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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#31 von Wega , 01.12.2019 11:49

Zitat von peppe im Beitrag #30
Queeny ....wenn ich drüber nachdenke wie offen das in der DDR war und wie stolz jeder erzählte was er für Prämien hatte da war nix von Neid........nicht das ich mich erinnern mag


@peppe, queeny ist schon lange kein Ossi mehr. Sie hat schon "vergessn" wie es mal war.


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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#32 von michaka13 , 01.12.2019 11:54

Der Beitrag von Weinböhlaer zeigt genau das Gegenteil von dem auf, was Hansrudi hier gerne erzählt. Ich unterstelle dem Weinböhlaer einfach mal, er hatte Spass an seiner Arbeit. Beim Hansrudi dagegen merkt man davon nichts.

Allerdings ist es auch schwierig, damalige Zeiten einfach in die Gegenwart zu projizieren. Ich selbst komme ja aus dem Handwerk. Da waren von Frühjahr bis Herbst 10 Stundentage eher die Regel, anstatt die Ausnahme. Der Samstag war da oft ebenfalls normaler Arbeitstag. Trotzdem wurde kaum gejammert und irgenwie hat jeder seine privaten Termine trotzdem erledigt. Hart war es bei Korrosionsschutzarbeiten. Vor allem wenn große Werke und Firmen Stillstand oder Betriebsferien hatten. Wenn die Shell in Wesseling aller paar Jahre das gesamte Werk runterfährt, dann werden alle Arbeiten die man sonst nicht machen kann, erledigt. 6 Wochen dauert der große Stillstand. Das hieß dann 42 Tage arbeiten. 7 Tage die Woche. 7 Uhr Arbeitsbeginn. Feierabend war, wenn das Tagesziel erreicht war. Das konnte auch mal Mitternacht sein. Allerdings hat man in diesen 6 Wochen ein Schweinegeld verdient. Da hätte ich sonst locker 4 Monate für arbeiten müssen. Danach gabs meist 2 Wochen von der Firma frei. Auch bei FORD haben wir gearbeitet während derer Betriebsferien. Z.B. über Weihnachten/Neujahr. Während andere gefeiert haben, waren wir arbeiten. Aber auch hier gabs sehr viel Geld und das hat fast jeder mitgenommen. Überlebt habe ich das alles, wie man sieht. Auch wenns manchmal nicht einfach war.

Mittlerweile arbeite ich in der Industrie. In ein paar Wochen bin ich schon 8 Jahre bei meinem jetzigen Arbeitgeber. Da sind die Arbeitszeiten klar geregelt. Wir arbeiten 41 Stunden die Woche, was für den Industriebereich schon viel ist. Im Moment suchen wir neue Leute. Auch für meine Abteilung. Etliche Bewerber wurden zu einem ersten Kennenlerngespräch eingeladen. Diese Gespräche führen die Abteilungsleiter, im Falle meiner Abteilung also ich. Zur Unterstützung habe ich eine langjährige, erfahrene Kollegin aus meiner Abteilung an meiner Seite. Wir sondieren die Bewerber. Wer uns geeignet erscheint, wird zu einem zweiten Gespräch eingeladen. Dort wird dann der Betriebsleiter und/oder der Geschäftsführer anwesend sein, damit auch Detailfragen geklärt werden können. Während der Gespräche zeichnete sich ein deutlicher Trend ab. Jüngere Bewerber haben sehr oft überzogene Gehaltsvorstellungen und möchten weniger Stunden arbeiten. Das betrifft vor allem die Gruppe der 20 - 35-jährigen. Die Gruppe der ab 45-jährigen hat eher realistische Gehaltsvorstellungen und hat auch keine Probleme mit den Arbeitszeiten. Was zwischen den beiden Gruppen liegt, ist mal so, mal so. Mein Eindruck ist, die jüngere Generation legt mehr wert auf Freizeit, während die ältere Generation bereit ist länger zu arbeiten. Ich betone hier jedoch, das ist mein persönlicher, rein subjektiver Eindruck. Leute wie Weinböhlaer, die auch bereit sind sich für die Firma zu engagieren, dürfte man meiner Meinung nach eher bei der älteren Generation finden.


Schöne Grüße,

micha


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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#33 von peppe , 01.12.2019 12:00

Micha .......Die Grupe der an 45-jährigen .........Was ist mit den Leuten Ü 50??????? Fallen einfach die Bewerbung in Papierkorb gell ? So ist es hier der Fall.................



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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#34 von Weinböhlaer , 01.12.2019 12:53

Zitat von peppe im Beitrag #26
Salü Jürgen........
Wäre es Dreist zu fragen? Was du für eine Rente hast .........



Sicher fragen darfst du .......die Rentenpunkte für die *Einzahlungen* in der DDR sind
so wie bei jeden gleich, eben entsprechend der Jahre.
Maßgebend sind die Jahre nach 1990, da zahlt es sich eben aus wenn man sich angestrengt hat,
noch mal zur Schule gegangen ist um eine besser bezahlte Tätigkeit zu machen.
Wir sind hier teilweise auf 1,9 Rentenpunkte pro Jahr gekommen. Das heißt aber auch, wir haben ordentlich eingezahlt
in das Rentensytem.


Sparen heißt hungern für die Erben....

 
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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#35 von michaka13 , 01.12.2019 12:54

@peppe, ich schrieb "die Gruppe der ab 45-jährigen. Das beinhaltet auch 50- oder 60-jährige.

Die letzte Einstellung in meiner Abteilung war ein 59-jähriger. Das war vor 2 oder 2,5 Jahren und der Kollege hat bisher alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. 2 neue Mitarbeiter bekomme ich. Gut, ich möchte gern 3 neue. Da gibts noch etwas Redebedarf mit dem Chef. Meine Favoriten sind einer unserer Zeitarbeiter und eine Dame, die sich beworben hat. Der Kollege von der Zeitarbeitsfirma ist 61 Jahre alt. Aber der macht halt einen super Job, ist bei den Kollegen sehr beliebt und engagiert sich auch sonst sehr. Die Dame die zu meinen Favoriten gehört, ist um die 50, machte aber den kompetentesten Eindruck von allen Bewerbern.

Unsere Belegschaft ist überaltert. Ich habe in meiner Abteilung einen 32-jährigen, der leider oft mit hohem Krankenstand glänzt. Dazu kommt die angesprochene langjährige Mitarbeiterin, sie ist gerade 44 geworden. Die anderen sind alle älter als ich. Wobei 6 Leute bereits die 60 erreicht, bzw. überschritten haben. Mein ältester Mitarbeiter ist im Mai diesen Jahres 70 geworden. Er arbeitet auf eigenen Wunsch noch 34 Stunden im Monat. Nötig hätte er es nicht. Hat mehrere Wohnungen in Bayern geerbt. Auch besitzt er ein Appartment in Marbella, wo er mit seiner Frau viel Zeit verbringt. Sein eigenes Anwesen ist riesig. Aber er sagt, die Arbeit bringe ihm Abwechslung und solange er Spass hat, möchte er gern bleiben.

Wir sind ein Familienunternehmen und schmeißen die Leute nicht einfach raus nur weil sie alt sind. Bei uns gehen die Leute in der Regel vom Arbeitsplatz in die Rente, es sei denn sie kündigen von sich aus. Kommt eben vor, wenn jemand woanders bessere Arbeitszeiten hat, er mehr verdient in einer anderen Firma oder einfach weil der Arbeitsweg kürzer ist. Die Firma gibt es jetzt 32 Jahre und bis heute gab es noch keine betriebsbedingte Kündigung. Das soll auch so bleiben!

Allerdings wird der hohe Altersdurchschnitt immer mehr zum Problem. Unser Krankenstand ist überdurchschnittlich hoch. Fast immer sind es sogenannte altersbedingte Krankheiten. Auch wenn körperlich schwere Arbeiten anfallen, bräuchte ich mal jüngere Leute. Im Moment lösen wir das mit Zeitarbeitern. Das ist aber kein Dauerzustand. Wir möchten gern nur mit Festpersonal arbeiten. Doch was kann die Lösung sein? Die Alten rausschmeißen? Das machen wir nicht. Jüngere einstellen die keinen Bock haben? Bringt nichts. Was also wäre richtig?

Du solltest mal bei den Vorstellungsgesprächen dabei sein. Wir suchen Leute zur Festanstellung. In den Annoncen finden sich Worte wie langfristig und unbefristet. Da bewirbt man sich und plaudert munter drauf los, man möchte gern 2 - 3 Jahre arbeiten und dann ein Studium beginnen. Finde ich gut. Qualifizierung ist wichtig. Nur mir/uns bringt es nichts, wenn jemand nach 2 oder 3 Jahren wieder abhaut. Einer wollte 35 - 38 Stunden arbeiten. Wunschgehalt waren 62.500 € brutto Jahresgehalt. Der hatte sich auf die Stelle als Quereinsteiger/Produktionshelfer beworben. Hallo? Das sind fast 30 Euro die Stunde! Da sind wir im Bereich der Abteilungsleitergehälter. Wir bieten für Helfer 14,50 € die Stunde. Nach bestandener Probezeit 15,50 €. Dazu Weihnachts- und Urlaubsgeld. Die Gehaltserhöhungen lagen in den letzten Jahren jeweils zwischen 3,4 % und etwas über 4 %. Dazu 30 Tage Urlaub. Kostenfreie Getränke, wie Wasser, Kaffee und Tee. Betriebsrente und vermögenswirksame Leistungen. Ich denke für den Helferbereich ist das ein gutes Angebot. Aber gerade von der jüngeren Generation werden Vorstellungen von 18 - 20 € die Stunde im Helferbereich aufgerufen. Das geht nicht. Da sind wir im Bereich der Gehälter für Fachleute. Wir suchen ebenfalls ein/e Industriemechaniker/in und ein/e Feinwerkmechaniker/in. Da sind 18 € die Stunde absolut okay. Nicht aber im Helferbereich.


Viele Grüße,

micha


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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#36 von queeny , 01.12.2019 16:55

Wega, es fiel mir öfter auf, dass du gerne mal paar Worte schreibst, wenn es um mich geht!!

Zur Klarstellung: Ich in kein Ossi, ich war nie ein Ossi, sondern ich lebte einige Jahre dort. Dennoch kann ich beurteilen, wie es in der DDR zuging, und zwar positiv und negativ.


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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#37 von peppe , 01.12.2019 18:47

Wieso bist du als Wessi in den Osten gegangen Queeny? Bist du ein alter Wessikommunist :)?



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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#38 von peppe , 01.12.2019 18:54

Jürgen musst du deine Rente versteuern? Das ist auch was hier :( Wenn ich pensioniert bin muss ich die Rente versteuern auch wenn Sie noch so klein ist. Krankenkasse für einen Rentner hier gut und gerne 400 sfr bei Selbsbehalt von 1500 sfr........wenn ich einen Krankwagenanfodern muss kostet mich das hier 500sfr usw von Zahnbehandlung will ich gar nicht erst schreiben :(
Steuern kannst du hier rechnen als normaler Rente eine Monatsrente..........tja so goldig wie alle denke ist die CH doch nicht



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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#39 von Weinböhlaer , 01.12.2019 19:17

Sicher muss die Rente versteuert werden, obwohl sie bei der Einzahlung schon versteuert war.
Das haben wir Schröder unter Rot/ Grün zu verdanken.
Krankenversicherung ist ok., kleiner Beitrag.......aber der Zahnarzt kann schon richtig ins Geld gehen.


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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#40 von peppe , 01.12.2019 19:22

Eben das meine ich ja Jürgen .....wenn die Steuer von der Rente schon automatisch weg ist, ist ok. Hier musst du dies Geld ansparen das du im neuen Jahr selbst die Steuern ausfüllen inkl zahlen musst.



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RE: Arbeitszeitdiskussionen

#41 von queeny , 01.12.2019 19:29

Zitat von peppe im Beitrag #37
Wieso bist du als Wessi in den Osten gegangen Queeny? Bist du ein alter Wessikommunist :)?


Familiäre Sache, Peppe. Ich will das privat lassen.


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