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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#31 von Weilheimer , 06.07.2011 11:13

Queeny, weil du ein edler und wertvoller Mensch bist, wie viele Asylbewerber hast du schon bei dir aufgenommen?

 
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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#32 von delta , 06.07.2011 11:49

Zitat von skippy1909
queeny,

bei wirtschaftlichen Gründen werden alle Staaten auf dieser Welt zu Nationalisten...







Einer der besten Feststellungen die ich je hier im Forum gelesen habe.




wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.

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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#33 von skippy1909 , 06.07.2011 12:01

Na, da bin ich ja stolz, dass du mir das schreibst, delta...

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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#34 von BesserWessi0815 , 06.07.2011 12:11

das glaube ich heute gerade nicht mehrskippy1909,
...denn -das zeigte die Geschichte- war eine der Ursachen der Weltwirtschaftskrise der Nationalismus und daraus resultierende Protektionismus der heimischen Wirtschaft.... (das wissen wir heute)

In der Wirtschaftskrise 2008 wurde dann auch global auf Protektionismus verzichtet,
so wurde beispielsweise die Abwrackprämie für alle Hersteller gewährt u.s.w.
so hat sich Schlimmeres vermeiden lassen.
Nationalismus, Protektionismus und Kleinstaaterei löst ja auf Dauer die Probleme nicht, sie werden nur verschärft.
2008 haben die verantwortlichen Politiker mal wirklich verantwortlich und weitblickend gehandelt.


Zitat von Monarde
"Die Welle", Pflichtliteratur an vielen Schulen heute.

besprachen wir auch in der Schule - eine spannende Geschichte!


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#35 von skippy1909 , 06.07.2011 12:16

Naja, besserwessi, ich sehe, dass viele Staaten der Welt ganz streng darauf achten, dass die Zuwanderung aus finanziellen Gründen schön gedeckelt wird. Keine Volkswirtschaft der Welt kann es sich erlauben, unbegrenzt Wirtschaftsflüchtlinge bei sich aufzunehmen. daher ja auch die Greencards dieser Welt. Und wenn du in ein Land übersiedeln möchtest, um dort zu arbeiten, wirst du schon ganz genau gescannt.

Und dort angekommen, macht man häufig mit den national-denkenden Menschen Erfahrungen, die man gar nicht kennenlernen möchte.

Aber ansonsten stimme ich dir zu, 2008 haben die Politiker wirklich weitreichend gedacht...

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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#36 von reporter , 06.07.2011 12:26

Zitat von queeny
@Reporter: Du bist angepasst und schwafelst Zeug, wie es jeden Tag in den Medien den Menschen vorgesäuselt wird, so dass es im Unterbewusstsein seinen festen Platz erhält.

Ja, ich kam vor sehr vielen Jahren in den Westen, und ich hatte gute Gründe dafür. Das kann so ein angepasster Mitbürger nicht verstehen.



Das kann ich sehr gut verstehen, wenn man aus der DDR abgehauen ist. Haben schließlich Millionen so gemacht, und wenn sie sich nicht eingemauert hätte wären wohl nicht viele dageblieben.

Deine 'guten Gründe', warum du aus strammem SED Milieu problemlos mit zwei Kindern normal raus konntest willst du uns nicht erzählen. Offensichtlich hatten Millionen andere nicht so gute Gründe.

Und- kaum daß du in Freiheit bist fängt das Genöle an, was du gern als 'Unangepaßtheit' verkaufst - wie lachhaft.


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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#37 von Ilrak , 06.07.2011 12:43

Zitat von skippy1909


....bei wirtschaftlichen Gründen werden alle Staaten auf dieser Welt zu Nationalisten...




Und ist das nicht auch irgendwie nachvollziehbar ?
Muss mna sich wirklich die Früchte jahrelanger Arbeit einfach nehmen lassen ?
Ich rede da nicht von Hilfe in Notsituationen ( wie auch immer die zustandekamen - siehe Hunger in Simbabwe ),
sondern von ausnutzen lassen .
In dieser Beziehung kann ich auch den ganzen Wirbel um Dänemark nicht verstehen .
Hat nicht jeder Staat ein Recht - oder gar die Pflicht - zu wissen , wer und was sich immerhalb seiner Grenzen aufhält
Schengen hin und her . Wenn offensichtlich an den Aussengrenzen geschlampt wird , muss man sich eben selbst helfen .
Aber das wäre wohl schon wieder ein Tread für sich .


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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#38 von Weilheimer , 06.07.2011 12:47

Zitat von reporter

Deine 'guten Gründe', warum du aus strammem SED Milieu problemlos mit zwei Kindern normal raus konntest willst du uns nicht erzählen. Offensichtlich hatten Millionen andere nicht so gute Gründe.
Und- kaum daß du in Freiheit bist fängt das Genöle an, was du gern als 'Unangepaßtheit' verkaufst - wie lachhaft.



Um den 13. August herum liefen auf den TV-Nachrichtensendern Dokumentation zur DDR-Geschichte. Dabei ging es auch um die Flüchtlinge aus der DDR. Aus der DDR flohen nicht nur Regimegegner, sondern der Staat DDR entledigte sich gegen harte Währung auch von Asozialen und Kriminellen in Richtung West. Über das "mit dem Kind ausreisen" habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht. Der zugegebenerweise perverse Normalfall war, die Mutter konnte ausreisen oder wurde ausgebürgert, das Kind kam zu systemtreuen Pflegeeltern oder in ein Heim. Das war ja der Inhalt des Filmes "Die Frau vom Checkpoint Charly" mit Veronica Ferres in der Hauptrolle.


 
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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#39 von Ilrak , 06.07.2011 13:11

Zitat von queeny
@Reporter: Du bist angepasst

Ja, ich kam vor sehr vielen Jahren in den Westen, und ich hatte gute Gründe dafür. ..... Die Mitläufer sind das Übel.





Queeny , ich kenne Deine Gründe nicht , denke mir aber , daß man so eine Entscheidung nicht aus einer Laune heraus trifft .
Allen hier die das Land DDR nicht kannten , sei gesagt , daß auch äußerlich stramme Kommunisten häufig mächtigen Ärger hatten ,
denn , das erwähnte ich ja schon mal , vielen war die Partei nur Karrieresprungbrett . Die Idee des Kommunismus war vielen recht schnuppe.
- Das fing schon bei Stalin an , der die fähigsten Köpfe aufgrund persönlicher Animositäten rollen ließ - .
Deiner Definition nach wäre auch ich ein angepasster Mitläufer . Ich habe nicht groß rumgemeckert , war mir wohl aber der Mißstände im Land bewußt .
Ich kannte allerdings einige Genossen , denen ich erfolgversprechende Lösungen durchaus zugetraut hätte , erfuhr aber erst recht spät von deren
Problemen damit .
Somit ist es ein reales Paradoxum , daß auch Genossen - oder deren Familien - das Land verließen .
Vielleicht hat an versteckter Stelle noch jemand einen letzten Freundschaftsdienst geleistet und die Kinder mitreisen lassen . Wer weiß , vorbei ist vorbei .


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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#40 von queeny , 06.07.2011 13:21

@Reporter: Es ist Vergangenheit und ich nöle nicht. Das Wort Freiheit kann ich nicht mehr hören. Es ist ein sehr strapaziertes Wort.

Außerdem bin ich nicht abgehauen, sondern nach viele Jahren Wartezeit ganz normnal ausgereist. Und dies auch noch, ohne dass die STASI mich als eventuellen "Spion" anwerben wollte. Das mag es auch gegeben haben, aber zu viele haben das erzählt. U. an Leute, die nur einfache Arbeitwr waren. Wichtigmacher. Nee, ich konnte das nicht glauben.

Leuten wie Dir fiel die "Wende" in den Schoß, oder hast Du was dafür getan? Die Antwort wirste wohl schuldig bleiben. Hast sicher wie Merkel hinterm Ofen gesessen und abgewartet wie es ausgeht.

Ich durfte meine Kinder mitnehmen und hatte eben Glück. Viele andere hatten das Glück nicht. Meine Söhne waren in einem Alter, in dem sie nicht mehr so beeinflussbar waren. Wären sie noch sehr klein gewesen, hätte es schon sein können, dass man sie woanders untergebracht hätte. Ohne meine Jungs wäre ich nie gegangen.

Nachvollziehen können sowieso nur die Menschen meine Entscheidung, die selbst den langen Weg über einen Ausreisantrag gingen.


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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#41 von queeny , 06.07.2011 13:31

Ich habe mich in der ganzen Zeit, in der das Ausreisgesuch lief, auch etwas angepasst, Ilrak. Ich ging nur nicht zur Wahl und hielt mich mit politischen Äußerungen zurück. Schließlich wollte ich nicht in den Knast gesteckt werden. Dann hätte ich auf jeden Fall meine Kinder verloren. Klar habe ich mich über viele Mißstände aufgeregt. Besonders über die Lügen in den Zeitungen. Ich habe mich aber nicht mit einem Transparent an den Leninplatz gestellt auf dem hätte stehen können "Hier ist alles Sch.....".

Ich will hier auch nicht die Angepassten anprangern. Man versuchte das beste aus der Situation zu machen.

Irgendwie läuft jetzt dieses Thema "Wären wir damals keinen Nazis gewesen?" in die falsche Richtung. Ich habe meine Meinung dazu abgelassen. Das wars.


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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#42 von Weilheimer , 06.07.2011 14:06

Ich habe auch so meine Erfahrungen, mit den vor 1989 ausgereisten, da war einer, der arbeitete als Dienstleister von einer anderen Firma, in "meinen" Unternehmen. Er tat sich immer als Regimegegner der DDR auf, machte die aus dem Osten nach 1990 nach BW ausgereisten immer dumm an, später wurde er dann fristlos gekündigt, die Videoüberwachung hatte gezeigt, er hatte Probleme damit, dein und mein zu unterscheiden. Eine andere ist eine Kollegin meiner Frau, der ist immer alles zu viel, sie will bei allem und jedem geholfen werden, stöhnt bei jeder Aufgabe, geht es um eine Vertretung für andere Kollegen, dann duckt sie sich, aber ihre Urlaubsvertretung hat abgesichert zu sein, ist ständig neidisch, wenn andere vom Chef gelobt werden, das Gehalt möchte aber bitte pünktlich auf dem Konto sein und ihr Stundensatz ist nicht schlecht. Leider ist sie durch ihre lange Tätigkeit für die Einrichtung unkündbar, sonst hätte man sie schon zum Teufel gejagt. Was ich damit sagen will, vor 1989 kam nicht nur die Creme de la Creme in den Westen.

 
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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#43 von skippy1909 , 06.07.2011 14:29

...was uns aber sicher nicht zu Nazis gemacht hätte...

Es gab und gibt sicher in beiden Hälften Deutschlands solche und andere...

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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#44 von Weilheimer , 06.07.2011 15:00

Man kann aber zum Nazi werden, wenn sich solche Leute als die besseren Ossis aufbauen und den neu zugereisten das Leben schwer machen.


 
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RE: wären wir damals keine Nazis gewesen?

#45 von skippy1909 , 06.07.2011 15:06

Nee, zum Nazi nicht aber zur "Wildsau", und zwar zur rasenden...

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