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Aufstand der Anständigen am 17.06.2009 im Landkreis Esslingen

 von Weilheimer , 11.06.2009 15:22

Werte Forenuser,
Erinnern wir uns: Im Oktober 2008 wurden 480 Milliarden Euro für die Banken von der Regierung beschlossen. Das bedeutet, jeder Einwohner bürgt für etwa 6.000 €, d.h. wir im Landkreis für 3 Milliarden. Damit werden die Verluste der „Giermanager" vom Volk getragen und die großen Vermögen gerettet. Die Begründung war, mit dem Geld soll die Krise von der Realwirtschaft — also der Wirtschaft, in der wir arbeiten — abgewendet werden.
Nun ist die Krise wie ein Tsunami in den Betrieben im Landkreis Esslingen angekommen: 75 % Auftragseinbruch im Maschinenbau, 30 % Rückgang in der Automobilindustrie.
Die Betriebe reagieren meist mit Kurzarbeit. Aber 2800 Arbeitsplätze wurden bereits abgebaut, weitere 1000 Kündigungen sind geplant. Nach Leiharbeitern und Befristeten soll es im nächsten Frühjahr die jungen Leute bei der Übernahme nach der Ausbildung treffen. Wir haben unser Konzept Stunden entlassen statt Menschen dagegengestellt.
Viele Betriebe machen bereits große Verluste. Die Gewinne der letzten Jahre reichen bei manchen nur noch Monate. Das Geld geht aus. Wenn die Banken Kredite geben, verlangen sie erhöhte Zinsen und oftmals so genannte Strukturanpassungen, d.h. Entlassungen — obwohl wir alle für deren Verluste bürgen und sie das Geld für 1 % Zinsen von der EZB (Europäische Zentralbank) bekommen. Deshalb fordern wir, ein Sechstel der 3 Mrd. Euro direkt in einen Regionalfonds für den Landkreis zu geben, um mittelständische Betriebe unterstützen zu können.
Aber auch die Kurzarbeiter geraten mehr und mehr in Geldschwierigkeiten. Darum haben wir die Banken im Landkreis aufgefordert, die Überziehungszinsen für Kurzarbeiter für die Dauer der Kurzarbeit auf 3 % zu senken — schließlich bekommen die Banken das Geld ja für 1 %. Das haben bisher alle abgelehnt. Die Sparkasse hat den Zinssatz sogar auf 17,75 % angehoben.
Das ist unanständig. Deshalb rufen wir auf zum Aufstand der Anständigen.
Über Generationen wurden die Betriebe im Landkreis aufgebaut. Unsere Produkte sind weltweit anerkannt. Unseren Vorgängern haben wir den heutigen Lebensstandard zu verdanken. Nun müssen wir alles tun, damit wir und unsere Kinder auch in Zukunft anständig arbeiten und anständig verdienen können.
Also müssen wir anständig am 17. Juni 2009 demonstrieren.
Die Belegschaften von Wahler, Eberspächer und Index starten um 14 Uhr bei Index.
Die mit Bussen kommen, sammeln sich ab 14.30 Uhr an der Volksbank (Parkhaus Pliensauturm).
Wir gehen dann zum Hauptbahnhof.
Dort kommen die Nürtinger und Wernauer mit dem Zug an und treffen uns an der Kreissparkasse.
Wir gehen durch die Stadt zur Deutschen Bank am Hafenmarkt.
An jeder Bank machen wir kurz Halt und hängen dort unser „letztes Hemd" auf. Auf der Abschlusskundgebung auf dem Hafenmarkt werden wir unsere Vertreter für einen regionalen Wirtschafts- und Sozialrat bestätigen und die nächsten Schritte ankündigen.
Vom IG Metall Vorstand wird Helga Schwitzer sprechen.

Quelle: Eine Information der IG Metall Esslingen.


Wenn eine Frau nicht spricht, soll man sie auf keinen Fall unterbrechen.

Clint Eastwood


Weilheimer
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