Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Ossi Forum - bundesweites Kontakt- und Unterhaltungsforum

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 1.271 mal aufgerufen
 Deutsch-Deutsche Geschichte
Seiten 1 | 2
kreutzer_ Offline



Beiträge: 541

25.11.2013 22:09
#16 RE: Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist Zitat · antworten

Ich weiß garnicht, was nun das Buch

"Klemperer, Victor: LTI. Notizbuch eines Philologen"

zum Thema "Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist" an Aufhellung bringen könnte.

Das Buch beschäftigt sich mit der Sprachverwendung in der Nazi-Zeit, zu Sozialismus/Kommunismus werden jedenfalls gemäß Blick ins Buch überhaupt keine Ausführungen gemacht.

Zielführender ist es da, sich mit den Anfängen von Kommunismus und Faschismus zu beschäftigen, und beim Faschismus ist es nunmal so, daß hier Mussolini die Maßstäbe setzte und Hitler zunächst in Mussolini das große Vorbild gesehen hat.

Und bei Mussolini die Entstehung des Faschismus mit dem Kommunismus in einem engen Zusammenhang steht:


Zitat
Wenngleich sich die faschistische Ideologie nicht als einfache Reaktion auf den Marxismus bezeichnen lässt, so entstand sie doch als unmittelbares Ergebnis einer spezifischen Marxismusrevision.



mussolini-und-die-entstehung-der-faschistischen-ideologie


joesachse Offline

Admin


Beiträge: 5.534

25.11.2013 23:13
#17 RE: Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist Zitat · antworten

Zitat von kreutzer_ im Beitrag #16
Ich weiß garnicht, was nun das Buch ...
... an Aufhellung bringen könnte.
Das Buch beschäftigt sich mit der Sprachverwendung in der Nazi-Zeit, zu Sozialismus/Kommunismus werden jedenfalls ... überhaupt keine Ausführungen gemacht.


Du hast hier die Sprache der Faschisten mit der Sprache der Sozialisten verglichen. Da fiel mir einfach dieses Buch ein, welches meiner Meinung nach in vielen seiner Aussagen auch auf die Sprache der DDR-Genossen zutraf. Ich habe dir also quasi zugestimmt, dass die sprachlichen Methoden ähnlich waren.

Zitat von kreutzer_ im Beitrag #16
Zielführender ist es da, sich mit den Anfängen von Kommunismus und Faschismus zu beschäftigen, und beim Faschismus ist es nunmal so, daß hier Mussolini die Maßstäbe setzte und Hitler zunächst in Mussolini das große Vorbild gesehen hat.


Das Hitler in Mussolini sein Vorbild gesehen hat, kann schon sein, schließlich kam Mussolini mit seiner Diktatur ein paar Jahre eher an die Macht, da musste Hitler noch seinen gescheiterten Putschversuch verkraften. Aber ideologisch entstand Hitlers "Mein Kampf" etwa 8 Jahre vor Mussolinis "Der Geist des Faschismus", während Mussolini eher nachträglich seine Diktatur rechtfertigte, entwarf Hitler eine Ideologie als Basis seiner zukünftigen Diktatur.

Dass der Faschismus im Zusammenhang mit dem Kommunismus steht, wird in dem von Dir verlinkten Artikel deutlich, ein Bestandteil des Faschismus war der Kampf gegen den Kommunismus/Marxismus. Das von die begonnene Zitat geht ja weiter:

Zitat
"Denn die Kristallisation der Grundidee des Faschismus, seiner Philosophie und Mythologie, bleibt unverständlich, wenn man sie nicht auch als eine Revolte gegen den Materialismus begreift.”



Das heisst im Klartext, dass die faschistische Ideologie sich als genauer Gegensatz zum dialektischen Materialismus, der ja die philosophische Basis des Marxismus bildet, entwickelte. Im von Dir verlinkten Artikel wird als Konzept des italienischen Faschismus das "Konzept der großen antimaterialistischen Revolution" beschrieben. Natürlich ist es auch eine Tatsache, dass sich Mussolini vom Marxisten zum Faschisten entwickelte, allerdings war das seine persönliche Entwicklung und keine Entwicklung der Ideologien des Faschismus allgemein.


Zitat
mussolini-und-die-entstehung-der-faschistischen-ideologie


Jede Geschichte hat vier Seiten. Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich passiert ist.(Bruce Sterling)

kreutzer_ Offline



Beiträge: 541

26.11.2013 00:10
#18 RE: Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist Zitat · antworten

Korrektur:

Ich hatte fälschlicherweise den Namen Liebknecht genannt, wo es um die "Zuarbeit" des damaligen KP-Chefs an Stalin ging, gemeint war Thälmann.

Ansonsten kann ich nur sagen, gelle, da mußt du nur das Passende aus dem verlinkten Artikel zitieren, denn dort heißt es auch

Zitat
Innerhalb der Sozialistischen Partei gründete 1902 eine Gruppe um Arturo Labriola eine Fraktion, die den Anspruch erhob ihr revolutionärer Flügel zu sein. Diese Gruppe, die ganz unter dem Einfluss Sorels stand und sich “revolutionäre Syndikalisten” nannte, forderte die gesamte Arbeiterklasse auf sich in Kampfgewerkschaften zu organisieren um der Bourgeoisie den Produktionsprozess zu entreißen, um dann anschließend einen Gewerkschafts-Sozialismus zu etablieren.



Wohlgemerkt, es war die eigentlich faschistische "Sozialistische Partei" Musselinis, die zeitweise der Bourgeoisie den Produktionsprozess zu entreißen versuchte; die 'Vergesellschaft der Produktionsmittel' war nicht ein Alleinstellungsmerkmal der Kommunisten.


joesachse Offline

Admin


Beiträge: 5.534

26.11.2013 19:50
#19 RE: Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist Zitat · antworten

Um es zusammenzufassen: Der von dir verlinkte Artikel beschreibt, wie sich aus einigen italienischen Kommunisten der Jahrhundertwende eine faschistische Partei und Ideologie entwickelte.
Es wird beschrieben, dass sich diese Leute von marxistischen Grundlagen zu Gegnern des Marxismus und Materialismus entwickelten.


Jede Geschichte hat vier Seiten. Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich passiert ist.(Bruce Sterling)

ossi1
Beiträge:

29.09.2014 22:14
#20 RE: Systemanalyse: warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist Zitat · antworten

Die SED-Erben zieren sich

Bei den Koalitionensverhandlungen in Thüringen wurde ein Papier verabschiedet, wo es heißt:

Zitat
Weil durch unfreie Wahlen bereits die strukturelle demokratische Legitimation staatlichen Handelns fehlte, weil jedes Recht und jede Gerechtigkeit in der DDR ein Ende haben konnte, wenn es einer der kleinen oder großen Mächtigen so wollte, weil jedes Recht und Gerechtigkeit für diejenigen verloren waren, die sich nicht systemkonform verhielten, war die DDR in der Konsequenz ein Unrechtsstaat.



Die Genossen vom ND kochen. Ob auch mancher Genosse hier kocht?

Seiten 1 | 2
 Sprung  

Dieses Forum möchte Menschen zusammenführen, Aufklärungsarbeit leisten und ein gesamtdeutsches Gefühl fördern.
Wer uns unterstellt "wir trauern alten Zeiten hinterher", hat die Mission der Community leider nicht verstanden.
Wir verzichten auf übertriebene Ostalgie und freuen uns über neue Meinungen aus Ost & West und Nord & Süd.

Startseite  |   Die Idee  |   Die Geschichte des Forums  |   Die Regeln