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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#16 von Buhli , 05.10.2012 13:42

Hier mal noch ein Beispiel von Devisengierigen Idioten. Die können sicher die Verträge ablehnen. Das eigentlich Interessante, sind die Leserkomentare. http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/a-859491.html


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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#17 von frank , 14.10.2012 20:55

Zitat von Buhli im Beitrag #14
Warum beschränkt sich die Überschrift auf die DDR?



Wurde ja auch nicht auf die DDR beschänkt. Was sollte denn ein Handelspartner im Westen mit den Alu-Chips anfangen? Jeder DDR Bewohner, der mal einen für ihn extrem teuren Bulgarienurlaub ergattert hat, weiß ein Lied davon zu singen, was die Ostmark selbst bei den Brudervölkern Wert war.

Und dann gabs natürlich noch die CoCom Liste um Lieferungen von Kriegsmaterial und "dual-use-Gütern" in die Länder des Ostblocks zu verhindern. Aber die Liste war löcherig wie ein Sieb und jede Stasi-Firma in Wien konnte alles beschaffen, was das Herz begehrt, allerdings gegen Aufpreis.


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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#18 von Gogelmosch , 15.10.2012 15:51

Zitat von frank im Beitrag #17
Zitat von Buhli im Beitrag #14
Warum beschränkt sich die Überschrift auf die DDR?

Was sollte denn ein Handelspartner im Westen mit den Alu-Chips anfangen?


Alu- Dichtungen ausstanzen.

LG Gogelmosch


Es hat alles seinen tiefen Sinn

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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#19 von BautznerSenf , 17.10.2012 14:36

Hallo!

Du schriebst:

Zitat
Großaufträge für die Textilindustrie der DDR von den Versandhäusern, gab es nur wenn die zur Herstellung benötigten Maschinen, auch von bundesdeutschen Herstellern gekauft werden. Ein Schelm wer da an Vetterwirschaft denkt. Obwohl diese Maschinen zum einen durch eigene Hersteller existierten, und selbst auf dem Weltmarkt günstiger zu haben waren. Ich denke mal das auch Du, Knebelverträge nicht unbedingt als Martwirtschaftskonform einordnen kannst. Da wurde "Nachfrage und Angebot" eben mal schnell ausgehebelt.



Wie kommst Du denn auf das schmale Brett?

Gerade der Westen hat doch viel Zeug aus dem Osten gekauft (Neckermann, Quelle), alles das, was etwa bei DKK Scharfenstein oder RFT vom Band lief, wurde doch im Westen gegen Valute unter den Handelsnamen "Privilleg" oder "Universum" vertickt... Auf welchen Maschinen das entstand, war egal - billig zu verkaufen musste es sein!

Und gerade der Textilmaschinenbau existierte doch im Westen faktisch kaum noch - ne, da hat die von Dir zitierte Autorin wohl gepennt.

Und freie Marktwirtschaft?
Ja! Die DDR war frei, den Vertrag zu den genannten Konditionen auszufuehren - oder es bleiben zu lassen.

Denn im Gegensatz zu einem Individuum, dass oft keine Wahl hat, hat eine Regierung eigentlich immer eine. Und es gab ja genug Laender, mit denen man handelte - mal mit Industrie-Produkten, mal vertickte KoKo Antiquitaeten, Gefangene oder liess sich den Bau von Auto- oder Eisenbahnen vom Westen vergolden...

Aber Buecher, in denen man die Opfer-Rolle pflegt, verkaufen sich eben besser...

B. S.


Besten Gruss

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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#20 von Buhli , 18.10.2012 16:10

B.S.,vor kurzem lief "Westartikel aus dem DDR Knast". Kann sein, daß der Wortlaut nicht 100% stimmt. Der Sinn wird erkennbar sein. Die Esda Strümpfe wurden in Hoheneck produziert. Zu einem Äppel und nem Ei. Somit war es auch möglich die für 1,-DM im Westen zu verkaufen. Die DDR Pfennige weiß ich jetzt nicht mehr. Gute Oberhemden gingen zu 0,65 Pf- West zu Quelle & Co. Über 10,-DM waren die dann im Katalog zu finden. Das mit solchen Preisgrößen nur Devisen zu erwirtschaften sind, aber kein Geld zu verdienen ist, leuchtet sicher auch Dir ein. Hast Du Dich beim Billigkonsum von Textilien, nach der Wende schon mal gefragt, wo das Zeug herkommt?
Besagte Autorin hat bei der Entstehung dieses Buches mit Egon Bahr zusammengearbeitet. Bist Du Dir sicher, daß diese Knebelvertragsbehauptungen dann noch immer so falsch sind, wie von manchem User behauptet oder gedacht? Bahr hat wohl auch gepennt? Der hätte sicher widersprochen. Schon weil er da tiefer drin steckte als die Zweifler. Er bezeugte ihr eine sehr saubere Arbeit. Mag sein, daß es nicht in Dein Bild passt. Zum Nachdenken oder Hinterfragen an anderer Stelle, müßte es aber reichen. Vielleicht findest Du noch woanders dazu passende Hinweise. Mußt sie allerdings suchen wollen. Spiegel oder AS sind da nicht hilfreich oder "Zielführend", wie ein anderer User immer mal wieder zu sagen pflegt.


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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#21 von Ilrak , 29.10.2012 18:12

Auch die Membranen der beliebten RFT-Lautsprecher wurden von Knackis gebastelt.
Leider waren da nicht immer genug da, sodaß Arbeiter aus anderen Teilen des RFT-Konsortiums
mitunter Sonderschichte schoben.
Auch Narva hatte Gefangene fest im Produktionsprozess eingeplant.
Wenn in der Riesaer Strasse in Leipzig die Sichtschutzwände ausgeklappt wurden und die Busse aus dem Frauenknast anrollten, hieß es immer :
" Das Fernsehballett kommt"
Wusstet Ihr, das aus dieser Tradition heraus auch der Ehrentitel " Tütenkleber " kommt ?
Die beim Gemüsemann damals gängigen dreieckigen Tüten kamen auch aus dem Knast .


Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen.

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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#22 von BautznerSenf , 30.10.2012 12:46

Hallo!

Na, dass Gefaengnisse ihre Insassen dazu einsetzen, wenigstens einen kleinen Teil der Haftkosten wieder einzuspielen, ist fast ueberall auf der Welt normal. Zweck ist aber nicht, den Reibach zu machen, sondern Arbeit: "Wir muessen die Gefangenen beschaeftigen, bevor sie uns beschaeftigen!"

Wer herumlungert, kommt auf dumme Gedanken und wird entweder "um Gangster fortgebildet" oder wird irgendwann kirre vom Nichtstun.
Wer beschaeftigt ist, bekommt die Zeit besser rum und ist unter Menschen statt unter Verschluss.

Dass die nicht so produktiv sind wie Maschinen oder gelernte (motivierte) Kraefte das gleich der geringe Lohn aus. Vorteil fuer die Haftanstalt: Man hat dann auch immer genug Arbeit.

Kann man also alles so und so sehen.

B. S.


Besten Gruss

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RE: RE:Knebelverträge im Außenhandel der DDR

#23 von Buhli , 30.10.2012 18:49

B.S., ich betrachte die Arbeit im Knast auch als was sinnvolles. Egal welchen Zweck sie zu erfüllen hat. Die Leute beschäftigen, ist auch im Knast das wichtigste. Es gibt nur den einen oder anderen Knacki der sich der Arbeit verweigert. Die DDR Knackis werden wegen dieser Haltung wohl noch entschädigt. Sie wurden ja wegen der Weigerung noch extra bestraft.


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