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BesserWessi0815

Beiträge: 1.258


28.12.2011 17:52
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Gestern hatten zwei Menschen Geburtstag und wären 110 bzw. 101 Jahre alt geworden.
Beide haben aber noch mehr Gemeinsamkeiten... .

Für die einen waren sie "Verräter am dt. Volke" - für andere ganz gewiss nicht.

Was ist Verrat? Damals - oder auch heute?


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
BesserWessi0815

Beiträge: 1.258


28.01.2012 03:18
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

..keine Meinung?



 
Buhli

Beiträge: 2.315

29.01.2012 12:43
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

B.W., es kommt auf die Art der Darstellung durch die jeweils Linientreue Presse an. Wenn die Marlene gefeiert wird, dann sind die feiernden Geschichtsverfälscher, weil sie nur diese Seite betrachten. Die andere Seite gehört dann zu Schwarzmalern. Jenachdem wer gerade das politsche Sagen hat. Das erleben wir doch heute noch. Wer so alles zu den Geschichtverfälschern der DDR Geschichte gezählt wird, ist doch ersichtlich. Meist die, die etwas differenzierter an die Sache gehen. Schon die Differenzierung ist manchen, nicht den, Kritikern Suspeckt.



Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli

 
Daneel

Beiträge: 741


29.01.2012 13:20
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Zitat von BesserWessi0815

Was ist Verrat? Damals - oder auch heute?


Verrat ist für mich, wenn Vertraulichkeit und/oder Loyalität verletzt werden. Der Verrat am Volke oder Landesverrat ist für mich nur ein Machtinstrument der jeweils herrschenden Gruppe, die eine bestimmte Loyalität oder Vertraulichkeit einfordert, ohne sie mit sinnvollen Argumenten begründen zu können. Den größten Verrat den man begehen kann, ist in meinen Augen der an seinen eigenen Überzeugungen, der ja schon im Kleinen anfangen kann, durch den sogenannten Gruppenzwang, nicht nur in der Raucherecke hinterm Schulhof oder am örtlichen Stammtisch. Der sich wie ein Virus ausbreitet bis hin zur Selbstverleugnung. Im großen Rahmen kann dieser Gruppenzwang von der herrschenden Gruppe des Staates iniiert worden sein. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, also ein Verräter. Bush lät grüßen.
Folgender Aspekt sind noch des Nachdenkens wert:
Es gibt ja in Deutschland die Beichte, wenn dort ein Sünder einen Mord oder Kindesmißbrauch beichtet, was wäre der größere Verrat, den Täter zu decken, oder das Beichtgeheimnis zu brechen?

Bei deinen Beispielen, würde ich beiden für ihre Standpunkt und Überzeugung Respekt zollen, der Marlene Dietrich insofern, dass sie standhaft gegenüber den Verlockungen geblieben ist. Aber ein echter Held ist für mich der zweite im Bunde, der sich gegenüber den Zwang seine Überzeugungen zu verraten zur Wehr setzte und mit dem Tode bezahlte.


Frage: Wer ist für mich der größere Verräter, der der wegen Landesverrat bestraft wurde, oder der der gegen seine eigene Überzeugung anderen Menschen Schaden zufügt, weil sein Land (definiert durch die herrschende Gruppe) es von ihm erwartet.


Ich will ans Meer zurück, ein letzter Blick
Spüren, wie der Wind mir Flügel gibt
Ich will ans Meer zurück, dort wo das Glück
Mich endlich wieder in die Arme nimmt

 
reporter

Beiträge: 1.331

01.02.2012 09:47
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

1. Februar 1987

In den Westsektoren von Berlin gibts Smogalarm. Fahrverbot für umweltverpestende Fahrzeuge. Der Dreck kommt vom Ostsektor mit seinen Schwefelkohle-Ofenheizungen, aus den Schloten der Braunkohleverstromung südlich von Berlin und aus den umweltverpestenden Betrieben der CSSR.

Es gab einen 'Umweltminister' namens Reichelt im SED-Staat. Der sagte, der Grund für die Verpestung ist 'Industrie-Nebel', ansonsten wird das Thema in der SED-Presse ignoriert. Dort gibt es keine Smog-Verordnung und die Meßdaten zur Luftbelastung sind Staatsgeheimnis. Wer öffentlich messen will kommt in den Knast.

Bekanntlich hat dann später diese verbrecherische Umweltpolitik des SED-Staats zur Bildung der ersten Widerstandsgruppen dort geführt. Denen hat es im wörtlichen Sinne gestunken.


 
Buhli

Beiträge: 2.315

01.02.2012 22:07
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Zu diesem Thema konnte ich 1982 von der Charite aus, richtig gut beobachten, wie sich die Wolken über W-Berlin auflösten. Die Aussicht über W-Berlin war immer etwas besser als in Richtung Hauptstadt. Ging manchmal sogar bis Potsdam. Bis Lichtenberg war meist Nebel.



Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
Buhli

 
reporter

Beiträge: 1.331

01.02.2012 23:43
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Zitat von Buhli
Bis Lichtenberg war meist Nebel.



Da gab es die VEB Elektrokohle, ein größeres Dreckloch im Ostsektor. Nach Abriß hätte man im kontaminierten Boden Phenol und Chrom fördern können.


 
BesserWessi0815

Beiträge: 1.258


02.02.2012 04:59
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Buhli & Daneel: Merci zur Beantwortung der Fragen zum Verrat. So ähnlich sehe ich es auch.
Bisher unbeantwortet bleibt die "Frage: Wer ist für mich der größere Verräter, der der wegen Landesverrat bestraft wurde, oder der der gegen seine eigene Überzeugung anderen Menschen Schaden zufügt, weil sein Land (definiert durch die herrschende Gruppe) es von ihm erwartet."


In USA an der canadischen Grenze sind bei mehreren Schülerinnen einer Schule ungewöhnliche Symptome aufgetreten: Zuckungen
(Gerade auf -sorry- RTL den Bericht in Nachrichten gesehen, auch wenn es nicht der favorisierte Sender für Nachrichten ist.)
Eine Ursache dafür ist noch nicht bekannt. Aber auch die Amis oder die Russen sind ja für ihre unverantwortliche Umweltpolitik bekannt. Vermutlich ist es eine toxische Vergiftung?
Dreckslöcher gabs nicht nur in den alten Ostsektoren oder im Ruhrpott - aber das sind ja jetzt alles blühende Landschaften.
Vor wenigen Jahren wurde - gleich hier um die Ecke - Leverkusen als "die dreckigste Stadt Deutschlands" gekürt.
Aber der japanische Garten ist schön.


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
reporter

Beiträge: 1.331

02.02.2012 13:25
RE: Diskussionsthread zur 'deutschen Geschichte'...

Zitat von BesserWessi0815

Dreckslöcher gabs nicht nur in den alten Ostsektoren



Ich glaube, es gab nur einen Ostsektor. Aber man kann da schon gelegentlich durcheinander kommen.

Denn erst hieß er Ostsektor gemäß dem Potsdamer Abkommen, den hatte die SED irgendwie umbenannt, ich glaube er hieß dann "demokratischer Sektor". Weil dort alles, was mit der SED zusammenhing, irgendwie "demokratisch" genannt wurde.

Später hieß der Ostsektor dann "Hauptstadt der DDR", obwohl der SED-Staat ja schon eine ganze Weile existierte und nach dem Potsdamer Abkommen der Ostsektor garnicht zum SED-Staat gehörte.

Die Genossen sind halt mit Unbenennungen gern dabei. Nach der Wende haben sie ihren Verein wohl auch schon einige male umbenannt.


 
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