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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#886 von Kolumbus 1492 , 30.09.2012 10:18

soweit waren wir schon nach dem duschen

Aber ich wollte Dir nochwas anderes sagen. Ich bin gelernter Lokschlosser ( Kesselschmied für Kupferne Feuerbüchsen ) im RAW Meiningen gelernt ,dann später in den Gleisbau und bei der NVA Koch gelernt. Ich meine richtig kochen , nicht Fertigpampe zusammenschmeissen.Dafür bin ich heute noch dankbar. Aber meine Weiber nutzen das Sonntags gnadenlos aus :-)) Drum werde ich mich mal ausklinken , bis später!


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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#887 von WalterRA-20 , 30.09.2012 10:49

Guten Morgen aus Eggesin an alle Mitleser. Auch wenn das Wetter schön ist. Noch etwas "Senf" von mir zum Thema und den aufgeworfenen Fachfragen. Ich freue mich erst mal über das Interesse, bitte Euch aber, euch nicht gegenseitig zu zerfleichen. Einfach gelassen bleiben. Es ist alles Geschichte und vorbei. Ich gehöre aber zu denen, die ihre 20 Jahre Armee nicht einfach so auf den Müll schmeißen. Es war damals so, es gab keine andere Zeit und ich habe mit dem Gefühl eines guten Gewissens meine Arbeit gemacht. Von den Tugenden, die den Raketenleuten eigen waren, profitiere ich heute noch und ich bin mal so frei, es sind beinahe die preußischen Tugenden, wie Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit usw. Es schadet nicht, das auch als Zivilist so zu sehen, wenn auch manches etwas lockerer.
Der Sinn des Buches war es, einmal alles aufzuschreiben und zusammenzufassen, was diese Waffengattung einmal ausgemacht hat, bevor dazu keiner von uns mehr in der Lage ist. Ihr wisst ja selbst, die Einschläge kommen immer dichter und jeder von uns kennt ältere und jüngere Leute, die sich aus unterschiedlichen Gründen schon vom Leben verabschiedet haben. Wer soll's also zusammenfassen, wenn nicht wir selbst und der 50. Jahrestag des Beginns der Aufstellung der Raketentruppen war ein guter Anlass und es wurde auch Zeit. Man vergisst immer mehr im Laufe der Zeit und das Buch war auch für mich eine schöne Auffrischung alter Fakten. Ich bin nun weniger der "Schreiber" des Buches gewesen, damit haben sich die anderen Mitautoren befasst, die schon eher damit angefangen haben. Ich hatte durch meine Position in der RA-20 nur die Möglichkeit, mein Hobby Fotografie hier mit zu verwirklichen und ich habe alle meine Negative noch. So war es ein leichtes für mich, genügend Bildmaterial der Takt. Raketen bereit zu stellen. Mein Vorteil war zudem, dass ich technisch noch einen Schritt zurück machen durfte. Zum Zeitpunkt der Aufstellung der RA-20 ( Grund war die Gründung der Unteroffiziersschule III, später umbenannt in Ausbildungszentrum 20) gabe es nicht genügend Raketensysteme LUNA-M, also die Räderrampe und so erhielten wir aus den Depots das System LUNA auf Kettenrampe, Basis PT-76. Die haben wir gut 4 Jahre genutzt und noch vorhandene Raketen bei 2 Übungen in Nochten verschossen. Erst nachdem die 6 Abteilungen der Divisionen um 1978 einen neuen Satz an Technik bekommen hatten, wurden wir mit deren älteren Technik vom System LUNA-M ausgestattet. So hatte ich genug Bilder von beiden Raketensytemen für das Buch. Sonst wäre es bildmäßig sehr ärmlich geworden. Ich habe aber als Fotograf nicht nur meine Bilder beigesteuert, sondern auch sämtliche andere Fotos restauriert und so auf ein einheitliches Niveau gebracht, damit sie im Buch auch gut aussehen. Manche Bilder hatte schon sehr gelitten.

Zur Treibladung unserer Raketen. So weit ich mich entsinne war es Dynamit. Der F-Gefechtskopf war eine Mischung von 40/60% Trotyl und Hexogen, wie rum weiß ich nicht mehr, ist ja auch egal und die Treibladung bestand aus Dynamitpulver. Es waren gegossene Röhren, bei der LUNA 3 elyptische in jedem der beiden Triebwerke und die Luna M hatte 2 massieve Pulverröhren hintereinander. Die Ladungen waren wegen der gleichmäßigen Verbrennung in Röhrenform. Von außen wurde die Verbrennungsfläche immer kleiner, von innen immer größer, so dass die Brenngeschwindigkeit im Ergebnis gleich blieb. Bei der LUNA-M verbrannten 1 Tonne Treibstoff bei Plustemperaturen (außen) in 6,8 Sekunden und das brachte den Schub für die max.67 km Reichweite. Im Winter verbrannte die Ladung langsamer, was man durch kleiner Düsendurchmesser ausglich. Dann wurde der Düseneinsatz gewechselt. Davon hatte jede Rakete 3 Stück.
Noch was zur SS-12. Die NATO-Bezeichnung SS-22 meint das gleiche System. Es ist nur die modernisierte SS-12B. Von außen gleich, gleiche Reichweite mit 900 km. Ich vermute nur, dass wie in der Zeit bei vielen Typen das Lenksystem und damit die Genauigkeit verbessert wurde.
Euch noch einen schönen Sonntag.
Grüße aus Eggesin


Bin durch die NVA nach Eggesin gekommen und dort gebleiben. 1970-1973 OHS Zittau mit Ausbildung zum Raketenoffizier, 1 Jahr RA-8 Goldberg und seit 1974-1990 in Eggesin, RA-20. 2 Jahre Studium zum Sozialpädagogen und anschließend selbsständiger Buchhändler und Fotograf in Eggesin - bis zur Rente ( hoffentlich).

 
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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#888 von WalterRA-20 , 30.09.2012 16:52

Kleine Korrektur - ich hatte im Beitrag 11 versentlich die SS-20 und die SS-22 fast gleichgesetzt. Als letzteres meinte ich die SS-25. Ich habe ja schon im Beitrag davor informiert , dass die SS-12 und die SS-22 im wesentlichen das gleiche System sind und das die Raketen waren, die in der DDR von 1983-1988 als Gegenmaßnahme zur Stationierung der Pershing 2 in 2 Raketenbrigaden stationiert waren. Sorry, kann mal passieren. Übrigens sind die SS-20 und SS-25 Interkontinentalraketen. Die passe nur in großen russischen Wälder. Wenn Ihr mehr dazu wissen wollt, einfach nur mal die Typenbezeichnung in die Suchmachine eingeben. Da kommt einiges, einige Angaben differieren auch, gerade bei der SS-12 und SS-22. Neben der Schußentfernung 900 km gab es für die SS-22 auch 1000 km. Im Vergleich zur SS-20 mit 5.500 km Reichweite aber unerheblich. Bei einer solchen Schußentfernung beginnt dann erst das Zielgebiet an der Atlantikküste, also unbrauchbar für unsere Verhältnisse.
Euch einen schönen Abend aus Eggesin.


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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#889 von Kolumbus 1492 , 30.09.2012 18:04

Walter , vielen herzlichen Dank für deine Ausführungen.


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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#890 von andersdenker , 30.09.2012 19:01

Zitat von Techniker im Beitrag #22
....

Könnte es sein, dass wir uns (virtuell) kennen?




Telefoniert haben wir schon, am gleichen Kalendertag Geburtstag feiern wir (wenn auch einer von uns beiden "unwesentlich" erfahrener als der Jüngere ist ....

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Walter, ich habe mal die Seite Deines Buchhauses durchgeschnüffelt - auch wenn ich nicht unter dem Pantoffel stehe - mein "Finanzminister" würde mir ganz schön die Meinung geigen, wenn ich alles bestelle, was mich interessiert ... (Gibt es "Ratenzahlungen" ??? )

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Gregor, steh zu Dir und Deinem Leben und vermute nicht hinter jeder Frage gleich persönliche Angriffe.


Gruß an alle


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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#891 von WalterRA-20 , 30.09.2012 19:27

Hallo, mein Lieber - es gibt Geburtstag, Weihnachten und manche gute Tat, da kann man doch sicherlich mal Stück für Stück einen kleinen Wunsch äußern und man muss ja nicht alles auf einmal bestellen. Vielleicht kann man der Familie damit helfen, die vielleicht krampfhaft nach einem Geschen suchen. Im Prinzip hast Du ja schon alles, oder ? Ratenzahlung geht natürlich auch. Einen schönen Abend aus Eggesin! PS - Hast Du wirklich am gleichen Tag Geburtstag??


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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#892 von andersdenker , 30.09.2012 20:06

Am gleichen Tag eines anderen Jahres als-wie der Techniker habe ich das Licht der Erde erblickt ..

Gruß Jürgen

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RE: 50 Jahre Raketentruppen der NVA-LaSK

#893 von Kehrwoche , 30.09.2012 21:19

@WalterRA-20, dein Buch hast du vorgestellt, deine ehemaligen Weggefährten hast du kennengelernt, für alle weiteren Diskussionen emfehle ich wärmstens das NVA-Forum.

Das Thema ist erschöpft.


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50 Jahre Raketentruppen - zu Befehl! Diskussion beendet
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