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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#16 von Hansrudi , 16.10.2019 11:53

Gerade habe ich meine Monatsschichten eingetragen und siehe da , trotz einer Woche Urlaub bin ich immer noch 15 Schichten auf Arbeit . Früher war ich in einem Monat ohne Urlaub 15-18 Schichten arbeiten . Da hatte ich mit weniger Urlaubstagen mehr Freizeit übers Jahr .

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#17 von Ilrak , 16.10.2019 20:17

Dann wird dem Scheissverein doch die Brocken hin.
Ich weiss ja nicht, wo du lebst. Aber Alternativen gibt es in jedem Ballungsraum.


Die Meinung ist frei.
Doch zur Sicherheit hab ich 'ne Wumme.

( Freygang, "Der bewaffnete Blues" )

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#18 von Hansrudi , 17.10.2019 06:39

Das hätte schon vor 15 Jahren passieren sollen ! Nun , kurz vorm Ziel , sprich Sicherheit und Rente da wirft man nicht hin , da quält man sich durch . Denn ich erlebe es gerade bei einem Kollegen , der ist zurück in den Osten . Arbeit hat er , aber mehr Zeit für die Familie ? Unser Schichtsystem ist nun einmal besch... , egal wie der Laden sich nennt und heißt .

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#19 von michaka13 , 27.10.2019 04:20

Zitat von Hansrudi im Beitrag #16
Gerade habe ich meine Monatsschichten eingetragen und siehe da , trotz einer Woche Urlaub bin ich immer noch 15 Schichten auf Arbeit . Früher war ich in einem Monat ohne Urlaub 15-18 Schichten arbeiten . Da hatte ich mit weniger Urlaubstagen mehr Freizeit übers Jahr .


Mir drängt sich der Eindruck auf, beim ehemaligen oder auch Noch-Staatskonzern war man früher arbeitszeitmäßig wohl etwas verwöhnt.

Ein Monat hat 20 - 23 Arbeitstage. Für so ziemlich alle Arbeitnehmer. Das heißt, wenn ich eine Woche ( =5 Tage oder in Deinem Fall 5 Schichten) Urlaub nehme, muss ich immer noch 15 - 18 Tage arbeiten. So wie jeder Arbeitnehmer. Wo also ist bei genau Dir das Problem?

Bei Dir waren es früher 15-18 Schichten im Monat. Davon können andere Arbeitnehmer nur träumen. Das Du heute so arbeiten musst wie Millionen andere Beschäftigte auch, ist jedoch der Normalzustand, nicht die Ausnahme.

Ich war auch mal beim Staat angestellt. In meinem Fall war es die Bundeswehr. Da hatte ich auch mehr Urlaub als heute. Dank Quartals- und Halbjahrestagen kamen wir schon regulär auf 36 freie Tage. Kamen da noch viele Wochenenddienste oder Auslandsübungen-/einsätze dazu (Dienst zu ungünstigen Zeiten nannte sich das), wurde diese Zeit zu 50 % mit Freizaeitausgleich "vergütet". Heißt, für einen Wochenddienst (2 Tage) gabs einen Tag zusätzlich frei. Da Frauchen in der Verwandtschaft 2 Berufssoldaten hat, weiß ich, dass das heute auch nicht mehr so großzügig gehandhabt wird.

Natürlich ist es schwieriger in Schichten zu arbeiten, anstatt regelmäßige Arbeitszeiten zu haben. Trotzdem kriegen das Millionen Arbeitnehmer irgendwie hin. Ich hab selbst mal in Schichten gearbeitet. Waren so ungefähr 4 Jahre. Wobei ich fast nur Nachtschicht gearbeitet habe. Diese jedoch unregelmäßig. Die kürzeste war 6 Stunden, die längste Schicht 14 Stunden. Wochenenden, Feiertage. Da war alles dabei. Oft über 200 Stunden im Monat. Das war auch nicht immer einfach. Trotzdem hat man das hinbekommen. Als mir das zu viel wurde, hab ich mir was anderes gesucht. Diese Möglichkeit hattest auch Du all die Jahre. Doch Du jammerst lieber, anstatt zu handeln.

Frauchen macht mittlerweile ihre dritte Ausbildung. Sie hat Vollzeit gearbeitet und am Wochenende ihren Abschluß als Buchhalterin gemacht. Das hieß 5 Tage die Woche Arbeit und Samstag und Sonntag gings zur Steuerfachschule wo sie ihre Ausbildung absolviert hat. Das war nicht einfach. Aber sie hats gemacht und nicht gejammert. Ihre Ausbildung hat sie mit 98 % abgeschlossen, also Sehr gut! Ganz nebenbei war sie noch als Betriebsrätin (ohne Freistellung!) tätig. Sie war oft Abends fix und fertig, hats aber durchgezogen. Dazu kamen etliche Weiterbildungen. Frauchen nimmt grundsätzlich alles mit was der Arbeitgeber anbietet. Nun arbeitet sie immer noch in Vollzeit und absolviert daneben noch ein Studium. Wenn sie dann in 3 Jahren ihren Fachwirt hat, hoffe ich, sie wird etwas kürzer treten. Ich vermute jedoch das kann sie gar nicht. Und auch wir haben noch einen Haushalt zu führen, auch wir haben Arztgänge und Behördengänge zu absolvieren und irgendwie haben wir das immer hinbekommen. Auch wenns nicht immer leicht war und ist. An mir bleibt im Prinzip die ganze Hausarbeit und alle anderen Sachen hängen. Und auch ich stehe jeden Morgen um fünf auf und komme seltenst vor 18.00 Uhr nach Hause. Geht alles wenn man will. Man muss sich halt perfekt organisieren. Trotz allem schaffen wir es auch mal ein Wochenende zu verreisen, unsere Urlaube zu machen oder auch mal mit Freunden auszugehen.

Bevor du jetzt wieder los legst und uns erklärst wie schwer Dein Leben ist, denk mal dran. Auch andere haben es nicht leicht. Nur versinken die nicht in Selbstmitleid über ihr schweres Leben.


Gruß,

micha

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#20 von Hansrudi , 27.10.2019 07:51

Micha , vergiß bitte nicht , das ein Nachschicht an zwei Tagen stattfindet !An fünf aufeinanderfolgenden Tagen fahren wir teilweise 6-7 Schichten ! Die Schichten haben unterschiedliche Schichtlängen zwischen 6 und 14 Stunden , die Schichtübergänge minimum 10 Stunden inkl . Wege nach Hause . Unser Arbeitstag hat 24 Stunden , das heißt die Schichten können 00.01 beginnen bis 23-59 Uhr und ebenso in dieser Zeit enden ! Wenn ich früh um 03 Uhr aufstehe und 05. 30 Uhr anfange , die Schicht bis 17.20 geht dann bin ich frühesten gg. 19 Uhr zu Hause . Wenn man dann sogar einen 24 Stunden Übergang hat und 18 Uhr mit 12 Stunden wieder beginnt , da kannste dir mal überlegen , wie das dein Biorythmus mit dem schlafen mitmacht ? Wie lange du dann ohne Schlaf unterwegs bist ! Arbeitszeitrechtlich ist das alles legal ! Deswegen rege ich mich über keinen übermüdeten LKW - oder Busfahrer , Piloten usw. auf ! Denn das alles ist in solchen Branchen ganz einfach der Alltag und die Regel !
Ein Mensch funktioniert eben nun einmal nicht wie eine Maschine in Ein - und Ausschalter rund um die Uhr , ganz flexibel !

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#21 von michaka13 , 28.10.2019 03:46

Und das gleiche Problem haben Millionen andere Arbeitnehmer ebenfalls. Nur vergießen die nicht solche Krokodilstränen wie Du und zerfließen nicht in Selbstmitleid, Hansrudi. Frag mal Polizisten, Feuerwehrleute, medizinisches Personal, die Angestellten im Gastronomiegewerbe, im Hotelgewerbe, im Transportgewerbe, Arbeitnehmer die im ÖPNV tätig sind, die Sicherheitsbranche, usw. Das sind Millionen Menschen denen es nicht besser geht als Dir.

Das Züge auch an Wochenenden, an Feiertagen und in der Nacht fahren, war Dir doch bekannt, als Du Dich für den Beruf des Lokführers entschieden hast. Trotzdem hast Du ihn gewählt. Wenn es Dir nicht passt, einfach einen neuen Jaob suchen. Aber Du schätzt ja die soziale Sicherheit Deines Arbeitgebers, wie Du hier schriebst. Was willst Du eigentlich? 10 Schichten von 8 bis 16 Uhr im Monat bei 5.000 € brutto im Monat? Das gibts nicht, Hansrudi. Leb damit oder ändere etwas an Deiner beruflichen Situation.

Natürlich geht die unregelmäßige Schichtarbeit auf die Knochen. Und selbstverständlich leidet auch das Privatleben darunter. Aber all das war Dir bekannt. Akzeptiere es oder ändere es. Das Jammern in Foren führt zu nichts!


Kopfschüttelnde Grüße,

micha

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#22 von Hansrudi , 28.10.2019 07:39

Micha, deine gesunde Überheblichkeit kotzt mich an ! Sei froh das es dir gut geht und das du gesund bist und in dem Spiel der Leistungsgesellschaft mitmischen kannst !
Das kann sich mit einer chronischen Dauerkrankheit ganz schnell ändern und dann fällst du durch alle Netze durch und das bisher aufgebaute muß verbraucht werden bis nichts mehr übrig ist ( nicht das sich dann noch deine gesunde Frau von dir als Dauerkranken und Klotz am Bein und Belastung scheiden läßt und die Firma entläßt , weil du finanziell und sexuell nichts mehr zu bieten hast , da manche Krankheiten und Medikamente ganz tolle Nebenwirkungen haben ) . Dann lernst du ganz schnell deine echten Freunde kennen und diejenigen die deine erlebte Realität als Jammern bezeichnen und dir erklären du sollst den Arsch zusammenkneifen und wenigstens ehrenamtlich arbeiten gehen damit du nicht umsonst die Harzsätze erhälst !

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#23 von Hansrudi , 28.10.2019 08:17

Micha , hast du einmal mitbekommen , welche Berufsgruppen du aufgezählt hast ? Alles Berufe und Menschen ohne die nichts im Staate funktioniert ! Ohne die der funktionierende Staat zusammenbrechen würde , weil alle anderen zu faul sind in Schichten zu arbeiten und Belastungen auf sich zu nehmen ! Deshalb fordere ich ja auch : Schichtarbeiter aller Berufe vereinigt euch ! - Klappt nur nicht , weil eben jeder einzelne versucht mit seinem Arsch am die Wand zu kommen ! Du bekommst nicht einmal in einen Beruf eine Einigkeit hin , weil es gar nicht gewollt ist und auch sehr erfolgreich und intelligent dagegen angesteuert wird ! da wird auch die freiwillige Selbstausbeutung der Arbeitnehmer noch als familienfreundliche Sozialmaßnahme verkauft !
Du kannst gerne mal eine Rolle Rückwärts mitmachen , 10.04- 16.03 Uhr , nächter Tag 06.34-13.55 Uhr , nächster 01.33- 10.22 Uhr , gleicher Tag nochmal 22.34 -05. 47 Uhr , selben Abend 18.23 - 05. 07 Uhr au der Nacht . Danach hast du 60 Stunden frei mit einem vollen Kalendertag und gehst wieder in die Nacht . Und das ist sogar noch eine soziale Rolle , es geht auch noch verschärfter zu ! Wenn dann z.B. auch noch ein Elternabend in der Schule ist , wenn du gg. Uhr Feierabend hast und um Mitternacht der Wecker wieder klingelt ... Und sowas bis 71 ?

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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#24 von Berti , 28.10.2019 21:27

Guten Abend, liebe Forumsleute,
ich verfolge seit einiger Zeit als Zaungast die Diskussionen hier und bin immer wieder aufs Tiefste beeindruckt.
Der Hansrudi hat es doch wirklich schwer bei der Eisenbahn. Immer diese unregelmäßigen Arbeitszeiten und wenigen freien Tage. Da muss er in 5 Tagen 5 unregelmäßige Schichten hinlegen mit insgesamt 39 Stunden Arbeitszeit und hat danach nur 60 Stunden frei. Und in diesen 60 Stunden ist nur ein Tag enthalten. Das ist wirklich sehr belastend.
Ich wünsche unserem Hansrudi noch sehr viel Kraft, dass er das alles noch bis 71 durchsteht. Schließlich muss er doch auch meine schwer verdiente Rente mit erwirtschaften. Ich hoffe doch, dass er nicht auch freigestellt ist vom Rentenbeitrag.
Beste Grüße
Berti

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