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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#16 von Kehrwoche , 13.10.2011 11:14

Es wird sicher an der Gewinnspanne deines Händlers gelegen haben und am geringeren Heizwert der Braunkohle gegenüber der Steinkohle. Ich habe nach der Wende die gleichen Rekord-Briketts bekommen wie vorher. Sie waren nur auf einmal ordentlich verpackt.


Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.
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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#17 von reporter , 13.10.2011 11:27

Zitat von BautznerSenf
Welche Unternehmen?

Meinst Du die uebernommenen Markennamen, etwa Minol und Co.?

Da wurde fuer hunderte von Millionen investiert, die alten Anlagen in Schwedt, Schwarze Pumpe und Leuna, Buna, Bitterfeld waren doch nichts!
Weshalb sind denn da die ganzen Industriebrachen? Gerade weil man "auf der gruenen Wiese" neue moderne, leistungsfaehige Anlagen augfebaut hat - und die haette sich die DDR_Wirtschaft gar nicht leisten koennen!




Um den Silbersee und die anderen Hinterlassenschaften des Leuna/Buna Schrotts in einer Art Sammelverkauf an den Mann zu bringen, damit nicht alles zusammengeschoben wurde, respektive dann auch Neues als "Leuchtturm" entsprechend den Vorstellungen von Kanzler Kohl entstehen konnte, mußte Kohl mit der französichen Seite tief in die Trickkiste fassen, denn unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten hatte alles nur noch Schrottwert minus Abbaggerungskosten, auf gut deutsch, ohne Bimbes ein reines Zuschußgeschäft.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/a-134259.html

Daher jeden Morgen drei Ave Maria zugunsten von Altkanzler Kohl.

Nach Einschätzung der Stasi war die Wirtschaft des SED-Staats bereits Anfang der 80iger so marode, daß die Wirtschaftsabteilung unter Stasi-General Kleine einem Geheimplan entwickelte, die ganze VEB Wirtschaft an die Russen zu verkaufen, um wenigstens die Grundstoffversorgung zu sichern.

http://www.welt.de/politik/article344004...eht_Pleite.html

Verfassungsrechtlich hatte man diesbezüglich ohnehin ähnliche Vorstellungen, nach der letzten Änderung der Verfassung durch die 'Volkskammer' war die DDR untrennbar und immerwährend an die Sowjetunion gebunden.


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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#18 von BautznerSenf , 13.10.2011 11:41

Hallo!

Smithie23 schrieb:

Zitat
"Nein ! Es war ALLES schlecht und alt. Die DDR Kohle war vermutlich auch ne Andere, als ausm Ruhrpott !!"



Erstens: Bloedsinn!
Zweitens: Korrekt!

Wieso das?
Nun, im Ruhrgebiet wird Steinkohle gefoerdert, in Mitteldeutschland Braunkohle. Und die hat einen anderen Heizwert...
Braunkohle wird von den Heizern bei der Eisenbahn nicht umsonst als "Blumenerde" bezeichnet, da sehr wasserhaltig und "noch nicht ganz durch" - gib' der ruhig noch einmal 100.000 Jahre, dann ist die gut.

Solltest Du hingegen den Braukohle-Abbau im Westen meinen, so handelt es sich um die Ville, NICHT den Ruhrpott!
Aber erstmal gegen die Wessies - Mensch, Smithie, manchmal weiss ich nicht, ob Du das alles wirklich glaubst, was Du schreibst, oder ob DU auf Krawall gebuerstet bist und rumtrollst, um Zwietracht zu saehen....

Du vergisst zudem uns Kunden:
Nach der Wende wollten WIR, dass nur noch West-Produkte ins Haus kommen, da wurde Persil statt Spee, Pril statt Fit, Loewen- statt Bautzner-Senf, gebrauchter Opel statt neuer Wartburg nachgefragt usw.

Das waren nicht die boesen Wessis, sondern WIR aus den neuen Laendern...

Und wenn Du eine moderne, rationelle Fertigung fuer Brikett hast, die zum kleinen Preis produziert, kann das trotz weiterem Transport-Weg durchaus guenstiger sein als der Aufbau neuer moderner Anlagen vor Ort.

Und: den "boesen Wessis" geht es genauso! Da kommt polnische, australische oder neuseelaendische Steinkohle, die trotz des langen Weges guenstiger ist als die "gute West-Kohle" aus dem Ruhrpott (ja, Steinkohle kommt da wirklich noch (in geringem Masse) her!).
Heulen die Wessis deswegen, dass die boesen Polen unser Land untergraben...

Nimm es mir nicht uebel, aber manchmal wundere ich mich ueber Deine Haltung - Du bist noch jung, Du kannst doch gar kein verbohrter alter ewig-gestriger Knacker sein... (zumal viele Alte so viel in ihrem Leben erlebt haben, dass sie mit Veraenderungen VERDAMMT GUT fertig werden und nichts nachweinen, sondern sich dem Neuen stellen). Warum also immer diese "Anti-West-Haltung"?

Gruss vom

B.S.


Besten Gruss

BautznerSenf

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#19 von Smithie23 , 13.10.2011 13:16

Ähmm ... ich muss "Ironie" doch etwas anders kennzeichnen. Dachte, der Smiley reicht aus.

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#20 von FEINDFLIEGER , 13.10.2011 14:13

Zitat von reporter

Daher jeden Morgen drei Ave Maria zugunsten von Altkanzler Kohl.


Um zum Thema zurück zu kommen - Ihr könnt jetzt weiter Äpfel mit Birnen vergleichen...


Wenn ich groß bin gehe ich zur Volksarmee... :-D Внимание! Внимание!

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#21 von delta , 13.10.2011 16:36

Zitat von Kehrwoche
Es wird sicher an der Gewinnspanne deines Händlers gelegen haben und am geringeren Heizwert der Braunkohle gegenüber der Steinkohle. Ich habe nach der Wende die gleichen Rekord-Briketts bekommen wie vorher. Sie waren nur auf einmal ordentlich verpackt.



Sag blos exklusiv in Seidenpapier........


wer fehler findet, darf sie behalten, ich habe reichlich davon.

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#22 von FEINDFLIEGER , 13.10.2011 17:12

Nee - nur die Papiertüten,in denen sie eingepackt waren,waren bunter... (und damit besser) Mir wird heute noch ganz warm ums Herz...


Wenn ich groß bin gehe ich zur Volksarmee... :-D Внимание! Внимание!

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#23 von Paule , 13.10.2011 20:22

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavi...n:-Beutezug-Ost

Dieser Bericht passt vielleicht zum Thema. Das ist schon noch ein Unterschied zu Griechenland. Sogar für alle verständlich, auch für reporter, is mit Bilders.

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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#24 von Buhli , 13.10.2011 20:25

Zitat BS: "vieles war politische Eitelkeit (z. B. Produktion von Mikro-Elektronik um jeden Preis zu einer Zeit, wo man Bauteile aus Fernost zu Kleinbetraegen kaufen konnte - aber Erich wollte SEINEN Chip...)..." Der andere vorherigeText haut ja halbwegs hin. Aber Mikroelektronik geht daneben. Das Hightech Artikel einem Boykott der USA unerlagen wußtest Du wohl nicht? Das selbe galt für jegliche hochwertige Stahlerzeugnisse. Soviel zur ach so freien BRD. Eisenhüttenstadt ist ein Produkt des Boykottes. Diese Milliarden hätte man sich sicher sparen können.
In diesem Forum sind schon oft genug Unternehmen genannt worden, die es dank ihres Selbstbewusstseins ohne die "Berater" aus dem Westen in die Marktwirtschaft geschafft haben. Es sind nicht viele. Manche sahen so aus wie es die Bilder zeigen. Diese Firma muß die Wende verpennt haben. Ein großer Teil hat entweder auf die "Berater" gehört oder die Treuhand hat Hand angelegt. Ein guter Teil ist durch Westinvestoren wieder ganz gut dabei. Sogar mit alten Produktionslinien. Pro7 gab mal eine Reportage dazu. Ich hab vielleicht geäugt. Unser Reporter hat mit seinem Tunnelblick natürlich für so was keinen Sinn.

Zitat Kehrwoche: "Wie?? Man hätte die DDR-Betriebe weiter rumwursteln lassen sollen ohne finanzielle Unterstützung und abwarten, welche es aus eigener Kraft schaffen." Oben dazu die Antwort. Warum ohne finanzielle Unterstützung? Die Nachbarländer Polen, CSR, Slowakei und Ungarn hat man doch auch warten lassen. Deren Wirtschaft war nun wirklich weiter am Boden als die der DDR. Das Ergebnis der Geduld mit den Ländern kann sich sehen lassen. Das BIP ist höher als das der Ostländer unserer Republik. Wobei ich mir bei den Ungarn nicht ganz so sicher bin. Dort lag es letztes Jahr noch unter dem von 1989. Das da die "Berater" einen riesigen Anteil daran haben, ist mittlerweile unbestritten.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#25 von Weinböhlaer , 13.10.2011 20:41

Zitat von Buhli
. Unser Reporter hat mit seinem Tunnelblick natürlich für so was keinen Sinn.




....der Film " Beutezug........", ist bestimmt von den Ewiggestrigen eingeschleust worden ,
mit dem Ziel uns arme Bundesbürger zu verdummen.


Jene, die ihre Schwerter zu Pflugschare schmiedeten,
pflügen nun für die, die ihre Schwerter behielten.

 
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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#26 von Buhli , 13.10.2011 20:43

Aber sicher. Bestimmt vom Regime verfolgte.



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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#27 von reporter , 13.10.2011 23:03

Natürlich versuchen sich dubiose Figuren der unterschiedlichsten Sorte etwas auf die Seite zu schaffen. Die SED-Nachfolger fallen mir da ein, wo der deutsche Staat heute noch dem Geld in Österreich zum Beispiel hinterher ist.

http://www.welt.de/die-welt/politik/arti...-Millionen.html

Auch Ganoven aus dem Westen haben sich bereichert.

Das ändert nichts daran, daß die VEB Wirtschaft - cum grano salis - unverkäuflich war. Die hat 40 Jahre ohne Wettbewerb im eigenen Saft vor sich hingewirtschaftet, die eingesperrten Konsumenten und Verbraucher mußten sich fügen und das nehmen was es gab.

Und wenn jetzt die Platte kommt, Neckermann und Quelle haben mit Kußhand DDR Produkte genommen, so stimmt das ab Mitte der 80iger nicht mehr. Es wurden viele Ostzulieferer ausgemustert, weil sie international mit den aufkommenden Fernostanbietern nicht mehr mithalten konnten.

Mit dem Wegfall der Mauer konnte das Mauer-bedingte Lohngefüge im SED-Staat nicht mehr aufrecht erhalten werden, was die DDR in Mauerzeiten als Billiganbieter brauchte.

In Neusprech kann man sagen, die DDR Wirtschaft war nicht gut aufgestellt. Hinzu kommt der ungeheure Zeitdruck, die Ossis drohten in Massen in den Westen abzuwandern, wenn nicht die DM kommt. Das hatte zur Folge, daß in kürzester Zeit die VEBs an den Mann gebracht oder dicht gemacht werden mußten, schließlich konnte die Treuhand, wie das der Fall war, nicht nochmal jahrelang für jeden verkauften Trabbi den Verkaufspreis drauflegen.

Die Folge war, die VEB Belegschaft wurde für einen Übergangszeitraum in der Warteschleife mit "Kurzarbeit Null" von der Treuhand über Wasser gehalten.

StasiGeneral Kleine schrieb, der Industriesektor war völlig verschlissen und die LPG Gerätschaft hätte großteils nur Schrottwert, hinzu kommen riesige Personalbestände in den VEBs; der größte Teil wurde daher von der Treuhand angeboten wie sauer Bier, denn wer wollte sich solche Firmen aufladen.


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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#28 von FEINDFLIEGER , 13.10.2011 23:11

Ich hätte auch gern für eine "symbolische D-Mark" einen Betrieb übernommen...


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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#29 von BesserWessi0815 , 13.10.2011 23:16

FEINDFLIEGER, dann kauf Dir die Neue Heimat, ein ehemaliger gewerkschaftseigenes Immobilien-Imperium, etwas heruntergewirtschaftet - aber für eine Mark

Auch eine Bank, die HRE oder IKB gabs zum Spottpreis, jedoch in €...

Viel Spaß!


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
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RE: Professor Blum: Griechenland von der DDR lernen

#30 von FEINDFLIEGER , 13.10.2011 23:23

Ich sagte: "Betrieb"! Und ich meinte nicht solchen Schnick-Schnack... Und ich redete von einer Zeit - die ist über 20 Jahre her... Aber: Richtig! Wer hatte denn damals von uns "eine symbolische D-Mark"? Keiner...


Wenn ich groß bin gehe ich zur Volksarmee... :-D Внимание! Внимание!

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