicht immer die Schuld bei anderen, wie im Falle Karstadt beim Vermieter, suchen.

Ich wünsch Dir jedenfalls noch eine schönen Sonntag,

micha

michaka13  
michaka13
Moderator
Beiträge: 3.932
Registriert am: 08.08.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#85 von Schlawine , 27.06.2010 08:13

Gut gebrüllt Löwe

Du hast völlig recht michaka. Mein Schwager hat auch seit einigen Jahren zwei Mietshäuser mit je 6 Wohnungen und bemüht sich gerade sie wieder los zu werden.
Die Mieten werden zum Teil zu spät oder gar nicht gezahlt.
Ziehen die Mieter dann endlich aus hinterlassen sie oft Wohnungen die man erst renovieren muss, bevor man sie wieder neu vermieten kann. Dazu dann alle Kosten die du so aufgezählt hast.
Alles bleibt am Vermieter hängen. Von den raus geworfenen Mietern wird er nie im Leben einen Cent sehen weil die sich schlicht und einfach übernommen hatten.


Schlawine
--------------------------

"Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat."
Roger Willemsen

 
Schlawine
Beiträge: 2.396
Registriert am: 26.03.2008


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#86 von joesachse , 27.06.2010 11:36

Zitat von delta

Joesachse
Man muß nur an der richtigen Stelle ansetzen und Bohren.
Das hat mit Feindbilder nichts zu tun, sondern mit vernunft gegenüber
einer gesamten Gesellschaft.


Natürlich ist eine gesunde kritische Haltung notwendig, aber immer nur dass Haar in der Suppe suchen, immer nur das Negative sehen, über alles und jeden herziehen, dabei natürlich schön verallgemeinern, dass alles macht doch nicht wirklich froh, bringt Depressionen und vergeudet Lebensenergie. Ich kenne Leute, denen es wirtschaftlich nicht schlecht geht, die aber trotzdem über die Politik und das ganze Schlechte in der Welt so verbittert sind, dass sie sich selbst im Wege stehen. Und ich kenne Leute, die haben wirklich wirtschaftliche Probleme, was sie aber nicht Jammern lässt, sondern immer wieder nach Chancen suchen und dabei eine unwahrscheinlich Kraft und Lebenslust entwickeln lässt. Und die Zweiten sind einfach glücklicher und haben mehr Spaß am Leben und können noch genießen.

Gruß
JoeSachse


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
joesachse
Admin
Beiträge: 5.998
Registriert am: 16.07.2006


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#87 von delta , 27.06.2010 14:18

Ich kenne auch solche Leute, ich bin einer davon.

Aber ich kenne auch Leute die grundsätzlich noch immer
alles durch die Rosarote Brille sehen. Und manch einer hat
plözlich das ende gesehen und Fatalerweise gleich seine ganze
Familie mitausgelöscht, weil er vorher sich nicht vorstellen
konnte, das seine Rosarote Welt zusammengebrochen ist.

Also auf die gesunde kritische Haltung .



delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#88 von Weilheimer , 29.06.2010 22:21

Zitat von michaka13


Wie sollen wir jetzt Widerstand gegen die Schließung eines Ladengeschäfts leisten??? Da steh ich jetzt auf dem Schlauch.
Weißt Du warum so viele Läden leerstehen? Teilweise verkaufen die nur noch Schund, billigen, gesundheitsgefährdenden China-Kram. Und das paßt jetzt besser in den Servicethread, oft überforderte, hilflose Verkäufer/innen.



Michaka, du bekommst genau du und andere Kunden nachfragen, du willst billig und du bekommst billig, auch bei der Qualität des Verkaufspersonals. Hier<--klick findest du mal einen schlauen Beitrag, warum die Innenstädte in Deutschland aussehen, wie sie aussehen. Das Fazit, es liegt nicht am Händler sondern an den Kunden.

Zitat von michaka13

Ich möchte auch ein Beispiel dazu bringen. Wir wohnen ganz oben in unserem Haus und haben deshalb einige Schrägen in der Wohnung. Die Wohnung ist bis zu 4,65m hoch und diesen Raum hätte ich gern genutzt. Deshalb wollte ich mir von einem Schreiner massive Holzregale mit einer ausziehbaren Leiter in der Abstellkammer einbauen lassen. Bei dieser Höhe kriegt man da nämlich ganz schön was unter. Dazu sollte in Schlafzimmer ein Kleiderschrank auf Maß angefertigt und unter einer Schräge eingebaut werden und ein Regal. Ebenfalls auf Maß unter der Schräge, damit der Raum optimal genutzt werden kann. Ich konnte leider keinen Schreiner in der Umgebung finden, der die Möbel so nach meinen Wünschen bauen konnte. Dann gab mir ein Kollege den Tipp, es mal in Holland zu versuchen. Da gibts ja entlang der Grenze jede Mengen Möbelschreinerein. Du kommst doch aus NRW, delta. Weißt das vielleicht ja auch. Also, hingefahren, Schreiner aufgesucht, paar Bilder der Räumlichkeiten gezeigt, meine Wünsche geäußert und Termin vereinbart. 3 Tage später war der Bursche bei uns, hat alles ausgemessen und es wurde besprochen was alles gemacht werden soll.
4 Wochen später kamen die Samstags vorbei, haben alles eingebaut. Aber picobello, da gabs nicht die kleinste Beanstandung. Und das alles zu einem Preis, da lag jeder deutsche Schreiner weit drüber (und ich habe nicht verhandelt, sondern direkt den vorgelegten Kostenvoranschlag akzeptiert).



Im letzten Teil deines Statements gibst du doch zu, warum du dem deutschen Schreiner keine Chance gegeben hast, es war im Endeffekt doch der Preis. Das ein Schreiner in Deutschland keine maßangefertigten Möbel herstellen kann, halte ich für ein Märchen. Das wäre genau so, wenn ein behaupte, ein deutscher Maler kann keine Decke tapezieren.


Zitat von michaka13

Schau doch mal an den WE nach Roermond/Holland ins dortige Outletcenter. Oder Maasmechelen-Village in Belgien. Oder nach Wasserbillig in Luxemburg,... oder oder oder. Der Anteil deutscher Kennzeichen auf den Parkplätzen liegt bei deutlich über 90%. Warum wohl? Gute Ware zum vernünftigen Preis. Jaa, das gibts tatsächlich. Und wenn Du mal einen Einkaufsbummel durch die schönen kleinen Lädchen in den holländischen Kleinstädten gemacht hast, dann stellst Du fest, das sogar uns Männern Shoppen Spaß machen kann.
Das ist meiner Meinung nach auch ein Grund, warum viele Läden oder Geschäfte aufgegeben werden.



Der Hauptgrund, weil sich die Einkaufszeilen deutscher Innenstädte lichten ist dein Einkaufsverhalten. Der kleine Händler bekommt bei dir keine Chance mehr, weil es eben hipp ist, hunderte Kilometer ins Outletcenter zu fahren, obwohl die nachgewiesenmaßen keine besseren Preise machen, als zum Beispiel ein Espritshop in einer Innenstadtlage. Du glaubst es ist ALLES günstig, das glaubst du auch vom Saturn, Mediamarkt und den anderen Handelsriesen, vom kleinen Händler denkst du das nicht, der ist in deinen Gedanken nur teuer. Deine Beiträge zum Thema Einzelhandel habe ich aufmerksam gelesen. In allen ist der Preis für dich ein Thema, obwohl die es mit vielen Worten verschleierst. Ich denke, du bist in deinem tiefsten Herzen geizig. Hier der Beweis, du hattest dich gefreut, dass----->

Zitat von michaka13
... ich heut in Luxemburg für 1,17€ den Liter Super getankt habe, unser Kaffee dort nur 1,59€ das 500gr Paket gekostet hat und die Flasche Rotkäppchensekt gibts da auch für grad mal gut 2 €. Und die Zigaretten kosten auch viel weniger.



Ich hoffe für dich, du musst nie in deinem Leben staatliche Leistungen in Anspruch nehmen, was meinst du denn, wo das Geld dafür her kommt? Ja ich weiß, du zahlst schon genug und viel zu viel Steuern.
Du hast nach meinem persönlichen Dafürhalten kein Recht sich über den Zustand deutscher Innenstädte auszulassen, denn du (und auch andere, die genau so ticken) sind das Problem.


 
Weilheimer
Moderator
Beiträge: 3.583
Registriert am: 23.03.2008

zuletzt bearbeitet 29.06.2010 | Top

RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#89 von Ilrak , 30.06.2010 08:59

Beim Trend zu billig ( Geiz ist Geil ) ist wieder mal die Frage , was zuerst da war.
Niedriges Lohnniveau , was preisbewußt kaufen nötig macht , oder billige Produkte , die von Niedriglohnanbietern im In-und Ausland
hergestellt und vertrieben werden. Und wer nicht viel verdient , braucht die Billigläden.
Sicher liegt auch hier die Wahrheit irgendwo in der Mitte .
Die Werbung tut ihr übriges und weckt Bedürfnisse , die sich teilweise ohne die Billiganbieter schwer oder gar nicht befriedigen lassen
( Billigflüge zum Shoppen nach Mailand , wo es auch nur das selbe Zeug gibt wie überall oder jährlich neue Flachbildfernseher ).
Da muß jeder für sich entscheiden , was ermöchte . Ich zum Beispiel verzichte auf Flachbild und Bluray solange , bis ich mir
das leisten kann , was mir wirklich gefällt.
Anderseits kann man auf den ganzen Markenkram auch gut verzichten , wenn man nur den Namen bezahlt .
Wir haben uns z.B. voriges Jahr , als wir uns den Hund zugelegt hatten , ein paar "Outdoor"-Sachen gekauft .
Jack Wolfskin , tierisch teuer - und auch nur Made in Bangladesch .
Vor kurzen brauchte ich dann mal eine neue Hose und bin zum Nato-Shop . Für ein Fünftel des Preises wurde die
Hose mir noch vor Ort gekürzt.


Ilrak  
Ilrak
Beiträge: 2.521
Registriert am: 28.10.2009

zuletzt bearbeitet 30.06.2010 | Top

RE: Geht es der Bevölkerung wirtschafltich schlechter....

#90 von delta , 30.06.2010 14:46

Ich gehe mal vom Textilhandel aus und ich darf behaupten, das Verkäufer und Verkäuferinnen
schon immer schlecht bezahlt wurden. Auch gewisse Handwerksberufe wurden nicht gerade üpik
bezahlt.
Da ich aber hut 20 Jahre Textilhandel vorweisen kann im Ein und Verkauf weis ich zu sagen was
zuerst da war. Die Niedriglohnanbieter, weil hier wie bereits geschrieben nun wirklich
keiner sich das alles leisten konnte was andere Verdienten.
Trotzdem war es der Textilhandel und die Lederwaren Industrie, die als erste die billiglöhner
aus dem Ausland anwarben und als die den auch Nach tarif bezahlt werden mußten, fing man anin den
siebzigern jahre verstärkt ware aus Asien zu Importieren.
und so pflanzte sich das von Branche zu Branche fort. jeder Unternehmer glaubte er müsste mitziehen.

Deine aufgezählte Konsumware in verbindung mit Billigfliegen ist das Perverseste überhaupt was
man bringen kann. Ich denke Fliegen ist einfach zu billig, aber der Steuerzahler löhnt das ja mit
seinen subvensioen prächtig.


delta  
delta
Beiträge: 7.616
Registriert am: 11.09.2009


   

Oberpeinlich
Beispiele für Volksverdummung


Dieses Forum möchte Menschen zusammenführen, Aufklärungsarbeit leisten und ein gesamtdeutsches Gefühl fördern.
Wer uns unterstellt "wir trauern alten Zeiten hinterher", hat die Mission der Community leider nicht verstanden.
Wir verzichten auf übertriebene Ostalgie und freuen uns über neue Meinungen aus Ost & West und Nord & Süd.

Startseite  |   Die Idee  |   Die Geschichte des Forums  |   Die Regeln