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RE: NVA

#526 von reporter , 10.01.2012 10:08

Zitat von Björn

Welcher User hier kann denn wirklich aus eigener Erfahrung über den Zustand der Unterkünfte, Einrichtungen und Ausstattung aus späteren Jahren (nach 1970- Wende) etwas berichten? Wie war der Umgang bzw. die Behandlung der Wehrpflichtigen in anderen Truppenteilen?



Du scheinst des Lesens nicht mächtig zu sein.

Wie bereits erörtert, gibt es genaue Informationen, wie es bei der NVA zum Zeitpunkt der Wende ausgesehen hat. Natürlich nicht von NVA-Boilern, die bemüht sind, die Sachverhalte zu verfälschen. Sondern durch Bundeswehrsoldaten, die im Zuge der Wiedervereinigung NVA Kasernen im Originalzustand in Augenschein nehmen konnten. So auch der durch die Oder-Hochwasserrettung dann später einer breiten Öffentlichkeit bekannt gewordene General Hans-Peter von Kirchbach.

Da hier im Forum dies schon breit diskutiert wurde, welche erbärmlichen Zustände etwa am Standort Eggesin geherrscht haben, hier nur der kurze Bericht eines Bundeswehroffiziers zu seinem ersten Eindruck in einer NVA Kaserne im Herbst 1990:

Zitat
Der erste Gang in einen Unterkunftsblock bringt horrifizierende Einblicke. Stuben, Waschräume und Toiletten sind meist völlig verwahrlost. Es stinkt erbärmlich. Trotz des manchmal erkennbaren Bemühens, mit eigenen Mitteln eine Verbesserung zu erreichen, ist überall nur die totale baulich-technische Vernachlässigung zu sehen.



http://books.google.de/books?id=JdX8aN_a...rchbach&f=false

Baupionier Zottmann beschreibt ähnliche Zustände hier in seinem Internetauftritt:

http://baupionier.zottmann.org/page/4

Hätte ein Volker Zottmann zu Ostzeiten die Mißstände in der NVA so benannt, wie er es in seinem Internetauftritt macht, wären ihm etliche Jahre Gelbes Elend sicher gewesen.

Dass in dieser Zeit nichts ans Licht der Öffentlichkeit geriet, dafür sorgten auch Figuren bei der NVA mit der innovativen Bezeichnung "Verwaltung 2000". Mit Verwaltung hatten diese Leute nichts zu tun, sie waren Angehörige der HA1 der Stasi. Sie kamen meist selber aus dem überbesetzten Boiler-Personalbestand der NVA und sie steuerten etwa 20 NVA-IM's in der Uniform der "zu betreuenden" NVA-Einheit. Man kann davon ausgehen, daß ein großer Teil der ohnehin pflichtmäßig der SED angehörenden NVA-Boiler gleichzeitig IM's waren.
Nach außen gaben sich Stasi-Leute als NVA Angehörige, die Ausrüstung mit Waffen und KFz, Unterbringung und Verpflegung wurde durch die NVA organisiert und abgesichert.


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RE: NVA

#527 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 10.01.2012 11:20

Vieles haben wir jungen Bauarbeiter ja auch als unabänderlich damals über uns ergehen lassen.
Wir wurden eingezogen und fertig!
Alles war von heute auf morgen verboten:
Kein Westfernsehen, der Klubraum-Fernseher war versiegelt. Radio gab es im ganzen Objekt keins. Mitbringen war strikt verboten. Fotoapparate dort zu haben oder gar zu benutzen, hieß in Schwedt einfahren!.
Telefonieren war unmöglich. Es war eine Baustelle ohne Telefonzelle. Handys wurden auch erst später erfunden.

Beschweren, so wie heute war nie möglich. Wir hätten lediglich Eingaben machen dürfen, die in Schriftform und war grundsätzlich über den Spieß einzureichen. (Wollte man sich also über den Spieß beschweren, hatte man seine Beschwerde bei ihm abzugeben. )

Volker Zottmann

RE: NVA

#528 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 10.01.2012 11:28

Wer nun fragt, wie meine Bilder zu Stande kamen: An unserem verdreckten 12-Zylinderklo war außen Dachpappe genagelt. zwischen Holz und Pappresten war eine Pouva-Start, ein alter DDR-Bakelitt-Apparat von unseren Vorgängern deponiert. Wer Bilder machen wollte, ging im Dunkeln zum "Scheißhaus" und legte einen neuen Rollfilm ein. Am Lokus Erinnerungsfotos zu schießen war ungefährlich, denn dorthin verirrte sich kein Offizier.
Die Mannschaftsfotos waren offizielle Aufnahmen. Unsere Bilder wurden aber laut Rechtsprechung als Spionagefotos gewertet und hätten immer Militärgefängnis bedeutet.

Volker Zottmann

RE: NVA

#529 von Paule , 10.01.2012 12:27

@Volker: Danke für die Info zu den "Bausoldaten", hatte ich es doch verwechselt. Ja, Vize war ein alternativer Ausdruck. Ansonsten decken sich Deine Beschreibungen hier fast komplett mit meinen Erfahrungen, wir hatten allerdings eine Heizung und im ganzen Objekt ein Münztelefon. Fotografieren war verboten, ich habe tatsächlich kein Foto aus dieser Zeit. Habe mich schon gewundert, woher die Bilder von Atze kommen. Fernseher war versiegelt (ließ sich umgehen). Pro Stube durften wir ein privates Radio betreiben, bei dem auf der Skala die DDR-Sender zu kennzeichnen waren (kleiner Aufkleber), war die "Nadel" dazu nicht in Deckung, wurde das Radio für ein paar Tage eingezogen.

@reporter: blablabla (mir fällt nix sinniges ein, aber so ähnlich startest Du Deine Beiträge ja schließlich auch - vollkommen sinnfrei).
Wir hatten wohl Glück mit relativ neuen Gebäuden und Einrichtungen (waren die zweite Besatzung im Gebäude). Der alte Teil der Kaserne war deswegen weder verwahrlost, noch hat es gestunken. Es wurde penibel auf Sauberkeit geachtet. Wenn Du noch nie das komplette Flurprogramm (fegen/wischen/bohnern/polieren) mitgemacht hast, wäre vielleicht etwas Zurückhaltung angebracht. Allerdings würde mich interessieren, wenn nach Deinen gesammelten Informationen die Zustände erbärmlich waren, was haben dann die Bausoldaten und auch die Handwerksbetriebe, die wohl auch ins Thema eingebunden waren - hast Du irgendwo hier geschrieben, bin zu faul zum suchen, gemacht? Doch nicht etwa das, was Du zwei Beiträge vorher niederschreibst:

"Offensichtlich war es im SED-Staat üblich, Bauhandwerker formal als NVA-Wehrpflichtige einzuziehen, um dann ihre Handwerks-Arbeitskraft in entsprechend zusammengefaßten militärischen Bauhandwerker-Einheiten als rechtlose NVA-Heloten mit Hilfe des dann geltenden Militärrechts auszuplündern, um etwa bauliche NVA Anlagen zu errichten."

Für einen Weg solltest du Dich dann schon entscheiden. Vielleicht mit einer eigenen Meinung?

Paule  
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RE: NVA

#530 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 10.01.2012 12:42

@Paule, ich glaube auch Reporter hat da recht. Wir haben auch täglich in der Putz-und Flick-Stunde unsere Außenreviere, samt Holztoilette schrubben müssen. Ebenso wurde jede Woche 1 Pappeimer voller halbflüssigen Bohnerwachses in jede unserer Barackenstuben "gekippt. Der lief Großteils durch die breiten Dielenfugen in den Heidesand.
Sicher hatte der Fussboden dann kurzzeitig geglänzt, auch der Lokus war sauber. Aber bestialisch gestunken haben die beiden Räumlichkeiten immer.
Übrigens hat ein Harzgeröder Handwerker unmittelbar nach mir dort seine 18 Monate abgedient. Das erste was die machen mussten, mit ihren Stahlhelmen den zentimeterdicken Bohnerwachs von den Dielen schaben.

Wegen der miesen hygienische Zustände schrieb ich, dass es an ein Wunder grenzte, dass dort nie eine Seuche ausbrach. Diese, meine Behauptung ist wiederlegt. Im Durchgang nach uns ist dort eine Epidemie ausgebrochen und das gesamte Armeeobjekt wurde (also um 1972) unter wochenlange Quarantäne gestellt.


Volker Zottmann
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RE: NVA

#531 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 10.01.2012 13:57

Abbitte!

Hallo Atze, Zottmann irrte doch!"
Ich habe soeben alte Mails und Anhänge angesehen und dabei von einem meiner Nachfolger einen ungenehmigten Urlaubsantrag von 1972 gesehen. Darauf steht klipp und klar: "Erst Nachfrage bei Major Mikut." Das war der Bataillons-Politoffizier.
Somit bestätigt das Deine Aussage, dass Major der höchste Dienstgrad beim Politnik war. Entschuldigung!
Mein Gehirn wird offensichtlich älter ...

Viele meiner damaligen Kameraden haben meine Niederschrift gelesen und niemanden fiel bisher dieser Lapsus auf.

Volker Zottmann

RE: NVA

#532 von reporter , 10.01.2012 14:02

Zitat von Paule
Doch nicht etwa das, was Du zwei Beiträge vorher niederschreibst:

"Offensichtlich war es im SED-Staat üblich, Bauhandwerker formal als NVA-Wehrpflichtige einzuziehen, um dann ihre Handwerks-Arbeitskraft in entsprechend zusammengefaßten militärischen Bauhandwerker-Einheiten als rechtlose NVA-Heloten mit Hilfe des dann geltenden Militärrechts auszuplündern, um etwa bauliche NVA Anlagen zu errichten."

Für einen Weg solltest du Dich dann schon entscheiden. Vielleicht mit einer eigenen Meinung?



Du mußt nicht soviel palavern, sondern dich mit den gerade diskutierten Sachverhalten auseinandersetzen. Wenn du inhaltliche Einwendungen zu meinen Ausführungen hast, kannst du die gern vorbringen. Allgemeines Genöle hilft da nicht weiter.

Bei meinem Satz ging es darum, dass der SED-Staat eigentlich sich diese kostenträchtige und unproduktive Einrichtung "NVA" volkswirtschaftlich gar nicht leisten konnte, und deswegen für die Errichtung von Militärbauten NVA Wehrpflichtige mit bauhandwerklichen Berufen als Arbeitssklaven mit den Mitteln des Militärrechts mißbraucht wurden, und ich fand Anhaltspunkte hierfür in den Ausführungen des Baupioniers Zottmann in seinem Internetauftritt unter dem Abschnitt 6. Tagesablauf.

Danach fing der Tag des Wehrpflichtigen an mit

Zitat
8:00 Uhr Morgenappell, Abmarsch im Gleichschritt auf die Baustelle. Unsere blaue Plastik-Doppeltasse mussten wir vormittags immer mitführen (2. Frühstück). Jetzt wurde gemauert, geputzt, eingeschalt, Beton gegossen — je nach Auftrag.



Nach dem Mittagessen

Zitat
Bald wurde dann wieder auf die Baustelle marschiert, das waren etwa 500m, und weiter gearbeitet. Immer vom Zugführer oder Unteroffizier überwacht. Den “kompanieeigenen” Offizier für Baudurchführung habe ich nicht ein einziges Mal auf der Baustelle gesehen. Nie in eineinhalb Jahren! Vielleicht hatte der aber ganz andere Aufgaben … Horch, horch. Der dicke Przbyb saß immer in der Kompaniebaracke. Trägheit macht auch fett!

16:00 Uhr war bei Regelarbeitszeit Schluss.



http://baupionier.zottmann.org/page/8


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RE: NVA

#533 von Atze , 10.01.2012 18:40

Hi Volker,

dass es "nur" ein Major gewesen sein kann, war mir klar. Ich wollte nur keinen Streit deshalb anfangen, weil es ja doch nichts gebracht hätte

Ganz sicher waren nicht alle Kasernen in der NVA gleich. Und gerade die Kasernenanlagen der 9. Panzerdivision (also alles rund um Eggesin / Drögeheide / Torgelow) waren wohl die schlechtesten Kasernen in der NVA, weil es welche waren, die Anfang der 60-er Jahre, in einer "Hau-Ruck Aktion" hochgezogen wurden. Dem entgegen waren die die Kasernen in Hagenow, wo Teile der 8. MotSchützendivision lagen, als Plattenbauten in den 70-er Jahren erbaut. Schön und solide waren auch alle Kasernen, die von der preußischen Armee oder der Wehrmacht übernommen worden sind.

Und wer da behauptet, in der NVA ging es dreckig und unsauber zu, den kann ich nur belächeln. Von den Fußböden konnte man im allgemeinen Essen. Die Klos waren die Steckenpferde der Spieße. Anders mag es bei der persönlichen Sauberkeit einiger Soldaten ausgesehen haben, die so gar keine Einstellung zu Seife und Handtuch hatten, teilweise auch dem machnmal nur kalten Wasser geschuldet.

Eine Epedemie hat wohl eher mit verdorbenem Essen zu tun als mit Unsauberkeit in den Stuben. Und wenn da der Küchenbulle nicht seine Zeiten des Warmhaltens einhielt, konnten sich schon mal Salmonellen auf dem Essen festsetzen. Das aber gibt es vermutlich auf der ganzen Welt. Es soll nicht vorkommen ist aber auch nicht typisch NVA.

Tja, fotographieren war eigentlich, wegen der Geheimhaltung, verboten. Aber gemacht wurde es trotzdem, wie man sehen kann

Gruß

Mäuselchen, ich möchte nochmal meine Oma zitieren (allerdings sage ich es mal etwas schärfer, den so hätte es die alte Dame nie gesagt) "... wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten ..." . Denk mal drauf rum.


Sir W. Churchill

"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

 
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RE: NVA

#534 von Paule , 10.01.2012 20:55

Zitat von reporter
Du mußt nicht soviel palavern, sondern dich mit den gerade diskutierten Sachverhalten auseinandersetzen.

Das blabla, Danke für die Bestätigung, zurück zum Thema:

Zitat von reporter
Bei meinem Satz ging es darum, dass der SED-Staat eigentlich sich diese kostenträchtige und unproduktive Einrichtung "NVA" volkswirtschaftlich gar nicht leisten konnte, und deswegen für die Errichtung von Militärbauten NVA Wehrpflichtige mit bauhandwerklichen Berufen als Arbeitssklaven mit den Mitteln des Militärrechts mißbraucht wurden... ...Offensichtlich war es im SED-Staat üblich, Bauhandwerker formal als NVA-Wehrpflichtige einzuziehen, um dann ihre Handwerks-Arbeitskraft in entsprechend zusammengefaßten militärischen Bauhandwerker-Einheiten als rechtlose NVA-Heloten mit Hilfe des dann geltenden Militärrechts auszuplündern, um etwa bauliche NVA Anlagen zu errichten... ...Die Bausoldaten waren im Gegensatz zu den Zivis in der Bundesrepublik weiterhin militärischer Bestandteil der NVA und sie unterlagen dem Militärrecht. Lehnten Bausoldaten Arbeiten an militärischen Anlagen ab, so konnte das genauso unmittelbare und negative Folgen haben, wie z.B. Einweisung in den Militärknast Schwedt, wie bei dem normalen NVA Wehrpflichtigen.

Da wurde ja gebaut, wie nur was!

Zitat von reporter
Wie bereits erörtert, gibt es genaue Informationen, wie es bei der NVA zum Zeitpunkt der Wende ausgesehen hat...Da hier im Forum dies schon breit diskutiert wurde, welche erbärmlichen Zustände etwa am Standort Eggesin geherrscht haben...

Wieso sah das dann so aus???

Was ist denn nun richtig?

Wie ich das einem Troglodyten in Bildform nahe bringen soll, dazu fällt mir leider nichts ein und bitte um Entschuldigung.


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RE: NVA

#535 von reporter , 10.01.2012 21:20

1997 bewahrte der Bundeswehr-General Hans-Peter von Kirchbach mit seinen Soldaten das Oderbruch vor dem Untergang. Nach der Wiedervereinigung hatte der General die Aufgabe, zunächst Einrichtungen der NVA in Augenschein zu nehmen.

Im Herbst 1991 schilderte der ehemalige Divisionskommandeur der 14. Panzergrenadierdivision in Neubrandenburg und späterer Kommandierender General des IV. Korps in Potsdam seine Eindrücke damals in dem Beitrag

Zusammenwachsen lernen:


Zitat
Demgengenüber sah ich demoliertes Gerät und erbärmliche sanitäre Anlagen in fast allen Mannschaftsunterkünften und Küchen, die eine solche Bezeichnung nicht verdienten...
Ich wurde gefragt, wer künftig im Leitungsspeisesaal essen darf, der bis dahin dem Kommandeur und seinen Stellvertretern vorbehalten war, und erntete zunächst tiefes Unverständnis, als ich diesen Raum auflösen ließ und dafür sorgte, dass auch die Mannschaftsdienstgrade beim Essen auf Stühlen sitzen konnten...
Zum ersten male hörte ich ausführlich von Leuten, die es miterlebt hatten, vom EK-System, einem System der Drangsalierung..



SED-Boiler waren in der SED-Armee massenhaft vorhanden:

Zitat
...fanden wir viel zu viele Offiziere vor. In einem Divisionsstab der NVA, der etwa 10000 Mann führte, gab es mehr Offiziere als in einem Korpsstab der Bundeswehr, der etwa 70000 Mann führt.



Ab einem bestimmten NVA Rang waren NVA Boiler gleichzeitig Stasi-Zuträger:

Zitat
Alle Offiziere in Führungsverwendungen waren zur Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst verpflichtet.



http://www.paed1.ewf.uni-erlangen.de/dow...chiv/1991-3.pdf


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RE: NVA

#536 von mutterheimat , 10.01.2012 21:52

Ich wollte eigentlich zu diesem Strang nichts mehr schreiben, aber es ist wohl doch so, daß manch ein Zeitgenosse, erhebliche, Erinnerungsprobleme hat. Zum einen, Punkto Sauberkeit. Ich kann mich keines Raumes der PD 7 im Bereich Cottbus, Großenhain, Zeithain, erinnern, wo es, auch nur annähernd, dreckig gewesen sein soll. Des weiteren, als aktiv dienender Soldat/Gefreiter (Panzer) in der warm werdenden Periode der DDR (bis Frühjahr 89), Richtung heiß werdend (Sommer 89), kurz vor dem Knall stehend (Herbst 89), möchte ich noch folgendes dazu sagen. Vieles was dort abging, war absolut haarsträubend. Manches aber auch absolut in Ordnung. Jedenfalls war die NVA, im Gegensatz zur Bundeswehr, kein Witzfigurenkabinett. Zum Thema Schwedt möchte ich mich lieber raus halten, da ich, nur durch einen glücklichen Zufall, davor bewahrt worden bin.


http://www.youtube.com/watch?v=Cb1RJlyfyKg&feature=related

 
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RE: NVA

#537 von Atze , 11.01.2012 10:53

Lieber Mutterheimat,

gut das Du Deine Eindrücke sachlich schilderst.

Ich weiß nicht, wer von Euch noch den "Soldatensender" kennt, der vom Boden der Deutschen Demokratischen Republik aus, für die Soldaten der Bundeswehr gesendet hat. Ich glaube zwei- oder dreimal am Tage zu Zeiten, wo in der der Bundeswehr keine Dienstzeit war.

Dort wurde über die Unzulänglichkeiten in der BW gesprochen. Essenz dessen, in jeder Armee gab es Unzulänglichkeiten, Schikane oder Fehlverhalten. Warum sollte das in der NVA anders gewesen sein? Überall lebten und arbeiteten Menschen.

Mäuselchen, was die Bundeswehroffiziere da von sich geben / gaben, in Punkto Unterkünfte und Speisesääle kann ich in sofern bestätigen, dass die Soldaten der NVA auf Hockern oder Bänken (ohne Rückenlehne) gesessen haben.

Über den Speisesaal der Führung eines Truppenteils sprachen wir ja schon ausführlich. Beim Frühstück, Mittag oder Abendbrot wurde über dienstliche Belange im Kreise der militärischen Führung gesprochen. Das war ganz gewiß nicht für die Ohren des Gefreiten Hülsensack. Und Du kannst mich erschlagen (kannst Du natürlich nicht, auch wenn Du es gerne möchtest), in der Bundeswehr gibt es nicht nur Führungsspeisesääle sondern ganze Häuser, wo nur Offiziere rein können und gespeist wird in ganz anderem Rahmen als in der NVA. Gleiches gild für Unteroffiziere, die ihre eigenen Einrichtungen haben, wo kein Soldat rein darf, außer der Ordonanzen.

Also, wie meine hochgeschätze Großmutter zu sagen pflegte: " Wenn man keine Ahnung hat usw. usf. "


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RE: NVA

#538 von Björn , 11.01.2012 17:36

@ "reporter", wer hier in Wirklichkeit des lesens nicht mächtig ist, hast du ja selbst bewiesen!
Ich fragte ausdrücklich nach eigenen Kenntnissen/Erlebtem von Forumsmitgliedern hier
und nicht nach irgendwelchen Internetartikeln wie den eines BW-Generals, der (zumindest laut deinem Zitat) den
Eindruck erweckt, alle Mannschaftsdienstgrade der NVA mußten stets im Freien ohne Sitzmöglichkeit ihre Mahlzeiten zu sich nehmen.
Da ich leider momentan nur übers Handy ins Internet komme, kann ich auch deine verlinkten Artikel nicht im Original lesen.


Andrea Bocelli & Sarah Brightman - "Time To Say Goodbye"
http://www.youtube.com/watch?v=aR9Nit-3VDg&feature=related

 
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RE: NVA

#539 von reporter , 11.01.2012 17:46

Zitat von Björn
der (zumindest laut deinem Zitat) den
Eindruck erweckt, alle Mannschaftsdienstgrade der NVA mußten stets im Freien ohne Sitzmöglichkeit ihre Mahlzeiten zu sich nehmen.



Welchen Eindruck der Artikel bei dir erweckt weiß ich natürlich nicht so genau. Offensichtlich sind deine Eindrücke sehr fantasiebegabt. Dass besagte Truppen im Freien die Kantine haben habe ich nirgends gelesen. Ebenfalls nicht, dass sie keine Sitzmöglichkeiten hatten.
Mit dem Handy brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn ich habe wörtlich zitiert.


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RE: NVA

#540 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 11.01.2012 17:53

Hallo Reporter,
ich bin ja ein absoluter Neuzugang in diesem Forum. Könntest Du mir bitte benennen, wann und wo Du Deinen Militärdienst geleistet hast?
Meine Einstellung zu Foren ist auch eine andere: Ich wünschte mir generell Offenheit und Benennung des Alters, der Herkunft.
Sieh, ich stelle in meinen Veröffentlichungen sogar Anschrift und Telefonnummer zur Schau.

Vielen Dank , Volker


Volker Zottmann
zuletzt bearbeitet 11.01.2012 17:56 | Top

   

50 Jahre Raketentruppen - zu Befehl! Diskussion beendet
Jammern, was hilft es...........


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