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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#151 von altberlin ( gelöscht ) , 22.10.2014 16:26

Jeder gute Eizelhändler besorgt gern alles, was ihm möglich ist. Ich bin nach wie vor kein großer Freund vom Online einkaufen, werde es
hier zwangsweise nur nutzen, wenn ich Dinge haben will, die es hier nicht gibt. Das wird sich auf Modellbahnartikel begrenzen, denn
weiter fehlt hier nichts.
Oder man bringt sich was mit, wenn Urlaub in Deutschland oder Österreich angesagt ist.

Was Einkaufscenter anbelangt, ich hasse nichts mehr, als bei Bedarf kein Personal vorzufinden oder erst ewig die Kasse ausfindig machen zu müssen.
Es wird am Personal gespart das es schon schmerzt.
Und das Angebot kot.. mich an, wenn es überall versreut ist, anstatt gut sortiert präsentiert wird.
.


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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#152 von Smithie23 , 22.10.2014 16:34

Gut, der Aufbau eines Ladens ist immer subjektiv zu beurteilen. Es ist eben so, dass die Läden in den großen Passagen und Centern meist mit 450 € Kräften arbeiten. Da gibts meist nen Filialleiter(in) als Vollzeitstelle und 1-2 Vollzeit/Teilzeitkräfte. Der Rest wird über "Pauschis" gemacht. Es ist eben sparen, sparen, sparen ... muss ich bemerken, auch ein Ding, woran die Kundschaft nicht ganz unschuldig ist.
Ich hasse eher diesen riesen Andrang und alle sind gestresst und tun so, als würde morgen für immer geschlossen sein und Versorgung mit Gütern wird auf einmal eingestellt. Familien mit Kindern und den 2 Hunden dazu ... Jeder will was Anderes - alle am nörgeln. Kann ich gut beobachten, wenn ich irgendwo in Ruhe nen Kaffee trinke

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#153 von Gogelmosch , 22.10.2014 16:36

Zitat von andersdenker im Beitrag #150

Zum Service und zu einer zuvorkommenden Behandlung gehört für mich, dass ich mich erstmal im Laden selbst orientieren darf ...
Einfach rumschauen und rumstöbern ...

Komme ich zu einen der wenigen Einzelhändler und fragt, ob er mir helfen kann, dann
verneine ich dies und sage, daß ich mich nur mal mich umgucken will. Meist zieht er
sich dann ganz diskret zurück und "überläßt" mir seinen Laden.
Ilrak, mein Modellbauhändler hat nen Laden von ca.30qm und wird trotzdem von Vertretern
namhafter Firmen aufgesucht und von diesen Firmen auch beliefert. Manchmal frag ich
mich, wo er das Ganze unterbringt. Bestellen per Online ist nicht, da manches wirklich
teurer ist als bei dem Händler.
Ich glaub, es kommt auch auf die Lage des Geschäfts an. Manche liegen so ungünstig, daß
es sich garnicht erst lohnt dort hin zu gehen.


Wer sagt: „Hier herrscht Freiheit“, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht!

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#154 von BesserWessi0815 , 22.10.2014 19:14

heute auf rbb-online http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beit...ern-preise.html

Zitat
Niedergang der brandenburgischen Obstwirtschaft

Vor 20 Jahren wurden in Brandenburg noch auf 10.000 Hektar Äpfel angebaut, heute sind es nur noch 910 Hektar, Tendenz weiter fallend. "Einige Betriebe werden den Preisverfall in diesem Jahr nicht überleben", prognostiziert Aurich. Auch Raik Neumann zieht Konsequenzen. Die Sorte Idared, die in Russland so beliebt ist, wird er nicht mehr anbauen. Sanktionen hin oder her. "Das Risiko hier die Produktionskosten zu tragen, nächstes Jahr mit steigenden Lohnkosten aufgrund des Mindestlohns, ist einfach zu groß." Zwischen fünf und sechs Euro verdienen die polnischen Erntehelfer mit Akkordarbeit bei der Apfelernte. Mit dem Mindestlohn ab nächstem Jahr, müssten sie 8,50 Euro pro Stunde bekommen. Jenseits der Oder wird auch ein Mindestlohn gezahlt, er liegt bei zwei Euro. Im Vergleich zu polnischen Landwirten sind die Brandenburger Obstbauern dann kaum noch konkurrenzfähig. Deshalb wird Raik Neumann die vier Hektar Idared-Apfelbäume auch nicht durch andere ersetzen, sondern gleich komplett roden. Wieder vier Hektar weniger Obstanbau in Brandenburg.

... durch das polnische Lohndumping wird auch die Wirtschaft Brandenburgs tangiert, da die Ernte dort viermal so teuer ist.
Der Mindestlohn in den Grenzgebieten hat die ähnliche Wirkung wie die Währungsunion, als die Produktionskosten sich 'über Nacht' mehr als verzehntfacht haben (aus Sicht der Kundschaft außerhalb der "DDR" sowohl in Ost-, wie auch in Westeuropa)


..."Der tut nix!"......"Der will nur spielen"... - Peng! -

 
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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#155 von altberlin ( gelöscht ) , 23.10.2014 11:56

Obstanbau in Deutschland, wo rechnet sich das denn überhaupt noch ?
Was ist in den Obstbaugebieten bei Hamburg, was wird dort gezahlt ?
Wer verdient wieviel in Baden-Württemberg ? Werden zukünftig überall in D die Apfelplantagen gerodet und Äpfel aus Südtirol oder China bestimmen
die Angebote ?
Sind es vielleicht lediglich die Discountpreise der Importe aus aller Welt, die den normalen Wirtschaftskreislauf in D gefährden ?
Die Deutschen wollen doch alles plunderbillig, da muß man dann auch mit Arbeitsplatzabbau rechnen, wenn kein normales Denken einsetzt.
Die Zeiten des Überflusses sind vorbei, vielleicht sollte das Geld mehr mit Verstand ausgegeben werden als nur in verklärtem Shoppingrausch.
Aber das wird leider täglich suggeriert, schaut man sich die Werbung an. Langlebige Qualität wird bei der Masse der Käufer nicht mehr nachgefragt,
lieber wegwerfen, man muß schließlich immer hipp sein.
Und da schließt sich der Kreis, nichts bezahlen wollen, aber viel verdienen ! Das paßt nicht zusammen.
.


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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#156 von Smithie23 , 23.10.2014 12:00

Zumal die Discounter die Billigpreise diktieren und auch beim Thema Milch kaum mehr was zu verdienen ist. Je größer und mächtiger ALDI und LIDL und auf der anderen Seite Amazon werden, desto mehr werden sie die Preise aufgrund der hohen Einkaufmengen drücken können. Und du sagst es ganz richtig: weil der Verbraucher es so will !

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#157 von Paule , 23.10.2014 12:10

Zitat von altberlin im Beitrag #155

Die Deutschen wollen doch alles plunderbillig, da muß man dann auch mit Arbeitsplatzabbau rechnen, wenn kein normales Denken einsetzt.

Jetzt muss ich leider ketzerisch fragen: Wo gibts Du Dein Geld aus?

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#158 von altberlin ( gelöscht ) , 23.10.2014 12:10

Ja, der Verbraucher will es so, begreift aber nicht, daß er sich indirekt sein eigenes Grab schaufelt.
Ich kann mir mit der Geldmenge X im Monat eben nur die Summe Y ausgeben, muß notfalls mal sparen, um mir was zu leisten.
Aber entweder wird auf Pump gekauft, was oft (immer) Zinsen kostet, wenn es heißt, Null-Zins, ist der trotzdem im Preis versteckt,
oder es muß billig sein, bis der Arzt kommt (Primark).
Daß damit irgendwo auch der eigene Arbeitsplatz gefährdet sein kann, wem kommt das schon in den Sinn ?

Nur das zählt http://clipart.coolclips.com/300/wjm/tf0...ps_vc061448.jpg
.


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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#159 von altberlin ( gelöscht ) , 23.10.2014 12:19

Zitat von Paule im Beitrag #157
Zitat von altberlin im Beitrag #155

Die Deutschen wollen doch alles plunderbillig, da muß man dann auch mit Arbeitsplatzabbau rechnen, wenn kein normales Denken einsetzt.

Jetzt muss ich leider ketzerisch fragen: Wo gibts Du Dein Geld aus?



Kann ich dir gern sagen. Nicht beim Lebensmitteldiscounter (Lidl ect.), nicht beim Textildiscounter (KiK,NKD ect.), sondern in normalpreisigen
Einrichtungen. In Deutschland waren das Edeka, REWE, auch mal ein Feinkostladen, bei Klamotten war die unterste Grenze C&A, eher teurer, ab
Kaufhof aufwärts.
Und das ohne Spitzeneinkommen !
Jetzt geht es trotz Rente, die ebenfalls nicht allzu üppig ist, nicht unter SPAR hier in Kroatien, bei Kleidung gern auch mal in ein Geschäft,
wo das Hemd 50 Euro kostet. Qualität eben.
Und fürs Auto wird gespart, denn für den jetzt 11 Jahre alten Opel gibts kaum noch etwas.
Kredit kommt nicht in Frage, obwohl wir hier einen bekommen würden.
Zu Ostzeiten gab es sowas kaum, und im Westen wollte ich keinen, sicher ist sicher.
Der einzige Kredit, den ich jemals hatte, war ein Hauskredit. Weiter nichts, alles gegen Bares !
.
.


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E.H.

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zuletzt bearbeitet 23.10.2014 12:20 | Top

RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#160 von Techniker , 23.10.2014 12:48

Zitat von Smithie23 im Beitrag #152
Gut, der Aufbau eines Ladens ist immer subjektiv zu beurteilen. Es ist eben so, dass die Läden in den großen Passagen und Centern meist mit 450 € Kräften arbeiten. Da gibts meist nen Filialleiter(in) als Vollzeitstelle und 1-2 Vollzeit/Teilzeitkräfte. Der Rest wird über "Pauschis" gemacht. Es ist eben sparen, sparen, sparen ... muss ich bemerken, auch ein Ding, woran die Kundschaft nicht ganz unschuldig ist.
Ich hasse eher diesen riesen Andrang und alle sind gestresst und tun so, als würde morgen für immer geschlossen sein und Versorgung mit Gütern wird auf einmal eingestellt. Familien mit Kindern und den 2 Hunden dazu ... Jeder will was Anderes - alle am nörgeln. Kann ich gut beobachten, wenn ich irgendwo in Ruhe nen Kaffee trinke


Vor allem- alles angrabschen, auf dem Obst rumdrücken, wieder hinlegen- manchmal denkt man schon, dass es uns zu gut geht.


Du willst besser schiessen können als ein Cowboy und schneller laufen, als sein Pferd?
Herzlich willkommen bei den Aufklärern der NVA

 
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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#161 von Smithie23 , 23.10.2014 14:42

Zitat von Techniker im Beitrag #160
[quote=Smithie23|p9888557]
Vor allem- alles angrabschen, auf dem Obst rumdrücken, wieder hinlegen- manchmal denkt man schon, dass es uns zu gut geht.


Ich glaube, es geht uns schon zu gut !
Heute war ich bei LIDL, weil die diese Ami-Aktion haben, ansonsten geh ich auch eher zu REWE und EDEKA (Ja, ich kann mir das als Alleinstehender leisten !)
Da ist mir wieder Folgendes aufgefallen - ich weiss nicht, ob es das im Westen so auch gibt, aber wenn ältere Leute hier beim Einkaufen lesen "Im Angebot" dann legt sich da im Kopf ein Schalter um und sagt denen "HIN" - "KAUFEN!!"

@altberlin: Primark ist so ein Beispiel, wo ich auch NIE hingehen werde, aber Bekannte wohl drauf schwören, wie toll das ist. Wenn man noch von den Zuständen hört, wie mit dem Personal umgegangen wird, dann ist es ein weiterer Grund, da nicht hinzugehen !

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#162 von arduino ( gelöscht ) , 23.10.2014 18:32

Schon eine irre Idee mit dem verordneten deutschen Mindestlohn in vierfacher Höhe des polnischen Mindestlohns so nahe an Polen. Wo es doch eine Mauer oder wenigstens Zollschranken nicht mehr gibt, mit denen früher das Lohnniveau stabilisiert wurde.
Klar, daß der Obstbauer in Brandenburg da seine Obstbäume unterpflügt. Da kostet jetzt das Aufheben eines Apfels mehr als in Polen Anbau und Ernte zusammen.


arduino
zuletzt bearbeitet 23.10.2014 18:34 | Top

RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#163 von Björn , 23.10.2014 22:48

@arduino , was verdient man denn so als Reporter und großer Aufklärer Deutschlands??? Etwa das vierfache des deutschen Mindestlohnes?


Silly - "Vaterland"
http://vimeo.com/73283689

 
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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#164 von Gogelmosch , 24.10.2014 16:20

Zitat von Smithie23 im Beitrag #161

Da ist mir wieder Folgendes aufgefallen - ich weiss nicht, ob es das im Westen so auch gibt, aber wenn ältere Leute hier beim Einkaufen lesen "Im Angebot" dann legt sich da im Kopf ein Schalter um und sagt denen "HIN" - "KAUFEN!!"

Was wollen die Menschen aber machen, wenn es hinten und vorne klemmt? Irgendwas brauchen
sie ja, um zu überleben. Wenn am Ende vom Geld noch so viel Monat übrig ist? Ich kann
diese Menschen voll verstehen und ich glaube nicht, daß diese den Markt ruinieren. In
einem so angeblich reichen Land dürfte es Tafeln, Pfennigpfeifer, Kaufhaus der Armen
oder wie die Billigläden noch so heißen, garnicht geben. Wenn das Geld gerechter verteilt
würde und fast jeder Arbeit hätte, würde es der Wirtschaft und Menschen blendend gehen.
Hartz, mickrige Renten und Mindestlohn ist doch nur eine Flickschusterei und gäbe es
nicht. Die, die jetzt noch Arbeit haben, können sich totwackeln und Überstunden schieben,
während andere, die gerne arbeiten möchten, daheime hocken und Däumchen drehen.
Unsere Politik hat schon längst den Bodenkontakt verloren!


Wer sagt: „Hier herrscht Freiheit“, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht!

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RE: Erste Opfer des Mindestlohns

#165 von Smithie23 , 24.10.2014 21:06

Du hast mit Allem Recht, nur mit stellte sich eher die Frage "ist das wirklich ein Angebot" oder kann man überall son Aufkleber aufbringen - so wie dieses "Sale" - und es als preisgünstig wirken lassen ? Vergleichen die Leute überhaupt noch oder würden die eine Packung Duplo auch kaufen, wenn ich "Angebot" drauf anbringe und es trotzem 5 € kosten lasse ...

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