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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#16 von Dresdner Pflanze , 18.11.2011 10:31

Das Thema heißt doch "alte Seilschaften". Dazu kann ich nur sagen, jeder dieser alten Genossen hat sich seine Position gesichert, dem nicht genug, sie haben ihre Pöstchen den Kindern weitervermittelt. Deshalb schrieb ich ja mal, dass man bei uns, wenn man keine Beziehung hat, auch keine Arbeit bekommt. Denn die "Altgenossen" verschieben die Arbeit unter all den Bekannten.
Auch treffen sich die alten "Parteiriegen" immer noch bei uns in einem Kaffee und dort wird über vergangene Zeiten getratscht und Erfahrungen ausgetauscht, wenn ich die schon reden höre......die haben doch mitgeholfen, dass die Treunhand alles verscherbelte.....


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#17 von Ilrak , 18.11.2011 10:42

Ist es schon eine Seilschaft , wenn man ausnutzt , daß auf diesen oder jenen Posten ein Ossi sitzt und dadurch vieles
wesentlich einfacher über die Bühne geht ? Da mache ich nämlich kräftig mit .


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#18 von Atze , 18.11.2011 10:49

Na Ilrak, zum Glück kennt Mäuselchen nicht Deinen Klarnamen. Sonst würde er sofort die Adenauer Stiftung bemühen, vermute ich mal ganz unvoreingenommen

Ich habe auch bemerkt, dass vieles leichter und unkomplizierter über die Bühne geht, wenn man von einander weiß, dass man aus dem "gleichen Stall" kommt.

Wenn ich bei Kunden bin, schaue ich mit einem Blick über das Bücherregal, sofern eines da ist und meist weiß ich dann schon, wessen geistiges Kind der Kunde ist. Man glaubt es kaum aber Bücher waren und sind bei den ehemaligen Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik, hoch im Kurs.
Und man kann auch sofort eine ordentliche Konversation beginnen. Das ist ja immer recht wichtig.

Gruß


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#19 von reporter , 18.11.2011 11:02

Zitat von Atze
Na Ilrak, zum Glück kennt Mäuselchen nicht Deinen Klarnamen. Sonst würde er sofort die Adenauer Stiftung bemühen, vermute ich mal ganz unvoreingenommen

..
Wenn ich bei Kunden bin, schaue ich mit einem Blick über das Bücherregal



Da mußt du was verwechseln. Die Adenauer Stiftung scheint dir ja besonders ans Herz gewachsen zu sein, Klarnamen spielen wohl bei der BSTU eine besondere Rolle. Die Adenauer Stiftung interessieren Klarnamen höchstens, wenn von Interesse für die Allgmeineheit. Die Stiftung hat da diesselben Interessen wie jedes andere Publikationsorgan.

Wie ich mal gelesen habe, wollen die Opfer gern häufig auch den Klarnamen eines auf sie angesetzten Spitzels wissen, was naturgemäß in gewissen Kreisen für Aufregung sorgt.

Der Blick ins Bücheregal ist sicherlich eine hilfreiche Praxis. Aber wenn du da die "Aula" vom Genossen Kant siehst brauchst du eigentlich keinen Klarnamen, der ist eh bekannt.


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#20 von Ilrak , 18.11.2011 11:04

Zitat von Atze
Na Ilrak, zum Glück kennt Mäuselchen nicht Deinen Klarnamen. Sonst würde er sofort die Adenauer Stiftung bemühen, vermute ich mal ganz unvoreingenommen



Gruß




Naja , eigentlich warte ich ja drauf , ausgewiesen zu werden . Denn von selbst gehen , nee , den Gefallen tu ich nicht .


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#21 von Dresdner Pflanze , 18.11.2011 12:08

ja Ilrak, irgendwie stimmt das, denn wo wir aus Ostdeutschland zusammen sind, z. B. in Bayern zum Stammtisch, geht es sehr unbefangen zu, wir haben wirklich noch Themen über die wir uns unterhalten können und wir halten zusammen, egal wo wir sind.

Aber trotzdem finde ich die alten Seilschaften nicht unbedingt gut an ihrem heutigen Platz, den sie sich zugeschanzt haben.


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#22 von BautznerSenf , 18.11.2011 13:56

Hallo!

"Seilschaften" sind etwas natuerliches. Der Mensch ist nun einmal ein "Herdentier".
Und wenn er andere Menschen sucht, dann besser solche, die ihm gleich (und damit vertraut) sind als solche, die ihm fremd sind.

Und deshalb bilden gemeinsame Hobbies, gemeinsame Herkunft oder gemeinsames Erleben eine gute Basis.

Gemeinsames Erleben wiederum kann "das Aufwachsen in der DDR", die "Dienstzeit in der NVA bzw. BW" oder eben auch eine gemeinsame Ausbildung/Arbeit sein - man kennt sich, man vertraut sich.

Aussenstehende diffamieren das dann als Seilschaft, verkennen aber, dass sie selbt in ihrem Leben auch zu vielen Gruppen (in denen man sich gegenseitig hilft) gehoeren.

Und dass man einander hilft, wenn man einander kennt (und schaetzt) sollte doch wohl selbstverstaendlich sein, oder?

FAZIT: kann man alles so und so sehen.

Gruss vom

B. S.


Besten Gruss

BautznerSenf

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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#23 von Ilrak , 18.11.2011 15:03

Genau .


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#24 von Kehrwoche , 18.11.2011 16:52

Zitat von BautznerSenf
"Seilschaften" sind etwas natuerliches. Der Mensch ist nun einmal ein "Herdentier".
Aussenstehende diffamieren das dann als Seilschaft, verkennen aber, dass sie selbt in ihrem Leben auch zu vielen Gruppen

Ich würde sagen, du hast das Thema verfehlt. Hier geht es nicht um Beziehungen, die uns im alltäglichen Leben weiterhelfen, sondern um eine Verbrecherclique, die sich mit mafiaähnlichen Methoden große Teile des ehemaligen Volksvermögens unter den Nagel gerissen hat. Es geht um Verbrechen!
Deshalb wurde 1991 extra die Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität ins Leben gerufen, die sich u.a. beschäftigte mit:

-- Untreue/Unterschlagung des KoKo-Vermögens;
-- Waffenhandel in Verbindung mit KoKo-Firmen;
-- Erpressung und Nötigung von DDR-Bürgern zu Grundstücksverkäufen in Verbindung mit angestrebter Ausreise;
-- Untreue/Unterschlagung von Vermögen der NVA, des MfS, der Parteien und Massenorganisationen;
-- Unterschlagung von Finanzmitteln des Bundes, die für den Abzug der GUS-Truppen bereitgestellt worden waren
-- Betrug in Verbindung mit der Währungsunion (geschätzter Schaden 20 Mrd. DM)


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#25 von Dresdner Pflanze , 18.11.2011 19:27

also hier muss ich Kehrwoche einmal Recht geben, auch die Leute, die ich meinte,.. sind die jenigen, die im Parteiapparat dieses Betriebes umtriebig waren, die Menschen schikaniert hat, die abgelehnt hat, wenn einer zu Besuch in die BRD wollte, z. B. wenn ein Elternteil verstorben ist, oder wenn ein Kind geheiratet hat. Diese Leute sind allen noch gut im Gedächtnis.

Das Gemeinsame Erleben und Austauschen untereinander das hat nichts mit den "Seilschaften zu tun", die haben sich auch an vielem bereichert, was zu holen war, die haben sich sdoch alles untereinander zugeschoben.

Ich will es nicht behaupten, aber sicherlich haben sie sich auch an den Häusern der Ausgereisten gütlich getan.


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#26 von Buhli , 18.11.2011 22:08

Zitat D.P.:"die haben sich auch an vielem bereichert, was zu holen war, die haben sich sdoch alles untereinander zugeschoben." Im Buch "Die korrupte Republik" von Hans Martin Tillak kannst Du lesen was da ablief. In ganz Germanien. Nur müßte der andere Thread gleich mit eingebunden werden. Stell dir vor diese Seilschaften wären von den Westseilschaften abgelöst worden. Was die fabriziert haben, stellt das der Ostseilschaften in einen richtig tiefen Schatten. Der ganze Ostseestrand bis auf wenige Außnahmen, die uns sicher Reporter präsentieren wird, incl. Landräte, gibt jede Menge Beispiele ab. Dabei ist Seilschaft ja ein positiv besetzter Begriff. Kommt aus der Bergsteigerei.



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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#27 von reporter , 19.11.2011 00:16

Zitat von Kehrwoche

Deshalb wurde 1991 extra die Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität ins Leben gerufen, die sich u.a. beschäftigte mit:

-- Untreue/Unterschlagung des KoKo-Vermögens;
-- Waffenhandel in Verbindung mit KoKo-Firmen;
-- Erpressung und Nötigung von DDR-Bürgern zu Grundstücksverkäufen in Verbindung mit angestrebter Ausreise;
-- Untreue/Unterschlagung von Vermögen der NVA, des MfS, der Parteien und Massenorganisationen;
-- Unterschlagung von Finanzmitteln des Bundes, die für den Abzug der GUS-Truppen bereitgestellt worden waren
-- Betrug in Verbindung mit der Währungsunion (geschätzter Schaden 20 Mrd. DM)




Die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (UKPV) war von Anfang viel zu schwachbrüstig mit materiellen und personellen Mitteln ausgerüset.

Man hat völlig unterschätzt, mit welcher kriminellen Energei sich die Seilschaften aus SED und bewaffneten Organen Volksvermögen unter den Nagel gerissen haben. Auch war wohl die Kommission mit unzureichenden Befugnissen gegenüber diesem kriminellen Milieu ausgestattet.

Bei der Aufklärung um verschwundenes SED-Vermögen haben die Genossen Gysi und Bisky die Aussage vor der UKPV verweigert.

In Liechtenstein vermuten Experten noch versunkene Millionen der DDR-Staatspartei SED.

Nach Auffassung von Christian Hammerstein, ehemals Vorsitzender der UKPV, könnten die geheimen Lichtenstein-Daten über deutsche Steuersünder weitere Erkenntnisse bringen.
Alleine über die Österreichischen Kommunistischen Partei haben es die Seilschaften geschafft, 128 Millionen Euro auf die Seite zu schaffen, die seither verschwunden sind.

http://www.stern.de/politik/deutschland/...gen-613005.html


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#28 von Buhli , 19.11.2011 19:36

Bei der Aufklärung um verschwundenes SED-Vermögen haben die Genossen Gysi und Bisky die Aussage vor der UKPV verweigert.

Gilt das etwa als Vorwurf? Sicher nur als wertungsfreier Fakt, oder waren die damals zur Aussage verpflichtet? War da nicht mal was mit ner Parteispendenaffaire vor einem Untersuchungsausschuß? Da soll auch jemand die Aussage verweigert haben, obwohl er zur Aussage verpflichtet war.



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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#29 von Ilrak , 20.11.2011 10:26

Aber , aber , Buhli , da ging es doch um das Versprechen eines Ehrenmannes .


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RE: Seilschaften - Das Netz der alten Genossen

#30 von reporter , 20.11.2011 10:31

Zitat von Ilrak
Aber , aber , Buhli , da ging es doch um das Versprechen eines Ehrenmannes .



Es wurde dem 'Ehrenmann' zu keinem Zeitpunkt unterstellt, er ergaunert sich damit ein Anwesen in Berlin-Mahlsdorf für sich persönlich, wie das etwa beim Schakal der Fall war.

Dieser dreiste abgetauchte SED-Kriminelle und Millionenbetrüger hatte doch noch die Stirn, gegen die Rückgabe des ergaunerten Grundstücks, selbstverständlich in Abwesenheit, zu klagen.

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/we...90,9888196.html

Beiläufig geht aus diesem Zeitungsbeitrag hervor, wie es halt so im Spitzel-Staat zuging. Auch das Opfer war ein Spitzel. Man fragt sich manchmal, wer war eigentlich nicht in irgendeiner Art entweder bei der SED, der Stasi, den "bewaffneten Organen" oder Spitzel.

Vielleicht wäre die SED-Diktatur doch besser beraten gewesen, mal Wahlen zuzulassen, mindestens zum Schluß hin, wo ein großer Teil derjenigen, die dagegen waren, entweder schon vorher bei den Millionen Getürmten war, oder freigekauft oder eingeknastet war.


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