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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#46 von reporter , 22.01.2012 21:51

Karsten Dümmel

Karteikarten ca. 40.000.000
F 16 Klarnamendatei ca. 5.100.000
F 22 Vorgangskartei ca. 1.100.000
Akten ca. 180.000 m
Bezirksverwaltung (BV) 15
Kreisdienststellen (KD) 209
Objektdienststellen 7
Hauptamtliche Mitarbeiter (HM) ca. 91.000
Offiziere im besonderen Einsatz (OibE) noch nicht ermittelt
Inoffizielle Mitarbeiter (IM) ca. 174.200
Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit (GMS) ca. 33.000
Kinder und Jugendliche, die als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) zwischen ihrem 13. und 21. Lebensjahr tätig waren. ca. 13.000 –
17.500
Operative Ausgangsmaterialien (OAM) jährlich ca. 8.000
Operative Personenkontrollen (OPK) jährlich ca. 8.000
Operative Vorgänge (OV) jährlich ca. 5.000

http://www.kas.de/wf/doc/kas_334-544-1-30.pdf


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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#47 von andersdenker , 22.01.2012 23:07

Bezüglich der "Datensammelwut" und Aufklärungsenergie einiger Unentwegter sagte mal ein HOLLÄNDISCHER Anwalt (den es zugegebenermassen nicht persönlich betroffen hat) .... Die Deutschen sind ein komisches Volk - Mord verjährt nie, ist auch richtig so - alle übrigen Vergehen und Verbrechen haben Verjährungsfristen von 3 bis 15 Jahren ... aber der Aufwand, der nach über 20 Jahren immer noch bezüglich der Stasi gemacht wird, der ist rational nicht erklärbar....

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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#48 von Kehrwoche , 22.01.2012 23:25

Es gibt auch Menschen, die meinen, Kinderschänder seien resozialisierbar.
Was sagt das schon??


Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.
Konrad Lorenz

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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#49 von reporter , 22.01.2012 23:36

Zitat von andersdenker
Bezüglich der "Datensammelwut" und Aufklärungsenergie einiger Unentwegter sagte mal ein HOLLÄNDISCHER Anwalt (den es zugegebenermassen nicht persönlich betroffen hat) .... Die Deutschen sind ein komisches Volk - Mord verjährt nie, ist auch richtig so - alle übrigen Vergehen und Verbrechen haben Verjährungsfristen von 3 bis 15 Jahren ... aber der Aufwand, der nach über 20 Jahren immer noch bezüglich der Stasi gemacht wird, der ist rational nicht erklärbar....



Ja, nach BStU Angaben ist die Anfrage weiter hoch. Selbst 20 Jahre nach Untergang der Diktatur. Die 'Sammelwut' kam wohl eher in den 40 Millionen Karteikarten, den 180 km Akten und den fünf Millionen 'Klarnamen', die die Spitzel-Krake des SED-Staats gesammelt hat, zum Ausdruck. Aber da schwadroniert so eine ehemalige Stütze des Systems locker 'drüber hinweg und hat 'Erklärungsschwierigkeiten'.

Manche hatten Angst, oder eine dunkle Ahnung, war der gute Mensch von nebenan auch Spitzel, ein Doppelgesicht? Und sie dachten sich, lieber keinen Antrag. Denn es haben Lehrer Jugendliche und Jugendliche Lehrer bespitzelt. Manches Eheteil wurden vom anderen Eheteil bespitzelt. Offensichtlich scheint dieses Motiv der Angst jetzt keine so große Rolle mehr zu spielen. Die Fragen kommen jetzt auch von den Jüngeren an die Älteren, für die Nazi-Diktatur kam auch erst Ende der 60iger das große Nachfragen.

Wo hier gerade ein strammer Boiler der SED-Armee nach rationalen Erklärungen ringt, interessant wäre vielleicht die rationale Erklärung, ab welchem Dienstgrad genau ein Boiler der Stasi zuliefern mußte, wie also die Zulieferung geregelt wurde, und auf welcher gesetzlichen Grundlagen das beruhte.

Denn dass dieser Zwang zur Zulieferung bestand, wurde schon zur Wende von General von Kirchbach kommuniziert, die zunächst die Aufgabe hatte, die Verhältnisse am NVA Standort Eggesin neu zu regeln.


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zuletzt bearbeitet 23.01.2012 | Top

RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#50 von andersdenker , 23.01.2012 01:03

Zitat von reporter
..........

Wo hier gerade ein strammer Boiler der SED-Armee nach rationalen Erklärungen ringt,.......



Ich bin nicht so hundert-prozentig sicher, ob holländische Staatsbürger, die heutzutage als Anwalt tätig sind, früher stramme Heißwasserbereiter der "SED-Armee" gewesen sein könnten - möglicherweise sollte ich mal lernen, mit der Zitatfunktion richtig umzugehen ......

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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#51 von Schlawine , 23.01.2012 07:28

Zitat von Paule

Zitat von Schlawine
Die wussten damals ganz genau mit wem ich wo gewesen bin und was ich dort gemacht habe.

Echt? Wie bist Du darauf gekommen, gab es über Dich eine Akte?



----------

Ich durfte mich mit den Herren mal zwangsweise "unterhalten" und war überrascht wie gut die über meine Urlaubsaktivitäten informiert waren.
Wenn sie mir nicht den ganzen Tag hinterher gelaufen sind dann müssen sie ihre Infos aus meinem direkten Umfeld gehabt haben.
Darum habe ich nach der Wende auch nie nach meiner Akte gefragt. Ich möchte nicht wissen welchen "Freund" ich damals völlig falsch eingeschätzt hatte. Inzwischen ist das "Schnee von gestern" aber dieses flaue Gefühl im Magen und die Angst die in mir hoch kroch werde ich nie vergessen.

Zitat von Björn
Wieso wahrhaben? Ich weiß schon, daß es eine Menge offizieller und inoffizieller Mitarbeiter gab, aber es war weder bei mir noch im Familien- und Freundeskreis so, daß man ständig und überall von ihnen überwacht wurde und keinerlei Privatsphäre hatte (wie es oft weisgemacht werden soll) oder man sich ständig nach verdächtigen Mitarbeitern umsehen mußte.
.


------------------

Woher willst du das wissen ?
Meinst du vielleicht dass die sich nach der Wende freiwillig alle geoutet hätten ?
Du kannst es nicht wissen und du willst es wahrscheinlich auch gar nicht wissen. Das kann ich sogar verstehen denn es würde sowieso nichts mehr ändern und wozu unter altem Dreck suchen ?


Schlawine
--------------------------

„Nichts spornt mich mehr an als die drei Worte: Das geht nicht. Wenn ich das höre, tue ich alles, um das Unmögliche möglich zu machen.“
Harald Zindler, dt. Umweltaktivist, 1981 Mitbegründer Greenpeace Deutschland

 
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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#52 von reporter , 23.01.2012 08:56

Zitat von andersdenker

Ich bin nicht so hundert-prozentig sicher, ob holländische Staatsbürger, die heutzutage als Anwalt tätig sind, früher stramme Heißwasserbereiter der "SED-Armee" gewesen sein könnten - möglicherweise sollte ich mal lernen, mit der Zitatfunktion richtig umzugehen ......




Wie immer, unsauber dein Gerede. Ich nehme an, das habt ihr Boiler in den Kursen "Wie seife ich den Sprutzen ein" so gelernt.

Mit der Formulierung

"Bezüglich der "Datensammelwut" und Aufklärungsenergie einiger Unentwegter sagte mal ein HOLLÄNDISCHER Anwalt"

suggerierst du zunächst, als wäre die "Datensammelwut" nach der Wende aufgebrochen. Die Fortsetzung mit dem "Holländischen Anwalt" dient lediglich dazu, von deiner Verdrehungsgeschichte abzulenken.

Die Daten mußten nicht von "Unentwegten" gesammelt werden, gesammelt wurden sie in deinem Spitzel-Staat.


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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#53 von Atze , 23.01.2012 08:57

Hi Männers,

als ich im zweiten Studienjahr an der Offiziershochschule der Landstreitkräfte war, mußte ich auf Befehl, vor zum Block 1. Dort saßen, hinter einer Gittertür, die Kameraden von der Verwaltung 2000.
Nun fragte man mich, ob ich nicht hauptamtlicher Mitarbeiter des MfS werden möchte. Da schon einige meiner Studienkameraden danach befragt wurden, wußte ich also, was da auf mich zu kam. Ich bat mir seinerzeit Bedenkzeit aus, was auch ohne Probleme gewährt worden ist.

Nun hatte ich das Glück, dass einer meiner Nachbarn ein höherer Mitarbeiter der Staatssicherheit war. Den befragte ich beim nächsten VKU, was er wohl dazu meine. Er sagte zu mir, "... wenn Du mehr als Major werden willst, dann mache es nicht ..."So geschah es dann. Ich also wieder hinter die Gittertür und erklärte dem Herren dort, "... dass ich mal General werden wolle und ich deshalb das freundliche Angebot nicht annehmen könne ...". Der Herr schnappte sich die vor mir liegende Erklärung und ich durfte abrücken. Mir ist daraus nie ein Nachteil entstanden. Jedenfalls habe ich es nicht bemerkt allerdings bin ich auch keine General geworden

Ich kann durchaus verraten, dass ist kein Geheimnis, dass man ab einer bestimmten Stufe der Dienststellung (nicht des Dienstgrades) mit den Männern von der Verwaltung 2000 ganz automatisch zusammen gearbeitet hat. Kommandeure von selbständigen Kompanien oder Batterien arbeiteten genauso mit der Verwaltung 2000 zusammen, wie eben Kommandeure von Regimentern, Brigaden und höher.
Diese Zusammenarbeit war keine Wühltätigkeit gegen Soldaten sondern eher andersherum. Der Kommandeur wurde durch die Mitarbeiter der Verwaltung 2000 über unzulänglichkeiten in seiner Truppe informiert, bekam vor wichtigen Personalentscheidungen, notwendige Hinweise (da ging es nicht um die Beförderung von Hänschen Müller zum Gefreiten oder Paule zu Stabsfeldwebel) um Personal in sicherheitsrelevante Positionen zu schieben wie z.B. den Dechiffrierer oder den VS-Stellenleiter oder den Kommandeur eines Bataillons. Er erhielt aber auch Informationen von der Verwaltung 2000 über Unzulänglichkeiten in der Gefechtsbereitschaft oder andere abzustellende Zustände. Hier war der Mitarbeiter der verwaltung 2000 also ein Hilfe bei Entscheidungen.

Um z.B. zum Studium an einer Militärakademie zugelassen zu werden, mußten auch die Herren der Verwaltung 2000 ihren Beitrag über den Offizier schreiben. Der Kommandeur dieses Offiziers verteidigte dann die Kommandierung dieses Offiziers an die Akademie vor dem jeweiligen Divisionskommandeur oder Chef MB und verlas unter anderem auch den beitrag der Verwaltung 2000. Der zukünftige Offiziershörer war dabei anwesend. Daher weiß ich, was die Herren der Verwaltung 2000 über mich dachten.

Der Kommandeur hatte aber auch durchaus die Möglichkeit, den Mitarbeiter zur Zuarbeit zu bitten, wenn er etwas wissen mußte / wollte, das mit Einsatzbereitschaft und Gefechtsbereitschaft zu tun hatte.

Meine Erfahrung mit den Herren der Verwaltung 2000 waren eigentlich immer die Besten. Ich hatte zu meinem Mitarbeiter ein freundschaftliches Verhältnis. Ich fragte ihn auch mal, wieviele Soldaten so in jeder Komapnie Informationen liefern. Die Antwort war ein bißchen wage. Aber es waren wohl nicht mehr als einer oder zwei, je Kompanie, hörte ich raus.

Trennung

Eigentlich kann dieser Beitrag auch zur "NVA" verschoben werden, liebe Mods.

Dieser Beitrag ist nicht für Mauselinchen geschrieben und ich werde auch auf seine zu erwartenden Blödelein nicht antworten

Gruß


Sir W. Churchill

"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

 
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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#54 von reporter , 23.01.2012 09:27

"Verwaltung 2000", auch VNull genannt, war die NVA-interne Bezeichnung für die Stasi-Hauptabteilung I.

Da fragt man sich zunächst, wenn alles so legal und korrekt war, (die Rechtsgrundlage für dieses konspirative Gewirtschafte habe ich in dem Beitrag von Ätzchen übrigens nicht gelesen), warum hat man die Stasis in NVA-Uniformen gesteckt, warum wurden überall neue Namen erfunden, warum wurde getäuscht, getrickst und gelogen.
Der Klassenfeind, also die Nato, wird sicherlich davon nicht sehr beeindruckt gewesen sein.

Und bei der NVA hat es sich schnell herumgesprochen, daß als praktische Auswirkung dieser Spitzeltruppe man vorsichtig sein mußte, was man so zur Post gibt. Denn die Spitzeltruppe in der Truppe war für sie eine Kontrolle der Armee durch das MfS, halt so wie im "normalen" Leben Unserer Republik.

Warum es überhaupt diese VNull Stasis bei der NVA gab, geht leider aus Ätzchens wortreichem aber im wesentlichen Sachverhalt inhaltsarmen Beitrag nicht hervor, denn für die Militärische Aufklärung gabs ja noch einen Verein, der nicht bei der Stasi, sondern bei der NVA angesiedelt war.

Es mag ja sein, daß bei Ätzchen die Verwaltung 2000 Stasis nette Kumpel waren, der Historiker Baron jedenfalls sieht die Aufgabe dieser Leute etwa beim Grenztruppenmilitär etwas anders

Zitat
FOCUS Online: Das jetzt diskutierte Papier, das zum Schießen auf Flüchtlinge, auch auf Frauen und Kinder auffordert, ist aber doch in seiner Aussage sehr eindeutig?

Baron: Ja, das ist es. Es ist ein Dokument, das aufgrund seiner Deutlichkeit bislang einmalig ist. Der Befehl richtete sich aber nicht an alle Grenzsoldaten, sondern an eine Spezialeinheit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Er fordert die Mitglieder der Spezialeinheit zum Schießen auf Grenzsoldaten und ihre Angehörigen auf, sobald sie fahnenflüchtig wurden.

FOCUS Online: Was war das für eine Spezialeinheit?

Baron: Es dürfte sich um eine Einheit mit dem inoffiziellen Namen „Verwaltung 2000“ handeln. Die Verwaltung 2000 ist identisch mit der Hauptabteilung I des MfS, die für die NVA und die Grenztruppen innerhalb des MfS zuständig war. Ihre Aufgabe war es, die Moral unter den Grenzsoldaten aufrechtzuerhalten und die eigenen Leute zu kontrollieren, damit sie nicht fliehen. Und sie notfalls eben auch zu erschießen.



http://www.focus.de/politik/deutschland/..._aid_69654.html


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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#55 von Paule , 23.01.2012 12:52

Zitat von Schlawine
Ich durfte mich mit den Herren mal zwangsweise "unterhalten" und war überrascht wie gut die über meine Urlaubsaktivitäten informiert waren.


Trotz einem Haufen Westverwandschaft und Besuche etwa alle 2-3 Jahre von meinem Großvater bei seinen Geschwistern (meine Eltern und Onkel/Tante durften auch mal mit, obwohl noch keine Rentner) und Gegenbesuche dieser (auch aus der Nähe von Hannover, die kamen fast jedes Jahr), hatte ich nie ein Gespräch mit Vertretern der Stasi (zumindest nicht bewusst, mir ist auch nichts entsprechendes aus der Familie bekannt). Mein Großvater hat seine Akte angefordert, die war sehr kurz, etwa in der Form: "Familie intakt, keine besonderen Vorkommnisse." Name des Informanten war wohl geschwärzt.

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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#56 von joesachse , 23.01.2012 13:26

Die Stasi wird völlig zu Recht weiter analysiert und erforscht. Auf der Webseite des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen kann man inzwischen mehrere Tausend Seiten Analysen herunterladen, dazu ebenso tausende Dokumente, die die Arbeit der Stasi transparent machen. Ich denke, auf viele Fragen, die Reporter hier stellt, findet sich dort eine Antwort: www.bstu.bund.de

Eine weitere faszinierende Quelle, in der ich mich gestern festgelesen habe sind die Berichte der Stasi an das ZK der SED. Unter dem Link http://www.ddr-im-blick.de ist der Jahrgang 1976 online, aus meiner Sicht spannende Dokumente zur Zeitgeschichte.


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#57 von reporter , 23.01.2012 16:48

Zitat von joesachse

Eine weitere faszinierende Quelle, in der ich mich gestern festgelesen habe sind die Berichte der Stasi an das ZK der SED. Unter dem Link http://www.ddr-im-blick.de ist der Jahrgang 1976 online, aus meiner Sicht spannende Dokumente zur Zeitgeschichte.



In der Tat, sehr interessant.

Eigentlich beschäftigten sich Honecker, Kessler und Konsorten mit zwei Themen:

1. Flucht der Bevölkerung, einschließlich Flucht von Spitzeln und Wächtern

2. Westgeldeinnahmen durch 'Visa'-Gebühren und Zwangsumtausch


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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#58 von joesachse , 23.01.2012 17:46

Zitat von reporter

Eigentlich beschäftigten sich Honecker, Kessler und Konsorten mit zwei Themen:

1. Flucht der Bevölkerung, einschließlich Flucht von Spitzeln und Wächtern

2. Westgeldeinnahmen durch 'Visa'-Gebühren und Zwangsumtausch



Irgendwie habe ich eine völlig andere Wahrnehmung der Dokumente als Du. Die von die angesprochenen Themen tauchen als regelmäßige Reports auf, aber mich hat die Vielfalt der Dokumente fasziniert, z.B.
- Der Bericht über den Zusammenbruch eines Antennenmastes (war keine Sabotage)
- Der Bericht über Tramper in Altenburg
- Der Bericht über ein Rockkonzert in Apolda, welches vom Jugendklub und der FDJ-Kreisleitung geplant und von der SED-Kreisleitung wieder abgesagt wurde
- Der Bericht über einen VEB-Direktor, der gegen DM dafür gesorgt hat, fehlerhafte Maschinen aus der BRD zu kaufen
- der Bericht von der Hauptmitarbeitertageung des evang. Jungmännerwerkes
- Der Bericht über einen erschossenen ital. LKW-Fahrer
- Der Bericht über Betriebsgefährdungen im KKW Bruno Leuschner
....
und viele viele andere Themen des Lebens in der DDR. Bist Du mit Deinen Analysen immer so oberflächlich??

Offensichtlich wird der Job, den die Stasi damals gemacht hat, gelegentlich viel zu sehr auf wenige Hauptthemen beschränkt (auch wenn die den wesentlichen Inhalt ausmachten).


Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. (Goethe)

 
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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#59 von Daneel , 23.01.2012 17:51

@joesachse
Er beschränkt sich auf sein Aufgabengebiet!


Ich will ans Meer zurück, ein letzter Blick
Spüren, wie der Wind mir Flügel gibt
Ich will ans Meer zurück, dort wo das Glück
Mich endlich wieder in die Arme nimmt

 
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RE: Wahnsinn Staatssicherheit

#60 von joesachse , 23.01.2012 17:55

Zitat von Daneel
@joesachse
Er beschränkt sich auf sein Aufgabengebiet!


Womit wir wieder bei seiner unbeantworteten Frage nach dieser Aufgabe wären


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