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RE: NVA

#616 von Atze , 16.01.2012 13:43

Na Volker, das bei Dir in der Truppe einiges im Argen lag, wissen wir ja nun schon.

Wenn Du darauf bestehst, dass Euer OvD von "wegrotzen" gesprochen hat, dann soll es so sein.

Für die Bewachung von Kaserenen, Anlagen und Sonderobjekten gab es eine Wachvorschrift. Diese war im Rest der NVA (bis auf die Truppe in der Volker Dienst getan hat) peinlichst zu befolgen.

Dort gab es glasklare Anweisungen zum Einsatz der Schusswaffe. Richtig, überhaupt nur durch das besondere Unterstellungsverhältnis durch die Vergatterung, durften die Soldaten die zur Wache eingeteilt waren, Waffen mit Munition (und zwar 60 Schuss lieber Volker und nicht wie Du in Deiner HP schriebst 120 Schuss - das hast Du sicherlich nicht mehr genau in Erinnerung) teilgeladen oder wie es hieß "unterladen", führen.

Zur Schusswaffenanwendung bei einer solchen Wache, kam es höchst selten und wenn, dann auch nur nach Anruf und Warnschuss. Und ich kenne keinen einzigen Fall (was nicht heißt, dass es so was nicht gegeben haben mag) wo ein Soldat oder Zivilist, durch einen Soldaten der NVA, der seine Wachaufgabe erfüllte, also auf Posten stand, ein Mensch getötet worden ist. Wie gesagt ich weiß es nicht. So etwas wurde ja nicht an die große Glocke gehängt.
In all meinen Jahren in der NVA, habe ich es einmal erlebt, dass ein Soldat einem Eindringling, der absolut nicht zu überwältigen war, ins Bein geschossen hat.
Das hatte eine Gerichtverhandlung zur Folge und heraus kam, dass der Soldat entsprechend der Wachvorschriften gehandelt hat.

Jeder Wache, ging und das selbst wenn man schon zum 100 mal Wache gestanden hat, ein Wachexerzieren, voraus. Diese setzte sich aus einem theoretischen Teil und einem praktischen Teil zusammen. Daran nahmen alle Posten und die unmittelbaren Wachvorgesetzten teil. Da gab es keine Ausnahme. In Ihr wurde jedesmal ganz besonders, theoretisch und praktisch, die Schusswaffenanwedung durchgekaut oder die Festnahme, die Postenbereiche und die Gefechtsaufgabe im Postenbereich, die jeder Posten auswendig kennen mußte. Ich denke, dass werden all die bestätigen können, die mal irgenwo in der Zeit der DDR, als Posten
mit Waffe gehandelt haben.

Lieber Volker, sei mir bitte nicht gram. Aber in Deinen Berichten / Erzählungen, häufen sich die Unzulänglichkeiten dermaßen an, dass es mir zunehmend schwerer fällt, denen Glauben zu schenken.

Ich werde nicht bestreiten, dass dort wo Menschen agieren, Fehler gemacht werden und ja, auch Schikane gab es leider in der NVA. Aber wenn sowas rausgekommen ist oder wenn gegen die Wachvorschriften verstoßen worden ist, wurden die Schuldigen hart zur Rechenschaft gezogen. Da konnte man durchaus mal ein oder Pickel verlieren oder Schwedt rief da schon mal nach dem Deliquenten. Sobald Schußwaffen im Spiel waren, verstand keiner Spaß. Und der OvD, der Euch da vergattert und von "wegrotzen" gesprochen hat, wäre sofort seines Postens enthoben worden, wenn auch nur ruchbar geworden wäre, was er so von sich gibt.
Einen Schießbefehl gab und gibt es nicht. Es gab die Schusswaffenanwedungsordnung, die sich in den Worten der Schußwaffenanwedungsordnung, derer die heute Waffenträger sind, sehr ähnlich ist.

Übrigens, Generalleiutnant Dr. Allenstein, war zu Deiner Zeit (1970), Stellvertreter des Ministers f. NV und Chef Rückwärtige Dienste der NVA. Er ist 1972 in den Ruhestand versetzt worden.

Gruß


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RE: NVA

#617 von reporter , 16.01.2012 14:02

Zitat von andersdenker
deshalb ergeht letztmalig mein dringender Hinweis Vergleiche der NVA hinsichtlich ALLER Belange mit Wehrmacht, SS oder anderen Organisationen des 3. Reiches zu unterlassen.....



Du solltest dich mit dem Gedanken vertraut machen, dass es heute nicht mehr so funktioniert, wie ihr das im SED-Staat gehandhabt hattet.

Natürlich kann man heute sagen, dass die NVA Uniform und der NVA-Stahlhelm aus der Hitler-Zeit stammt, daß der Säbel sowohl bei den Offizieren der SS als auch bei den Boilern der NVA im Einsatz war, daß der Nazi-Generalleutnant Müller später zum Stellvertreter des ersten NVA Ministers Stoph und Chef des Hauptstabes der NVA mutierte.

Genauso kann man sagen, daß in der Bundesrepublik auf das Know-How von hochrangige Nazi-Figuren zurückgegriffen wurde und sie entsprechend Karriere machten oder auch dass im SED-Staat eine Reihe von hochrangigen Nazigrößen dann dort ihren Dienst verrichteten. Der u.A. Link gibt hierzu eine Übersicht.

Ob solche Feststellungen eine grundlegende Ausrichtung zu einer bestimmten Ideologie signalisieren mag jeder selbst entscheiden.

Dass Nazi-General-Müller zum NVA-General-Müller problemlos avancieren konnte, erklärt das ehemalige SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski so:

Zitat
Ein Nazi, dem es gewährt war, zum Sozialisten, genauer zum Kommunisten zu mutieren, war total und für immer entnazifiziert. Er war wie neugeboren. Wen aber die westdeutsche Demokratie umerzog, der blieb ein Nazi.



Und Schabowski beschreibt damit in sehr treffender Form eine der Lebenslüge des SED Staats, der angesichts sonstiger miesen Praktiken wenigstens das Musterkind in Sachen 'Antifaschismus' sein wollte.

http://www.fas-schoenberg.com/13august/s...in-der-ddr.html

Und was den Beitrag der Logistikschule der Bundeswehr angeht, habe ich mir die Entgegnung der NVA Leute, die hier inhaltlich bisher nicht zu sehen war, auch angesehen. Da komme ich zum Schluß, daß hier NVA Leute künstliche Aufregung produzieren, denn dass der NVA Boiler einen Mumienschlafsack hatte und der NVA Diener sich mit einer Decke begnügen mußte ist nunmal Fakt, genauso so wie die Kriegsorden in der Schublade Fakt waren oder die hier von einer Reihe von Leuten beschriebenen Unterschiede bei der Verpflegung. Ob es die NVA Boiler allerdings schafften, sieben verschiedene Stufen in ihrer dünkelhaften SED-Armee zu produzieren, da hätte ich auch Zweifel.


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RE: NVA

#618 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 16.01.2012 14:08

Hallo Atze,
du wirst da sicher recht haben, hast ja auch die Dienstvorschriften mehr parat als kürzer Gediente. Sicher werden das dann nur 60 Patronen gewesen sein. Ist auch nicht das Wichtigste gewesen.
Ich habe in meiner Niederschrift über die ganze Zeit geschrieben, aber eben nicht über jeden der 544 bedrückenden Tage.
Es wird sich jedem erschließen, dass ich dann besonders herausragende Begebenheiten eher beschreibe, weil die doch im Gehirn präsenter abgespeichert sind. Ich habe zu dem Wachhabenden beispielsweise kein Bild mehr, aber der gesprochene Satz sitzt!
Auch meine "Story" zum Bahnhof Elsnig klingt für manch einen unglaubhaft, aber es war nun mal passiert. Wäre ein Eisenbahnunglück geschehen, wäre es sicher glaubhafter...

Egal ob Du sagst, es gäbe keinen Schießbefehl, sondern nur irgendeine Vorschrift, ist mir Schnurz. Selbst wenn meine Vergatterung ordentlich verlaufen wäre, ist dessen Quintessenz, dass wir zum TÖTEN aufgefordert wurden!
Die hunderte Menschen, die lediglich ein Land, was ihnen nicht gefiel, verlassen wollten, haben sich offensichtlich alle selbst in den Rücken geschossen! Denn einen Befehl gab es ja nie!

Wann werden im geeinten Deutschland endlich auch NVA-Offiziere sagen, dass sie einem Unrechtssystem dienten? Vielleicht sogar, dass ihnen ihre damalige Entscheidung heute Leid tut?

Wieso sind von Euch NVA-Berufssoldaten, die aus "Überzeugung" einen Eid leisteten, dann so viele in den Dienst ihres Klassenfeindes getreten?

An dieser Stelle passt WEGA ´s Leitspruch

Die über Nacht sich umgestellt, und sich zu jedem Staat bekennen - das sind die Praktiker der Welt, man könnte sie auch Lumpen nennen.
(Wilhelm Busch)


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RE: NVA

#619 von Schlawine , 16.01.2012 15:00

Volker, ich finde deine Berichte sehr interessant und sie decken sich auch beinahe mit denen meiner Freunde.
Sicher spielt einem die Erinnerung den ein oder anderen Streich aber ich denke auch dass man die besonders einprägsamen Erlebnisse nicht vergisst.


Zitat von Volker Zottmann

Die hunderte Menschen, die lediglich ein Land, was ihnen nicht gefiel, verlassen wollten, haben sich offensichtlich alle selbst in den Rücken geschossen! Denn einen Befehl gab es ja nie!



Diesen Gedanken hatte ich auch schon des öfteren.


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„Nichts spornt mich mehr an als die drei Worte: Das geht nicht. Wenn ich das höre, tue ich alles, um das Unmögliche möglich zu machen.“
Harald Zindler, dt. Umweltaktivist, 1981 Mitbegründer Greenpeace Deutschland

 
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RE: NVA

#620 von Atze , 16.01.2012 15:40

Volker,

als ich mir den Beruf eines Offiziers in der NVA ausgesucht habe, war ja auch eine Lebensentscheidung, da tat ich dies in der festen Überzeugung, das Richtige zu tun und etwas zu tun, was mir mein Leben erfüllt. Und Du wirst lachen. Es war so. Ich habe meinen Beruf mit Leib und Seele ausgeführt. Als ich damals damit anfing, war sicherlich nur sehr wenig politisches Gedankengut dabei. Das entwickelte sich dann im Laufe der Zeit erst.

Heute, 20 Jahre nach der Wende erkenne ich natürlich auch, so wie ganz sicher viele ehemalige Kameraden auch, dass man uns in vielen Punkten unseres Lebens und ganz besonders im Soldatenleben, unwissend gehalten hat, na ja, vielleicht sogar wissentlich falsch informiert, also belogen hat.
Soll ich deshalb mein bisheriges Leben verfluchen? Nein - sachlich beurteilen, bitte sehr. Das habe ich ja auch gemacht und tue es täglich. Ich beschönige nichts aber ich werde es auch nicht unkommentiert zu lassen, dass man Lügen und Unwahrheiten verbreitet oder aber nur die schlechten Dinge, die es ganz ohne Zweifel gab und die auch keiner leugnet, als Allgemeingut, wie es heute in den Journalien zu lesen ist, darstellt.

Das wird aber nichts daran ändern, dass ich meinen Beruf geliebt habe und mit ganzem Herzen erfüllt habe. Meine Kameraden und ich sind nicht Schuld daran, dass die Ökonomie der DDR gegen den Baum gefahren wurde. Meine Kameraden und ich sind auch nicht dafür verantwortlich, dass es zur innerdeutschen Teilung kam und für unsere Geburt in diesem Teil Deutschlands konnten wir nun mal überhaupt nichts. Meine Kameraden und ich haben aufrichtig an die gute Sache geglaubt und dafür unsere Haut zu Markte getragen und wenn nötig, bis in den Tod.

Du wirst von mir nicht hören, dass ich mich für meine Taten schäme. Ganz gewiss nicht, weil ich das nicht tue. Im Gegenteil. Ich bin stolz darauf Soldat gewesen zu sein und jungen Männern das Soldatenhandwerk, auf hohem Niveau, beigebracht zu haben. Und Du wirst lachen, wir nehmen sogar für uns in Anspruch, mit dafür gesorgt zu haben, dass es zu keinem Krieg kam.

Du merkst also, Deine Hoffnung, dass mir mein Tun in der DDR leid tut, kannst Du getrost begraben. Und der Berufsoldat der dies tut, wird von seinen ehemaligen Freunden und Kameraden vermutlich schräg angesehen werden, denn meine Einstellung zur NVA ist vermutlich die, der Masse der ehemaligen Berufssoldaten der NVA. Mögen da nun Ars... löcher bei gewesen sein wie Du sie hier beschreibst oder nicht.

Ich denke das war deutlich?

Gruß

Trennung

Mauselinchen, Deine Auslassungen lassen vermuten, dass Du unser Antwortschreiben an den Kommandeur der Logistikschule gelesen hast? Man findet sie ja im Net.

Wie kannst Du dann solchen Dummfug schreiben, wie in Deinem letzten Beitrag? Bester Beweis dafür, dass Du überhaupt nichts verstehst.

Was hat denn Vicent Müller mit der jetzigen Diskussion zu tun? Mädelchen (Mauselichen), ob Du Dich mal befleizigst zu denken und nicht nur zu googln?


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RE: NVA

#621 von reporter , 16.01.2012 17:10

Zitat von Atze

Wie kannst Du dann solchen Dummfug schreiben, wie in Deinem letzten Beitrag? Bester Beweis dafür, dass Du überhaupt nichts verstehst.

Was hat denn Vicent Müller mit der jetzigen Diskussion zu tun? Mädelchen (Mauselichen), ob Du Dich mal befleizigst zu denken und nicht nur zu googln?




Ätzchen, es ging um einen Beitrag von User "Andersdenker", der zunächst versuchte, meine Frage zum Kriegsorden der NVA ins Lächerliche zu ziehen, wahrscheinlich zum Zwecke der Verschleierung, und anschließend im schnarrenden Kommiston der SED-Armee an mich "letztmalig" der "dringende Hinweis ergeht" Aspekte der SED-Armee nicht mit jenen der Wehrmacht zu vergleichen. Ich finde, daß in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die Karriere des Hitler-Generals Vincent Müller zum NVA General und Stellvertreter des NVA Ministers ein angebrachter Diskussionspunkt ist. Denn hier wurde nicht nur ein Säbel, sondern ein Hitler-General in der NVA höchstrangig weiter verwendet.

Wie aus Beiträgen des NVA Forums hervorgeht, war das Wachregiment 2 der NVA "Hugo Eberlein", stationiert in Eggersdorf bei Strausberg, für den Objektschutz des Strausberger NVA-Ministeriums zuständig. Wenn nun der zitierte Wissenschaftler Wenzke, der nach deiner Ansicht seine Erkenntnisse sich über die Aussagen von 'Saufkumpanen' beschafft, feststellt, daß 820 Akten der Disziplinareinheit Schwedt nach dem 31. August 1990, etwa ein Monat vor der Auflösung der NVA, in den Kellern des ehemaligen Ministeriums für Nationale Verteidigung spurlos verschwunden sind, kann bei mir doch nur die Schlußfolgerung lauten, die NVA war genauso ein Halunkenverein wie die Stasi.


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RE: NVA

#622 von andersdenker , 16.01.2012 18:12

Erst mal Punkt 1: Ich versuche nichts ins Lächerliche zu ziehen, es ist für mich nurmehr sehr schwer vorstellbar, dass bereits hunderte oder Tausende Orden für einen nie gewollten Kriegsfall eingelagert wurden. Es war auch nachgerade keine Frage zu dem Blücherorden sondern eine Behauptung .....

An der OHS in Zittau sagte mal ein Lehroffizier: Wir lehren und lernen das Töten um es hoffentlich nie anwenden zu müssen ....
Das waren klare und deutliche Worte, die ich so auch gegenüber meinen Unterstellten geäußert habe - nicht immer zwingend zu meinem Vorteil - aber das hat mit der Diskussion an sich nichts zu tun .....

@Atze: Ich schrieb ähhhhm habe anderer Stelle sinngemäss schon mal gelesen: In der Zeit der Aufstellung der Baupioniereinheiten - welche später unter anderem zu den Ingenieurbauregimentern umstrukturiert wurden - sind per Anforderung an die "Linientruppen" also Mot-Muck, Panzerei, Artillerie etc. Berufssoldaten zukommandiert worden.
Es findet sicher Deine Zustimmung wenn ich dazu behaupte, dass KEIN Kommandeur seine besten Offiziere oder Berufsunteroffiziere wegschickt - die meisten wurden "weggelobt", weil die hiermit möglich gewordene vereinfachte Entfernung ungeeigneter (aus welchen Gründen auch immer) Berufskader zu einer besseren Führung der eigenen Truppen führen konnte . Erst zu meiner Zeit - respektive der Zeit desjenigen, den ich hier häufiger "zitiert" habe - wurden Berufskader zur Auffüllung direkt von den Lehreinrichtungen zukommandiert - ....

Wenn sich meine eigenen Erinnerungen aus den Jahren 1984 bis 1991 (die letzten Monate im Waffenrock der Bundeswehr - aber nicht weil ich ein Lump gewesen wäre, sondern weil ich mich zur damaligen Zeit verantwortlich für meine Soldaten und die uns anvertraute Technik gefühlt habe UND weil mir bewusst war, dass durch die "Alt-Bundeswehr" weder die komplette Sicherung der Kasernenobjekte der ehemaligen NVA noch der sofortige Austausch aller Führungskräfte hätte erfolgen können) mit denen von Volker Zottmann in mehreren Punkten ähneln - und das trotz unterschiedlicher Dienstverhältnisse - dann ist das meiner Meinung nach bezeichnend für die Qualität der militärischen Führung dieser ehemaligen "bewaffneten Baubetriebe" ......

Begrifflichkeiten wie von Volker beschrieben - die den billigsten Landser-Heften entnommen sein konnten - gab es auch während meiner Zeit in Bernau und anderen Objekten ....

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Dass die Grenztruppen der DDR im Rahmen allgemeiner Abrüstungsmassnahmen aus dem Bestand der NVA herausgelöst und gesondert - ähnlich den Heimatschutztruppen etc. - betrachtet wurden, mag ein "linker Trick" seitens des Nationalen Verteidigungsrates im Auftrage des ZK der SED bzw. der Regierung der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik gewesen sein .... es ändert aber nichts an der Feststellung, dass die Grenztruppen eben nicht zur NVA gehörten........... Eine weitere verbissene Diskussion ist also überflüssig........


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Das Verschwinden VIELER Unterlagen - unter anderem wohl möglicherweise der abgängigen Dokumente zur DE-Schwedt - soll unbestätigten Gerüchten zufolge direkt auf Veranlassung des letzten Ministers für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung de Maiziere geschehen sein .... Bei intensivem Blick in die bekannte Glas-Google lassen sich sogar Hinweise auf die Wahrhaftigkeit dieser Behauptung EINSCHLICH der von R. E. hierfür benannten Gründe finden .......

Gruß

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RE: NVA

#623 von reporter , 16.01.2012 18:47

Zitat von andersdenker


..es ändert aber nichts an der Feststellung, dass die Grenztruppen eben nicht zur NVA gehörten........... Eine weitere verbissene Diskussion ist also überflüssig........




Ich glaube die 'überflüssige' Diskussion fängt erst an. So ein merkwürdiges Spitzel- und Totschläger-Regime wird von den Menschen nicht so schnell abgehakt. Der noch immer anhaltende Zustrom von Anfragen zum Spitzel-System zwanzig Jahre nach dessen Untergang spricht hier eine deutliche Sprache.

Die Grenzwächtertruppen des SED-Staats waren eine dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) unterstehende Militärformation. Bekanntlich wurden sie von NVA Wehrpflichtigen bestückt. Ob die Truppen dort bis 1971 bei der NVA und dann direkt organisiert wurden, ist in dem Zusammenhang unerheblich.


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RE: NVA

#624 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 16.01.2012 18:51

So ist es Reporter!

Volker Zottmann

RE: NVA

#625 von andersdenker , 16.01.2012 19:05

Okay - also dann nochmals in anderen Worten: Es ist unerheblich und somit überflüssig, darüber zu diskutieren und ständig darauf hinzuweisen, ob oder dass die Grenztruzppen zur NVA gehörten .....

Dass das Grenzregime aus damaliger Sicht von SEHR VIELEN als notwendig angesehen wurde, um den Verlust von hochqualifizierten Arbeitskräften zu verringern, dürfte doch unbestritten sein ...

Genauso, wie aus HEUTIGER Sicht sehr vieles ebenfalls von SEHR VIELEN als unrecht und übertrieben angesehen wird .....

Falls wir uns diesbezüglich darauf einigen können - wären wir schon mal ein kleines Stück weiter......

Die damals gültige Gesetzeslage war eindeutig und ist heute dank Internet für jeden Interessierten recherchierbar . . . .
Ich werde auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen allerdings eher @Atze zustimmen, dass für Grenzdienst oder Wachdienst Belobigungen NICHT für die Tötung von Menschen sondern für die im Sinne der DAMALIGEN Aufgabenstellungen "richtige und erfolgreiche Erfüllung von Sicherungsaufgaben" erteilt wurden ....

Gruß

andersdenker  
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RE: NVA

#626 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 16.01.2012 19:16

Nun will ich mal was Verträgliches einstellen:
Ich bin einmal als "Schreiber" für ein Offizierssportfest mit nach Berlin in die Wuhlheide gefahren. Dort fand ei Sportfest nur für die Offiziere des Regiments statt. Ich hatte dort etliche Stunden nichts zu tun. Auf den Sportplatzrängen gesellte sich dann im wahrsten Sinne des Wortes "mein Bataillonspolitoffizier MAJOR Mikut zu mir.
Der hat dann ganz normal mit mir ein vertrauliches Gespräch geführt. Ich solle ihm erzählen, wie mir sein "Verein" gefällt. Er beharrte auf ehrliche Meinung. Dem offenbarte ich dann unter vielem Anderen meinen Unmut über die fehlende Intelligenz unseres Spießes.( Im Buch nenne ich den Voigel.)

"Ja" sagte Mikut, "Genosse Da hast Du Mitschuld, denn solange solche wie Du, die vermeintlich Intelligenteren, Euch unserer Armee verweigert, müsst Ihr mit solchen Genossen Vorlieb nehmen!"
Was sollte ich da sagen? Es war Sportfest und da passte: " 1:0 für Sie, Genosse Major! Der hatte recht, unbestritten.
Diese Episode habe ich schon privat MBIII aus dem NVA-Forum am Telefon erzählt. Der meinte, ich solle das auch mal einsetzen. Nun war es soweit.
Die NVA ist aber aus vielen persönlichen Gründen dennoch nie meine Heimstatt geworden. Gerade dieser Major saß bei den Essenausgaben hinter dem Fenster - und fror nie ...

Volker Zottmann

RE: NVA

#627 von Volker Zottmann ( gelöscht ) , 16.01.2012 19:21

da gebe ich auch Andersdenker recht. Und dass die Grenzer nicht zur NVA gehörten, erfuhr man sogar im Westfernsehen bei Herrn Löwenthal. Das hatte was mit der Zählweise zu tun.
So wurde die NVA kräftemäßig kleiner gerechnet. Die Kampfgruppen ließ man ja auch außen vor - Beim Zählen!

Volker Zottmann

RE: NVA

#628 von reporter , 16.01.2012 19:39

Die Täter wußten sehr genau, daß sie schwerste Menschenrechtsverletzungen bei ihren Totschlagshandlungen begangen haben.

Anders sind die Lügen, Fälschungen und Verschleierungspraktiken nicht zu erklären. Nicht einer von den verantwortlichen Figuren hat dann bei Gericht mal freimütig bekannt "Jawohl, wir mußten ggf. die Leute umlegen, sonst wäre unser Gebilde nicht zu halten gewesen".

Davon vielleicht einer ausgeschlossen, das ehemalige SED-Politbüromitglied Schabowski.

Ich hatte hier an das Opfer Gerald Thiem erinnert.

Wie das Gesindel operierte, ist auch am Schicksal von zwei Kindern aus dem Ostsektor zu verfolgen, die an der Mauer erschossen wurden. Alles was die Diktatur an Schäbigkeit aufbringen konnte, kam zum Einsatz. Angefangen von Lügen zur Todesursache bis zu Drohungen des Schuldirektors an die Angehörigen, die Nachforschungen einzustellen und Fälschungen des Todesscheins, was zu einer anonymen Bestattung führt. Erst mühsame Ermittlungen nach dem Untergang der Diktatur decken den Sachverhalt auf.

Todesopfer zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren


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zuletzt bearbeitet 16.01.2012 | Top

RE: NVA

#629 von Wega , 16.01.2012 19:48

@ reporter hast du das Thema nicht geschnallt???
Hier geht es um die NVA.
Nicht um die tibetanische Wiederholung deines ergoogelten "Wissens".

Langsam geht einem dieses ständige "zerquatschen eines Threads durch dich auf den Zeiger!


__________________________________________________
Genitiv ins Wasser, weil es Dativ ist....

Die über Nacht sich umgestellt, und sich zu jedem Staat bekennen - das sind die Praktiker der Welt, man könnte sie auch Lumpen nennen.
(Wilhelm Busch)

 
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zuletzt bearbeitet 16.01.2012 | Top

RE: NVA

#630 von reporter , 16.01.2012 19:51

Zitat von Wega
@ reporter hast du das Thema nicht geschnallt???
Hier geht es um die NVA.



Wurden nicht NVA Wehrpflichtige zum Grenzdienst eingezogen?


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50 Jahre Raketentruppen - zu Befehl! Diskussion beendet
Jammern, was hilft es...........


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