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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#16 von Hansrudi , 19.04.2014 21:14

Lieber arm dran als Arm ab !

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#17 von queeny , 19.04.2014 21:46

Da ist was dran.


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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#18 von Smithie23 , 19.04.2014 21:52

Zitat von Hansrudi im Beitrag #12
BAR zahlen setzt ja vorraus , das man seinen Lohn etc. auch BAR bekommt , aber nö , hier muß ja jeder ein Konto haben und mit Dispo ist der Anfang gemacht . Bargeld überziehen ging eben nicht !


Richtig, jedoch kann jeder Mensch selbst entscheiden, ob Dispo oder nicht. Ich weiss, dass ich jederzeit zu meiner Bank gehen könnte und sagen könnte "ich möchte den Dispo nicht" und er wird einfach rausgenommen. Fertig. Ich habe nur einen kleinen Dispo im niedrigen 3stelligen Bereicht, falls wirklich mal was sein sollte.

@altberlin: ich frage mich aber immer bei diesen Aussagen "XXX Leute in Deutschland wurde der Saft abgedreht, weil sie offene Forderungen hatten" ob die Forderung nicht beglichen worden konnte, oder ob man sie nicht begleichen wollte, bzw. ob man sie hätte begleichen können, aber lieber was Anderes mit dem Geld gemacht hat. Wie gesagt, ich hatte schon Leute, die ihre Telefonrechnung zurückbuchen ließen, damit sie wieder etwas liquide waren.

Heutzutage ist Armut im Vergleich zu früher relativ. In der DDR war man nicht arm, nur weil man sich dies und jenes nicht leisten konnte. Heute ist man ganz schnell als "arm" abgestempelt, wenn man den neuesten Luxusgütern nicht fröhnen kann.

Leider hat queeny Recht. Eigentlich müsste eine Bank daran interessiert sein, einen Kredit zu vergeben, der wirklich zurückgezahlt werden kann. Heute ist das relativ - da geht es um kurzfristige Provision - was in 1 Jahr ist, interessiert dann kaum Jemanden.

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#19 von mutterheimat , 19.04.2014 22:28

Das Problem ist wohl, daß man ein Zeitgenosse nicht weiß, wo sich die Finanz-Bremse beim Einkauf befindet. Und darauf wird doch seitens einer Bank spekuliert. Aber es ist wohl doch irgendwie eine Art der Eltern/Lehrer - Kindererziehung. Die scheint irgendwie nach hinten loszugehen. Oder wie ist, z.B., eine Handyrechnung von mehreren hundert Euro erklärbar. Des weiteren, wie ist bei normal denkenden erwachsenen Personen erklärbar, daß Produkte gekauft werden, bei denen rote Zahlen von vornherein in Dimensionen erkennbar werden. Wenn ein Produkt mehrere tausend Euro kostet, so ist doch klar, daß ich dann deutlich drauf zahle, wenn ich das über eine Bank finanziere. Das dies bei einem Hauskauf unvermeidlich ist, ist schon klar. Aber muß das auch ein teures Auto sein, welches mir durchaus den finanziellen Hals brechen kann. Reicht da nicht ein Auto, welches man bar bezahlen kann, OHNE BANK UND SCHULDEN. Wenn also der/das Strom/Gas "abgedreht" wird, weil er nicht mehr bezahlt wird/werden kann, so muß ich doch zumindesten wissen, daß etwas falsch läuft in der Finanzplanung. Und das nennt man dann Finanz-Notbremse. Aber die muß man finden und auch gnadenlos betätigen können. Und da liegt doch wohl ein Problem. Und schon ist man drin, in der neuen Art von Armut. Spätestens, wenn der Gerichtsvollzieher klingelt. Lohnpfändungen sind dabei eine gängige Art, den entsprechenden Leuten den Hals zuzudrücken. Natürlich hat altberlin Recht, bezüglich der Grundkosten von einst und jetzt und des Lohnes von einst und jetzt. Aber wer nicht rechnen WILL, bricht sich die Finanzgräten. Muß das also sein? Einst wurde da das Problem im alten Laden (das Thema war auch dort der Fall) den Sorgenkindern "eingeschlagen". Und die Wirkung war recht ordentlich, wenn so etwas zur Sprache kam, in der Schule, oder im Betrieb. Man hat da recht gut daraus gelernt. Inzwischen ist es wohl, bedingt, Volkssport geworden, wie Smithie schrieb, Rechnungen nicht zu bezahlen, oder wesentlich verspätet zu bezahlen.

 
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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#20 von Smithie23 , 20.04.2014 09:34

Ich will nicht wissen, wieviele Geschäfte/Firmen schon pleite gingen, aufgrund der schlechten Zahlungsmoral der Kundschaft. Selbst gut situierte Menschen warten gern bis auf den letzten Tag mit der Begleichung.

Zum Thema Auto: Du hast Recht, jedoch ist es ja heute so, dass das Auto, dass man vielleicht Bar zahlen könnte, eben nicht gut genug ist, weil der Nachbar oder der Freundeskreis eben etwas Größeres fahren müssen. Und mit einem Auto - gebraucht - für 5.000 € kann man eben nicht "mithalten". Dann muss eben eine 7 Jahre Finanzierung ran, wo das Auto effektiv 27.000 € kostet (+ par Tausend € Zinsen)

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#21 von altberlin ( gelöscht ) , 20.04.2014 09:37

Zitat von queeny im Beitrag #15
Können sich Menschen, denen beispielsweise die Miete bezahlt wird, wirklich als arm bezeichnen? Ist es nicht viel eher ein Glück, so von der Solidargemeinschaft aufgefangen zu werden?



Wenn es soweit ist, dann ist der Mensch arm. Andernfalls könnte er aus eigenem Aufkommen seine Kosten bestreiten.
Das es in Deutschland NOCH ein Sozialsystem gibt, welches solche Fälle einigermaßen auffängt, ändert nichts an der Armut schlechthin.

--------------

Die Beispiele, in denen bewußt nicht oder falsch mit dem Geld gerechnet wird, kaufen ohne Überlegung usw, hat nichts mit Armut zu tun,
das ist einfach Dummheit und Leichtsinn, manches Mal sogar Frechheit. Solche Leute können dadurch in der Konsequenz arm werden, nämlich dann,
wenn der Kuckuckskleber kommt, das hat m.M. aber nichts mit der wachsenden unverschuldeten Armut im Lande zu tun.
.


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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#22 von Hansrudi , 20.04.2014 10:49

Warum gibt es wohl so ein System ? Damit das Kapital weiter in Frieden sich vermehrern kann und keinen Aufstand der Armen fürchten muß !
Nicht das es wieder heißt : `Friede den Hütten , Krieg den Palästen ! `

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#23 von altberlin ( gelöscht ) , 20.04.2014 10:53

Zitat von Hansrudi im Beitrag #22
Warum gibt es wohl so ein System ? Damit das Kapital weiter in Frieden sich vermehrern kann und keinen Aufstand der Armen fürchten muß !
Nicht das es wieder heißt : `Friede den Hütten , Krieg den Palästen ! `

Das trifft es auf den Punkt.


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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#24 von Ilrak , 20.04.2014 11:00

Genau. Man schafft Abhängigkeiten, und die halten das Volk still.


Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen.

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#25 von Smithie23 , 20.04.2014 17:57

Man muss sich aber nicht in jede Art von Abhängigkeit bringen lassen.

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#26 von mutterheimat , 20.04.2014 18:56

Zitat von Ilrak im Beitrag #24
Genau. Man schafft Abhängigkeiten, und die halten das Volk still.

Stimmt, aber auch genau dort greift dann ein Rad in das andere. Man glaubt allen Mist, welcher vorgegaugelt wird. Eine wunderbare Zusammenhängigkeit mit dem Medienstrang, hier, entsteht. Wenn man genau hinterfragt und sich auch über unkonventionelle Wege darüber informiert entsteht eine gefährliche Situation erst gar nicht. Das habe ich sogar, hier, ganz persönlich erlebt. Siehe Strang Handykauf. Da hätte ich, ohne diese Informationen, garantiert Mist gebaut. Man muß in der Lage sein, zu hinterfragen, ob diese, oder jene finanzielle Ausgabe absolut notwendig ist, oder noch kräftig Zeit hat, bzw. überhaupt möglich ist. Wenn der Kuckuckskleber da ist und mit ihm, zwangsweise, die Wohnung geöffnet wird (mit Gerichtsbeschluß und Polizei), oder der Abschleppdienst vor der Tür steht, ist es in der Regel alles zu spät. Dann sind das Auto und die bereits bezahlten Raten weg. Und dem Thema Autokauf gleich Genickbruch, beugt man mit dem Begriff Kfz Brief in der Wohnung bei sich zu Hause vor.

 
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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#27 von queeny , 20.04.2014 19:18

In jede Art der Abhängigkeit muss sich keiner bringen lassen, aber zwangsläufig sind Abhängigkeiten nicht vermeidbar. So geht heute nichts mehr ohne ein Konto bei der Bank.

Ich glaube, dass diese Diskussion hier nicht richtig läuft. Konsum und Armut sollten nicht in einen Tod geworden werden. Wirkliche Armut zeigt sich dort, wo zu Niedriglöhnen geschuftet wird, dort wo Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, dort wo Arme wegen ihrer Armut und Herkunft ausgegrenzt werden. Armut durch Konsum, ist von den entsprechenden Menschen selbst gemacht. Mein Mitleid haben sie nicht.


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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#28 von mutterheimat , 20.04.2014 22:09

Zitat von queeny im Beitrag #27
In jede Art der Abhängigkeit muss sich keiner bringen lassen, aber zwangsläufig sind Abhängigkeiten nicht vermeidbar. So geht heute nichts mehr ohne ein Konto bei der Bank.

Ich glaube, dass diese Diskussion hier nicht richtig läuft. Konsum und Armut sollten nicht in einen Tod geworden werden. Wirkliche Armut zeigt sich dort, wo zu Niedriglöhnen geschuftet wird, dort wo Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, dort wo Arme wegen ihrer Armut und Herkunft ausgegrenzt werden. Armut durch Konsum, ist von den entsprechenden Menschen selbst gemacht. Mein Mitleid haben sie nicht.

Das gehört allerdings ganz automatisch zur Überschrift dazu. Ich dachte eigentlich, daß dieses Problem ganz automatisch sich als selbstverständlich, hier, darstellt. Und nicht gesondert aufgeführt werden muß.

 
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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#29 von Smithie23 , 20.04.2014 23:41

Ich werde mich nie Jahrzehntelang zum Zinssklaven machen, nur um vielleicht mal irgendwann ein Haus zu besitzen. Ich wohne zwar drin, aber besitzen tu ich es weitestgehend (noch) NICHT. Warum ein Haus, wenn der Job in paar Wochen weg sein könnte ? In manchen Regionen, wie Schwabenland oder Bayern mag das ja noch gehen, weil dort ist ja immernoch das Mantra "Immobilie als Altersvorsorge und Kapitalanlage" aber man hat doch NIE eine Garantie - auch in gut laufenden Betrieben.

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RE: Droht in Deutschland eine neue Art von Armut?

#30 von altberlin ( gelöscht ) , 21.04.2014 09:57

Zitat von mutterheimat im Beitrag #28
Zitat von queeny im Beitrag #27

Ich glaube, dass diese Diskussion hier nicht richtig läuft. Konsum und Armut sollten nicht in einen Tod geworden werden. Wirkliche Armut zeigt sich dort, wo zu Niedriglöhnen geschuftet wird, dort wo Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, dort wo Arme wegen ihrer Armut und Herkunft ausgegrenzt werden. Armut durch Konsum, ist von den entsprechenden Menschen selbst gemacht. Mein Mitleid haben sie nicht.

Das gehört allerdings ganz automatisch zur Überschrift dazu. Ich dachte eigentlich, daß dieses Problem ganz automatisch sich als selbstverständlich, hier, darstellt. Und nicht gesondert aufgeführt werden muß.


Das sind zweierlei Hüte, mutterheimat. Die eine Art von Armut, hervorgerufen durch unkontrollierten Konsum, gibt es schon seit Jahren, ist in
meinen Augen keine NEUE Armut.
Die von queeny und auch bereits von mir angeführte Form von Armut, zu geringes Einkommen bei ständig wachsenden (Fix-) Kosten, ist die eigentlich neue Art.
Sie trifft viele Menschen, die schon vorher vom Konsum weitestgehend ausgeschlossen waren, aber noch über die Runden kamen. Letzteres ist zunehmend
auch bei größter Sparsamkeit nicht mehr gegeben.
Eine neue Armut, welche die Menschen abhängig macht und zwingt, aber auch jeden erdenklichen Job zu machen, nicht selten einen fernab ihrer eigentlichen
erlernten Tätigkeit, auch gern als Minijob und mit mehreren Jobs.
Eine schleichende Versklavung der Arbeitnehmer ist nicht zu übersehen.
.


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E.H.

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