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RE: NVA

#436 von Schlawine , 20.11.2011 17:20

Dr. Pfl., ich habe gejubelt als die Mauer fiel obwohl ich ahnte was da finanziell auf uns zukommen würde. Einige Jahre nach der Wende wurde meine Omi in Sachsen-Anhalt zum Pflegefall und ich konnte sie besuchen fahren wann ich wollte ohne erst viele Anträge stellen zu müssen.Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es anders gewesen wäre.
Ich finde es auch in Ordnung dass Gelder in den Osten geflossen sind und noch fließen und dass der ehemalige Bürger der DDR seine Rente aus der Rentenkasse erhält. Wir sind jetzt ein Land und alle sollen nun die gleichen Rechte aber auch Pflichten haben.

Was mir auf den Nerv geht sind das ewige Gejammer und die "gegenseitige" Aufrechnerei. Da gibt es manche die jammern weil es ihnen heute nicht so gut geht wie sie sich das früher vorgestellt haben und daran der Wiedervereinigung und der Einwanderungspolitik die Schuld geben.
Und andere die mit ihrem Job unzufrieden sind weil sie mit der Mentalität der Wessis oder überhaupt mit fordernden Kunden ein Problem haben.
Und das Gefühl dem "Westen" dankbar sein zu müssen bzw. zu sollen ist doch dein eigenes Problem. Kein Mensch erwartet das. Warum auch ? Heute muss jeder seinen Hintern selbst hochkriegen und dafür sorgen dass es ihm gut.
Ich habe auch mit Ende 40 nochmal eine Ausbildung gemacht um wieder in einem vernünftigen Beruf arbeiten zu können. Genau wie viele andere hier im Forum auch.
Der "Verfolgungswahn" der einen und die "anklagende Jammerei" anderer sind schon verdammt schwer zu ertragen.

So, das hat nun mit NVA alles gar nichts mehr zu tun aber ich wollte deltas Beitrag auch nicht unkommentiert lassen.


Schlawine
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„Nichts spornt mich mehr an als die drei Worte: Das geht nicht. Wenn ich das höre, tue ich alles, um das Unmögliche möglich zu machen.“
Harald Zindler, dt. Umweltaktivist, 1981 Mitbegründer Greenpeace Deutschland

 
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RE: NVA

#437 von joesachse , 20.11.2011 17:30

Vielen Dank, Schlawine, Du schreibst mir aus der Seele.

Sich mit den ewigen Jammerern aus Ost und West hier im Forum auseinanderzusetzen habe ich aufgegeben.

Schönen Abend noch
JoeSachse


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
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RE: NVA

#438 von Atze , 20.11.2011 17:36

Feiner Beitrag Schlawine. So sehe ich das auch.

Es gab in der Wendezeit ehemalige Bürger der Deutschen Demokratischen Republik, für die kam die Wende 10 Jahre zu spät. Sie standen kurz vor der Rente. Und wenn diese Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik ein normales Einkommen hatten, ist es heute nicht so üppig für Sie. Aber sie können davon Leben. So sehe ich das bei meinen Schwiegereltern in Magdeburg. Mein S-Vater war Taktstraßenleiter und hat halb Olvenstedt mit erbaut und meine S-Mutter war halbtags Verkäuferin. Sie machen keine großen Sprünge aber ihnen geht es gut. Der Garten (1200 qm auf Pachtland in Diesdorf) ist so ein bißchen Lebensmittelpunkt geworden aber da gibt es auch immer viel zu tun.
Sie versorgen übrigens die ganze Familie, seit Jahren schon, mit Spargeln und ich habe auch schon welche gestochen

Für die Menschen, die um die 45 waren oder noch jünger, die hatten allemal Zeit genug, sich was Neues aufzubauen, ist meine Meínung. Ausnahmen und persönliche Schicksalsschläge nehme ich davon mal aus. Wenn man krank ist oder Pflegefälle in der Familie hat, ist es ungleich schwerer auf einen grünen Zweig zu kommen.

Aber wer da nur wartet, dass ihm die gebratenen Täubchen in den Mund fliegen, hatte oft das Nachsehen. Da aber die Masse der ehemaligen Bürger der Deutschen Demokratischen Republik eben keine Jammerer waren, sondern anpacken konnten und aus Schei... , Gold gemacht haben, haben es viele dieser Menschen geschafft und stehen mit beiden Beinen im Leben. Darüber freue ich mich.

Gruß


Sir W. Churchill

"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

 
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RE: NVA

#439 von altberlin ( gelöscht ) , 20.11.2011 17:50

Zitat von Weilheimer


Das System der BRD ist zumindest so gut, das es von jungen aufstrebenden Demokratien kopiert wird....



Und so weiter und so fort, hoch lebe der Bespitzelstaat BRD.
Bankgeheimnis ist weg ! Wäre nicht nötig gewesen, hätte man die Schlupflöcher und unzähligen Steuervergünstigungen längst abgeschafft.
Und die restlichen Möglichkeiten der Überwachung werden doch auch nicht ungenutzt gelassen. Bei "Bedarf" kann doch jede x-beliebige Behörde per Computer alles über dich erfahren.
Was mich allerdings sehr stutzig macht: Jeder normale Durchschnittsbürger ist erfaßt, aber alles was "rechtsradikal", "rechtsterroristisch", "linksradikal", "autonom" oder sonstwie angesiedelt ist, da gibt es immer keine Erkenntnisse.
Mir scheint, das hat Methode und wird mit System betrieben. Um dann hin und wieder die "Demokratie" zuschlagen zu lassen.
Demokratie bedeutet ursprünglich Herrschaft des (einfachen) Volkes, vovon wir durch die wohlgefällige Auslegung dieser Definition Lichtjahre entfernt sind. Sicher, die "Volksvertreter", oder auch -verräter sind vom Volk gewählt, auf Grund der getätigten Wahlversprechen. Doch wie verhält es sich nach der Wahl ? Wer hat denn nach der Wahl schon die vom Volk demokratisch gewählten Inhalte der Wahlversprechen auch eingelöst ? Das ist keine Demokratie, das ist pokern um die besten Posten.
Und jetzt bitte schnell wieder die DDR anführen. Die interessiert aber nicht mehr, es sollte heute besser sein, ehrlich, offen, zuverlässig, demokratisch eben.
die Realität ist eine andere, aber glaub weiter an das Gute, es soll beruhigen. Hast du blaue Augen ? Vieles wäre erklärt.

altberlin

RE: NVA

#440 von delta , 20.11.2011 18:09

Zitat von Schlawine


So, das hat nun mit NVA alles gar nichts mehr zu tun aber ich wollte deltas Beitrag auch nicht unkommentiert lassen.



Wie, wo, hab ich gejammert in den Beitrag den du hier angeblich kommentieren mußt.
Das du dich natürlich gefreut hast das du deine Omi ohne probleme besuchen konnest ist normal, aber ich habe keine Omi im
Osten gehabt......
Hin und wieder würde es Dir auch nicht schaden etwas genauer zu lesen, dann würdest du feststellen das dein Vorwurf nicht berechtigt ist.
Aber du bist so eingeschoßen auf meine wenigkeit das du einiges hier überliest.

Joe sachse
neue Mitglieder sind eine ursache dafür, das immer wieder mal die Themen aufgeworfen werden.
Wir..die dich kennen, wissen um deine Einstellung, so wie du und die anderen meine kennen.
wenn du schreibst...Zitat: Sich mit den ewigen Jammerern aus Ost und West hier im Forum auseinanderzusetzen habe ich aufgegeben. ...
so läßt Du einig Dinge ausser acht, solange wirtschaft, politik und die nutznisser der Vereinigung zwietracht säen unter dem Volk, wirst du damit
leben müssen, das dies ein dauer thema bleibt.
Am Rande bemerkt... wie lange ist der zweite Weltkrieg vorbei und man will keine Ruhe geben in der Sache.... bohrt man so lange weiter, bis
der Zorn darüber wieder ausbricht und man wieder anfängt die Leute in massen zu vertreiben. Auch das böseste Kind muß mal die Chance haben, zu bweisen
das es nicht mehr böse ist......
So ist es auch mit den Ungerechtigkeiten zwischen Ost und West. Der Gewinner wird nie verstehen wie sich ein Verlierer fühlt... auch ein Gesunder wird nie
den Schmerz eines Kranken fühlen können, er kann ihn nur erahnen.
Vielleicht denkst du mal über meine Worte nach. Ein bisschen mehr Gerechtigkeit in diesen Staat stände der notleidenden Demokratie in Deutschland gut zu Gesicht.


wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.

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RE: NVA

#441 von Schlawine , 20.11.2011 18:17

Zitat von delta

Zitat von Schlawine


So, das hat nun mit NVA alles gar nichts mehr zu tun aber ich wollte deltas Beitrag auch nicht unkommentiert lassen.


Wie, wo, hab ich gejammert in den Beitrag den du hier angeblich kommentieren mußt.
Hin und wieder würde es Dir auch nicht schaden etwas genauer zu lesen, dann würdest du feststellen das dein Vorwurf nicht berechtigt ist.
Aber du bist so eingeschoßen auf meine wenigkeit das du einiges hier überliest.



----------------

@delta, jetzt nimmst du dich etwas zu wichtig. Ich habe mich in keiner Weise auf dich eingeschossen. Es war eigentlich Zufall dass ich deinen Beitrag überhaupt gelesen habe denn eigentlich erspare ich mir das schon lange. Ist immer das selbe: Jammern und schimpfen auf Politiker und Einwanderer.
Ist wie bei den Simmel-Romanen: Lies einen und du kennst alle


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RE: NVA

#442 von Kehrwoche , 20.11.2011 18:22

Zitat von Schlawine
Ist wie bei den Simmel-Romanen: Lies einen und du kennst alle


Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.
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RE: NVA

#443 von delta , 20.11.2011 18:25

ja, ja
diese Zufälle..................

Übrigens: ich stelle immer wieder fest, du nimmst es nicht so genau mit der
korrekten Demokratie. Nur weil sie dir so passt muß sie nicht zwangsläufg
richtig sein. Das nur so nebenbei, vielleicht hast du wie zufällig noch eine Antwort dazu.


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RE: NVA

#444 von michaka13 , 20.11.2011 18:53

Klasse Beitrag, Schlawine. Punktlandung würde ich sagen!

delta schrieb:

Zitat
So ist es auch mit den Ungerechtigkeiten zwischen Ost und West. Der Gewinner wird nie verstehen wie sich ein Verlierer fühlt...


Gewinner, Verlierer was soll der Sch... . Nach zig Jahrzehnten wurde das Land endlich vereinigt. Das ist gut so. Gewinner sind die Menschen in diesem Land. Punkt. Ende. Aus. Verlierer? Wer soll denn hier ein Verlierer sein?


Gruß, micha

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RE: NVA

#445 von delta , 20.11.2011 18:58

Wie ich schon schrieb, der Gewinner wird es nicht verstehen können, das es auch Verlierer gibt und gab.


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RE: NVA

#446 von Weilheimer , 20.11.2011 19:51

Zitat von Atze


Nenn mir drei Privilegien, die nicht jeder andere Bürger der DDR auch hatte, wenn er am gleichen Ort gewohnt hat.




Na gern doch

an der Offizierhochschule hast du so um die 400 Mark im Monat bekommen, der zivile Student bekam nur 190 Mark und musste das Wohnheim noch extra zahlen, du hast kostenlos während der Ausbildung gewohnt, was Privileg Nummer 2 ist. Dann hattest du durch die Militärhandelsorganisation eine bessere Versorgung in der Kaserne, dort gab schon mal Dinge, die man außerhalb nicht so leicht bekam.
Du hast bei gleicher Ausbildung mehr verdient als jemand im zivilen Leben, hättest auch mehr Rente bekommen, wenn der Staat DDR nicht vorher zusammengebrochen wäre. Deine Gesundheitsversorgung war durch die Militärkrankenhäuser besser. Nach 25 Jahren Militärdienst wärst du in irgendeinen seidenweichen Sessel in der Wirtschaft gefallen und hättest weiterhin mehr verdient, als die Zivilisten. Wenn ich noch eine Weile überlege, dann fallen mir noch mehr Privilegien ein, aber das waren mehr als drei. So sehen Sieger aus.

 
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RE: NVA

#447 von Kehrwoche , 20.11.2011 20:30

Vielleicht schildert Atze uns noch, wie die Versorgung mit Wohnungen war??
Dann schildere ich ihm, wie der Rest der Republik versorgt wurde!


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RE: NVA

#448 von Weilheimer , 20.11.2011 20:57

Und wie es mit den Autos aussah, wenn Genosse Atze aus irgendwelchen Gründen dringend eins brauchte, dann war dann etwas zu "machen". Bezahlen musste er es natürlich. Ich staune nur, das Herrn Atze seine Privilegien aufzählen muss, hat er sie vergessen? Das könnten die ersten Anzeichen von Altersdemenz sein.


 
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RE: NVA

#449 von reporter , 20.11.2011 22:38

Zitat von Weilheimer
Und wie es mit den Autos aussah, wenn Genosse Atze aus irgendwelchen Gründen dringend eins brauchte, dann war dann etwas zu "machen". Bezahlen musste er es natürlich.



Wie "natürlich" das Bezahlen war, kam auf den Dienstgrad des NVA-Offiziers an. Höhere Chargen hatten da durchaus Gestaltungsmöglichkeiten.

Was für die Stasi-Offiziere das Stasi-Lager Freienbrink war, wo Post-Diebesgut aus Westsendungen von der Stasi gesammelt wurde und wo die Sore dann an die Ihren verteilt wurde, war bei der NVA das Auftragsformular mit dem roten Strich.

Wobei man fairerweise einschränken muß, bis zum letzten Muggel konnte das Begünstigungssystem aus Kapazitätsgründen nicht wirksam werden.

In einem Spiegel-Artikel heißt es dazu

Zitat
Außerdem blühte der Autohandel: Die Armee bot ihre ausrangierten "Wolgas" und "Wartburgs" für 2000 bis 3000 Mark an; die Soldaten des Kfz-Bataillons des Verteidigungsministeriums mußten die Fahrzeuge reparieren, Probleme mit Ersatzteilen gab es nie.

Wann immer etwas fehlte, das Auftragsformular mit dem roten Strich und dem Aufdruck "LVO" (Landesverteidigungsorganisation) war schnell zur Hand. Autowerkstätten, Handwerks- und Industriebetriebe mußten LVO-Aufträge "mit Vorrang" behandeln.

Die von der Armee ausgesonderten Wagen standen 14 Tage nach Kauf, von Grund auf überholt, zum Abholen bereit und konnten drei, vier Jahre später noch für 20 000 Mark weiterverkauft werden.

"Ein funktionierendes System in einer nicht funktionierenden Gesellschaft", urteilt ein technischer Offizier des NVA-Ministeriums. "LVO war wie eine Neckermann-Bestellung, egal ob es sich um Reifen, Klopapier, Wasserhähne oder Dachrinnen handelte." Die "roten Ecken" an den Begleitpapieren - "Vertrauliche Verschlußsache VVS" oder "Geheime Verschlußsache GVS" - garantierten, daß nichts in der Öffentlichkeit ruchbar wurde. Paragraph 272 der Militärgerichtsordnung: "Wer militärische Geheimnisse unerlaubt offenbart, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Strafarrest bestraft."



http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497057.html

Interessant in dem Beitrag auch die Diskussion von NVA-Kadern, mit einem Militärputsch den SED-Staat zu übernehmen.


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RE: NVA

#450 von Weilheimer , 21.11.2011 06:50

Herr Atze schweigt. Vermutlich hat er gedacht, hier verkehren nur Trottel, welche sich mit der DDR und die Privilegien der staatstragenden Personen nicht auskennen.

 
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50 Jahre Raketentruppen - zu Befehl! Diskussion beendet
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