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Rechtsruck in Europa

#1 von Kehrwoche , 10.11.2013 14:55

Ob „Wahre Finnen“ in Finnland, „Front National“ in Frankreich, „Fidesz“ in Ungarn, „Ukip-Partei“ in Grossbritannien, „Goldene Morgenröte“ in Griechenland
– überall in Europa wird mobil gemacht gegen die EU, den Euro, den Islam.

Uns was macht Brüssel? Brüssel verbietet Glühbirnen und Staubsauger und denkt über immer neue Einnahmequellen nach, um zu retten was nicht zu retten ist. Neuester Coup: Die Debatte über den Griff in die Spareinlagen des kleinen Mannes, um das ungebrochen kranke Bankensystem mit immer neuen (Steuer)Geldern künstlich am Leben zu halten und die Sozialsysteme nicht kollabieren zu lassen. An den Hauptursachen wird hingegen nur herumgedoktert.
Die arbeitslosenquote in der EU erreicht Rekordstände …. und die Zuwanderungen in die Sozialsysteme auch.

Fazit: Überall in Europa haben die Menschen zunehmend die Schnauze voll und wählen Rechts.


Das Positive daran ist: Wir können uns in Deutschland „mit unserer Geschichte“ ruhig zurücklehnen und der Dinge harren, die kommen werden. Unsere Probleme werden in Paris, Budapest, Helsinki gelöst, nicht in Berlin.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu...r-a-757699.html
http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel698.html
http://www.taz.de/!115701/
http://www.welt.de/politik/ausland/artic...Europa-auf.html


http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....r-kraft-retten/



Beiträge über die Lage in Deutschland sind hier nicht erwünscht.


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RE: Rechtsruck in Europa

#2 von Kehrwoche , 12.11.2013 21:25

Neues von unseren Nachbarn: Frankreich diskutiert den Euro-Austritt.

In der Beliebtheitsskala führt Marie Le Pen mit Abstand.

"Ein Austritt aus dem Euro müsse erfolgen, denn „der Euro blockiert alle wirtschaftlichen Entscheidungen im Land und Frankreich ist ein Land, das die Bevormundung aus Brüssel nicht akzeptieren kann“."

"Ein Verbleib wenigstens in der EU wäre überhaupt nur möglich, wenn man zu einer eigenen Währung zurückkehre, die Grenzkontrollen in Frankreich wieder einführe, das französische Gesetz über Brüssel stelle und „ökonomischen Patriotismus“ für Frankreich zulasse.", sagt Le Penn.
Kein Wunder, dass sie das Korsett, das eigentlich Deutschland in die Knie zwingen sollte, vermehrt als Schlinge um den eigenen Hals empfinden."


http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....anzer-schicken/

Das Korsett, daß eigentlich Deutschland in die Knie zwingen sollte, haben sich übrigens die
Franzosen selbst angelegt, als sie es zu einer Bedingung für die Deutsche Wiedervereinigung machten. Ob die Regierung Kohl dem damals jubelnd oder zähneknirschend zugestimmt hat, wird die Geschichte eines Tages beantworten.


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RE: Rechtsruck in Europa

#3 von Gogelmosch , 13.11.2013 11:16

Ich vergleiche die EU immer mit der Ex-DDR und ihrer Wirtschaft.
Kleinbetriebe(einzelne Länder) konnten sich mit ihren Produkten
über Wasser halten. Dann schlossen sie sich zusammen zu sogenannten
Großbetrieben(EWG). Sie produzierten mehr Waren für alle mit guter
Qualität. Schließlich wurde von "oben" bestimmt, daß diese Betriebe
zu Kombinaten sich zusammenschließen zu hatten(EU). Es wurde noch mehr
produziert und dabei sank die Qualität der Erzeugnisse und es entstand
ein Chaos, daß letztendlich keiner mehr richtig durchblicken konnte.
Das Ende kennt jeder und so wird es auch der EU ergehen. Zu viele
Mitgliedsländer, teils total verarmt, reißen reichere Länder mit in den
Abgrund. Am Ende liegt ein Trümmerberg, aus dem sich die Länder dann
rauswühlen müssen. Der Tag ist nicht mehr fern! Schluß mit der EU!


Es hat alles seinen tiefen Sinn

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RE: Rechtsruck in Europa

#4 von BesserWessi0815 , 13.11.2013 11:53

Das Spektrum der 'rechten Parteien' in Europa ist ziemlich breit, von gemäßigt bis extrem radikal - von liberal-konservativ, patriotisch bis national/nationalistisch rassistisch-

http://www.tagesschau.de/ausland/wilders-lepen100.html
...
manche Probleme sind aber in einzelnen europäischen Staaten hausgemacht, wie in Frankreich der legendäre Reformunwillen, die Weigerung einen Strukturwandel anzupacken, das kostet Frankreich jährlich Marktanteile mit schwindender Wettbewerbsfähigkeit. Wer einmal einen Job hat, ist quasi unkündbar auf Lebenszeit, das ist zwar sehr komfortabel für die Jobbesitzer, führt aber dazu, dass kaum neue Stellen angeboten werden, selbst wenn alte frei werden => steigende Jugendarbeitslosigkeit ohne Aussicht auf Besserung.
"WIR IN NRW" haben schlechte Erfahrung mit Verweigerung gegen den existierenden Strukturwandel unter jahrzehntelanger NRW-SPD-Herrschaft gemacht, vom Geber- zum Nehmerland.
Das hat Frankreich unter Hollande auch noch vor sich - und alle haben es gewußt, da sind Nationalismus und Kleinstaaterei keine Lösung um die ökonomischen Probleme zu bekämpfen.

Es wäre sehr schade, wenn Europa wegen der von der Bevölkerung ungeliebten Islamisierung und Armutseinwanderung zerbricht, das ist schon den links/grünen zuzuschreiben und diese forcieren geradezu durch diese Politik einen Rechtsruck in Europa.
Ein Rechtsruck bis hin zur gemäßigten Mitte aber mit klarer Ansage könnte Europa dagegen gut tun.

Die Vorteile eines geeinten Europas liegen auf der Hand, das wichtigste Phänomen ist die längste Friedensphase die Europa je erlebt hat. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn dies von Einzelnen so wahrgenommen wird.


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
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RE: Rechtsruck in Europa

#5 von altberlin ( gelöscht ) , 13.11.2013 12:19

Zitat von BesserWessi0815 im Beitrag #4

Die Vorteile eines geeinten Europas liegen auf der Hand, das wichtigste Phänomen ist die längste Friedensphase die Europa je erlebt hat. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn dies von Einzelnen so wahrgenommen wird.


Gegen ein geeintes Europa wird niemand etwas haben. Aber wenn die Identität der einzelnen Völker verwässert werden soll, wenn alle
Europäer über einen Kamm geschoren werden sollen, ohne Rücksicht auf jeweilige kulturelle Unterschiede und unterschiedliche Mentalitäten,
dann wird es zu Konflikten kommen. Besonders dann, wenn von den wirtschaftlich starken Staaten diktaturartig über ganz Europa befunden wird.
Es gelingt nicht einmal, norddeutsche Sturheit mit rheinischer Karnevalsmentalität zu vereinen, wie soll dann sizilianische oder griechische
mediterrane Lebensart mit deutschem Ordnungssinn oder skandinavischer Rationalität kooperieren ?
Das hier besonders in den gemaßregelten oder gegängelten Ländern Widerstand wächst, der von sogenannten rechten Gruppierungen angeregt wird,
entsteht, ist nachvollziehbar.
Für mich sind das eher nationalistische Tendenzen, und ich frage mich, warum wird das Besinnen auf nationale Traditionen und Eigenarten stets als
rechts eingestuft. Was ist verkehrt an nationaler Kultur, an Nationalstolz ? Jedes Volk, jede Nation hat ihre Geschichte über Jahrhunderte,
das wird dann in die Schubladen gekehrt und wird in Vergessenheit geraten.
Es ist schlimm genug, das diese Eigenschaft, Nationalstolz, vielen Deutschen bereits verloren gegangen ist. Deutsche Geschichte besteht nicht
nur aus dem Dritten Reich.
Ich begrüße jede nationale Tendenz in Europa, die allen Politikern zum Trotz akzeptiert werden sollte.
Europa hat sich zu Zeiten von EWG gut verstanden, unter Beibehaltung nationaler Identitäten. Dabei sollte es auch bleiben. Das Streben nach
europäischem Einheitsbrei wird Nationalismus fördern, denn die Menschen wollen das mehrheitlich nicht.
.


vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.

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RE: Rechtsruck in Europa

#6 von Buhli , 13.11.2013 16:32

Die kulturelle Identität aufzugeben, ist scheinbar das größte Einigungshindernis. Zu Recht. Der € muß da sicher nur symbolisch herhalten. Es wird sicher noch lange dauern bis eine europäische Führung das in die richtige Bahn bringt. Auf wirtschaftlichen Wege, werden sich die Kulturen bestimmt eher annähern. Politisch wird es vielleicht auch so wie bei den Amis werden. Die unterschiedlichen Gesetze in den Staaten, unterstreichen das ja. Unser Land lebt ja selbst schon in diesem Gesetzeswirrwarr. Ein "Führungsgesetz" und 16 verschiedene die sich nach dem einen richten. Für die jetzige EU wären das ja nur 27. Das so manches nationale Gesetz trotzdem an die EU angepasst werden muss, wird sich nicht verhindern lassen. Trotz nationaler Widerstände. Ein EU Gesetz vor dem Beitritt zu installieren, wäre bestimmt besser. Wer dazu gehören will muss seine Gesetze anpassen. Das kulturelle Problem gibt es allerdings bei den Amis nicht. Deren Ureinwohner sind ja in Reservaten.


Nehmt euer Herz in beide Hände, und macht was draus. (Zitat von Lutz Bertram. Ehemaliger blinder DT64 Moderator, den leider die Stasi in ihre Fänge bekam)
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RE: Rechtsruck in Europa

#7 von altberlin ( gelöscht ) , 13.11.2013 20:58

Zitat von Buhli im Beitrag #6
Die kulturelle Identität aufzugeben, ist scheinbar das größte Einigungshindernis. Zu Recht. Der € muß da sicher nur symbolisch herhalten. Es wird sicher noch lange dauern bis eine europäische Führung das in die richtige Bahn bringt....

Ich hoffe im Interesse der über Jahrtausende entstandenen Kulturen und Traditionen, das die EU , bevor aus Franzosen Polen und aus Italienern
Finnen gemacht werden, mit zweifelhaftem Erfolg, den Bach runter geht.
Wenn es um Nationalitäten geht, bin ich verdammt rechts. Das hat aber nichts mit Nazitum zu tun, wie in D immer schnell behauptet wird.
.


vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.

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RE: Rechtsruck in Europa

#8 von altberlin ( gelöscht ) , 14.11.2013 16:21

Der Trend zur Abkehr von der EU ist wohl kaum aufzuhalten, nur in den "offiziellen" Medien erfährt man nicht allzuviel davon.
In mehreren Ländern jedoch werden die Stimmen der Gegner immer lauter, auch, weil die EU nicht das ist, was zu Beginn versprochen wurde.

http://www.jungefreiheit.de/Single-News-...41c4d91a.0.html


vorwärts immer, rückwärts nimmer
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RE: Rechtsruck in Europa

#9 von Ilrak , 14.11.2013 18:01

Eben das ist es, was so schade ist. Die Idee war ja nicht schlecht.
Leider ist ein Bürokratiemonster daraus geworden.
Wie so oft : Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht.
Die Frage ist nun, wie kommen wir da wieder raus ohne Schaden .
Naja, und die angesprochene Besorgnis der deutschen Politiker gilt wohl eher den
eigenen Pfründen als der Bevölkerung .


Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen.

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zuletzt bearbeitet 14.11.2013 | Top

RE: Rechtsruck in Europa

#10 von Tobse , 19.12.2013 00:16

Hallo zusammen,

mit dem Rechtsruck in Europa ist tatsächlich nicht zu spaßen. Ein Freund von mir war kürzlich im Urlaub und musste eine Demonstration und die danach folgenden Ausschreitungen live miterleben.
Hoffentlich geht dieser Trend bald dem Ende entgegen.

Grüße
Tobi

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RE: Rechtsruck in Europa

#11 von altberlin ( gelöscht ) , 19.12.2013 08:53

Rechts bedeutet nun nicht immer gleich rechtsradikal und gewalttätig. Solange die Politik über die Köpfe sehr vieler Bürger
hinwegregiert, nur Kapital-Interessen Globalisierung als förderwürdig ansieht, Sozialsysteme plündern läßt und die jeweils eigene
Bevölkerung die Zeche zahlen läßt, mit allen Nachteilen, wird der Rechtsruck nicht umgekehrt werden. Es ist schließlich kein allein
deutsches Problem, sondern breitet sich bereits über viele Länder aus.
Immer mehr Menschen begreifen, das sie zu Sklaven der Aktionäre geworden sind und ihre eigenen Interessen kaum noch Gehör finden.
Gleichmacherei zu Lasten nationaler Identität ist ein weiterer Knackpunkt des Zuwachses bei den Rechtsparteien.


vorwärts immer, rückwärts nimmer
E.H.

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zuletzt bearbeitet 19.12.2013 08:54 | Top

RE: Rechtsruck in Europa

#12 von Tadeus , 26.05.2015 11:42

Vergesst den Rechten Sektor und die Swoboda-Partei in der Ukraine nicht!

https://politgraben.wordpress.com/2015/0...aditionen-hoch/

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RE: Rechtsruck in Europa

#13 von Gurki89 , 07.10.2016 10:07

@altberlin:
Vieles dessen, was du gesagt hast, kann genauso von links kritisiert werden, nur scheint mir in diesem Fall die Kritik deutlich angenehmer.
Denn Nationalismus oder wie es viele gerne nennen: "Patriotismus" schließt leider "andere" (wer auch immer das sein mag) aus. Und es sollte doch eine Lösung gefunden werden, die für alle gut ist, oder!?
Gleichmacherei...was soll das denn heißen? Nationale Identitäten sind sowohl konstruiert, als auch nicht statisch. So ein Quatsch!

 
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RE: Rechtsruck in Europa

#14 von Peanut , 10.11.2016 13:33

@altberlin:
"Sklaven der Aktionäre", das ist eine so einfach wie häufige Erklärung! Ich denke, dass es nicht einfach ist und es schlicht auch keine einfache Lösung für die Probleme gibt, die herrschen. Die populistischen Parteien wie die AfD reden einfach Quatsch, wenn sie meinen, sie hätten eine Lösung. Die Welt ist nicht so einfach, die Globalisierung verbindet jeden Bereich mit allen anderen, alles ist verstrickt.
Um sich dieser Situation zu bemächtigen, hilft meines Erachtens einfach ein Verständnis für die Komplexität von Ökonomie, globalen Prozessen, Politik und die Fähigkeit, Hilflosigkeit auszuhalten. Manche Dinge kann eine Person oder eine Partei nicht ändern und an manchen Dingen ist auch niemand direkt oder nicht nur eine Partei Schuld.

 
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RE: Rechtsruck in Europa

#15 von Toniolli , 11.11.2016 11:58

Bin ja mal gespannt wie die nächsten Wahlen ausfallen, nach dem Brexit in GB und der Trump-Wahl in den USA. Hab gehört in Italien besteht jetzt die Gefahr, dass eine rechtspopulistische Partei an die Macht kommt, im Frühjahr steht die Wahl in Frankreich an (mit guten Aussichten für den Rechtspopulismus) und im Herbst sind wir dann dran...

 
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