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Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#1 von Weilheimer , 07.08.2011 11:18

Zwei deutsche Existenzen: der Hermes-Paketbote Peter und der Milliardär Michael Otto. Peter arbeitet für 60 Cent pro Paket, nach einem zehn Stunden Tag hat er etwa 60 Euro verdient. Fast die Hälfte davon geht für Sprit und Auto drauf. Der andere ist einer der reichsten Männer Deutschlands: der Milliardär Michael Otto, Mehrheitsaktionär und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Otto Group und bis heute deren Aufsichtsratsvorsitzender. Otto ist ein Vorzeigeunternehmer, hoch gelobt für sein soziales und ökologisches Engagement, für seine Bereitschaft, 'gesamt-gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen'. Dafür bekam er sogar das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Der Paketbote Peter arbeitet ohne Pause, oft fährt er zu schnell, um wenigstens das Existenzminimum einzufahren. Wenn er Pech hat, ist der Paketempfänger nicht da, dann bekommt er gar kein Geld. Wenn er falsch oder zu spät ausliefert, drohen Strafabzüge bis zu 100 Euro.

Quelle: WDR

Hier der Beitrag dazu in der ARD Mediathek

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/c...umentId=7836004

Meine persönliche Konsequenz ist, ich werde keine Sendungen durch das Unternehmen des Assis in Nadelstreifen Herr Michael Otto befördern lassen, GLS und DPD sind nur unwesentlich teurer und garantieren wenigstens minimale soziale Standards.


 
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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#2 von delta , 07.08.2011 11:32

Das du dich da mal nicht Irrst, auch die kochen nur mit Wasser.
Umlängst wurde ein bericht über Paketdienste gesendet ich meine
mich zu erinnern, das GLS eine Britische Firma dabei nicht so gut
weg kam. Kurierdienste sind Ausbeuterdienste zu lasten Ihrer
Arbeitnehmer.
Warum muß unbedingt auch noch 21 Uhr geliefert werden. Weil ein
paar Idioten es nicht erwarten können Ihre bestellte Ware in den
Händen zu halten, die sie womöglich dem Händler auch noch schuldig bleiben.
Mir tun dier Kuriere leid, die für solche Ärsche schuften müssen, die
solche Jobs nie machen wollten.





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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#3 von michaka13 , 07.08.2011 14:30

Habe den Beitrag auch vor ein paar Tagen gesehen. Ist schon erschreckend, wie heutzutage mit Arbeitnehmern umgegangen wird!

Zitat
Warum muß unbedingt auch noch 21 Uhr geliefert werden. Weil ein
paar Idioten es nicht erwarten können Ihre bestellte Ware in den
Händen zu halten,...



Erst denken, dann schreiben, delta. Weil z.B.ich Idiot oft erst 19 oder 20 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt. Oder die idiotische Verkäuferin, die erst um 20 Uhr Feierabend hat und vielleicht auch mal ihr Paket will. Oder all die idiotischen Polizisten, Krankenschwestern, Schichtarbeiter, die auf ihr Paket warten. Delta, Zeiten ändern sich. Ich weiß, das hast Du noch nicht gemerkt. Aber außerhalb Deines Dörfchens ist es nun mal so. Nur weil du als Rentner genügend Tagesfreizeit hast, heißt das nicht, das es anderen genauso gehen muß. Viele Berufstätige sind halt drauf angewiesen auch in den Abendstunden einkaufen gehen zu können, Arztbesuche erledigen zu können oder eben Pakete in Empfang zu nehmen.


Schönen Sonntag noch,
micha

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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#4 von delta , 07.08.2011 15:15

Das hat mit Rentner nichts zu tun oder mit Berufssein. Das hat früher doch auch geklappt,
da hat jeder sein Päckchen auch bekommen. So weit denken auch Rentner. Nein Faulheit
und Dekadenz sind Ursache für solche Auswüchse. Wo liegt das Problem das Paket selbst bei
der Post abzuholen oder beim Nachbarn abgeben zu lassen.
Sicherlich ist der Polizist, Krankenschwester, Schichtarbeiter auch um diese Zeit wahrscheinlich
der Arbeit und nicht gerade auf den sprung um sein Paket zu empfangen. Das ist nach wie vor ein
Lotteriespiel mit der passende Zeit.
Wie wäre es, wenn du auch mal weiterdenkst. Würde auch dir nicht schaden.


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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#5 von Smithie23 , 07.08.2011 15:38

Komisch, irgendwie haben für mich Delta und Michaka13 gleichermaßen Recht. Früher gab es auch Schichtarbeit und da hat es auch funktioniert. Auf der anderen Seite wird es heute immer stressiger und hektischer. Da muss Kaufland noch bis 24 Uhr offen haben, um noch so viel Umsatz wie möglich zu machen. Ich erinnere mich dunkel an eine Zeit, wo Supermärkte immer Donnerstags lange offen haben, am Wochenende meist gar nicht. Heute ist es normal geworden 7 - 20 Uhr auch am Samstag.
Die Menschen werden immer verwöhnter. Mir muss um 21 Uhr Keiner ein Paket bringen. Das kann ich mir nächsten Tag auch abholen und wenn ich Spätschicht habe und 20 Uhr zu Hause bin, dann fange ich nicht morgens um 8 an zu arbeiten, sondern eher 11 oder 12 Uhr ... wo ich dann Zeit habe mein paket zu holen. Viele Leute müssten einfach mal nur ihren Tagesablauf zeitlich besser managen !!
Und über Hermes gebe ich grundsätzlich Nichts auf. Die Deutsche Post war mir bisher immer ein verlässlicher Partner. Schonmal drüber gewundert, warum genau DIE Paketdienste in der Kritik der Kundschaft stehen, wo es für die Mitarbeiter am asozialsten zugeht ??!!

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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#6 von Björn , 07.08.2011 16:21

Der Verkäufer/Absender bestimmt meistens, von welchem Anbieter er die Sendungen befördern läßt!
Neben der Deutschen Post/DHL mit ihren Filialen/Postagenturen in den meisten Städten oder großen Gemeinden haben meines Wissens nur GLS und Hermes auch Vertragspartner, bei denen man das Paket nach Absprache abholen kann. Allerdings sind diese oft schon mal 10-15 km oder noch mehr vom Wohnort entfernt.
Wer immer sehr billige oder sogar versandkostenfreie Lieferung haben möchte, fördert diese Art von Kostenweitergabe/Kostendruck aber auch!


"Cantus Buranus" live auf Wacken 2010
http://www.youtube.com/watch?v=sh4Hedh84mw&feature=related

 
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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#7 von delta , 07.08.2011 16:23

Smithie
Genau das ist es, die Leute haben heute zuviel Zeit für nebensächlichkeiten.
Überall müssen sie dabei sein, da haben sie für die häuslichen Pflichten keine Zeit mehr.....
Wir haben früher auch nicht weniger gearbeitet und es hat funktioniert.
Übrigens:
Habt Ihr gwusst, das beim Versandhandel in Punkto Kleidung aller Art und sonstiger Kleinhandel-Produkte zu 80%
wieder am Händler zurück geht, wegen nicht gefallen oder nicht passend ist.
Man stelle sich diesen Ökologischen Wahnsinn mal vor. Alles " Grün " oder was.


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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#8 von Paule , 07.08.2011 16:34

Björn, das stimmt nicht immer. Gerade aktuelles Beispiel, Bücher bei Amazon bestellt, wie der Versand erfolgt, war mir eigentlich Wurscht, angeliefert wurde dann mit Hermes:

Donnerstag, ab 17:00 zu Hause, Fahrer war schon vorher da
Freitag, ab 14:00 zu Hause, Fahrer war schon vorher da
Sonnabend, bis 14:00 gewartet, Fahrer kam erst später
Paket jeweils wieder mitgenommen. Nach 10 Tage kam ein Schreiben von der Zentrale, wohin geliefert werden soll, meine entsprechenden Wünsche solle ich über eine kostenpflichtige Hotline melden. Habe mir dann über die Internetseite eine Service-Email-Adresse gesucht und darum gebeten, das Zeugs doch bei der lokalen Hermesstation für mich zu hinterlegen (so, wie das auch DHL, wenn ich nicht angetroffen werde, automatisch macht).

So hat es dann auch funktioniert. Anschließend habe ich Amazon angeschrieben und darum gebeten, zukünftig nicht per Hermes zu versenden, Antwort: darauf hätte ich keinen Einfluss, das bestimmt Amazon. Jetzt bin ich wieder Kunde im lokalen Buchladen. Weniger Aufregung, Ware in 24h, Bestellung per Telefon.

Zurück zum Thema: Ich bin dafür, einen Mindestlohn für ALLE Branchen einzuführen.


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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#9 von queeny , 07.08.2011 16:43

Ich bestelle Bücher auch direkt im Buchhandel, Paule. Hole die Bücher dann selbst ab. Meistens klappt das innerhalb von ein bis zwei Tagen.

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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#10 von delta , 07.08.2011 16:56

Auserdem gibt man den leuten vor Ort auch Arbeit. Ich zum beispielstöbere sehr gerne in einen Buchladen.
Auch schaue ich mir die Ware lieber in Original an, da weis ich was ich dann kaufe. Natürlich gibt es ausnahmen.
Das Internet gibt mir nur Auskunft darüber, was wo für welchen preis angeboten wird, damit ich eine Preis-Richtlinie habe.



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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#11 von Smithie23 , 07.08.2011 16:59

Also bei mir versendet Amazon immer mit DHL. Kann es sein, dass du bei nem Amazon-Verkäufer gekauft hast und nicht direkt bei Amazon ? Weil da kommt es oft vor, dass mit Hermes versandt wird.

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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#12 von Björn , 07.08.2011 17:14

@ Paule, darum schrieb ich ja, daß der Verkäufer meistens bestimmt, welches Unternehmen liefert und man als Kunde nur selten darauf Einfluß hat (außer man kauft nach einer Beschwerde woanders ).
Hermes war auch schon 3x hintereinander tagsüber vor 16 Uhr vergeblich bei mir, da bin ich aber nun mal auf Arbeit. Dann beim 3.Mal war ein Zettel im Briefkasten, daß die Ware wegen Nichtzustellbarkeit wieder an den Absender zurück geht, wenn ich mich nicht noch am selben Tag telefonisch bei der Hotline zwecks Alternativ-Adresse melde. Ich habe dort angerufen und es dann 2 Tage später bei einem Hermes-Vertragsshop abgeholt.
Bei GLS war gleich beim ersten nicht erfolgreichen Zustellversuch eine Mitteilung im Briefkasten, das Päckchen innerhalb von 3 Tagen beim 11 km entfernten Servicepartner (in der Zeit von 8-17.30 Uhr) abzuholen.


"Cantus Buranus" live auf Wacken 2010
http://www.youtube.com/watch?v=sh4Hedh84mw&feature=related

 
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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#13 von Smithie23 , 07.08.2011 17:27

Es ist natürlich unglücklich, wenn der Abholort weit weg liegt. Ich habs bis zur nächsten Postfiliale nur 5 Minuten mit dem Auto und die Filiale ist in einen Edeka integriert, weshalb die Öffnungszeiten genau so lang sind (bis 20 Uhr)

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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#14 von Buhli , 07.08.2011 17:28

Seit wann sind Hermes- oder GLS-Boten Arbeitnehmer? Subunternehmer heißt das Zauberwort. Bei DHL und UPS ist man auch schon auf diesem Tripp. Auf diesen Subifahrzeugen von allen Unternehmen steht dann, meist auf dem Armaturenbrett liegend, "Im Auftrag von ... ". Selbst wenn diese Fahrzeuge die Firmen in ihren Farben präsentieren.



Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Kapitalistische Ausbeutung und der Hermes Versand

#15 von Smithie23 , 07.08.2011 17:30

"Subunternehmer" - wieder so ein Auswuchs unseres Systems. Ist für mich quasi so ne Art "Ich mach mich selber zum Zeitarbeiter ohne Zeitarbeitsfirma"

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