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RE: Gegen die Verklärung

#76 von stasigegner , 09.01.2013 17:19

4507957_3e47424d7d_m.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Da isser, das gute Stück.Der PM 12.Wer ihn hatte war voll angearscht. Damals bewährtes Mittel der "Sicherheitsorgane" zur Schikane und Standarddokument für Mörder,Vergewaltiger,Republikflüchtlinge,politisch Andersdenkende und andere unliebsame Mitbürger.
Von den Blockflöten die hier die DDR als Staat wie jeden anderen verkaufen wollen hatte sicher keiner einen.

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RE: Gegen die Verklärung

#77 von Buhli , 09.01.2013 17:43

Cilli, Du hast das bundesdeutsche Arzneimittelgesetz angesprochen. Warum ging dann der Deal mit der bösen DDR heimlich ab? Daran war wohl nur die DDR interessiert? Die bundesdeutschen hätten sich gern an ihre Gesetze gehalten, aber Golodkowski hat den das verboten.
Stasigegner, keiner von den aufgezählten kann das richtig tun, weil der Zugang zu den BND Akten nicht gewährleistet ist. Die Linken können das im Moment am besten bestätigen. Da gibt es ja noch Leute die im Gegensatz zur Stasi, noch NEIN sagen können.
So einen Ausweis durfte ich auch mal beäugen, als meine Eltern für so einen Inhaber mal vorrübergehend Asyl gewährt haben. Fast ein Jahr lebte er mit unserer Familie, bis er seine eigenen vier Wände beziehen konnte. Ende der siebziger hielt sich ja der Erfolg auf der Suche nach einer bewohnbaren Wohnung, noch sehr in Grenzen.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Gegen die Verklärung

#78 von stasigegner , 09.01.2013 18:01

Zitat von Buhli im Beitrag #77

Stasigegner, keiner von den aufgezählten kann das richtig tun, weil der Zugang zu den BND Akten nicht gewährleistet ist. Die Linken können das im Moment am besten bestätigen. Da gibt es ja noch Leute die im Gegensatz zur Stasi, noch NEIN sagen können.


Oh der BND! Was für Akten? Was soll denn da drinnstehen?
Buhli,die bundesdeutschen Pharmaunternehmen sind und waren es damals schon privat geführte Unternehmen, die Bundesrepublik Deutschland ist für deren Geschäftsgebahren nicht verantwortlich.
Im Gegensatz zur DDR in der sich höchste Staatsbedienstete um diese Dinge kümmerten.
Der Link von cilli aus dem Spiegel ist dafür sehr aufschlussreich.Falls der verehrten Leserschaft die "Hetzpostille" Spiegel genehm ist.

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RE: Gegen die Verklärung

#79 von Buhli , 09.01.2013 18:22

Ach der BND benötigt keine Akten? Ja wenn das so ist. Den Verfassungsschutz gibt es ja auch noch. Brauchen wir diese Truppen überhaupt? Ach ja doch, es gibt da noch Terroristen und solche die gegen rechte Demonstranten demonstrieren.
Glaubst Du im ernst, daß die damaligen Bundesregierungen von diesen Geschäften keine Ahnung hatten? In welcher Welt lebst denn Du? Solche Geschäfte liefen damals nur, wenn auch diskret, über die politische Bühne ab. Da hatten auch die Westfirmen keine freie Hand. Es war kalter Krieg. Schon vergessen? Big Brother spielte und spielt heute noch die Rolle des Daumenzeigers. Hoch oder runter. Wir sind ja laut zwei + vier Vertrag, ein souveränes Land.


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RE: Gegen die Verklärung

#80 von stasigegner , 09.01.2013 18:44

Kann ich gar nicht ausschließen, daß so manche Bundesregierung frägwürdige Geschäfte abgesegnet hat oder absegnet, deckt oder sonst was.
Damit mach ich mich doch nicht gemein.
Hier ging es ursprünglich um die DDR und ihr Umgang mit seinen Bürgern.Daß dann immer ein paar Leute gleich losbrüllen " die anderen waren auch nicht besser " ist schon sonderbar.
Die DDR wollte doch immer besser , schöner größer ,moralischer und sonst nochwas sein.
Wenn ich hier so lese könnte ich auf die Idee kommen, es tut manchem leid das der Laden den Bach runter ist.
Dann wird in ein paar Jahren sicher davon gesprochen ,daß die armen Bürger der DDR gegen ihren Willen Zwangsangegliedert wurden und die Demos in Leipzig und Berlin 1989 war das letzte Aufbegehren
der DDR Bürger um ihren Staat zu retten.

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RE: Gegen die Verklärung

#81 von cilli , 09.01.2013 18:44

Zitat von stasigegner im Beitrag #76


Da isser, das gute Stück.Der PM 12.Wer ihn hatte war voll angearscht. Damals bewährtes Mittel der "Sicherheitsorgane" zur Schikane und Standarddokument für Mörder,Vergewaltiger,Republikflüchtlinge,politisch Andersdenkende und andere unliebsame Mitbürger.



Ist schon eine Sauerei, wie das Regime mit denen umgegangen ist, die raus wollten. Sie waren halt in den Augen der Zonenbehörden gemeine Kriminelle. Gabs denn eigentlich ein Gesetz für den 'PM 12', oder hat jeder SED-Oberfuzzi das einfach in seinem 'Bezirk' so gemacht, wie er gerade Lust hatte? Ich vermute mal es gab kein Gesetz, denn Sauereien versuchte die Diktatur nach Möglichkeit zu verstecken.

Bei der Gelegenheit habe ich beim 'rumstöbern gelesen, daß für den Ostsektor bis 1953 auch für die Ostberliner ein 'Vorläufiger Personalausweis', wie für die Westberliner bis 1989, ausgestellt wurde, weil der Ostsektor wegen der Viermächtevereinbarungen ja nicht zur SBZ/DDR gehörte. Durch welche Vereinbarung der vier Mächte ist denn der Ostsektor der SBZ/DDR zugeschlagen worden und wurde dann sogar 'Hauptstadt der DDR'?

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RE: Gegen die Verklärung

#82 von cilli , 09.01.2013 19:14

Zitat von stasigegner im Beitrag #80

Dann wird in ein paar Jahren sicher davon gesprochen ,daß die armen Bürger der DDR gegen ihren Willen Zwangsangegliedert wurden und die Demos in Leipzig und Berlin 1989 war das letzte Aufbegehren
der DDR Bürger um ihren Staat zu retten.


Naja, im Osten gibts, so meine Erfahrung, nicht nur Buhlis. Außerdem ist Buhli wohl der Schnellste im Westen gewesen, hat seinen Omega-Staubsauger umgebaut und wie die Brockenhexe war er drüben.

Das echte letzte Aufbegehren hatte Genosse Gysi organisiert. Die ganzen Stasi-Truppen aus der Ostberliner Zentrale wurden aufgeboten, alle sahen, sie wurden arbeitslos, die SED-Funktionäre aus den Kombinaten und Schulen hatten Angst um ihre Pfründe und wurden zu einem letzten Aufgebot auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Treptow bestellt, Gysi wollte m.E. mit der hysterischen und frei erfundenenen 'Gefahr von Rechts' die Rote Armee mobilisieren, wie das ja 1953 noch gut funktioniert hat. 'Faschistische Schmierereien' wurden pünktlich auch am Sowjet-Ehrenmal gefunden.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13496938.html

Aber alles half nicht, selbst Gysi's Versuche, hochrangige amerikanische Juden und israelische Kreise mit der Warnung der 'Gefahr von rechts' gegen die sich abzeichnende Wiedervereinigung einzuspannen, waren vergeblich. Die Israelis hatten wohl noch in Erinnerung, daß wenige Jahre zuvor NVA-MIGs dabei helfen sollten, sie ins Meer zu werfen.


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RE: Gegen die Verklärung

#83 von stasigegner , 10.01.2013 13:03

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Welches Land der Welt hatte noch solche Grenzanlagen?

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RE: Gegen die Verklärung

#84 von Atze , 10.01.2013 13:20

Zitat von stasigegner im Beitrag #83


Welches Land der Welt hatte noch solche Grenzanlagen?



Die Frage ist so nicht ausgeschöpft.
Gab es noch ein Land, wo sich zwei politisch und militärisch gegenüberstehende Blöcke (beide mit gliecher Sprache) so feindlich gegenüberstanden wie es eben zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik oder eben zwischen Nord- und Südkorea (allerdings nicht in NATO oder WV gebunden), der Fall war (oder ist).

Die Grenzsicherungsanlagen zwischen Süd- und Nordkorea sind bei weitem stärker ausgebaut als man sich gemeinhin denkt oder vorstellen kann, selbst wenn es da noch eine Pufferzone gibt.

Und das "nette Mäuerchen" welches die Israelis um palästinensische Siedlungen bauen, dürfte wohl doppelt so hoch sein, wie ein der "Antifaschistische Schutzwall" um Berlin oder der Zaun zur Bundesrepublik.

Gruß


Sir W. Churchill

"Eine der fröhlichsten Erfahrungen im Leben ist es, als Zielscheibe zu dienen, ohne getroffen zu werden."

 
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RE: Gegen die Verklärung

#85 von cilli , 10.01.2013 13:26

Zitat von stasigegner im Beitrag #83


Welches Land der Welt hatte noch solche Grenzanlagen?


Nach einer Übersicht des Bundesinnenministeriums wurden an der Grenze 60000 Selbstschußminen verbaut. Die Wirkung entsprach Dum-Dum Geschossen und der Einsatz solcher Waffen war völkerrechtlich geächtet. Das hinderte die SED-Diktatur nicht, derartige Waffen gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen. Die Existenz der Selbstschußminen wurde vom Schwindel-Staat stets bestritten, die nach offiziellen Verlautbarungen nicht existierenden Minen wurden als Gegenleistung für den Strauß'schen Milliardenkredit abgebaut.

p.s. Zu dem ächerlichen Vergleich zu den Anlagen in Israel:

1. Dum-Dum-ähnliche Mordautomaten sind an der Israelischen Grenzanlage nicht vorhanden

2. Den israelischen Grenzzaun hielt das Land für erforderlich, damit u.A. israelische Hochzeitsfeiern durch palästinensische Selbstmordattentäter nicht im Blutbad endeten. Tatsächlich konnte mit den Anlagen die Zahl der Attentate wesentlich reduziert werden.

3. Die Selbstschussanlagen an der Zonengrenze richteten sich ausschließlich gegen die eigene fluchtwillige Bevölkerung.


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RE: Gegen die Verklärung

#86 von stasigegner , 10.01.2013 14:03

Zitat von Atze im Beitrag #84

Die Frage ist so nicht ausgeschöpft.
Gab es noch ein Land, wo sich zwei politisch und militärisch gegenüberstehende Blöcke (beide mit gliecher Sprache) so feindlich gegenüberstanden wie es eben zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik oder eben zwischen Nord- und Südkorea (allerdings nicht in NATO oder WV gebunden), der Fall war (oder ist).


Jetzt muß ich mal dumm fragen.Warum hat den "der Westen" keinen ".....Schutzwall" gebaut.Lag das daran, daß nur Saboteure und Faschisten von West nach Ost gingen um dort Unheil anzurichten?
Oder war das um mal die Verschwörungstheoretiker hier im Forum zu bedienen schon so eine Art Arbeitsteilung zwischen Ost und West.
Bzw. nach der Devise wenn mein Nachbar einen Gartenzaun gebaut hat brauch ich keinen mehr zu bauen.


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RE: Gegen die Verklärung

#87 von Hansrudi , 10.01.2013 14:06

Weil wir die Mauererbauer nicht nach dem Westen gelassen haben !

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RE: Gegen die Verklärung

#88 von nüscht , 19.02.2013 05:26

Zitat
Bzw. nach der Devise wenn mein Nachbar einen Gartenzaun gebaut hat brauch ich keinen mehr zu bauen.



Nein. Der Westen dachte nie an einen Mauerbau,
weil die Politik ganz klar nach Wiedervereinigung strebte.

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RE: Gegen die Verklärung

#89 von Buhli , 19.02.2013 11:30

nüscht, ganz klar auf Wiedervereinigung, war auch nicht das streben des Westens. Die westlichen Aliierten wussten nur zu genau, daß die WP Staaten nie den Westen wegen teritorialer Ansprüche angreifen würden. Über die Medien wurde allerdings von Anbeginn der Teilung was anderes transportiert. Das Wissen um die reale Situation und die mediale Darstellung, unterscheidet sich ja bis heute im handeln.
Notfallpläne für einen "Einmarsch beim Gegner" gab es ja auf beiden Seiten. Es wäre ja auch Fahrlässig, wenn nicht.


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RE: Gegen die Verklärung

#90 von nüscht , 19.02.2013 11:38

Der "imperialistische Schutzwall" wurde doch gebaut, weil
der DDR die Bürger abgehaun sind. Dieses "Problem" hatte
der Westen nicht. Deshalb war der Tenor ganz klar Wiedervereinigung.

Es gab hier Notfallpläne für den "Einmarsch des Gegners".
Imperialistische Pläne gab es in der BRD nicht.
Vielleicht bei der NATO aber nicht bei unseren Luschen.

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