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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#91 von joesachse , 08.06.2011 20:51

Zitat von peppe
Joesachse ..........hast Du auch mitbekommen das in Leipzig die neuen Backerseen" Markleeberg in Zukunft absaufen lassen werden. Dies haben wir erzählt bekommen von anwohnern


Auch diese Themen haben wir mitbekommen, seit 150 Jahren ist dort der Grundwasserspiegel abgesenkt, jetzt wird er wieder auf sein ursprüngliches Niveau kommen, dies ist allerdings sehr problematisch für einige Häuser... Es gibt allerdings nicht wirklich viele Alternativen. Außerdem schwebt durchaus auch der Geist von Nachtestedt über der Region.

Gruß
JoeSachse


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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#92 von Buhli , 08.06.2011 20:51

Peppe, wo lebst du denn? Keine Beziehungen mehr? Wenn Du Fliesen, Ketchup oder Radeberger meinst, geb ich dir Recht. Nur sind mir diese Art von Beziehungen wesentlich lieber als die um einen Arbeitsplatz. Um meinen Job ausführen zu können benötige ich diese.
Ich hab allerdings noch nicht einmal von Leuten die durch die "Hölle DDR" gegangen sind, warum sie diese als Hölle erlebt haben. Was haben die die diese nicht als Hölle erlebt haben, ohne gleich mit dem Strom geschwommen zu sein, anders gemacht? Mit dem Strom schwimmen ist auch heute wieder gefährlich. Nicht für den einzelnen, aber für die Gesellschaft.



Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#93 von joesachse , 08.06.2011 20:56

Zitat von peppe

Das einzige was wir mussten sind Beziehung/Bekannte pflegen........genau das was heute nicht mehr der Fall ist Warum wohl


Beziehung heissen heute "Netzwerk" und sind noch genau so wichtig für Wohlergehen, Lebensstandard und berufliche Entwicklung wie früher. Direkte materielle Dinge spielen da eher eine untergeordnete Rolle, obwohl gerade bei Genießern wie peppe gelegentlich auch solche Beziehungen interessanten Genuss bringen...

Gruß
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#94 von peppe , 08.06.2011 21:06

Buhli ich war auch jemand der NICHT mit den Strohm geschwommen ist, und dadruch kam auch unter andern mit der weggang aus der DDR, wo ich heute Gotte froh bin dies getan zu haben
Joe Sachse; Ich kenne efektiv eine Peson in meine Leben die durch das Netzwerk zum Job kam aber nur weil der Rucksack auch stimmte!! Sicher auf dem Bau sieht dies anders aus das da Arbeiten untereinander vergeben werden aber im normalen Berufsleben Da schaut jeder das er im Trockenen bleibt und sich nicht event. plamiert weil er eine 0 in die Firma brachte(man weiss ja nie)



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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#95 von Bücherwurm , 08.06.2011 21:23

Zitat von joesachse
Beziehung heissen heute "Netzwerk" und sind noch genau so wichtig für Wohlergehen, Lebensstandard und berufliche Entwicklung wie früher. Direkte materielle Dinge spielen da eher eine untergeordnete Rolle, obwohl gerade bei Genießern wie peppe gelegentlich auch solche Beziehungen interessanten Genuss bringen...

Peppe hat es gerade indirekt auf den Punkt gebracht @joesachse. Auf die Art und Weise ist schon so manche Flachpfeife auf einem Posten gelandet, wo er überhaupt nicht hingehört und auf der anderen Seite fällt ein Mensch hinten runter, der seinen Beruf lebt und 1000-mal besser auf den Posten gepasst hätte.
In kleineren Gemeinden nimmt der sogenannte Klüngel schon derartige Ausmaße an, dass man durchaus von mafiösen Strukturen reden kann. Ob das unserem Land, der Wirtschaft und den Menschen gut tut, wage ich zu bezweifeln.

 
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#96 von michaka13 , 08.06.2011 21:29

Zitat
In kleineren Gemeinden nimmt der sogenannte Klüngel schon derartige Ausmaße an, dass man durchaus von mafiösen Strukturen reden kann.



Kleinere Gemeinden! Guter Witz!

Google mal nach "Kölscher Klüngel" oder "Kölner Klüngel" . Hier läuft nichts ohne Beziehungen! Oder neudeutsch - Netzwerke . Schau mal hier bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Kl%C3%BCngel



Gruß, micha

der ohne Klüngelei wahrscheinlich schon längst H 4-Empfänger wäre!


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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#97 von Bücherwurm , 08.06.2011 21:41

Zitat von michaka13
der ohne Klüngelei wahrscheinlich schon längst H 4-Empfänger wäre!

Und genau das ist das Traurige an der Geschichte, dass nämlich fähige Leute/Köpfe in Hartz IV landen, obwohl sie diesem Land neue Impulse geben könnten. Leute, die richtig gute Ideen haben, um das Land vorwärts zu bringen, damit es uns allen gut geht und nicht nur vereinzelten Individuen.

 
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#98 von joesachse , 08.06.2011 21:41

Zitat von peppe

Joe Sachse; Ich kenne efektiv eine Peson in meine Leben die durch das Netzwerk zum Job kam aber nur weil der Rucksack auch stimmte!! Sicher auf dem Bau sieht dies anders aus das da Arbeiten untereinander vergeben werden aber im normalen Berufsleben Da schaut jeder das er im Trockenen bleibt und sich nicht event. plamiert weil er eine 0 in die Firma brachte(man weiss ja nie)



Ich habe selbst auch schon einigen Bekannten zu Jobs und Aufträgen verholfen. Alle, die in Strukturen tätig sind, wo sie direkten Kontakt zu Kunden und Lieferanten haben sind damit schon in solchen Netzwerken. Ob es der Malermeister aus dem Nachbarort ist, der bei mir einen guten Job gemacht hat und den ich deshalb weiterempfehle oder ob es Geschäftspartner und Bekannte sind, denen ich den einen oder anderen Auftrag verschaffe, weil ich für meinen Job Profis benötige, von denen ich weiss, dass sie ihr Handwerk verstehen und auf die ich mich verlassen kann. Umgekehrt rufen bei mir potentielle Kunden an, die aus meinem Netzwerk von meinen Erfahrungen und Erfolgen gehört haben und deshalb möchten, dass ich für sie tätig werde. Funktioniert natürlich nicht in allen Umgebungen, ober häufiger, als man denkt.

Viele Grüße
JoeSachse


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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#99 von Bücherwurm , 08.06.2011 21:49

Zitat von joesachse
Ich habe selbst auch schon einigen Bekannten zu Jobs und Aufträgen verholfen. Alle, die in Strukturen tätig sind, wo sie direkten Kontakt zu Kunden und Lieferanten haben sind damit schon in solchen Netzwerken. Ob es der Malermeister aus dem Nachbarort ist, der bei mir einen guten Job gemacht hat und den ich deshalb weiterempfehle oder ob es Geschäftspartner und Bekannte sind, denen ich den einen oder anderen Auftrag verschaffe, weil ich für meinen Job Profis benötige, von denen ich weiss, dass sie ihr Handwerk verstehen und auf die ich mich verlassen kann. Umgekehrt rufen bei mir potentielle Kunden an, die aus meinem Netzwerk von meinen Erfahrungen und Erfolgen gehört haben und deshalb möchten, dass ich für sie tätig werde. Funktioniert natürlich nicht in allen Umgebungen, ober häufiger, als man denkt.

Auch ich lebe und existiere nur durch Mund-zu-Mund Propaganda und von der Einstellung der Menschen hier: Wir unterstützen die Firmen im Ort. Wir reden offensichtlich von unterschiedlicher Art "Netzwerke".

 
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#100 von joesachse , 08.06.2011 21:53

Zitat von Bücherwurm
Und genau das ist das Traurige an der Geschichte, dass nämlich fähige Leute/Köpfe in Hartz IV landen, obwohl sie diesem Land neue Impulse geben könnten. Leute, die richtig gute Ideen haben, um das Land vorwärts zu bringen, damit es uns allen gut geht und nicht nur vereinzelten Individuen.


Eben, und deshalb gehört zu fähigen Leuten, dass sie netzwerken können. Ein Fachidiot ist nur selten praktisch einsetzbar. Und fachlich inkompetente Chefs sind eher zu verschmerzen als Chefs, die weder mit Mitarbeitern noch mit Kunden oder Lieferanten umgehen können. Nicht umsonst ist die Teamfähigkeit (früher hies das Kollektivgeist)gefragt und eine Voraussetzung für beruflichen Erfolg.
Sicherlich gibt es auch klassische Vetternwirtschaft, aber die meine ich nicht mit Netzwerken.
Und nochmal auf deine Aussage zurückkommend: Jemand, der in Hartz IV landet ist in den seltensten Fällen jemand, der diesem Land Impulse geben kann, zumindest habe ich noch keinen getroffen. (dies ist in keiner Weise abwertend gegenüber Hartz IV Empfängern gemeint, mir ist klar, dass ein Teil nichts für seine Lage kann)

Gruß
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#101 von peppe , 08.06.2011 21:59

Bücherwurm hat Recht dies ist nicht das Netzwerk was wir am Anfang gemeint hat. Was ihr jetzt schreibt ist die Mund zu Mund provakanta im Handwerklichen Bereich!!! Sicher nicht wenn jemand einen Job braucht als Notar, Arzthelferin oder was weiss ich!! Da sieht die lage schon ganz andes aus!! Bücherwurm musst dich nicht ärgern wegen den O auf den Thron so schnell wie da manch einer die Leiter hoch steigt fliegt er auch wieder runter!!!
Joe Sachse; Kennst den Spruch; Der Fisch stinkt zuerst am Kopf



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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#102 von joesachse , 08.06.2011 22:11

Zitat von Bücherwurm
Auch ich lebe und existiere nur durch Mund-zu-Mund Propaganda und von der Einstellung der Menschen hier: Wir unterstützen die Firmen im Ort. Wir reden offensichtlich von unterschiedlicher Art "Netzwerke".


Ich meine nicht Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich meine, dass man auf Leute zugeht, die einem nützlich sein können und gleichzeitig anderen Leuten nützlich ist. Und dabei Beziehungen aufbaut, sich mal bei einem Essen zum Quatschen trifft, mit einem Weinkenner mal eine Weinprobe macht und dann nicht nur bei konkreten Aufträgen kommuniziert, sondern auch einfach so, wenn man etwas Neues entdeckt hat oder Unterstützung benötigt. Und dies deckt sich dann schon mit den Beziehungen aus DDR-Zeiten, nur geht es heute bei der Unterstützung selten um die Beschaffung knapper Produkte...

Gruß
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#103 von Weilheimer , 08.06.2011 22:29

Zitat von joesachse
Jemand, der in Hartz IV landet ist in den seltensten Fällen jemand, der diesem Land Impulse geben kann, zumindest habe ich noch keinen getroffen.



Ein Beispiel, ein gewisser Joe, Namensähnlichkeiten sind rein zufällig, fährt morgens in seine Firma um seinen gut dotierten Job nachzugehen und dem Land Impulse zu geben. An einer Straße XY kommt es zu einen Stau, ein hinter Joe fahrender LKW Fahrer merkt es nicht gleich und fährt mit seinem 40 Tonner in das Heck von Joe´s Auto. Joe muss durch die Feuerwehr herausgeschnitten werden und ist schwer verletzt und arbeitsunfähig. Nach der Reha geht es Joe immer noch nicht besser, er kann weiterhin nicht arbeiten. Nun meint Joe, weil er an das Gute glaubt, die gegnerische Versicherung wird alle Kosten übernehmen, weil Joe ja unschuldig an dem Unfall war. Joe hat ja auch vorgesorgt und hat eine Rechtschutzversicherung, der Haken ist irgendwo gibt es eine Klausel im Vertrag, die Rechtschutzversicherung lehnt dankend ab. Die gegnerische Versicherung will weiterhin nicht alle Kosten übernehmen und zahlt einfach nicht, sie bietet dem Joe einen Vergleich an 30000 Euro in Joe soll dann keine Ansprüche an die Versicherung stellen. Joe kann weiterhin nicht arbeiten, wird nun von seiner Firma gekündigt. Das eine Jahr Arbeitslosengeld 1 ist schnell vorbei und danach bekommt Joe Hartz 4 und kann der Wirtschaft keine Impulse mehr geben.
Joesachse ich finde dein Statement sehr zynisch, du gehst immer davon aus, das dir nichts passieren kann, nur anderen. Mein Großvater sagte immer, die Bäume wachsen nie in den Himmel und irgendwann holt jeden die Realität ein.

 
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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#104 von joesachse , 08.06.2011 22:56

Zitat von Weilheimer
Das eine Jahr Arbeitslosengeld 1 ist schnell vorbei und danach bekommt Joe Hartz 4 und kann der Wirtschaft keine Impulse mehr geben.


Was soll dein Beispiel????? Joe hätte (und hat) viele Ideen, was er tun und wie er sich nützlich machen kann und könnte (und damit auch Geld verdienen kann). Und einiges davon würde auch Dank seines Netzwerkes funktionieren. Und wenn alles nicht mehr funktionieren würde, weil er zu krank ist oder keine Ideen mehr hat, dann würde meine Aussage genau so auf ihn zutreffen: Dann wäre er ein Hartz IV Empfänger, der diesem Land keine Impulse geben kann.
Dies ist doch in keiner Weise zynisch.

Gruß
JoeSachse


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RE: Die Ex-DDR vom Westen aus gesehen

#105 von BesserWessi0815 , 08.06.2011 22:59

...hier mal ein Beispiel von Sozialhilfe in die Milliardärsliga... eher eine seltene Biographie aber nicht unmöglich...


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
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