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RE: NVA

#331 von Atze , 08.11.2011 10:54

Mäuselchen,

das gerade Du den Generaloberst Goldbach (leider bereits verstorben) zitierst, ehrt Dich.
GO Goldbach, einst Stellvertreter des Ministers und Chef Technik und Bewaffnung der NVA, hat übrigens auch eingesessen.

Und was er da sagt, unterschreibe ich 100%-ig.

Die NVA wäre ohne die Armee der damailigen UdSSR nicht das gewesen, was sie war. Fast alles in der NVA, ob nun Taktik, Bewaffnung, Aufbau von Einheiten bis zum Armeekorps (also Struktur), Ausbildungsmethoden, Befehlsstrukturen, operative Planung, ja sogar die Sprache innerhalb des Bündnisses, waren von den Russen dominiert oder glashart vorgegeben. Du wirst keinen finden, der das leugnet.

So, da das aber alle wissen und keiner was anderes behauptet hat, ergibt sich die Frage, was willst Du uns mit Deinem, so spannenden, Beitrag sagen?

Trennung

Richtig, Westkontakte waren für Angehörige verboten. Genausoherum, waren Ostkontakte für die aktiven Angehörigen der BW verboten. Wir waren damals "Feinde". Und mit einem "Feind" gibt es keine Kontakte. Was hast Du uns also Neues gesagt? Nichts, gar nichts, njente, nada.


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"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

 
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RE: NVA

#332 von Paule , 08.11.2011 12:36

Meine Erfahrung:

1) Alkohol
Gabe es bei uns nur begrenzt und wurde bei Entdeckung hart bestraft (Urlaub/Ausgang gestrichen etc.). Wir waren zu viert in einem Zimmer und einer von uns hat als Musiker in der Bibliothek proben und sein Instrument einschließen dürfen, nicht mal der hat sich getraut, dort mögliche Alkoholvorräte für uns zu deponieren (wurde mit zunähen seines Schlafanzugs bestraft). Ich war nur einmal blitzeblau, nach NOV89 über Weihnachten zu zweit (oder zu dritt???) auf dem Flur, zum ersten mal ALLE anderen in den Weihnachtsurlaub geschickt. Da gab es kein halten. Als Gefreiter vom Dienst den Nachtdienst neben der Waffenkammer auf dem Dienstbett im Rausch verschlafen und bei morgendlicher Kontrolle rechtzeitig mit einem Kater auf dem Flur erschienen.

2) Essen für die Offiziere
Kam aus der gleichen Küche - habe oft die Kartoffeln geschält, ABER ich mag mich erinnern, es gab zusätzliche Kost, zum Abendbrot z.B. überbackenen Toast. Im Küchendienst haben wir davon profitiert. Möglicherweise wollte der Koch uns auch nur etwas Gutes tun, ist leider schon zu lange her, um das vernünftig abgrenzen zu können.

3) Studium
Bei einer Besichtigung der TU Ilmenau wurde uns ganz klar mitgeteilt: hier wird nur zugelassen, wer sich mindestens 3 Jahre verpflichtet. Mein Schuldkamerad und ich haben uns bei der Uni in Dresden beworben, er: 3 Jahren Unteroffizierslaufbahn, ich nur Grundwehrdienst. Wir haben BEIDE eine Absage erhalten (keine Ahnung warum, Noten waren ok) und uns wurde die Verkehrshochschule Dresden angeboten. Hätte ich da schon gewusst, wie oft mein Kumpel Urlaub bekommt, wäre ich auch drei Jahre gegangen.

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RE: NVA

#333 von reporter , 08.11.2011 12:49

Zitat von Atze


das gerade Du den Generaloberst Goldbach (leider bereits verstorben) zitierst, ehrt Dich.
GO Goldbach, einst Stellvertreter des Ministers und Chef Technik und Bewaffnung der NVA, hat übrigens auch eingesessen.




Ob es mich 'ehrt', möchte ich dahingestellt sein lassen.

NVA-Goldbach wurde zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft wegen Beihilfe zum Totschlag sowie zweifacher Beihilfe zum versuchten Totschlag verurteilt.

Da Ätzchen immer gern ausführt, die NVA hat nun garnichts mit den Mauerwächtern zu tun, würde mich interessieren, warum denn Goldbach verurteilt wurde.

Ansonsten, mit der Bundeswehr bringst du einiges durcheinander. Niemand der Offiziere dort muß in einer Partei sein. Und wenn die Erkenntnis gereift ist, daß du für einen Vasallenstaat deinen Dienst verrichtet hast, ist das der Gnade der späteren Einsicht geschuldet, oder was hat man sonst für ein Motiv, in so einem Laden anzufangen?

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RE: NVA

#334 von joesachse , 08.11.2011 17:38

@Buhli: Du hast mich falsch verstanden. Mit Ausnahme meinte ich, dass Studenten, die im Ausland ihr Studium machten und abschlossen, quasi vom Wehrdienst befreit wurden. Wegen der politischen Verhältnisse beendete ich mein Studium in Dresden und wurde damit dieses Privilegs beraubt.


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
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RE: NVA

#335 von Kehrwoche , 08.11.2011 18:21

Was solls, ab Okt. 1990 war aus die Maus -- nichts, gar nichts, njente, nada

Ab da hieß es für die Herrn Genossen Offiziere:

"Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."

Naja, nicht für alle. NVA-Generale und -Admirale, Politoffiziere und Offiziere, die als IM für die Stasi gearbeitet haben, wurden nicht übernommen. "Nicht für alle" ist auch nicht richtig, denn eigentlich waren es deshalb nur ganz wenige....


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RE: NVA

#336 von Weinböhlaer , 08.11.2011 18:33

Zitat von Kehrwoche

Ab da hieß es für die Herrn Genossen Offiziere:


......., die als IM für die Stasi gearbeitet haben, wurden nicht übernommen.



.....na dann lese mal das http://www.n-tv.de/politik/Ex-Stasimitar...icle403402.html

Ganz so allwissend , wie Du tust, bist Du nicht.


Jene, die ihre Schwerter zu Pflugschare schmiedeten,
pflügen nun für die, die ihre Schwerter behielten.

 
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RE: NVA

#337 von Kehrwoche , 08.11.2011 18:48

Was hat das BKA mit der Bundeswehr zu tun? Fängt beides mit "B" an oder was?


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RE: NVA

#338 von reporter , 08.11.2011 20:51

SED Genosse Modrow und die Nachfolger spielten zur Wende eines der größten Schmierentheater-Stücke.

Das Stück lautete "Die Stasi war es".

Aber die Stasi war nur Handlanger der Diktatur-Partei SED, die Stasi war "Schild und Schwert" der SED.

Da bei der NVA faktisch jeder Offizier auch SED-Genosse war, war im Grunde alles dieselbe Mischpoke.

Bei der NVA waren die Kader alle treue Diener der SED. Sie schützten den SED Terror durch ihre NVA Zugehörigkeit. Auch sie lieferten einen wichtigen Beitrag zum 40 jährigen Überleben des verbrecherischen Systems der SED.

Was bedarfsweise das tägliche Brot von NVA- und Stasi Tätern war beschreibt hier eines der Opfer:

http://www.youtube.com/watch?v=deYs9kxZGtQ


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RE: NVA

#339 von Buhli , 08.11.2011 21:38

Zitat Joe:"Mit Ausnahme meinte ich, dass Studenten, die im Ausland ihr Studium machten und abschlossen, quasi vom Wehrdienst befreit wurden." Jetzt hab ichs. Kannst Du da mit etwaigen Zahlen aufwarten? Ist ne tolle Varinte für Wehrdienstverweigerung.
Zitat Atze:"Genausoherum, waren Ostkontakte für die aktiven Angehörigen der BW verboten." Kann ich aus der eigenen Verwandschaft bestätigen. Das betraf auch Zivilangestellte der BW.
Gestern Nacht lief was über politische Verfolgung von John Lennon in den USA. Hat die Stasi beim CIA und FBI gelernt wie man politisch unbequeme bekämpft? Was wird hier über die Stasi geschimpft? Die müssten beide in einen Sack auf den man dann einschlagen kann. Es wird garantiert der richtige getroffen.
Reporter ist doch auch der Ilusion erlegen, die DDR mit den Nazis auf eine Stufe zu stellen. Hat er ja vor kurzem zum Besten gegeben. Es wäre ganz nett wenn er das Stephan Kramer, seines Zeichens Generalsekretär des Zentralrats der Juden, etwas näher erläutern könnte. Er hält die Parallelisierung für, Zitat: "unerträglich". SED-Diktatur und Naziregime haben nichts miteinander zu tun." Salomon Korn hält sogar "für nicht statthaft, diese Systeme möglichst nah aneinander zu rücken." Vielleicht erfahren wir bei dieser Gelegenheit was neues.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: NVA

#340 von reporter , 08.11.2011 22:25

Zitat von Buhli

Reporter ist doch auch der Ilusion erlegen, die DDR mit den Nazis auf eine Stufe zu stellen. Hat er ja vor kurzem zum Besten gegeben. Es wäre ganz nett wenn er das Stephan Kramer, seines Zeichens Generalsekretär des Zentralrats der Juden, etwas näher erläutern könnte. Er hält die Parallelisierung für, Zitat: "unerträglich". SED-Diktatur und Naziregime haben nichts miteinander zu tun." Salomon Korn hält sogar "für nicht statthaft, diese Systeme möglichst nah aneinander zu rücken." Vielleicht erfahren wir bei dieser Gelegenheit was neues.



Kein verünftiger Mensch wird behaupten, daß SED-Staat und Nazi-Regime hinsichtlich ihrer Unrechtstaten auf eine Stufe zu stellen wären.

Ich hatte dies deshalb schon verneint, weil der Vasallen-Staat nicht über die Möglichkeiten verfügte, die dem Nazi-Regime zur Verfügung standen.
Das ändert allerdings nichts an dem Umstand, daß der SED-Staat nur mit dem Mittel des Totschlags überlebensfähig sein konnte, und, wie historisch ebenfalls unbestreitbar ist, seine Macht mit Mord und Totschlag begründete.

Als das Regime im Sattel saß, reichten ihm das Einknasten von Politischen Häftlingen, Scheinwahlen, Schießbefehl und Stasi, oder zur Not die Sowjetischen Besatzungstruppen. Morde hat es dann später weniger gegeben, höchstens mal einen Auftrags-Mord von der Stasi oder das Erschießen von wehrlosen Zivilisten, die aus dem SED-Staat flüchten wollten.


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RE: NVA

#341 von reporter , 09.11.2011 00:11

Glaubt man der Dissertation über die NVA, die sich mit dem Untergang der NVA im Lichte des Zusammenbruchs des SED-Staats beschäftigt, könnte man bald meinen, die NVA wäre doch eine ziemlich parasitäre Truppe gewesen:

Die NVA verschlang die Hälfte der Kapazitäten im Baugewerbe und beim Handwerk, die Innenstädte hingegen verfielen. Oder anders gesagt, Gründe, warum man trotz Vasallenstaat dann doch in der NVA gern den Berufs-Ofizier machte.

Reporter auch von dir hätten wir gerne einen Link wenn du hier Texte reinkopierst ! Gruß Schlawine


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RE: NVA

#342 von reporter , 09.11.2011 08:41

@Schlawine

Der Link ist vorhanden. Dissertation über die NVA
Bitte wieder den Text einstellen.

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RE: NVA

#343 von Atze , 09.11.2011 09:45

Mäuselchen,

was erwartest Du?

Soll ein Offizier eines Staates, in welchem er gelebt hat und erzogen wurde, zum Manne gereift ist, etwa gegen diesen Staat sein?
Das ist so dumm, wie es nur sein kann.

Kaum ein Berufskader (kaum ein Soldat der NVA) hat je erlebt, was Du hier in Bausch und Bogen, der Deutschen Demokratischen Republik vor wirfst, nämlich Mord und Todschlag.

Die meisten Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hatten eine gesicherte Kindheit und Jugend, auch wenn man am Unterrichtsfach "Wehrerziehung" teilnehmen mußte oder man nicht täglich eine Banane essen konnte. Selbst wenn "Mutti und Vati" keine Lada fuhren sondern die Tram nutzten, gab es keine Ängste vor dem Morgen, wie das heute doch durchaus üblich ist.

Was willst Du Bürschlein eigentlich? Deine immer wehrenden Wiederholungen machen diese Mähr auch nicht wahr. Und all Deine Quellen, die Du uns so offerierst sind doch Quellen von Menschen, die entweder nie in der Deutschen Demokratischen Republkik gelebt haben oder sich mit solchen Mäuselchen wie Dir unterhalten haben. An mich ist man bisher zweimal herangetreten um etwas über die Zeit in der Deutschen Demokratischen Republik und die NVA zu erfahren.
Bei einer Diplomarbeit, die ich sogar vorliegen habe (Dank dem Diplomanten) von einem Oltn der BW, hat ein ganz anderes Bild, als Du es hier pausenlos in der absoluten Unkenntnis über die Deutsche Demokratische Republik, zu Besten gibst.

Da man Dich nicht einschätzen kann, Du kannst ja ein 20 jähriges, dummes Bürschlein sein, genauso wie ein alter, verknöcherter Nazi, weil Du ja keinerlei Vorstellung zum Besten gegeben hast (was ich, wäre ich Mod., sowieso längst eingefordert hätte) bist Du, zumindestens in meinen Augen liebes Mäuselchen, sowieso nur ein Nachplapperer. Hast Du schon mal einen eigenen Gedanken hier eingebracht, außer dummer Sprüche?
Wenn ja, gib mir mal den Link dazu.


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RE: NVA

#344 von Kehrwoche , 09.11.2011 10:20

Zitat von Atze
Da man Dich nicht einschätzen kann, ... , weil Du ja keinerlei Vorstellung zum Besten gegeben hast (was ich, wäre ich Mod., sowieso längst eingefordert hätte)


1. Eigene Angaben zur Person sind wünschenswert, aber (leider) nicht Pflicht.

2. Ist hier im Forum eine inhaltliche Auseinandersetzung ausreichend

3. Du bist kein Mod.

Ich persönlich würde ja den Nachweis einer sauberen "Akte" favorisieren, aber nach mir geht es auch nicht -- leider.


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RE: NVA

#345 von Atze , 09.11.2011 10:32

Außer das mit dem Mod., würde ich sagen, "ja, leider". Aber was solls.

Gruß


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