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RE: NVA

#601 von andersdenker , 15.01.2012 11:41

Zitat von reporter
........ mit sieben verschiedene Küchen für sieben verschiedene gesellschaftliche Schichten in der SED-Boiler-Armee........



Man kann Dich wirklich nicht ernst nehmen ......

7 verschiedene gesellschaftliche Schichten ????????
wenn man unterscheiden wollte, hätte man zwischen Grundwehrdienstleistenden, Zeitsoldaten, Berufssoldaten und Generälen unterschieden - sind für mich aber keine gesellschaftlichen Schichten sondern Hierarchie-Unterschiede ....

Es gab genügend Offiziere, Fähnriche und Berufsunteroffiziere, die aus dem Kochgeschirr gegessen haben - wie ihre Soldaten eben auch während der Übungen -----

7 verschiedene Küchen ????
Zählen wir mal zusammen:
1. Kochergestell für einmalige Verwendung (in den Verpflegungskomplekten enthalten)
2. Feldküche FKü 180/62
3. Feldküche FKü 180/72
4. Feldküche 100
5. Kleinküche KK-15
6. Kleinküche KK-15/66-2
7. Kleinküche KK-15/66-2 E
8. Kleinküche KK-15/72

Es gab also sogar 8 verschiedene Küchen und die sogar mehrmals ... die Kleinküchen wurden bei dezentralem Einsatz für Einheiten um ca. 10 Armeeangehörige genutzt, Feldküchen ab ca. 50 Soldaten .... das Essen wurde von den Einheiten mit Tragebehältern abgeholt ... aber warum schreibe ich das hier überhaupt auf ....

Es sollte Dir hoffentlich an einer sachlichen Aufarbeitung gelegen sein - deshalb ergeht letztmalig mein dringender Hinweis Vergleiche der NVA hinsichtlich ALLER Belange mit Wehrmacht, SS oder anderen Organisationen des 3. Reiches zu unterlassen.....

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RE: NVA

#602 von Atze , 15.01.2012 11:53

Mauselinchen,

Zitat von reporter
Deine Ausführungen zu den Beschwerdemöglichkeiten des NVA-Wehrpflicht-Heloten sind lächerlich.



Was ich über die Beschwerdemöglichkeiten in der NVA schrieb ist schon richtig.
Es ist doch sehr eigenartig, dass Du Menschen mehr glauben schenkst, die es nie selber erlebt haben aber von allem eine Ahnung haben wollen, weil diese Menschen eben ihre Fragen an Leute stellten, die so gestrickt sind wie Du. Die nämlich keine Ahnung hatten und mal gehört haben, von einem der es gehört hat von einem seiner Saufkumpanen. Das ist dann die Wahrheit, weil es im net steht.
Ich finde das sehr verwunderlich aber so bist Du eben. Keinen blassen Schimmer aber miotreden wollen.

Zitat von reporter
Da kann man ja froh sein, daß diese merkwürdige SED-Armee mit Kriegsorden fertig in der Schublade, mit Mumienschlafsack für den Boiler und Decke für den NVA-Heloten, mit 250 verschiedenen Orden und Auszeichnungen, mit dem Dienstsäbel wie bei der SS, mit sieben verschiedene Küchen für sieben verschiedene gesellschaftliche Schichten in der SED-Boiler-Armee *) doch nur ein Wurmfortsatz der sowjetischen Besatzungsmacht war und bei Bedarf entsprechend gedeckelt wurde.

*) „NVA Lehrsammlung“ in der Logistikschule der Bundeswehr



Mauselinchen,

auch hier glaubst Du wieder jedem, jeden Scheißdreck.

Als dieser Bericht ruchbar wurde, schrieben einige Kameraden und ich, an den Kommandeur der Schule der BW. Den Brief (mehrere Seiten lang) kann ich Dir gerne einsetzen und da haben wir all diese Behauptungen, fein säuberlich widerlegt mit Quellennachweisen, Auszügen aus Dienstvorschriften und all solchem Kram. Der Pressesprecher der Logistiksdchule der BW hat mir auch ein Antwortschreiben dazu gesandt.
Das hänge ich Dir gerne an und wenn Interesse besteht veröffentliche ich auch den Antwortbrief auf den Artikel im Osterholzer Blatt und im Internetauftritt der Logistilschule der BW, hier gerne.


Sir W. Churchill

"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

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RE: NVA

#603 von reporter , 15.01.2012 11:55

Zitat von Paule

Zitat von reporter
Deine Ausführungen zu den Beschwerdemöglichkeiten des NVA-Wehrpflicht-Heloten sind lächerlich.

Ist diese Aussage nicht mehr als anmaßend ohne persönliche Erfahrungen? Ich warte übrigens noch auf die Beantwortung meiner Frage. Gibt es dazu keinen Wikipedia/Google/Spiegelartikel? Arme Wurst!




Es ist nicht erforderlich, überall persönlich von einem fraglichen Vorgang betroffen zu sein, um sich eine Meinung darüber bilden zu können. Das hilft zwar manchmal, manchmal ist es sogar eher kontraproduktiv, weil die eigene Betroffenheit hindern könnte, das Gesamtbild zu erkennen.

In diesem Fall hat sich der Militärhistoriker Rüdiger Wenzke zu dem fraglichen Sachverhalt geäußert, und ich wüßte nicht, was daran falsch sein könnte. Statt rumzunölen solltest du vielleicht mal den Artikel von Rüdiger Wenzke lesen.
Herr Wenzke scheint ein ausgewiesener Fachmann mit zahlreichen Publikationen auf diesem Gebiete zu sein.
Bei Wikipedia steht

Zitat
Wenzke absolvierte von 1976–1981 ein Studium der Geschichte an der Universität Leipzig. Sodann arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent und später Oberassistent am Militärgeschichtlichen Institut der DDR. 1986 promovierte er. Nach der Wende wurde er ab 1990/91 vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt übernommen und arbeitet hier im Bereich Militärgeschichte der DDR im Bündnis, den er seit 2008 auch leitet. Zu seinem Forschungswerk gehören zahlreiche Aufsätze und Monographien zur Geschichte der Bewaffneten Organe der DDR.



Nun muß ich von Ätzchen erfahren, daß Dr. Wenzke keine Ahnung hat und nur seinen Saufkumpanen zitiert.


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RE: NVA

#604 von mutterheimat , 15.01.2012 12:29

reporter, wie wäre es, wenn du mal etwas aus, der Perspektive des dabei gewesenem, oder auch, mit von der Partie, sprichst. Zum übergroßen Teil mache ich es so. Darum kommen auch recht wenig heftige Gegenreaktionen. Einfach sagen, ich war dabei und kann es auf die eine, oder andere Weise, nachweisen. Und schon bricht der Zeitungs-, Internet-, Erzählungs- und Möchtegern-Gegen-Diskutant, definitiv, zusammen. Im übrigen, das ist auch der Grund, warum Delta, in dieser Abteilung (unseren Ex Laden betreffend) kaum etwas, genaues, sagt. Wie wäre es, wenn du dir, daran, mal ein Beispiel nehmen könntest. Lass einfach alle Erzählungen drausen, alle Dinge, welche du ergooglest, gehört hast von Leuten, welche ebenfalls nicht mit von der Partie waren und schon ist Ruhe im Schiff. Denk mal darüber nach. Nicht umsonst hatte ich einstmals eine Textunterschrift, welche hieß; "Wer sind die besten Fälscher, die Medien". Fällt dir was auf, an diesem Spruch?


http://www.youtube.com/watch?v=Cb1RJlyfyKg&feature=related

 
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RE: NVA

#605 von andersdenker , 15.01.2012 13:52

Noch ein letzter Hinweis an den Reporter:

Wie ich bezüglich des genutzten - weil bei P. Tannhoff gelesenen - Wortes "Sprutz" bereits ausführte, sollte die Wortwahl eines Diskutanten von Sachlichkeit und Respekt gegenüber dem Diskussionspartner und auch gegenüber denjenigen, über welche Berichtet oder diskutiert wird, geprägt sein......

Grundsätzlich sind weder der Begriff SPRUTZ noch der Begriff HELOT geeignet, einen Respekt gegenüber den Menschen zum Ausdruck zu bringen.

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RE: NVA

#606 von Atze , 15.01.2012 14:43

Zitat von reporter

Nun muß ich von Ätzchen erfahren, daß Dr. Wenzke keine Ahnung hat und nur seinen Saufkumpanen zitiert.



Tja Mauselinchen, ob er das von einem Saufkumpan hat, kann ich nicht einschätzen. Vielleicht weist Du da näheres, wenn Du Dich in seinem Dunstkreis bewegst

Fakt ist doch eines, vieles was heute über die NVA zu lesen ist, ist geschrieben von Männern und Frauen, die einst hinter (oder von mir aus auch "vor") der Mauer standen und somit gar nicht daran interessiert sind, ein reales Bild von der NVA und anderen Schutz- und Sicherheitsorganen der DDR zu zeichnen. Und da nehme ich Deinen Saufkumpan gar nicht aus.

Ich kenne nicht einen Offizier der NVA, der mal von diesen Burschen befragt worden ist. Wer also liefert diesen Schreibern den Stoff, den diese dann zur ultimativen Wahrheit erheben? Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen, dass sind solche Menschen wie der Herr Tanne... oder wie der Bursche heißt. Da kann nichts Reales bei rauskommen sondern nur gequirlte Schei... . Und die kippst Du dann hier eimerweise aus.

Ergo, kaum glaubhaft bis falsch, ist dann der Grundtenor Deiner Aussagen, die Du dann, in Deiner locker, lachsen Art, hier einstellst und damit Wissende langweilst.

Ich möchte jetzt wieder meine Großmutter zitieren. Du weist schon. Die alte Dame die da den Ausdruck geprägt hat "Wenn man keine Ahnung hat, sollte man ganz einfach mal den Mund halten."
Bestes Beispiel, Deine Auslassung über die Ausstellung der NVA an der Logistikschule der Bundeswehr und der Antwortbrief vom Presseoffizier. Aber Du begreifst es sowieso nicht.


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RE: NVA

#607 von Kehrwoche , 15.01.2012 15:25

Zitat von andersdenker
... sollte die Wortwahl eines Diskutanten von Sachlichkeit und Respekt gegenüber dem Diskussionspartner und auch gegenüber denjenigen, über welche Berichtet oder diskutiert wird, geprägt sein...


Anm.: Sachlichkeit und Respekt sind kein Einbahnstraße (!) und sollte in erster Linie gegenüber allen Diskussionspartnern hier im Forum aufgebracht werden.
Der mittlerweile schon mumifizierten DDR dürfte es hingegen egal sein.


Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.
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RE: NVA

#608 von reporter , 15.01.2012 17:57

Zitat von Atze

Tja Mauselinchen, ob er das von einem Saufkumpan hat, kann ich nicht einschätzen. Vielleicht weist Du da näheres, wenn Du Dich in seinem Dunstkreis bewegst



Dann solltest du das vielleicht noch mal erläutern, welchen Zusammenhang es zwischen dem von dir zitierten 'Saufkumpanen' und dem Militärhistoriker Wenzke gibt. Ich persönlich habe mich mit den Möglichkeiten der Beschwerde und der Gerichtsbarkeit bei der NVA überhaupt nicht beschäftigt, glaube allerdings daß Wenzke's Statements

"Wesentliches Kennzeichen des NVA-Strafsystems war die Nichteinhaltung rechtsstaatlicher Mindeststandards" und "nahezu unkontrollierte Disziplinargewalt der Kommandeure"

nicht aus der Luft gegriffen sein könnten, wenn ja schon aus der normalen Gerichtsbarkeit des SED-Staats bekannt geworden ist, daß Gerichtsverhandlungen dort gelegentlich Theatervorstellungen von SED und Stasi respektive NVA glichen.

Und wenn alles so korrekt deinen Worten zufolge bei der NVA abgelaufen ist, nimmt es wunder, dass mit der Wende alle Unterlagen zum NVA Knast Schwedt verschwunden sind und es dazu in einem Zeitungsbeitrag heißt

Zitat
Es ist die bisher erste Untersuchung zu dem Thema, das für Wissenschaftler schwer anzugehen ist. Denn sämtliche Original-Unterlagen sind bis heute verschollen. „Fest steht, dass am 
31. August 1990 laut einem schriftlichen Protokoll rund 820 Erziehungs- und Vollzugsakten sowie Personenkarteien die Disziplinareinheit Schwedt in Richtung Strausberg verließen“, berichtet der Historiker. Danach verliere sich ihre Spur in den Kellern des ehemaligen Ministeriums für Nationale Verteidigung. „Ob es dort zu einer teilweisen oder vollständigen Vernichtung der Unterlagen oder zu einer weiteren Auslagerung kam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen“, so Wenzke.



http://www.moz.de/nachrichten/brandenbur.../dg/0/1/305742/

Da sich die Obergenossen der NVA in Strausberg nicht wie sonst üblich, von den Stasi-Edelmänner des Wachregiments 'Feliks Dzierzynski' bewachen lassen wollten, sondern eure Truppe dafür zuständig war, ist vielleicht noch etwas darüber in Erinnerung, wohin denn die Knast-Unterlagen verschwunden sind. Denn dass SED-NVA-Hoffmann oder Streletz und Reinhold, die ihr kontinuierlich im zwei Stundentakt bewachten, persönlich sich an den 820 Akten zu schaffen machten, ist unwahrscheinlich.


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RE: NVA

#609 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 15.01.2012 18:30

Reporters letzter Beitrag deckt sich voll und ganz mit meinen Ansichten.

Eine echte Gerichtsbarkeit konnte ich nie erkennen. Habe allerdings Seltsames in der DDR erlebt:

Bei Kadergesprächen im Wohnungsbaukombinat wurden schon vorher fertige Protokolle ausgelegt. Man sollte nur noch unterschreiben...
Mein bei der NVA ums Leben gekommener oder gebrachter Kollege ist schon 40 Jahre tot und die Angehörigen wissen heute noch nichts über seine Todesumstände....
Meine sehr gute Dresdener Bekannte ist Mitte der 80er Jahre verschollen, nachdem sie sich angeblich "nicht mehr auf dem Territorium unserer Deutschen Demokratischen Republik befindet"...

Überall sinnlose Ungereimtheiten, und davon ziehen sich einige mehr durch mein Leben oder tangierten es bis heute!

Volker Zottmann

RE: NVA

#610 von reporter , 15.01.2012 19:15

Zitat von Volker Zottmann

Meine sehr gute Dresdener Bekannte ist Mitte der 80er Jahre verschollen, nachdem sie sich angeblich "nicht mehr auf dem Territorium unserer Deutschen Demokratischen Republik befindet"...


Ähnliches an Vertuschungen und Desinformation trug sich hier zu:

Verantwortlich für die Vertuschungen war damals der "DDR-Generalstaatsanwalt" Streit.

Streits Motto:

Zitat
Die Rechtssprechung und auch die Aufsichtstätigkeit der Staatsanwaltschaft eines sozialistischen Staates dienen nicht nur dem Schutz der Gesellschaftrsordnung, sondern haben im besonderen als wichtige Hebel für gesellschaftliche Umwälzung zu wirken.



Er teilte der Ehefrau des vermißten Ehemanns Gerald Thiem mit, dass

Zitat
sich ihr Ehemann, Gerald Thiem, nicht im Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik aufhält



Thiem hatte zuvor 1970 im Suff von Westberlin aus die Mauer überstiegen, wurde von Wächtern des SED-Staats erschossen, die eifrigsten Schützen werden am nächsten Tag mit dem "Leistungsabzeichen der Grenztruppen" ausgezeichnet, alle anderen beteiligten Grenzposten erhalten "Sachwertprämien", der Totenschein wurde gefälscht und Thiems Asche wurde verscharrt.
Zur Wende war die Ehefrau bereits verstorben und die Töchter erfuhren erst 1994 vom Schicksal ihres Vaters.


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RE: NVA

#611 von Atze , 16.01.2012 11:28

Ich weiß nicht, was Ihr beide erlebt habt.

Was Bestrafungen angeht, gab es in der NVA eine Dienstvorschrift. Die 010/0/006. Sicherlich kann man durch das von Mauselinchen so gut beherrschte "gooogeln" erlesen, was da im Einzelnen möglich war.

Das die Unterlagen zu den Insassen von Schwedt vernichtet wurden kann sein. Ist mir aber Bockwurst. Soll heißen "schnurz egal". Vielleicht sind die Unterlagen deshalb vernichtet worden, wenn es denn so ist, dass keine unbefugten Herren, darauf zugriff haben? Das ist für mich Schnee von gestern und da nicht mein Metier, interessiert mich das nur peripher.

Trennung

Mauselinchen, Deine Ausführungen zur Auszeichnung von Soldaten der Grenztruppen der DDR, die da bedauerlichweise, einen Republiksflüchtigen an der Grenze zwischen den militärischen Blöcken, durch Anwendung der Schusswaffe, getötet haben, kann ich so nicht bestätigen. Sie wurden nicht belobigt weil sie getötet haben, sondern weil sie einen Grenzdurchbruch verhindert haben.

Im Rahmen der Recherchen, zum Brief an den Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, schrieben wir folgende, weil eben dort auch solch eine Äußerung getan worden ist:

[i] Zitat aus dem Internetauftritt der LogSchule der BW und dem Osterholzer Tageblatt

„ … Orden für Soldaten der Grenztruppen, die auf Flüchtlinge geschossen hatten …“


Antwort darauf

Angehörige der Grenztruppen der DDR wurden dann ausgezeichnet, wenn sie einen Grenzdurchbruch verhindert haben.
Es war kein Auszeichnungsgrund, wenn bedauerlicher Weise dabei Menschen verletzt oder gar getötet wurden.
Es gibt, meinen Recherchen zur Folge, keinen Soldaten der Grenztruppen der DDR, in deren Grenzdienstausübung eine Person verletzt oder getötet wurde, die aufgrund dieses Sachverhaltes, mit einen Orden ausgezeichnet wurden. Ich bin aber bereit mich eines besseren belehren zu lassen.
Es sei mir erlaubt zu bemerken, dass die Grenztruppen der DDR, kein Teil der NVA waren, wie schon deren Name erkennen lässt.
Wenn der Fall aber aufgetreten sein sollte, bitte ich Sie um genauere Informationen dazu, die belegen, dass der "Todesschuss" Grund für eine Auszeichnung gewesen ist. [/


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RE: NVA

#612 von Daneel , 16.01.2012 12:16

Zitat von Atze
... Deine Ausführungen zur Auszeichnung von Soldaten der Grenztruppen der DDR, die da bedauerlichweise, einen Republiksflüchtigen an der Grenze zwischen den militärischen Blöcken, durch Anwendung der Schusswaffe, getötet haben, kann ich so nicht bestätigen. Sie wurden nicht belobigt weil sie getötet haben, sondern weil sie einen Grenzdurchbruch verhindert haben...


Republikflüchtiger, der von Westberlin kam?


Ich will ans Meer zurück, ein letzter Blick
Spüren, wie der Wind mir Flügel gibt
Ich will ans Meer zurück, dort wo das Glück
Mich endlich wieder in die Arme nimmt

 
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RE: NVA

#613 von Wega , 16.01.2012 12:20

Zitat von Daneel

Zitat von Atze
... Deine Ausführungen zur Auszeichnung von Soldaten der Grenztruppen der DDR, die da bedauerlichweise, einen Republiksflüchtigen an der Grenze zwischen den militärischen Blöcken, durch Anwendung der Schusswaffe, getötet haben, kann ich so nicht bestätigen. Sie wurden nicht belobigt weil sie getötet haben, sondern weil sie einen Grenzdurchbruch verhindert haben...


Republikflüchtiger, der von Westberlin kam?



Ich bin zwar nicht @Atze, antworte dennoch:
Setze an Stelle des Republikflüchtigem in diesem Fall Grenzverletzer, dann stimmt es wieder.


__________________________________________________
Genitiv ins Wasser, weil es Dativ ist....

Die über Nacht sich umgestellt, und sich zu jedem Staat bekennen - das sind die Praktiker der Welt, man könnte sie auch Lumpen nennen.
(Wilhelm Busch)

 
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RE: NVA

#614 von Daneel , 16.01.2012 12:44

Also ich halte es für spitzfindig, die Grenztruppen von der NVA auszuschliessen, da dort doch genauso der Wehrdienst von mind. 3 Jahren geleistet wurde. In meiner Seminargruppe beim Studium waren 2 Kommilitonen direkt von dort gekommen.
Das Regiment an der Grenze hat quasi die Todesstrafe aufrechterhalten, obwohl sie in der DDR offiziell abgeschaftt war, aber der Eindruck, das Republikflucht mit dem Tod bestraft werden konnte sollte aufrecht erhalten bleiben. Jeder Flüchtige mußte damit rechnen, und jeder Angehörige der Grenztruppe war genug agitiert worden, um in jedem Flüchtigen einen Feind zu sehen, der bewaffnet ist. Hier gibt es allerdings eine große Diskrepanz zwischen offiziellen Befehlen (Anruf-Warnschuß-Schuß in die Extremitäten/Frauen und Kinder nicht) und der praktischen Handhabung. Zumal man sich mit mangelnden Eifer, noch seinen im Anschluß ausgelobten Studienplatz versauen konnte.


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RE: NVA

#615 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 16.01.2012 13:13

Es hat bei der NVA sehr wohl Schießbefehle gegeben. Wer das leugnet lügt oder verdrängt.
Ich selbst wurde wegen des bevorstehenden Besuchs von General Allenstein in Neiden zur Bewachung der Betontribüne abgestellt. Wir wurden täglich vergattert. Hier lautete der Befehl, jeden aufzuhalten, der sich dieser Tribüne zu sehr nähert: "Jeder der näher als 5 m rankommt und nicht bei Anruf stehen bleibt, ist wegzurotzen!" Tut mir für manchen Leser leid, aber die Worte sind täglich über die gesamte Woche vor Allensteins Besuch wortwörtlich gefallen. Abschießen war gemeint.
Unmittelbar neben der Tribüne übten sich aber Stabsoffiziere auf der Betonstraße das Laufen zu erlernen. Die turnten unmittelbar an der Tribüne rum, fuchtelten mit ihren Schleppsäbeln und Dolchen und können heute froh sein, dass alle Soldaten dort damals intelligenter waren als der wachhabende Offizier.


Volker Zottmann
zuletzt bearbeitet 16.01.2012 13:16 | Top

   

50 Jahre Raketentruppen - zu Befehl! Diskussion beendet
Jammern, was hilft es...........


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