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Demographie Ost

#1 von mathias , 02.06.2007 08:56

In Antwort auf:

Junge Frauen verlassen den Osten
Studie warnt vor „neuer männerdominierter Unterschicht“ / Grund ist unterschiedliches Bildungsniveau

Von Christian Tretbar

Berlin - Ostdeutschland verliert dramatisch an jungen Frauen. Laut einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung haben seit dem Fall der Mauer 1,5 Millionen Menschen die neuen Länder verlassen. „Es sind vor allem junge, qualifizierte Frauen abgewandert“, sagt der Leiter des Instituts, Reiner Klingholz. Die Autoren der Studie „Not am Mann“ kommen zu dem Schluss, dass es in einigen Regionen Ostdeutschlands einen Männerüberschuss von mehr als 25 Prozent gibt. Dieses Frauendefizit in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre sei europaweit einmalig. Selbst Polarkreisregionen im Norden Schwedens und Finnlands, die seit langem unter der Landflucht speziell junger Frauen litten, reichten an diese Werte nicht heran.

Folge dieser Entwicklung sei in strukturschwachen Regionen die Bildung einer „neuen männerdominierten Unterschicht“, die „besonders anfällig für rechtsradikales Gedankengut ist“, wie Klingholz sagt: „In Kreisen mit hohem Männerüberschuss erzielen rechte Parteien besonders gute Wahlergebnisse.“ Hauptgrund für die große Abwanderung junger Frauen ist das unterschiedliche Bildungsniveau. Zwischen 1999 und 2004 verließen 31 Prozent aller jungen Ost-Frauen die Schule mit Abitur. Bei den Männern waren es nur 21 Prozent. Rund 15 Prozent der Jungen erreichten keinen Hauptschulabschluss.


http://www.tagesspiegel.de/politik/archi...007/3299641.asp

So eine neue Studie, sind es vorallem die Frauen, die in den sprung in den Westen machen, und der alten Heimat den Rücken kehren. Was ist da eure Erfahrung? Ist was dran an der Studie, oder sollte man sie ehr anzweifeln?

Interessant ist das thema, aber dennoch, auch wenn sie in zeiten des Internets, usw, ehr nicht so schlimm sind, da ja viele Beziehungen mittlerweile über das Internet entstehn, so das entfernungen nur noch relativ sind


Spürst du es in dir? Wie uns das Leben erfüllt mit Glück? Wir alle sind hier zu leben unser Geschick. Sing ein Lied! Vergiss die Sorgen, wenn ein Tag zu Ende ist! Komm vertrau auf morgen, weil das Leben es uns verspricht!

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RE: Demographie Ost

#2 von Karuscha , 02.06.2007 12:12

Die ganze Diskussion ist schon schwierig. Aber auch ich musste in meinem Bekanntenkreis die Erfahrung machen, dass es doch eher die jungen Frauen/Mädels sind, die sich aufgrund der schwierigen Arbeits- und Ausbildungssituation entscheiden, in die alten Bundesländer zu gehen. Viele Männer hingegen sind zu Hause geblieben, obwohl die Aussicht auf einen Job schon sehr schlecht war.

Aber ob es nun generell so ist kann ich nicht beurteilen. Aber mir ist teilweise bei meiner eigenen Ausbildungssuche aufgefallen, dass die Jungs in manchen Gebieten doch mehr gefördert und unterstützt werden auch in der Heimat etwas zu finden. Mir wurde nur eine Lehrstelle in der Heimat angeboten - der Berater vom A-Amt hat dann eigentlich nur gesagt, dass man als junges Mädchen hier nicht weit kommen würde und lieber rüber gehen solle ... Naja, ich hab mich dann lieber selbst gekümmert und bin dann halt hier gelandet

Also Männer, was sagt ihr dazu??

LG Katrin


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RE: Demographie Ost

#3 von Gelöschtes Mitglied , 08.06.2007 23:13

Das eigentliche Problem an der Sache ist doch, dass der Osten regelrecht ausstirbt. Meine Heimatstadt (noch 17.500 Einwohner) verlassen jährlich 300 Einwohner im Alter zwischen 18 und 30 und in allen anderen Regionen sieht es doch auch nicht besser aus. Aktionen wie "Sachse, komm zurück" sind erste Versuche vor allem gebärfähige Frauen in den Osten zu locken. Freital ist jetzt sogar die erste Stadt, die jungen Frauen eine Prämie von 2000 Euro zahlt, wenn sie dorthin ziehen. Nette Ideen, aber so einfach ist dieses Problem nicht zu lösen.


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lieber von seinen Handlungen
als nach seinen Worten,
denn viele handeln schlecht
und reden vortrefflich.

zuletzt bearbeitet 08.06.2007 23:14 | Top

RE: Demographie Ost

#4 von tommes , 08.06.2007 23:46

So einfach ist das wirklich nicht. Die Meisten, die im "Westen" eine Anstellung finden und das dazu auch mit der Familie vereinbaren können, gehen zur Arbeit. Dem "Osten" wird die Flexibilität der Menschen zum Problem. Sie sehen, dass in der Heimat nicht genügend Möglichkeiten vorhanden sind, ihrem Beruf nachzugehen und das nötige Geld zu verdienen - also wählen sie den Ort, an dem das möglich ist.

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RE: Demographie Ost

#5 von mathias , 09.06.2007 09:20

Nun ja, bei uns in der gegend, muss ich mich um demographie derzeit ehr keine soo großen sorgen machen, da wir ja zum verflechtungsraum von Berlin gehören, und daher können wir immer pendeln. Dennoch haben wir hier im ort angefangen, uns mit dem Thema zu beschäftigen, und mußten feststellen, dass sehr viele unserer Ehemaligen Jungen Leute zurück kommen würden, wenn sie hier job perspektiven in ihren bereichen hätten, und würden dann auch auf etwas weniger Geld verzichten, so das ergebniss der Umfragen/befragungen.

Von meiner Klasse 1996 Abschlussklasse in Wiesenburg, sind nur 10% in die Alten bundesländern gegangen, und von meinem Ort nicht mal ein prozent (scheint so, als seinen die Fläminger nicht so pflüge wie andere)
Aber dafür hat es die Paralellklasse geschredert, wo gleich 50% abgehauen sind. Wir haben ja auch mittlerweile das Glück, dass sich unsere Beziehungen zu Flandern/Holland auszahlen, und von dort immer mehr in unsere Gegend ziehn! Daher machen wir schon witze, dass wir uns nur heimisch fühlen, wenn wir das Europäische Schild NL bei den Autos sehn

Aber leider sind wir dort ehr die Ausnahme, den schon im Nachbarkreis Elbe/Elster, sieht das zappen duster aus, und die Demographie haut dort richtig rein.
Daher weiß ich auch nicht, wie man den trend stoppen kann, und das frustierend..
Den bei genauerer Betrachtung kann man grade in den Neuen Ländern eigentlich viel machen, und auch ordentlich Geld verdienen, wenn man risiken eingeht, und sich was aufbaut..

PS:
Hoffnung sehe ich auch in den grenznahen regionen, da junge Polen/Osteuropäer sich den Häusermarkt ansehn, und auch stellenweise die Vorteile, der einfachen firmengründung interessant finden, aber derzeit dürfen sie ja noch nicht, da es für Osteuropaer noch keine erlaubnis, und Arbeitnehmerfreiheit gibt..


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RE: Demographie Ost

#6 von Weilheimer , 27.07.2008 02:02

Als ich noch in die Schule ging Heimatkunde 1.Klasse wurde gelehrt meine Heimatstadt Finsterwalde hat 27000 Einwohner. In der Umgebung wurde Braunkohle gefördert und einige Orte vielen dem Bagger zum Opfer und diese Menschen wurden zwangsweise Bürger der Stadt. Momentan dümpelt die Einwohnerzahl bei 18000. Kleinere Gemeinden wurden in den letzten Jahren eingemeindet, sonst wäre die Einwohnerzahl noch stärker gesunken.
Prognosen sagen das Finsterwalde um 2020 rum nur noch 12000 Einwohner haben wird und das ist schon dramatisch.



 
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RE: Demographie Ost

#7 von Rotkäppchen , 27.07.2008 10:14

Interessanter Artikel! Davon hört man ja viel, dass in einigen Regionen ein Männerüberschuss herrscht! Die Studie, von der im Tagesspiegel die Rede ist, wurde, nur um es zu erwähnen, auch von anderen Universitäten in Greifswald und Rostock z.B. ebenfalls durchgeführt.

Interessant ist aber die These, dass das höhere Bildungsniveau der Grund für die Abwanderung ist
Ich würde noch eine andere Überlegung mit dranhängen, die man in der Greifswalder Studie anspricht:

Es ist die Mentalität der emanzipierten ostdeutschen Frauen! Ihr Drang zu beruflicher Unabhängigkeit und ökonomischen Selbständigkeit, welche den jungen Frauen von ihren Müttern weitergegeben wurde. Das ist doch etwas gutes, was man uns mit auf den Weg gegeben hat, nicht

Im umgedrehte Fall hätte es auch so aussehen können:
Man heiratet einfach als Frau den erstbesten, schenkt ihm 2-3 Kinder, hängt seinen Beruf oder Berufswunsch einfach an den Nagel und avanciert zu Hausfrau und Mutter. Wenn diese Mentalität in den Köpfen der ostdeutschen Frauen vorherrschen würde, gäbs wahrscheinlich nicht so eine dramatische demographische Entwicklung. Ist so meine These


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zuletzt bearbeitet 27.07.2008 | Top

RE: Demographie Ost

#8 von queeny , 27.07.2008 16:18

Weil Männer zur Bequemlichkeit neigen! Sie wollen möglichst auch in der Nähe
ihrer Mütter bleiben,weil sei es gewöhnt sind von dieser Seite verhätschelt
zu werden. Auch hängt teilweise Wohneigentum an dieser Heimatklammerei.
Sie wollen ihr Häusle oder was auch immer nicht alleine lassen. Die Vergangenheit
hat doch gezeigt, dass Frauen viel mehr ertragen können als Männer. Wer
hat denn den Schutt nach dem Krieg weggeräumt und vorhandene Kinder alleine
durchgebracht, weil die Männer nicht mehr am Leben waren oder in Kriegsgefangenschaft?
Die Frauen waren das. Was wäre diese Gesellschaft ohne Frauen? Arm dran wäre sie!

Rebekka

 
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RE: Demographie Ost

#9 von Sentinel ( gelöscht ) , 23.08.2008 20:37

Hab ich schon immer gewusst. Es war klug aus Ossistan wegzuziehen. Nicht mehr lange, dann wohnen dort nur noch Alte und die Friedhöfe sind größer als die Marktplätze und manche Orte werden wohl dichtgemacht. Mehr dazu im Spiegel.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,573530,00.html
An jungen Leuten gibt es im Osten bald nur noch dumme Hauptschüler und welche die den Arsch nicht hoch kriegen.

Sentinel
zuletzt bearbeitet 23.08.2008 20:39 | Top

RE: Demographie Ost

#10 von queeny , 23.08.2008 21:51

Miesmacher! Und Hauptschüler sind noch lange nicht dumm.
Es hat eben lange nicht jeder das Zeug, Ingenieur zu
werden. Es muss auch Menschen geben, die die vielen einfachen
Arbeiten ausführen, die nötig sind, um zu überleben.
Die faulen Schreibtischtäter kann man vergessen, diese
Leute, die mit zwei linken Händen geboren wurden.
Mir ist ein Arbeiter jedenfalls lieber als ein Sesselfurzer,
der für seine geistig arme Tätigkeit überbezahlt wird.

Rebekka


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RE: Demographie Ost

#11 von mathias , 23.08.2008 22:28

Zitat von Sentinel
Hab ich schon immer gewusst. Es war klug aus Ossistan wegzuziehen. Nicht mehr lange, dann wohnen dort nur noch Alte und die Friedhöfe sind größer als die Marktplätze und manche Orte werden wohl dichtgemacht. Mehr dazu im Spiegel.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,573530,00.html
An jungen Leuten gibt es im Osten bald nur noch dumme Hauptschüler und welche die den Arsch nicht hoch kriegen.


Zynismus an:
dann fragt man sich, warum unter den 10 Jüngsten Städten deutschlands, 3 aus Ossistan sind..
sogar die jüngste mit 33,5 Jahren Altersdurchschnitt Potsdam!
Nimmt man Berlin noch mit dazu, dann sogar 4!


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RE: Demographie Ost

#12 von kirschli ( gelöscht ) , 23.08.2008 23:28

Zitat von Sentinel
Hab ich schon immer gewusst. Es war klug aus Ossistan wegzuziehen. Nicht mehr lange, dann wohnen dort nur noch Alte und die Friedhöfe sind größer als die Marktplätze und manche Orte werden wohl dichtgemacht. Mehr dazu im Spiegel.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,573530,00.html
An jungen Leuten gibt es im Osten bald nur noch dumme Hauptschüler und welche die den Arsch nicht hoch kriegen.


Wenn ich so was lese kann ich das kotzen kriegen,wer solch eine Meinung hat ist dümmer als Hauptschüler,ich kenne viele die kein gymnasium haben und im leben ihren mann stehen ,besser als manch studierter und promovierter, wenn die mal richtig zu packen müßten hätten die zwei linke pfoten,warum haben wir denn unsere Heimat verlassen doch nicht freiwillig, sondern weil wir dazu gezwungen waren um arbeiten zu könnne und um unsere familien zu ernähren und unsere werte regierung tut alles dafür das es so weiter geht,viele würden lieber in ihrer heimat arbeiten wenn es gerechter zuginge beim Lohn und wir über 50 die Möglichkeit da zu hätten, familien werden aueinander gerissen und entfremden sich und da sollen noch Kinder geboren werden !!!! wer zu hause bleibt wird als asozial und arbeits scheu hingestellt, aber wer kümmert sich um die Eltern die zurück bleiben und Hilfe Brauchen,


" wie dus machts ist egal-falsch ists alle mal"

kirschli

   

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