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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#46 von MOZI ( Gast ) , 24.10.2006 17:03

Hallo Ira!

Okay, dann schlapp ich Dir mol ins Hobby-Thread no. Wääsche, ich kenn mich do noch net so aus und babbel halt glei druf los.

Knutsch mer moi Ossi-Nuß un es Iris.

Liebe Grüße
Das MOZI

Ps.: Han extra pälzisch geschribb, damit ich es dialekdische net vernochlässige du.


MOZI

RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#47 von Tanja ( Gast ) , 26.10.2006 21:32

Hallo,

wollt Ihr hier unter Euch bleiben?
Ne, habe herzlich gelacht und mal sehen, wenn ich mehr Zeit habe, schreibe ich mal meine Erlebnisse hier rein. Da hauts Euch um.

Tanja


Tanja

RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#48 von Iris , 27.10.2006 11:18

Hallo Tanja,

wir bleiben niemals unter uns, haben einen runden Tisch, da passt immer noch jemand dran ...

Na, ich bin mal gespannt auf Deine Erlebnisberichte.

Bis dahin liebe Grüße
Iris


Iris  
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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#49 von Stangbo , 22.08.2007 13:36

Als wir vom Osten in den Westen (67) kamen habe ich zum ersten Mal ein anderes deutsch kennen gelernt. Das ging natürlich auch nicht ohne Komplikationen. Zuerst mal hat meine Tante mit mir russisch gesprochen= "Net mach des net" Meine kleine Schwester wollte einen Pfannkuchen beim Becker kaufen usw. Aber viele Jahre später kam meine Mutter zum ertsen Mal nach Bayern. Sie ging in ein Wirtshaus und bestellte "Kalten Kaffee" (Cola und Fanta gemischt) Es dauerte eine ganze weile bis die Bedienung mit einer Tasse kaltem Kaffeee kam. Dort heisst das Spezie hat sie da gelernt.
Und was die Sachsen anbelangt, so finde ich dass sie sich immer irgendwie verraten. Ich selbst liebe sächsisch so mir macht das nichts aus. Aber wir hatten einen Artzt im Krankenhaus in Mannheim wo ich gearbeitet habe und er sprach reines Hochdeutsch, man konnte wirklich nicht hören woher er kam. Bis es eines Tages Pfannkuchen gab. " Hm, was gibt es denn heute? fragte im reinsten Hochdeutsch, und fügte dann noch dazu "Plinse?" Worauf ich natürlich fragte wo er herkam, "aus Dresden" kam die Antwort in reinstem Hochdeutsch.
Heute lebe ich in Schweden und da habe ich nicht nur Dialektprobleme gehabt. Aber manche Worte im Schwedischen haben ihren urprünglichen Stamm behalten dürfen, und das sagt viel über uns deutsche aus. "Besserwisser, Streber"

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#50 von Schloßgespenst , 28.10.2007 10:21

Nur ein kleiner Einwurf zu dem Thema:

Ich war noch ganz frisch im Schwabenland um meine Ausbildung hier zu machen.
Meine Kenntnisse in der schwäbischen Sprache waren noch nicht wirklich alltagstauglich.
Den ersten Tag wurde ich von der obersten Sekretärin im Büro aufgefordert: "Läget se des mol do hanne noa!"
Ich habe sie angeguckt wie ein Auto, weil ich absolut nicht wusste, was sie jetzt von mir will!
Bis wir uns dann darauf verständigen konnten, dass ich die zwei Rechnungen, die sie in der Hand hielt, doch bitte ins oberste Ablagekästchen auf der rechten Seite legen soll.

Beim Bäcker verlange ich statt Laugeweckle lieber Laugenbrötchen, das kapieren sie ja auch und statt Weckle eben Brötchen.
Ich gehe auch nicht zum Metzger, sondern zum Fleischer, fertig!

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#51 von waterdragon , 06.11.2007 13:36

ja genau.. der gute alte fleischer...

ach die schwaben sind ein lustiges volk mit nem lustigen dialekt. was ich hier shcon gelacht habe...

aber ich vermisse pflaumen und johannisbeeren mit zwetschgen und träubles oder sowas kann ich nix anfangen ... und ich nehm auch immer meine decke wenn ich mich aufs sofa setz zum einkuscheln und nicht den teppich...

Leberkäse ist bei mir auch was anderes als hier denn das was die hier warm als leber(oder fleischkäse) essen, kenn ich nur kalt als wiegebraten... jawohlja....

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#52 von manu-engelchen , 02.01.2008 18:42

Mein Mann und ich haben mal Ärger im Revier geschaut, weil die Folge aus Riesa kam und ich damit bisl die Heimat sehn konnte.
Und da hat er mich dann gefragt was verschiedene Sätze denn bedeuten, z.B. "mach ma Lack" und "Döspaddel"
Da er gerade dabei war mir was zu holen und ich nicht erklärt hab das ich nun mit der Übersetzung loslege hab ich mich dann gefragt, warum er so komisch war. Es hat sich erst 2 Tage Später rausgestellt, dass es ein Misverständnis war und er dachte ich treib ihn an und beleidige ihn....

Und er hat sich am Anfang immer totgelacht wenn er was diktiert hat(also er hat telefoniert und ich sollte mitschreiben) wenn ich dann alle Straßen falsch geschrieben hab. Die Schwaben mit ihrem blöden "sch" Hab mich so auf dem Stadtplan schon mal dumm und dämlich gesucht.....

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#53 von schmerztablette , 24.01.2008 12:09

Hallo @ All

Ich finde Dialekte zum Schreien schön, generell. Vergleich ich fränkisch mit schwäbisch oder sächsisch dann ist das für mich völlig gleich. Ich versteh nix. Setzt man sich mit der Dialektik ( dürfte ja für'n Ossi net schwer sein )auseinander kommt man auf geniale Ergebnisse. Ich höre jeden Dialekt, echt ohne Scheiss sehr gern. Allein Rheinland, Sachsen inbesondere Vogtland, Hessen usw. Wenn man das übt und noch ne Gabe dafür hat kann man sich sogar in Dialekt unterhalten. Das ist dann teilweise zum Schreien.
Wir verlangen doch auch das Ausländer sich ein bissel anpassen. Zieht mal von einer Grosstadt in ein richtiges Dorf, egal von wo nach wo. Wer sich nicht anpasst wird gemieden. Das anpassen gilt nicht unmittelbar für Dialekte, aber jeder von uns Deutschen hat doch hochdeutsch gelernt und schreibt es vor allen Dingen auch.
Oder schreibt Ihr Bewerbungen oder Briefe in Dialekt?
Grüss Gott, bewerben will i mi als gresster Dialekt Bou!

LG Andre

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#54 von Jörg , 24.01.2008 15:36

Zitat von schmerztablette
Ich höre jeden Dialekt, echt ohne Scheiss sehr gern.


Klasse Statement. Und irgendwie haste ja Recht, Dialekte und andere Ecken und Kanten machen das Leben viel bunter. Wär ja langweilig, wenn alle gleich "schwätzen". Mittlerweile seh ich das Schmunzeln der Leute, wenn ich anfang zu reden nicht mehr als negativ, warum och, gehört halt zu mir, wie alles andere auch an einer individuellen Person. Klar hat ich am Anfang auch Problemchen mit unbekannten Wörtern und komischer Aussprache, aber heut nehm ich aus Spaß auch diese Wörter oder die lustige Aussprache und pack sie vereinzelt in meine Sätze. Das fetzt.

In diesem Sinn. Grüßle von de Schwob.



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zuletzt bearbeitet 24.01.2008 | Top

RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#55 von Wossi73 , 09.02.2008 20:55

Als ich aus dem sehr hochdeutsch sprechendem Vorpommern ins Rheinland zog, mußte ich wirklích erst "MV deutsch-NRW deutsch" lernen, hat aber geklappt. Kann mittlerweile auch (dank der Karnevalslieder) etwas kölsches platt.
Lustig find ich nur, der Rheinländer als Solches ist wirklich davon überzeugt!!! absolut korrektes Hochdeutsch zu sprechen. Schön sind immer Sätze wie "Wem ist das?" - "Das ist mir." Sehr beliebter rheinischer Ausdruck "Butterbrote". Bei mir zu Hause gabs immer Wurst- oder Käsestullen. Dachte anfangs wirklich es gäbe nur Brot und Butter und das passte gar nicht in mein Bild des "golden Westens".

Es ist im Nachhinein schon ziemlich zum schmunzeln...

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#56 von joel1304 , 03.03.2008 23:55

Als ich von Sachsen ins Ruhrgebiet gezogen bin, hab ich mich anfangs fast stumm durch die Öffentlichkeit bewegt.
Sächsisch wird ja doch öfters mal belächelt. Mittlerweile stehe ich zu meinem Dialekt. Das lustige ist, mein Mann hat sich zur Belustigung unserer Freunde als geborener "Wessi" mein sächsisch angewöhnt. "Das geht gor ne" "Is ja putzsch" "Zwansch, dreisch, virtsch, Fuftsch ..." "Nor" "Das habsch ne".
Sprachliche Mißverständnisse gibt es bei uns aber immer wieder mal. Und das kann ganz schön lustig sein. Ich lache z.B. über Kehrblech, er über das was wir dazu sagen: Kehrschaufel und Besen. Ich finde Tornister ein sehr merkwürdiges Wort für Schulranzen, noch merkwürdiger findet er es, wenn ich statt in den Flur in den Vorsaal gehe und statt ins Wohnzimmer in die Stube. Er öffnet im Schrank die Schublade und ich den Kasten. Ich esse Beefsteaks, er Frikatellen, ich Roster, er Bratwurst, ich Quarkkuchen, er Käsekuchen, ich Broiler, er Hähnchen u.s.w.
Mein Sohn(11) spricht inzwischen schon ziemlisch ruhrpöttisch. Bei Kindern geht das ziemlich schnell.

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#57 von Sweety ( Gast ) , 04.03.2008 08:46

Uns ging es auch nicht anders. Als ich in der Bäckerei Pfannkuchen verlangt habe schaute mich die Verkäuferin komisch an. Bei uns heißen Pfannkuchen Krapfen und Pfannkuchen sind hier unsere Eierkuchen. Bei einen Ausflug bestellte unsere Bekannte "Gigerle" ( Broiler ). Mein Sohn
"Und was heißt das auf deutsch?"


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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#58 von Paulie41 , 04.03.2008 11:02

Meine Frau hat beim Bäcker gefragt:haben Sie Schweinsohren?......................

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RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#59 von Sweety ( Gast ) , 04.03.2008 14:27

Und ich wollte Gehacktes beim Fleischer.


Sweety

RE: Dialekte und die kleinen Missverständnisse

#60 von Renate , 04.03.2008 14:53

Also, Schweinsohren gibt es in Stuttgart bei einem tollen Bäcker und die sind super lecker. Gehacktes kennen sie hier auch.
Aber ich wollte Wiener kaufen, und die gab es nicht. Dabei lagen sie da.
Es sind Saiten hier!!!!!!!!!!! Nun weiß ich das auch und kaufe halt Saiten ein.


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