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RE: Dreamteam Lafontaine/Honecker

#166 von queeny , 27.08.2012 10:48

Klar doch Paule! Ein Mensch, der wahrscheinlich sehr einsam ist.

Im Fernsehen laufen jetzt wieder Sendungen, die sich mit der DDR - dem Unrechtsstaat, der Mauer, 1989 usw beschäftigen. Jedes Jahr die gleichen Filmchen. Ich kann das Thema nicht mehr hören geschweige denn ansehen.

Da stellen sich Westjournalisten hin und lassen kein gutes Haar an Staat und Volk. Ich sah z. B. wie VOPOS mit DDR-Bürgern umgingen. Mir kamen Bilder in den Sinn aus heutigen Zeiten, wie heute die Polizei mit Menschen umspringt. Einen Unterschied sehe ich nicht. Die DDR war in vielen Dingen nicht tolerant. Die heutige BRD ist in vielen Dingen nicht tolerant, außer wenn sich die sogennten Volksvertreter die Diäten erhöhen. Von finanziellen Dingen staatlicher Art verstehe ich kaum etwas. Die DDR war pleite wird immer gesagt. Wer weiß es wirklich. Ich lese immer nur irgendwelche imaginären Zahlen. Die alte BRD hatte auch immense Schulden und auch heute sind sie überdimensional hoch.

Ist es nicht hier auch bald so, dass sich jeder überlegen sollte, was er offen im Internet schreiben kann und was nicht? Überall auf der Welt laufen Bestrebungen, dass man das Internet beschneiden muss. Initiiert von Politikern, die ihre Felle schwimmen sehen. Auch wenn es die DDR heute nicht mehr gibt, so gibt es weiterhin Verbote und Zwänge und wer es bis jetzt noch nicht kapiert hat: Wir sind auf bestem Wegen ins neue Orwellsche Zeitalter. Ein anderes Wort dafür ist "DIKTATUR", aber nicht die Diktatur des Proletariats.


Wenn Ihr Eure Augen nicht braucht um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen um zu weinen.

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RE: Dreamteam Lafontaine/Honecker

#167 von Buhli , 27.08.2012 11:17

Queeny, das die DDR nicht als "Vorbild" fuer einen Schuldenstaat herhalten kann, duerfte nun nach mehr als 20 Jahren bundesdeutscher Bildung, jedem DDR-Foerderschueler einleuchten. Da muss man nicht Wissenschaftler oder fra(e)nk(ischer) Reporter sein.


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RE: Dreamteam Lafontaine/Honecker

#168 von Atze , 27.08.2012 11:25

Ich hörte unlängst, weiß gar nicht wo, dass die gesamte DDR so viele Schulden hatte, wie heute allein die Hauptstadt dieses Landes, Berlin hat.
Das die Produktionsmittel in der DDR marode waren und es keine Bananen gab, ist zwar kein Ruhmesblatt aber was ist denn dann ein Ruhmesblatt für unseren heutigen Staat?

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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#169 von Atze , 27.08.2012 11:29

Was Du Mäuselchen, so alles weist.

Ich habe am eigenen Leibe erfahren, dass ich als verheirateter Offizier mit einem Kind, drei Jahre auf eine Wohnung gewartet habe, auf der Insel Rügen.
Und über das Gehalt eines Berufssoldaten brauchen wir doch nicht zu streiten, wenn Du nicht einsehen willst, dass die Arbeitszeitbelastung, bei einem Berufssoldaten ungleich höher war, als bei einem zivilen Bürger dieses Staates. Alles andere ist doch Dein angelesenes Wissen von de Adenauer Stiftung, die doch nun echt keine Ahnung hat. Komprende Mäuselchen?

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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#170 von Daneel , 27.08.2012 12:18

Also nur 3 Jahre warten auf eine Wohnung auf Rügen? Ich als Bürojobber der Neptunwerft, kam selbst mit dem Konservieren als nebenjob zur Planerfüllung nicht auf dein Gehalt. Natürlich waren NVA-Offiziere privilegiert. Und erzähle mir nichts von Arbeitsbelastung, auch in anderen Branchen gabs es eine hohe Belastung, die nichts mit 40-Stunden-Woche-Abbummeln zu tun hatte.

 
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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#171 von andersdenker , 27.08.2012 12:36

Zitat von Daneel im Beitrag #
Also nur 3 Jahre warten auf eine Wohnung auf Rügen? ...


Bei der Betrachtung der Wohnungsfrage sollte man einige Besonderheiten beachten:

1. JA, es gab eigene Wohnungskontingente für Berufssoldaten der NVA (auch für Berufskader anderer Ministerien und zum Teil für einige Betriebe der Schwerpunktindustrie an ausgewählten Standorten war das so).

2. Der "Dienstherr" wollte den Umzug - nicht der Soldat .... Sicherlich hat man sich aus verschiedenen Gründen für die Soldatenlaufbahn entschieden und musste damit rechnen, an den Standort versetzt zu werden, an dem man mit seinen Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen gebraucht wird. Aber da sehe ich dennoch eine gewisse Fürsorgepflicht des Dienstherren gegenüber dem "Reisekader" - bei der Bundeswehr übrigens ebenso ... da gab es auch Versetzungen mit längeren Wartezeiten bis zur "Familienzusammenführung".

3. Die Wohnungen für Berufssoldaten waren normal ausgestattet, hatten aber durch die zusätzlich installierte Alarmierungstechnik (die es für Bundeswehrangehörige im Wohnbereich NICHT gibt) keinen großen Reiz für die Zivilbevölkerung. So trafen sich also die Männer nicht nur während des Dienstes sondern auch nach dem Dienst ohne große Ausweichmöglichkeiten.


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#172 von Atze , 27.08.2012 12:37

Da kannste mal sehen Dannel, dass wir vermutlich aus dem gleichen Betrieb kommen. Ich habe seinerzeit, in der Neptunwerft, Schiffbauer (Maschinen- und Anlagenmonteur - Spezialisierung Stahlschiffbau) gelernt.
Und daher weiß ich auch, da ich vor der Armeezeit noch drei Monate als Schiffbauer auf der Helling war, dass ich eben als Jungfacharbeiter mit Abi, 750 Mark verdient habe. Also das Gleiche, wie ein Leutnant bis 1978. Aber als Schiffbauer habe ich meine 8 Stunden gemacht und bin nach Hause zu Muttern und Vatern gegangen. Als junger Leutnant habe ich fast doppelt soviel gearbeitet aber lange nicht doppelt so viel verdient.
Und zu schreiben, "natürlich waren NVA-Offiziere priviligiert" ohne zu erklären warum, ist das Gleiche, als ob ich behaupten würde, "der Mond ist lila". Insofern erzähle ich Dir weiter, was richtig ist und von dem Du vermutlich keine Ahnung hast, ohne Dir zu nahe treten zu wollen.

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RE: Dreamteam Lafontaine/Honecker

#173 von Buhli , 27.08.2012 14:02

Atze, darauf wird sicher in naher Zukunft unser fra(e)nk(ischer) Reporter antworten. Vielleicht hat Joe auch was im Aermel.
frank schimpft zwar auf die "Nachfolger", uebernimmt aber skrupellos deren Know how.


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#174 von Buhli , 27.08.2012 14:29

Andersdenker, Wohnungskontigente sind mir aus der Dresdner Gardine und dem Baukombinat D ebenfalls bekannt. Jedoch nur fuer die jeweiligen Fuehrungsetagen. Alle anderen mussten ihre Wartezeit im AWH ueberbruecken. Ende der 80er wurden selbst die "reservierten" MdI, NVA und MfS Wohnungen in DD Jaegerpark-Radeburger Str. fuer die Oeffentlichkeit "geoeffnet". Die Begeisterung hielt sich allerdings schon wegen der Alarmaustattung, sehr in Grenzen. Diese Info wird sich bestummt in der A. Stiftung finden. Frank wird da sicher fuendig. Ich hab das damals life miterlebt. Also muss es dazu Infos geben. Wie sind denn Offiziere von BW Kasernen untergebracht? Die haben si her Asylbewerberniveau. Priviligegiert ging ja nur im Honniland.


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#175 von Daneel , 27.08.2012 14:51

Atze, schön für dich, schon als Jungfacharbeiter soviel Geld verdient zu haben, da ich Angestellter war, hatte ich natürlich weit weniger verdient, dazu kam noch dass ich als ungelernter Programmierer unterwegs war, DV-FA oder IT-Stdium durfte ich ja nicht , wegen Westverwandtschaft, aber arbeiten nachher schon, ein Facharbeiterabschluß eines anderen Berufes zählte da wenig, schizophrene Gesellschaft damals.

Hier mein lila Mond, den ich erlebte, von Leuten, deren Eltern bei der NVA, dem MfS, oder Mitschülern, Freunden, die diese Richtung einschlugen:
Zu den Privilegien gehörten, auch wenn du es immer wieder bestreitest und mit Scheinargumentation von Arbeitszeit wegschieben willst, die überdurchschnittlich gute Bezahlung. Ich habe auch Samstags immer etwas dazuverdient, kam aber selbst damit nicht an deinen Jungfacharbeiterlohn heran. Die überdurchschnittlich gute Wohnungsversorgung gab es für NVA-Offiziere, die gute Versorgung mit Urlaubsplätze im in- und Ausland, die Kinder von Offizieren waren alle mal am Schwarzen Meer gewesen, soweit ich mich erinnern kann. Ich durfte ab 1988 nicht mehr mal ins benachbarte sozialistische Ausland. (CSSR, Ungarn) Die Waren des täglichen Bedarfs landeten besonders bevorzugt in NVA-Versorgungsstätten. Autos, insbesondere Fiat-Lizenzen (Lada, Shiguli, Polski-Fiat)waren gerade bei diesen Kreisen sehr beliebt und für diese auch zu erhalten. Irgendeinen offiziellen Handwerker konnten, die auch immer schneller ordern, während der Normalbürger Glück hatte, wenns mal einer nach Feierabend machte. ...

Im nachhinein möchte ich mit ihnen nicht tauschen wollen, weil ich doch auch einige gescheiterte Existenzen erlebt haben, die mit der Wende nicht klar gekommen sind, gerade auf Grund ihrer Überzeugung.

 
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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#176 von Atze , 27.08.2012 16:05

Lieber Daneel, es tut mir leid, wenn Du so wenig verdient hast. Was soll ich dazu sagen? Was Dein Studium angeht, kann ich auch nichts sagen. Frau Merkel als Pfarrerstochter hat in der DDR studiert genauso wie der Bruder von Gauck, obwohl die Eltern Nazis waren. So unterschiedlich war das eben.
Ich war 16 Jahre Angehöriger der NVA. Ich hatte einmal einen Urlaubsplatz in Weiters Glashütte. Nichts mit Schwarzes Meer und so. Und auf meinen Trabi habe ich 14 Jahre gewartet. Und meinen Freunden und Kameraden ging das nicht anders.

Nochmal einen Satz zu den Wohnungen. Wenn man eine bestimmte Dienststellung erreicht hatte, dann bekam man durchaus schneller eine Wohnung. Das hatte aber dann auch was mit der"Ständigen Gefechtsbereitschaft" zu tun.
Wenn ein Kommandeur gerade Zuhause ist, 500 km entfernt von seinem Truppenteil und es wird eine Stufe der Gefechtsbereitschaft befohlen oder es gibt ein Vorkommnis, dann kann es nicht sein, dass sich dieser Kommandeur in seinen Trabi oder Wartburg setzt und erstmal fünf bis sieben Stunden unterwegs ist. Also wurde versucht, ab einer bestimmten Kommandohöhe, die Offiziere oder auch andere wichtige Angehörige des Truppenteils, in "Schlagweite" zu haben. Das war vermutlich, ohne das abwertend zu meinen, bei einem Schweißer oder einem Ingenieur, der auf dem Schlagboden der Werft arbeitete, nicht ganz so wichtig.

Trennung

In der Bundeswehr gibt es, so wie es einst in der NVA war, auch Ledigenwohnheime. An jedem Standort der BW gibt es Dienstwohnungen. Auch hier werden Dienstwohnungen nicht an Gefreiten X, Y vergeben sondern an Militärangehörige, die zwingend benötigt werden oder einen bestimmten Dienstgrad haben. Organisiert wird das über das Dienstleistungszentrum der Bundeswehr oder durch die StOV (Standortverwaltung).
Ansonsten erhält der Berufssoldat der Bundeswehr, ein unvergleichlich höheren, monatlichen Salär, gegenüber dem NVA-Angehörigen im gleichen Dienstgrad und gleicher Dienststellung und ist dadurch natürlich viel besser in der Lage, sich auf dem freien Markt eine Wohnung zu suchen. Auf dem freien Markt konnte der Angehörige der NVA, fast gar nichts finden, weil dies staatlich gelenkt war und der Nachfrager immer an die Wohnungsverwaltung seines Truppenteils verwiesen wurde. Sollte jedoch die Ehefrau des NVA-Angehörigen ebenfalls einen Beruf haben, der für die Region wichtig war, z.B. medizinisches Personal oder Lehrerin, so war es durchaus möglich, das über diese Schiene schneller eine Wohnung gefunden wurde. Ansonsten hatte auch nur der verheiratete Berufssoldat der NVA Anspruch auf eine Wohnung. Das bedeutet, der Unverheiratete schlief teilweise über viele, viele Jahre im kasernierten "Bullenkloster"

Gruß


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#177 von Buhli , 27.08.2012 16:31

Zit. Atze: "Das bedeutet, der Unverheiratete schlief teilweise über viele, viele Jahre im kasernierten "Bullenkloster"." Der Begriff ist mir zwar noch nicht ueber den Weg gelaufen, aber da Du das ansprichst, kommt mir das auch in der BEPO DD sehr bekannt vor. Die Jungs hatten da einen separaten Eingang. Die Quartiere befanden sich ueber dem kaum genutzten Kasino. In der Ohs Neulaender Str. gab es das auch. Meine Aufenthaltsdauer war mit je 9 Monaten, etwas kuerzer. Hab es "nur" bis zum Schnuersenkelgefreiten gebracht. Bei der Befoerderung wurde nur ein Ring in Schnuersenkelbreite auf das Schulterstueck geschoben.


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#178 von frank , 27.08.2012 17:30

Die überdurchschnittliche Bezahlung bei den 'Sicherheitsorganen' ist Fakt, hier im Forum auch schon mal durch einen Link auf eine Dissertation belegt, und ob jeden Tag ein SED-Offizier völlig ausgepowert nach Hause kam, darf auch bezweifelt werden.

Ob für Stasi oder NVA, da wurde mit Personal nicht gespart. Völlig überbesetzte Strukturen, wo sich die Leute gegenseitig auf die Zehen traten, waren die Folge.
In der NVA waren vergleichsweise drei mal so viele Offiziere als in der Bundeswehr beschäftigt respektive habe sich mit irgendetwas beschäftigt.

Ein anderer Aspekt ist das faktische Günstlingsgewirtschafte, daß stattfand und wofür es eigentlich keine Rechtsgrundlage gab. Ich hatte den Chemie-Doktor von Berlin-Chemie erwähnt, der das Zettelfalten nicht mitmachen wollte. Der Sohn eines SED-Offiziers mit schlechteren Noten bekam einen Studienplatz, die Eltern waren 'gesellschaftlich wertvoll'. Die Tochter des Chemikers mit besseren Noten durfte sich in der Produktion bewähren.


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#179 von Atze , 27.08.2012 17:54

Mäuselchen, anhand von konkreten Beispielen läßt sich viel oder gar nichts beweisen.
Keiner kann es sinnvoll nachprüfen, bestätigen oder bestreiten.

Nun hört mal mit dieser Überbezahlung auf. Das ist so dumm wie es falsch ist. Wie viele Rechnungen muss man noch anstellen um selbst dem letzten Ungläubigen die Wahrheit mit der Pinzette, einzuträufeln.
Das es ganz sicher auch Berufssoldaten in der NVA gab, die sich nicht jeden Tag 100 %-ig verausgabt haben, ist doch wohl klar. Aber frag mal einen Offizier im Truppendienst. Der wird Dir schon bescheid stoßen, wie lang sein Arbeitstag war, vor allem dann, wenn er bis in der Regimentsebene tätig war. Da ging der Arbeitatg mindestens von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr. In der Kompanie meist sogar noch früher und noch länger. Jedenfalls war das so, als ich noch Zugführer und Kompaniechef war - und das hat nichts damit zu tun, dass ich Fallschirmjäger war. Das war in einem Motschützen oder Panzerregiment nicht anders.

Trennung

Es bestreitet niemand, dass die Armeen des Warschauer Vertrages, "offzierslastig" waren. Das war in der NVA also auch so.
Der Status eines Berufsunteroffiziers war in der NVA und auch in der Bevölkerung, gerade in der unteren Gruppe der Berusunteroffiziere, nicht der Beste. Es fehlte an gestandenen Feldwebeln, Oberfeld oder Stabsfeldwebeln. Waren diese Männer in diese Dienstgrade aufgestiegen, waren sie meistens Vollprofis und verschwanden auf irgendwelchen Posten innerhalb der Stäbe der Bataillone und des Regimentes. In der BW sind diese Männer Zugführer und dabei sogar sehr Gute. Allein schon die menschliche Reife und die militärische Erfahrung, eines 30 jährigen Oberfeldwebels, ist dem 22 jährigen, unerfahrenen Leutnant vorzuziehen. Aber das konnte keiner der hier Schreibenden ändern. Unsere jungen Leutnants hatten zwar alle ein abgeschlossenes, militärisches Studium, dass ersetzt aber nicht die Abgeklärtheit und das menschliche Vermögen eines älteren Kameraden. Da schließe ich mich als junger Leutnant gar nicht aus. Ich war auch ein zwar flotter, militärisch und sportliches Bürschen, aber was wollte ich dem 26-jährigen Familienvater von drei Kindern denn erzählen, wenn es Probleme Zuhause gab? Das war blöd bei uns. Aber es war halt dem Einfluss der Sowjetarmee geschuldet.

Gruß


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RE: Wohin steuert die Bundeswehr ?

#180 von frank , 28.08.2012 09:06

Zitat von Atze im Beitrag #
Unsere jungen Leutnants hatten zwar alle ein abgeschlossenes, militärisches Studium



Gottchen ja, was man so alles studierte. Der Oberwächter, Baumgarten, hat sogar in Moskau die Frunse besucht. Denn schließlich muß man das richtig machen, wenn man unbewaffnete Zivilisten an der DL umlegt, damit sie 'hierbleiben', wie Genosse Mielke das formuliert hat.


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